Mittwoch, 5. Dezember 2012

Ralph reichts


Die Walt Disney Animation Studios haben es mit ihrem Publikum manchmal schwer. Ja, Disney kann für die womöglich treuste Fangemeinde im Filmgeschäft dankbar sein, aber wo viele treue Fans sind, da ist es schwer, verfrühtem Gemecker vorzubeugen. Setzt Disney wiederholt auf märchenhafte Musicals, beschweren sich Liebhaber des Traditionsstudios, dass es stets auf die gleiche Formel zurückgreift, kündigt es ungewöhnlichere, zeitgenössischere Konzepte an, wird rumgeflennt, dass diesen Filmen garantiert die Zeitlosigkeit der größten Disney-Klassiker abhanden ginge und das sowieso kein "echter" Disney sein könne.

Und so traf es in den eintönigeren Ecken des Disney-Fandoms auch anfangs den Film, den wir heute als Ralph reichts beziehungsweise, um den Originaltitel zu verwenden, Wreck-It Ralph kennen. Ein Film über Videospiele? Das veraltet doch nur, gibt eine DreamWorks-Animation-mäßige Popkulturreferenzparade ab! Wo bleibt der universelle Disneyzauber?

Glücklicherweise haben erste Promoaktionen, etwa auf der Comic Con oder Disneys eigener Messe, der D23 Expo, dennoch für freudigen Vorabhype gesorgt. Denn mit aufwändigen Arcade-Aufbauten und Filmsequenzen, in denen zum Beispiel Bowser, M. Bison und Pac Man-Geist Clyde aufeinander treffen, überzeugte Ralph reichts früh das Retrogamer-Publikum, dass Disney etwas Besonderes in petto haben könnte. Und die endgültigen Zahlen geben ihnen Recht: Der Film erntete nicht nur sehr positive Kritiken, sondern auch das beste US-Startergebnis in der Geschichte der Disney-Trickstudios. Sogar der Überhit Rapunzel nahm weniger ein. Doch haben die Pessimisten ebenfalls Recht? Ist Ralph reichts ein neues Oliver & Co., ein zeitgeistgebundener Blockbuster, der im Disney-Kanon letztlich untergehen wird?

Um die Antwortsuche abzukürzen: Nein. Ralph reichts hat alle notwendigen Zutaten, um sich standfest ins Disney-Erbe zu integrieren.

Was lange währt, wird endlich gut
Es könnte langsam auch zum übergreifenden Motto der Walt Disney Animation Studios werden. Waren in der jüngeren Vergangenheit (relative) Schnellschüsse wie Bolt nicht schlecht, so übertrumpfte der ein Jahrzehnt der Vorproduktion verschlingende Rapunzel selbst die kühnsten Erwartungen zahlreicher Disney-Fans. Auch Ralph reichts verfügt über eine lange Vorgeschichte, die über die reibungslose Produktion (aufgrund derer Disney den US-Starttermin sogar vorzog!) hinausgeht: Storykünstler Sam Levine (Der Schatzplanet, Die Kühe sind los!) arbeitete bereits Anfang bis Mitte des vergangenen Jahrzehnts an einem Animationsfilm namens Joe Jump, in welchem der Held eines in die Vergessenheit geratenen Videospiels aus der Arcade-Ära dahinterkommt, wie man aus dem eigenen Titel ausbrechen und in andere Spiele einsteigen kann. Er und Konzeptkünstler Ricardo Delgado schrieben und zeichneten mit Feuereifer an dieser "Fish out of Water"-Story, aber die Handlung wollte bei den Studioleitern, darunter auch John Lasseter, nicht zünden. Levine erhielt ein Jahr Zeit, die Idee zu überarbeiten, als danach weiterhin kein viel versprechender Film vorlag, wurde die Idee bei Seite geschoben. Zumindest bis 2009, als Rich Moore, Regisseur solch genialer Simpsons-Episoden wie Flaming Moe's oder Cape Feare, das Konzept wiederbelebte.

Unter Moore erfuhr das Projekt zwei Umbenennungen (erst zu Reboot Ralph, dann in Wreck-It Ralph), die an Videospiele angelehnten Welten, in denen die Geschichte spielt, wurden komplett umgemodelt und vor allem wurde ein wichtiger Teil des Grundplots umgeworfen: Statt eines Spielprotagonisten, der es satt hat, übersehen zu werden, steht ein Schurke im Mittelpunkt, der endlich geachtet werden möchte und außerhalb seines Spiels die Lösung für sein Problem sucht.

Es muss gut sein, der Gute zu sein
Ralph reichts heftet sich allerdings nicht an den immer weiter ausgeloteten Trend der Perspektivwechsel-Fiktion an. Es ist kein Disney-Videospiel-Abklatsch der Idee "lasst uns diese Geschichte aus dem Blickwinkel des Schurken" erzählen, die Wicked und Co. seit Jahren so populär verfolgen. Spurenelemente davon sind zwar durchaus vorhanden, doch primär erzählt Disneys 52. abendfüllender Kino-Trickfilm die Geschichte eines sanften Riesen, der ein bedeutsamer Teil eines Systems ist, allerdings eine undankbare, glanzlose Aufgabe erfüllt und nur Verachtung dafür erntet. Ralph reichts handelt von Arbeitsfrust, dem Unterschied zwischen Individuum und systematischer Pflicht und der Suche nach Anerkennung:

Randale-Ralph ist der Schurke des 8-Bit-Automatenspiels Fix-It Felix Jr. und zerstört seit 30 Jahren jedes Mal, wenn jemand in Litwacks Arcade das Spiel startet, mit seinen riesigen Händen das Hochhaus der Nicelanders. Fix-It Felix Jr. bringt, vom Spieler gesteuert, daraufhin mit seinem magischen Hammer alles ins Lot. Dafür erhält Fix-It Felix Jr. von den knubbeligen Spielbewohnern eine Medaille, während Ralph vom Dach des Hauses in den Dreck geschmissen wird. Nach Ladenschluss, wenn die Arcadespiele zum eigenständigen Leben erwachen, ändert sich an Ralphs Situation nichts: Er lebt auf einer Schutthalde, während Fix-It Felix Jr. von den Spielbewohnern verwöhnt wird. Auch ein Besuch der Videospielschurken-Selbsthilfegruppe kann Ralph nicht mit seinem Lebensstandard versöhnen. Schlussendlich fasst er einen Plan: Er türmt in ein anderes Spiel und verdient sich dort eine Medaille, um so den ihn hassenden Hochhausbewohnern zu beweisen, dass er eben doch ein fähiger, guter Mensch ist.

Im topaktuellen, hyperaktiven und brutalen Sci-Fi-Egoshooter Hero's Duty angekommen, stiftet er aber nur Chaos, wird letztlich sogar in das zuckersüße, ultrabunte Kartrennspiel Sugar Rush katapultiert, wo er dem Gör Vanellope von Schweetz begegnet. Diese fällt Ralph mit ihrem frechen Mundwerk schnell auf die Nerven, aber als er herausfindet, dass sie ein Glitch ist und deswegen von den anderen Sugar Rush-Bewohnern gemieden wird, erkennt Ralph die verletzliche Seite in dem kleinen Mädel. Während sich Ralph und Vanellope anfreunden, löst Ralphs Spielwechselei große Gefahren aus, die nicht nur die Existenz von seinem Heimatspiel, sondern auch Sugar Rush bedrohen. Zum Glück bleibt Fix-It Felix Jr. seinem Motto treu und will alles reparieren, was Ralph zerstört hat. Und auch die beinharte Kommandantin aus Hero's Duty macht sich auf den Weg ...


Eine herzliche Videospielfreundschaft
Während mir Pixars Gewilder in Disney-Gefilden aufgrund seiner tonalen Unförmigkeit nur bedingt gefiel, fand Disneys Liebäugelei mir einer eher Pixar-mäßigen Grundidee direkten Eingang in mein Herzen. Wie Merida zwar ein disneyhaftes Ursprungskonzept hat, diesem aber einen Pixar-Dreh zu verleihen versuchte, fühlt sich Ralph reichts trotz einer Story, die auch bei Pixar oder mit zentraleren Popkulturreferenzen bei DreamWorks Animation heimisch sein könnte, wie ein echter Disneyfilm an. Das Langfilmdebüt Rich Moores verfügt über die klassische Disney-Seele, was insbesondere an der Freundschaft, oder eher dem Ersatzbruder/Ersatzschwester-Verhältnis, zwischen Ralph und Vanellope liegt. Sie sind keine Pixar-Kumpel, sondern zwei Außenseiter, die gemeinsam gegen eine große Ungerechtigkeit ankämpfen und im Prozess dessen eng zusammenwachsen. Ihre Freundschaft entwickelt sich plausibel und für den Zuschauer emotional mitnehmend. Tiefen sind nicht künstlich konstruiert und für den Zuschauer ärgerlich, weil man sich denkt "wieso denken diese dummen Figuren nicht mit?", sondern verständliche, schmerzvolle Dilemmata. Und getreu Walt Disneys Devise, dass es für jeden Lacher eine Träne geben sollte (und umgekehrt), sind die gemeinsamen kleinen Siege Ralphs und Vanellopes vor diesen mitreißenden Abgründen umso glücklicher.

Ein wenig anstrengend ist tatsächlich Vanellopes Hang zu Beleidigungen (selbst wenn es ein schlüssiger Teil ihres Charakters ist, sie, die nur beschimpft wird, kennt es nicht anders) und flachen Witzen, alles in allem ist den Autoren und Originalsprecherin Sarah Silverman (sowie der etwas dunkler sprechenden deutschen Synchronstimme Anna Fischer) ein goldiges Gör gelungen, mit dem Kinder mitfühlen können (wohl jeder fühlte sich mal ausgestoßen und hoffte auf eine große Chance, dies zu ändern), während sie für Erwachsene sogar gleichzeitig eine herbe Abwechslung in der Bonbonwelt von Sugar Rush ist, sowie ein Frontalangriff auf den Beschützerinstinkt. Der Titelheld wiederum, im Original fantastisch von Oscar-Nominee John C. Reilly (Chicago, Gangs of New York, Gott des Gemetzels) gesprochen, ist ein rund charakterisierter Gemütsmensch mit großem Herzen: 30 Jahre lang ließ er sich zur Seite schubsen, hat kaum etwas dagegen getan. Als an einem Abend der Frust dann doch zu groß wird, nimmt er endlich sein Schicksal in die Hand ... und verhaut es, so dass er erstmal in Sugar Rush landet. Dort wird aus seiner Selbsttherapie Uneigennützigkeit und der sanfte Riese entwickelt mehr und mehr Passion. Dass Ralph sich so lange rumschubsen ließ, ist dabei ebenso glaubwürdig, wie sein Schurkenimage bei den oberflächlichen Randfiguren von Fix-It Felix Jr., und mit seinem lebensnah gezeichneten Arbeitsfrust bietet er eine gelungene Identifikationsfigur. In der deutschen Synchro muss man leider leichte Abstriche machen. Zwar ist Christian Ulmens Leistung im fertigen Film doch dynamischer als in den monotonen Trailern, aber er spricht dennoch in einigen Szenen etwas flachbrüstig. Die Emotionen kann er immer noch vermitteln, jedoch fehlt es ihnen mitunter an der Intensität von Reillys hervorragender Vorlage.


Cameos und Hommagen: Die Randfiguren
Dass in Ralph reichts zahlreiche Videospielfiguren einen Gastauftritt absolvieren, ist mehr als bloßer Fanservice. Regisseur Rich Moore setzte sich dafür ein, bekannte (und in Vergessenheit geratene) Videospielfiguren in den Film zu integrieren, weil dies die Authentizität des Films erhöhe. Ein Film über das geheime Leben von Videospielschöpfungen, der in einer weiterhin florierenden Arcade angesiedelt ist, fühle sich einfach nicht ''echt'' an, wenn Ralph und Co. nicht auch in einige dem Kinogänger bekannte Figuren rennen würden. Womit Moore vollkommen richtig liegt. Wie befremdlich wäre es, Ralph reichts zu sehen, und alles, was der Zuschauer zu Gesicht bekommt, wären Abklatsche? Durch die Cameos von Sonic, Bowser und Konsorten fühlt sich Ralph reichts ''näher'' an – und so ganz nebenher sind diese Gastauftritte und gelegentliche Anspielungen auf beliebte Dinge aus der Videospielwelt auch für die Retrogamer und Nerds im Publikum ein vortrefflicher Unterhaltungsfaktor.

Das Schurkenmeeting funktioniert auf einer Fanservice-Ebene selbstredend noch besser als nüchtern betrachtet. So ist es eine gut geschriebene, mit einigen Gags gewürzte Charakterszene, als Retro-Spielfan freut man sich wie verrückt, detailgetreue Leinwandumsetzungen einiger Bösewicht-Favoriten zu sehen. In der Game Central Station wiederum darf man sich im Detailsentdecken üben, und spätere Anspielungen auf Videospiel-Elemente sind für den normalen Zuschauer entweder auch von sich aus ulkig oder ganz normale Plotpunkte, während Gamer in sich hineingrinsen können "Ach, sogar daran haben die gedacht!"

Die Cameos verleihen Ralph reichts also Charme, ohne ihn zu einem Insiderfilm umzumodeln. Nie geht die Story aufgrund des Spielthemas über die Köpfe an Games uninteressierter Zuschauer hinweg und somit ist er  in seiner Zockerthematik noch massenkompatibler als Falsches Spiel mit Roger Rabbit in seiner Zeichentrickthematik. Zugleich haben beide Filme den selben Grad an Bonuscharme für den informierten Fan. Der Respekt vor den Videospielfiguren geht sogar so weit, dass Details berücksichtigt wurden, die nicht publik sind. Bowser etwa hält seinen Kaffeebecher so, wie Nintendo es sich für seinen beliebten Schurken vorstellt. Und das, obwohl man es nie zuvor gesehen hat.

Dass die Story Vorrang hat, beweist zum Beispiel das Ausbleiben eines Mario-Gastauftritts. John C. Reilly scherzte, der rot-blau gekleidete Klempner wäre zu kostspielig geworden, aber die Wahrheit ist, dass Moore und sein mehrköpfiges Storyteam keinen zufriedenstellenden Weg fanden, den schnauzbärtigen Nintendo-Star in den Film zu integrieren. Da Mario der Micky Maus der Konsolenwelt ist, erwarte der Zuschauer etwas Aufregendes von ihm, sobald er auftaucht. Doch entweder würde er dadurch den wahren Helden das Rampenlicht stehlen, oder man müsse eine Nebensituation kreieren, wo Mario ruhig der große Bringer sein kann, ohne Ralph und Co. dazwischenzukommen, was wiederum dem Spannungsbogen schade. Also hätte der Mario-Cameo enttäuschend unauffälig sein müssen. Oder nunmal rausfliegen.

Auch Filmliebhaber werden bedient, vor allem mit der Figur des King Candy, Herrscher über die Kalorienbomben-Welt von Sugar Rush: Originalsprecher Alan Tudyk (bekannt aus Suburgatory) holt seine beste Ed-Wynn-Imitation raus und legt den wirren König als eine Hommage an den verrückten Hutmacher aus Disney-Zeichentrickadaption von Alice im Wunderland an. Das Figurendesign und die Charakteranimation lehnen sich, entsprechenderweise, enorm an Ward Kimballs legendäre Arbeit an, ohne aber sie zu 1:1 zu kopieren. Es ist eine, meiner Meinung nach, erfreuliche Verneigung vor einem Highlight der Zeichentrickgeschichte, welches zuletzt von Tim Burton und Johnny Depp in der öffentlichen Wahrnehmung überrannt wurde, sowie eine schlüssige Entscheidung: Wer, außer einem Kerl mit dem Verstand des verrückten Hutmachers, könnte über Sugar Rush herrschen? Bestenfalls ein dicker, kugeliger Kerl (langweilig, und es stellt die Frage, wieso er so dick ist ... frisst er etwa seine Untertanen?) oder eine Herzköniginnen-Kopie (was nicht zur Story passt und zu abgegriffen wäre).

Unter den Nebenfiguren ist der wohl amüsanteste aber ausgerechnet Strahlemann Fix-It Felix Jr., der im Original von Jack McBrayer gesprochen wird, womit praktisch alles gesagt ist, was man über den Handwerker mit den Grinsebacken wissen muss. McBrayer ist derzeit wohl der US-Paradedarsteller für dauerfröhliche, moralisch gesehen klinisch saubere Figuren und diese Persona bringt er auch in Ralph reichts mit. Doch Fix-It Felix Jr. ist kein ätzend braver Langweiler, sondern in seiner altmodischen Spießigkeit supergoldig und von den Machern eindeutig als sonderbare Sympathiefigur angelegt. Man will ihn nicht verderben, in seiner Nettigkeit scheitern sehen oder auch nicht dringend als Vorbild sehen, sondern einfach knuddeln. Ab und zu lacht der Film mit Saubermann Fix-It Felix Jr., oft aber auch über ihn, wenn er schlichtweg nicht fähig ist, den wütenden Ralph zu imitieren oder wenn seine Superkraft ihre Nachteile zeigt. Besonders gelungen sind seine gemeinsamen Szenen mit der Figur, die auf der Videospiel-Timeline auf exakt dem ihm entgegengesetzten Punkt steht: Hero's Duty-Truppenchefin Sergeant Calhoun, eine stets genervte und unter Strom stehende, wie ein Wasserfall Befehle von sich gebende Powerfrau. Wenn sich diese zwei Gegensätze begegnen, sind kräftige Lacher garantiert.

Auf dem Weg zur letzten Stage
Ralph reichts ist audiovisuell kein bahnbrechendes Werk wie Pixars in den Highlands versinkendes, mit Lockenpracht erstaunendes Schottenmärchen Merida und auch musikalisch brennt sich Disneys Film des Jahres weniger intensiv ins Gedächtnis. Doch Ralph reichts begeistert mit einer audiovisuellen Vielfalt (mehr individuelle Figuren wurden nie zuvor für einen Disney-Trickfilm geschaffen) sowie einer dennoch erstaunlichen künstlerischen Kontinuität. Die drei zentralen Spiele in Ralph reichts gehorchen völlig unterschiedlichen physikalischen Gesetzen, trotzdem wirkt die Produktion wie aus einem Guss. Musikalisch bietet Komponist Henry Jackman (Winnie Puuh, Der gestiefelte Kater) schmissige Melodien, die eine schöne Balance zwischen Retro und Moderne halten. Dubstep-Künstler Skrillex bringt in der Hero's Duty-Szene das Blut zum Kochen, außerdem steuerte die japanische Popgruppe AKB48 den Ohrwurmtitelsong von Sugar Rush bei. Insgesamt ist die Musik stimmig und effektiv, doch kein Disney-Highlight. Ärgerlich ist nur eine Rennfahrmontage zu Rihannas 2007-Hit Shut Up and Drive. Fand man wirklich keinen Song, der von der Stimmung her besser zur Szene passt, weniger naheliegend ist und vor allem keine zweite, unangebrachte Deutungsebene hat (zur Erklärung: Das Lied könnte auch Halt's Maul und besteig mich wie ein Tiger! heißen, würde man den Subtext zum Text machen)?

Mit seinem perfekt aufgebauten Spannungsbogen, einer flüssigen Erzählweise und einer gewinnenden Mischung aus Originellem und frischen Abwandlungen von Familiärem ist Ralph reichts für mich dank der starken Charaktere, der unerwarteten Herzlichkeit der Figuren und dem treffenden Humor der Animationsfilm des Jahres. Und zweifelsohne das beste Stück Computeranimation, das die Walt Disney Animation Studios abseits des Märchensektors bislang ablieferten.

Siehe auch: Meine Kritik bei Quotenmeter.de!

6 Kommentare:

maloney hat gesagt…

Werd mir morgen selbst ein Bild machen :D

Green Ninja hat gesagt…

Was zum Geier ist Suburgatory? Ich kenn Alan Tudyk vor allem hiervon:
http://www.youtube.com/watch?v=znxFrgql5dc

:D

Cooper hat gesagt…

Ein Kind der 80er, früher wirklich das, was in den 80ern und frühen 90ern einem beinahe nerdigen Gamer mit Hang für Comics gleichkommt. Das wäre dann ich und ich pflege diese Seite auch heute - wenn auch nicht aktiv durch Comic- oder gar Videospielekonsum.

Nachdem ich die ersten Donnerboldschen Artikel zum damals noch "Joe Jump" betitelten Filmprojekt begeistert aufnahme, machte sich über die vielen Monate seitdem doch einige Ernüchterung breit. Beteiligte Ideenschöpfer wurden mit ihren Ideen nicht unterstützt, der Ex-Pixar-Chef Lasseter schien einem Fehlureil zu erliegen, die nunmehr ach so innivativere Schurke bricht aus Rolle aus Idee sollte das Konzept forführen, die Umbenennung und seitdem eher verhaltenes Schweigen - bis dann endlich vor einigen Wochen wieder Leben aufkam, neue Trailer geeigt wurden und mehr.

Es ist vielleicht nachvollziehbar, dass ich trotz eines hohen Toleranzgrades und einer breit gestreuten Akzeptanz vieler Genre und Ideen den Kontakt und die Begeisterung für dieses (zu Beginn noch so euphorisch von mir begrüßte) Projekt verlieren konnte.

Seitdem hadere ich mit mir, denn auch mit Ralph hätte ich meinen Spaß haben können. Leider signalisieren mir die Trailer und darin vor allem die Figur der kleinen, oberfrechen Göre ... Vanellopes? (Den Namen musste ich eben oben nachlesen!), dass "Ralph reichts" und dessen sanfter Riese nicht genug Profil besitzen, um ohne nervigeFreunde und Sidekicks auszukommen. Die Remineszens an heutige Gamer mit einer knallharten, sexy Third-Person-Tussi mit Knarren und besseren Skills sprich eine GI Jane mehr denn als eine Lara Croft im Army Look, nun - die wäre ja noch erträglich, wenn sie nen eher unbedeutenden Auftritt hätte. Leider erwecken vor allem die Trailer, das "Ralph reichts" sein großes Finale gar in dieser Spielewelt mit den dortigen so gefährlichen Gegnern bekommt.

Ich hoffe wirklich, dass ich mich irre, aber für einen Kinobesuch oder auch nur große Begeisterung reicht es nicht - vermutlich liege ich mit meinen Eindrücken sogar daneben.

Ganz ehrlich gesagt hätte ein weniger zuckersüßes und doch mit Shooter-Schwerpunkten angereichertes Filmchen genügt. Wieso kann Ralph nicht einfach zwei Seiten bekommen? Die des ewigen harmlosen schurkischen Verlierers und dann die des eigentlich netten Kerls, der sich mit anderen gut versteht. Das Ganze innerhalb eines Computers mit Internetzugang und dann einfach nen bösen Virus, der Ralph durchdrehen lässt - er bricht aus, wendet sich von Freunden ab und sein eigentlicher Gegner aus den Spielen Fix it Felix bricht nach dem zufälligen Fund des richtigen Antivirus / Reperaturcodes zur Rettung auf?
Oder meinethalben hätte Ralp auch bloß eine sympathischer Anti-Held sein können, der mit Zynismus sein ewiges Schurkendasein kompensiert und nach einem Zwischenfall zum Helden werden muss, in dieser Rolle erfolgreicher und populärer wird als je zuvor, einfach seine Ruhe haben möchte und Fix it Felix nicht länger abgeschrieben und deprimiert sehen will und diesem bei seinem Comeback hilft. Die beiden bleiben Spieltechnisch Gegner, werden aber von niemandem bemerkt sowas ähnliches wie Freunde - auch wenn sie nicht Kumpelhaft zusammen abhängen.


Vermutlich erwarte ich zuviel - oder meine Ideen sind anderen schon vorher gekommen und waren für die Studiobosse einfach uninteressant. Der abzusehende kommerzielle Erfolg von "Ralph reichts" mag ihnen ja recht geben - trotzdem haben sie irgendwo die Bindung mit ihrem Film zu mir verloren und das sollte doch eigentlich nicht geschehen - nicht bei nem Kind der 80er und ehemaligem Gamer...

Anonym hat gesagt…

Grandioser Film - ich gebe Sir Donnerbold in allen Punkten recht (besonder in Bezug auf dieses schreckliche Rhianna-Lied)
-Yavanna

Sunshine hat gesagt…

Fand den Film wirklich richtig schön anzusehen, wobei unsere Favs definitiv Felix und Calhoun waren, das war einfach zu herrlich anzusehen. *g*

Das Ganze war irgendwie sehr zuckrig (ach nee^^) und liebenswert, und zum Glück auch ganz ordentlich besucht. Täte mir sonst leid um den schönen Film. Auch süß die beiden Jungs vor uns (ca 8 Jahre?), die sich ganz ehrfurchtsvoll und stolz darüber unterhielten, dass sie nun das erste Mal ohne Eltern ganz allein (echt jetzt!) im Kino saßen! XD

Anonym hat gesagt…

Mir hat der Film sehr gut gefallen, auch wenn mir nicht klar wurde, warum 1. das Spiel erst dann rebootet, wenn Vaneloppe über die Ziellinie fährt und 2. warum dann der veränderte Spielcode vom Original überschrieben wird.
Da scheine ich etwas verpasst zu haben

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