Samstag, 14. Juli 2012

Waltmenschen: Vance Gerry

In der Serie Waltmenschen möchten wir den bekannten und weniger bekannten kreativen Mitarbeitern Walt Disneys einige Zeilen widmen.


Vance Gerry, 1929–2005

Mitarbeiter des Story Departments werden oft mit einem emotionalen, aufbrausenden und energiegeladenen Klischeebild identifiziert; nicht zu Unrecht. Vance Gerry war das Gegenteil dieses "Ideals". Er war ruhig, umgänglich und konnte dem Old Maestro, Walt Disney, dessen Kritik und Zorn gefürchtet war, minutenlang ein Storyboard erklären, als ginge er mit seiner Mutter eine Einkaufsliste durch. Er ließe sich als gute Seele des Story Departments beschreiben, der bereits früh das Vertrauen und die Sympathie der Studio-Größen um Milt Kahl und Woolie Reitherman gewann und schlussendlich 40 Jahre zu den wichtigsten Akteuren des Story Departments zählte. Vance Gerry gehörte zu den wenigen Disney-Eminenzen einer zweiten Generation an Trickfilmern, die später meist kritisch betrachtet wurde.

Er wurde im Chouinard Art Institute (Vorläufer von CalArts) ausgebildet und begann 1955 als Zwischenphasenzeichner bei Disney. Sein großes künstlerisches Talent verhalf ihm bald, kreativere Arbeiten zugewiesen zu bekommen. Er verschaffte sich Ansehen als Layout artist, seine geradlinige Arbeitsweise, die nicht als nüchtern abgestempelt werden darf, beschrieb er sehr eindrucksoll, indem er erklärte, sich keiner Skripte zu bemächtigen, sondern sich in die Idee eines Films hineinzuträumen und ihn so mit unverfälschten eigenen Ideen zu bereichern. Mit Beginn der Arbeit an Das Dschungelbuch tat er dies im Story Department, dessen Kreativität und Effektivität seit den unerwarteten Schicksalsschlägen durch die Tode von Ed Penner 1956, Milt Banta 1959 und vor allem Ted Sears 1958 gewaltige Risse verzeichnete. Zwar konnte Vance Gerry diese Lücke nicht schließen, er sorgte aber für dringende Verstärkung in den Reihen von Bill Peet und Winston Hibler. Ihm gelang, viele Talente der darauffolgenden Jahrzehnte zu fördern, darunter Floyd Norman, der in seinem Tod das Ende einer Ära sah, und Pete Young.

Er blieb dem Storyboard bis in die 1980er Jahre treu, dann fand seine Erfahrung immer mehr Beachtung und er wurde gebeten, seine Kenntnisse im Character Design einzusetzen. Zusammen mit der studioeigenen Legende Joe Grant und eigenen Wegbegleitern, wie Burny Mattinson, arbeitete er in den 90er und 00er Jahren an zahlreichen Filmen, wie Pocahontas und Tarzan. Besondere Beachtung verdient sein Wirken am Karneval der Tiere in Fantasia 2000. Obwohl er zuletzt nur noch einen Tag in der Woche im Studio arbeitete, leistete er weiterhin erstaunliches
– sein Krebstod hinterließ tiefe Bestürzung.

5 Kommentare:

WildHuhn (Dominik Klein) hat gesagt…

Waltmenschen ist so ziemlich die ödeste Artikelreihe die es hier gibt. Wer kennt diese alten (mittlerweile zu 95% toten) Knacker außer ein Hardcore Disney Nerd?

Sir Donnerbold hat gesagt…

Deswegen soll man sie im Rahmen dieser Artikelreihe ja auch kennenlernen. ;-)

Kevin Kyburz hat gesagt…

Ich hatte auch vor, da in nächster Zeit was zu ändern. Die langweiligen realen Gerichtsshows, Nachmittagstalks oder Assi-Problem-Sendungen wurden und werden ja auch nach und nach durch gescriptete Inhalte ersetzt. Freut euch, denn ab nächster Woche heißt es an dieser Stelle: „Mitten im Walt"!

WildHuhn (Dominik Klein) hat gesagt…

Ich weiß das ist OFF TOPIC, aber ich muss das jetzt einfach sagen.

Es ist ja gerade Comic Con is San Diego.

Die MARVEL STUDIOS haben soeben ihr komplettes Lineup für die PHASE II des Marvel Cinematic Universe bekannt gegeben.

So sieht es aus:

Mai 2013: Iron Man 3

November 2013: Thor: The Dark World

April 2014: Captain America: The Winter Soldier

August 2014: Guardians of the Galaxy


Außerdem wurde ein Test Reel mit Footage gezeigt zu keinem geringeren Film als...

Edgar Wrights ANT-MAN !!

Kommt wohl auch 2014.


Berichte darüber Sir Donnerbold.

I demand it!

Sir Donnerbold hat gesagt…

Ja, ich habe das auch mitbekommen.

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