Sonntag, 12. November 2017

KuLTBände: "Die Sieben Weltwunder"


Anlässlich des Doppeljubiläums "50 Jahre LTB" und "500 Bände LTB" rief F.I.E.S.E.L.S.C.H.W.E.I.F. Fans dazu auf, ihre "KuLTBände" des Lustigen Taschenbuchs zu wählen - Bände, die in der eigenen Comicfanhistorie eine Sonderstellung einnehmen.

Auf der Suche nach meinem KuLTBand musste ich erst einmal in mich gehen. Die legendäre Nummer 41 wäre als Geburtsstunde des unvergleichlichen Phantomias eine starke Wahl – sie wäre jedenfalls für mich der wohl wichtigste Band des Lustigen Taschenbuchs. Ohne Berücksichtigung der comichistorischen Relevanz muss ich die Nummer 41 aber womöglich ein wenig zurückstellen. Vielleicht werden mich manche nun in Gedanken steinigen. Aber in meinen Augen gibt es noch bessere Abenteuer mit dem maskierten Rächer der Enterbten als diese frühen Erzählungen.

Aufgrund des Hinweises, hier keine Rezension verfassen zu müssen, sondern auch frei das Fanherzen ausschütten zu dürfen, hätte ich auch LTB 196 wählen können. "60 Jahre Superstar", mein erstes LTB. Damals war ich sechs Jahre alt, bereits eingefleischter Donald-Fan ... Und aus irgendeinem Grund, den ich heutzutage nicht mehr rekonstruieren kann, war ich obendrein noch völlig unwissend, dass es neben dem "Micky Maus Magazin", dem "Die tollsten Geschichten von Donald Duck Sonderheft" (werden wir uns jemals einigen, ob es nun TGDD oder DDSH heißt?) etwaigen Fernsehauftritten meines Lieblingserpels und den klassischen Disney-Cartoons weitere Bezugsquellen für Donald-Abenteuer gibt. Als mir das blauglänzende LTB ins Auge stach, entdeckte ich eine neue Welt – die des italienischen Duck-Universums. Und ich war prompt gebannt – zumal ich bereits damals von Carl Barks wusste und die Story "Der Mann hinter den Ducks" kannte. Ja, ich entdeckte Sekundärliteratur vor dem LTB. Schräg, oder?

Doch mein KuLTBand ist allem zum Trotz LTB 167: "Die Sieben Weltwunder". Nachdem ich als frischer Grundschüler dank Nummer 196 Gefallen am italienischen Duck-Stil fand, mussten alsbald weitere Bände herangeschafft werden. Zunächst im gemächlichen Tempo. Dann wurde auf einem Flohmarkt Band 167 erworben. Ab dann gab es kein Zurück: Ich. Will. Sie. Alle.

LTB 167 war meine erste Berührung mit dem, was die ältere Disney-Comic-Fanriege, die sich nicht sklavisch am "Heftstil" klammert, so sehr an den Italienern liebt. Lange Geschichten, die ihr Publikum fesseln und auf eine originelle Reise mitnehmen. In diesem Fall: In sieben Kapiteln zu jeweils 27 bis 40 Seiten interpretieren die Ducks die Weltwunder der Antike neu. Donald, Dagobert, die Neffen und Co. in fremde Rollen schlüpfen zu sehen und zu schmunzeln, während ich sogar ein wenig Geschichte pauke? Eine für mich vorher ungeahnte Erfahrung.

Und selbst wenn das Gimmick, historische Persönlichkeiten als Ducks darzustellen, sehr häufig genutzt wird – für mich gelang es nie pointierter und erquicklicher als in dieser Mammutstory. Womöglich war auch deshalb dieser Band der Initialzünder, meine LTB-Sammlung rasch komplettieren und ab dann vollständig halten zu wollen, statt die Bände beiläufig zu konsumieren.

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