Samstag, 13. Juli 2024

Mediatheken-Tipps (13. Juli 2024)

Styx (Nautisches Thrillerdrama, 2018) Bildgewaltiges, auf mehrfacher Ebene aufregendes Drama über Seenotrettung mit einer fesselnden Performance von Susanne Wolf und eindringlicher Inszenierung durch Wolfgang Fischer. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 16. Juli 2024

Das geheime Fenster (Psychothriller, 2004) Lose nach einer Kurzgeschichte von Stephen King: Johnny Depp spielt einen Schriftsteller, der sich seit seiner Scheidung im Sinkflug befindet und nun auch noch von einem still-unheimlichen Fan (John Turtorro) bedroht wird, der ihn des Plagiats bezichtigt. Was folgt, ist ein spannend-kauziger Absturz ins Befinden eines Kreativen, der nach Beweisen für seine künstlerische Integrität sucht und gegen Selbstzweifel ankämpft. ZDF-Mediathek, abrufbar bis zum 17. Juli 2024

Jack Lemmon - Nobody's perfect (Doku-Porträt, 2020) Julia & Clara Kuperberg setzen in dieser fast einstündigen arte-Doku dem still-humorvollen, verletzlichen Jedermann-Star aus Manche mögen's heiß, Ein seltsames Paar, Glengarry Glen Ross und Co. ein sympathisches Denkmal. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 28. Juli 2024

Oh Zeiten, oh Schlösser (Poetische Reisedoku, 1957) Kurzfilm der Nouvelle-Vague-Größe Agnès Varda, der die Architektur der Schlösser an der Loire in all ihrer Pracht zeigt, aber mit der zeitgenössischen Mode der 1950er konterkariert. Malerische Eastmancolor-Fotografie trifft auf schnippische und nachdenkliche Kommentare, die Reiselust weckenden Schauplätze müssen mit Vardas abschweifender Aufmerksamkeit konkurrieren, die sich für die Arbeiterklasse und die Tierwelt erwärmt. Ein einfach schöner Film über (Un-)Endlichkeit. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 31. August 2024

Elvis: '68 Comeback Special (Musikalisches Fernsehspecial, 1968) Ein hervorragend strukturiertes, inszeniertes und performtes Stück TV- und Musikgeschichte, das dem "King" neuen Aufwind gegeben hat und die Messlatte für TV-Sondersendungen rund um ein einzelnes Talent gehörig nach oben verlegt hat. Formidabel! arte-Mediathek, abrufbar bis zum 22. Oktober 2024

Kleiner Schneider (Romanze, 2010) In dieser frühen Regiearbeit des Die Träumer-Darstellers Louis Garrel verliebt sich ein Schneiderlehrling (Arthur Igual) in die Freundin eines Freundes - die Theaterdarstellerin Marie-Julie (Léa Seydoux). Kurz, knapp, dennoch nuanciert und sinnlich. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 1. Juni 2025

Warum Mediatheken-Tipps? Die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender sind ein unablässig sprudelnder Quell an sehenswerten Produktionen. Ob Spielfilm, Dokumentarfilm, Reportage, Konzertfilm, Serie, oder oder oder. Doch nicht nur, dass man da leicht den Überblick verlieren kann: Ich kenne einige Menschen, die den Mediatheken kaum oder gar keine Beachtung schenken. Mit dieser Artikelreihe möchte ich Orientierung bieten, ebenso wie Anreiz, sich vermehrt mit den Mediatheken zu befassen. Dazu gebe ich wöchentlich sechs Anschautipps.

Wieso sechs Tipps? Ich möchte, dass diese Artikelreihe händelbar bleibt. Für mich, damit ich sie neben meinen anderweitigen Verpflichtungen verfassen kann. Und für euch: Ich will euch nicht mit Anschautipps erschlagen. Sechs Tipps halte ich indes für umsetzbar: Selbst, wer alle Tipps ansprechend findet, kann sich täglich einen davon angucken, und hat dennoch bis zur nächsten Ausgabe der Reihe auch einen Tag "mediathekenfrei". 

Die Mediatheken-Tipps erheben selbstredend keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt viel mehr zu sehen, als ich hier Woche für Woche nennen könnte.

Samstag, 6. Juli 2024

Mediatheken-Tipps (6. Juli 2024)

Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess (Ferien-Familiendramödie, 2019) Schöner, unaufgeregter Coming-of-Age-Familienfilm über einen 10-Jährigen, der beim Urlaub auf der niederländischen Insel Terschelling lernen muss, seine Gefühle für die eigenwillige, zwölfjährige Tess zu sortieren, und der sich obendrein in ihre Familiendramen einmischt - obwohl er doch eigentlich lernen wollte, allein zu sein. Fun Fact: Die Pressevorführung dieses Films war mein letzter Kinobesuch, bevor aufgrund der Corona-Pandemie die Lichtspielhäuser monatelang schließen mussten. ARD-Mediathek, abrufbar bis zum 28. Juli 2024

Papillon (Gefängnisdrama, 1973) Ein strahlender Klassiker seines Genres und einer der größten Kassenschlager der deutschen Kinogeschichte: Das emotional hochintensive, auslaugende, vom Antrieb bietenden Hoffnungsschimmer in der Düsternis handelnde Gefängnisdrama ist mit Steve McQueen und Dustin Hoffman herausragend besetzt und von Franklin J. Schaffner bildgewaltig inszeniert. Ganz großes Kino! ARD-Mediathek, abrufbar bis zum 29. Juli 2024

Malpertuis (Grusel-Fantasy, 1971) Mit Orson Welles besetzte Romanverfilmung des prägenden belgischen Regisseurs Harry Kümel: Ein Matrose kehrt in seine Kindheitsheimat zurück und befindet sich eine Kneipenschlägerei später in einem gespenstisch-fantastischen Labyrinth aus mythologischen Versatzstücken, Traumlogik und poetisch-schaurigem Kabinettstück. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 31. August 2024

Utopia (Dystopische Thriller-Satireserie, 2013) Metafiktionalität, fiese Gewaltspitzen, rabenschwarzer Humor und eine einfallsreiche, verschrobene Inszenierung haben Utopia von einem Serien-Geheimtipp zu einer Kultserie aufsteigen lassen, von der zwar viele gehört haben, doch noch viel, viel mehr Serienfans dürften sie noch ungeguckt auf ihrer Liste stehen haben. arte macht es nun wieder leicht, sie nachzuholen! arte-Mediathek, abrufbar bis zum 31. Oktober 2024

The Interrupters: Hellfest 2024 (Ska-Punk-Konzert, 2024) Ich kann mir nicht helfen: Der Sound von The Interrupters erinnert mich an die Sommer meiner Jugend. Aufdrehen, Zitroneneistee in die Kehle kippen und unkoordiniert herumzappeln! arte-Mediathek, abrufbar bis zum 28. Juni 2025

The Ordinaries (Dystopische Meta-Tragikomödie, 2022) Ein Festsessen für alle, die Illusionsbrüche, Metafiktionalität und (film-)dramaturgische Theorie lieben - oder einfach schräg-vielschichtige Filme, die ebenso nachdenklich wie komisch sind: In The Ordinaries geht es um eine schreckliche Gesellschaft, für die das ganze Leben nur ein Film ist. Meine FILMSTARTS-Kollegin Monta Alaine hat an anderer Stelle gut zusammengefasst, weshalb The Ordinaries so sehenswert ist!  ZDF-Mediathek, abrufbar bis zum 24. Juli 2025

Warum Mediatheken-Tipps? Die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender sind ein unablässig sprudelnder Quell an sehenswerten Produktionen. Ob Spielfilm, Dokumentarfilm, Reportage, Konzertfilm, Serie, oder oder oder. Doch nicht nur, dass man da leicht den Überblick verlieren kann: Ich kenne einige Menschen, die den Mediatheken kaum oder gar keine Beachtung schenken. Mit dieser Artikelreihe möchte ich Orientierung bieten, ebenso wie Anreiz, sich vermehrt mit den Mediatheken zu befassen. Dazu gebe ich wöchentlich sechs Anschautipps.

Wieso sechs Tipps? Ich möchte, dass diese Artikelreihe händelbar bleibt. Für mich, damit ich sie neben meinen anderweitigen Verpflichtungen verfassen kann. Und für euch: Ich will euch nicht mit Anschautipps erschlagen. Sechs Tipps halte ich indes für umsetzbar: Selbst, wer alle Tipps ansprechend findet, kann sich täglich einen davon angucken, und hat dennoch bis zur nächsten Ausgabe der Reihe auch einen Tag "mediathekenfrei". 

Die Mediatheken-Tipps erheben selbstredend keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt viel mehr zu sehen, als ich hier Woche für Woche nennen könnte.

Mittwoch, 3. Juli 2024

Mediatheken-Tipps (3. Juli 2024)

Der 1. Ritter (Ritterabenteuer, 1995) Sean Connery als König Arthur und Richard Gere als Lancelot in einem farbintensiven, zügig erzählten, relativ hohlen (und wohl unter den Kürzungen, die das Studio verlangt hat, leidenden) Mittelalter-Abenteuer von einem Drittel des ZAZ-Comedy-Trios. Der Score von Jerry Goldsmith ist der Hammer, die melodramatischen Elemente etwas schnulzig, aber auch erfrischend ehrlich gemeint. Kein übersehenes Juwel, das auf seine Meisterwerk-Adelung wartet, aber sehr wohl besser als sein Ruf. ZDF-Mediathek, abrufbar bis zum 4. Juli 2024

Wild Things (Satirisch-ironischer Erotik-Thriller, 1998) Ich hatte sehr lang Vorurteile über Wild Things, bis ich ihn dann eines Tages dann doch mal geschaut habe - und erstaunt war, dass er eben nicht der tumb-geifernde Film ist, den ich vermutet hatte. John McNaughton liefert viel mehr eine zwischendurch spritzig-parodistische, dann wieder spannend-bissige Thriller-Satire, bei der man nie so ganz weiß, woran man ist. Fesselnd, humorvoll, hitzig-fiebrig inszeniert und von Neve Campbell, Kevin Bacon, Matt Dillon und Denise Richards mit genau dem Flair gespielt, den dieser Stoff braucht. ZDF-Mediathek, abrufbar bis zum 5. Juli 2024

Die barfüßige Gräfin (Dramatische Showbiz-Mär, 1954) Ava Gardner, Humphrey Bogart und Edmond O’Brien in einem gesellschaftskritischen, mit dem Showbiz abrechnenden Drama voller Flair, einem Schuss Gegenwartsmärchen-Stimmung sowie nicht gerade wenig Bitterkeit von Alles über Eva-Macher Joseph L. Mankiewicz. Klasse gespielt und bei aller Dramatik auch recht gewitzt! arte-Mediathek, abrufbar bis zum 6. Juli 2024

Ava Gardner, die Flamenco-Diva Hollywoods (Dokuporträt, 2016) Von den zahlreichen arte-Starporträts ist dieser Blick auf Schauspielgröße und Stilikone Ava Gardner meiner Ansicht nach eines der besten: Es enthält alles, was diese (nahezu durchweg empfehlenswerten) Dokus ausmacht, ist aber außergewöhnlich gut erzählt, mit einem stringenten roten Faden (der die Dinge trotzdem nicht arg simplifiziert), klasse ausgewähltem Bildmaterial und berührenden Zitaten. Achtung, hiernach packt man sich unweigerlich Dutzende Gardner-Filme auf die Watchliste (ob zum Nachholen oder Auffrischen)! arte-Mediathek, abrufbar bis zum 31. Juli 2024

Die Berliner Philharmoniker in der Waldbühne 2024 (Klassikkonzert, 2024) Mit ansteckender Freude leitet Chefdirigent Kirill Petrenko die Berliner Philharmoniker, während sie in der Waldbühne Deutschlands berühmtesten Clash aus Hochkultur und Picknick veranstalten. Für mich der Höhepunkt: Der in den Sonnenuntergang hinein zärtlich-kraftvoll gespielte Boléro von Maurice Ravel. Als Gästin spielt Star-Pianistin Yuja Wang zuvor ein rasantes Klavierkonzert, bei dem man sich glatt wundert, wie diese rasche Notenabfolge nicht zu verknoteten Fingern führt. ARD-Mediathek, abrufbar bis zum 20. September 2024

Dropkick Murphys: Hellfest 2024 (Folk-Punk-Konzert, 2024) arte hat wieder das Hellfest in Frankreich besucht und ließ stundenlang die Kameras laufen. Das wird mir die nächsten Tage über einige Stunden lang einheizen, für den Anfang gibt's hier erstmal den Verweis auf die Band, bei deren Sound man doch sofort in den nächstbesten Pub stürmen will. Oder nach Boston shippern. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 27. Juni 2025

Warum Mediatheken-Tipps? Die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender sind ein unablässig sprudelnder Quell an sehenswerten Produktionen. Ob Spielfilm, Dokumentarfilm, Reportage, Konzertfilm, Serie, oder oder oder. Doch nicht nur, dass man da leicht den Überblick verlieren kann: Ich kenne einige Menschen, die den Mediatheken kaum oder gar keine Beachtung schenken. Mit dieser Artikelreihe möchte ich Orientierung bieten, ebenso wie Anreiz, sich vermehrt mit den Mediatheken zu befassen. Dazu gebe ich wöchentlich sechs Anschautipps.

Wieso sechs Tipps? Ich möchte, dass diese Artikelreihe händelbar bleibt. Für mich, damit ich sie neben meinen anderweitigen Verpflichtungen verfassen kann. Und für euch: Ich will euch nicht mit Anschautipps erschlagen. Sechs Tipps halte ich indes für umsetzbar: Selbst, wer alle Tipps ansprechend findet, kann sich täglich einen davon angucken, und hat dennoch bis zur nächsten Ausgabe der Reihe auch einen Tag "mediathekenfrei". 

Die Mediatheken-Tipps erheben selbstredend keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt viel mehr zu sehen, als ich hier Woche für Woche nennen könnte.