Montag, 11. Mai 2020

Musikalisches Immergrün – Die besten Disney-Songs der Dekade (Teil VIII)

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Platz 40: Do What You Gotta Do aus Descendants 3
Musik und Text von Matt Wong, Jamie Jones und Jack Kugell

Im Finale der Descendants-Trilogie kommt es zur musikalischen Auseinandersetzung zwischen der Ex-Schurkin Mel und ihrem trickreichen, sich selbst immens genießenden, gemeinen Vater Hades. Diese entpuppt sich als gewitzt getextete, flockig-rockige Nummer voller augenzwinkernde passiver Aggressivität zwischen den Beiden.


Platz 39: Breakthrough aus Lemonade Mouth
Musik und Text von Bryan Todd, Maria Christensen, Shridhar Solanki und Adam Hicks

Breakthrough ist wohl die Nummer aus Lemonade Mouth: Unsere rebellische, wild Musikgattungen in einen Topf werfende Schülerband besingt selbstbewusst und mit energiereicher Attitüde ihren eigenen Durchbruch (während sie ihn hat. Wann denn auch sonst?) ... Bridgit Mendler, Adam Hicks, Hayley Kiyoko, Naomi Scott und Blake Michael geben dem Song Pepp, und es ist ein sehr eingängiger Höhepunkt für den charmanten Disney-Channel-Film.

Platz 38: Best Summer Ever aus Teen Beach 2
Musik und Text von Matthew Tishler und Amy Powers

Eine Musicalnummer in einer Musicalnummer: Zu Beginn von Teen Beach 2 sehen wir unsere Protagonisten Mac und Brady, wie sie sich das Ende von Wet Side Story anschauen und ihre eigene Gesang- und Tanzeinlage rund um den Schlusssong von Bradys Lieblingsfilm spinnen. Gespickt ist diese frohe, flockige Nummer mit Bergen an Referenzen an die Teen Beach Movie-Musicalnummern
Can’t Stop Singing, Surf’s Up, Meant To Be, Falling For Ya, Surf Crazy, Like Me, und Cruisin' For A Bruisin'. Also, mir macht's Spaß!


Platz 37: Stellt euch das nur mal vor ("Can You Imagine That") aus Mary Poppins' Rückkehr
Musik von Marc Shaiman, Text von Scott Wittman und Marc Shaiman (dt. Text von Nina Schneider)

In einem Realfilm und Zeichentrick vermischenden Disney-Kinomusical nimmt die erwachsene Hauptfigur eine Gruppe Kinder mit auf ein kunterbuntes, fantastisches Abenteuer über und unter Wasser, wo wir mit kuriosen Anblicken konfrontiert werden. Klingt nach Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett, ist aber Mary Poppins' Rückkehr: Bei der Erstsichtung dieser Rob-Marshall-Regiearbeit war Can You Imagine That mit großem Abstand mein Lieblingssong im Film, wenngleich mich die begleitende Szene mit ihren halbgaren CG-Effekten ziemlich enttäuscht hat. Das führt dazu, dass die Can You Imagine That?-Sequenz bei mir deutlich weniger Replay erhalten hat als eine Szene, die hier im Ranking noch folgt. Dessen ungeachtet ist es eine sehr schöne Nummer, die Emily Blunt mit ansteckender Freude performt und die im Rest des Films gewieft als neues Mary-Poppins-Leitmotiv eingebaut wird.


Platz 36: Erinnerung ("Pictures in my Head") aus Die Muppets
Musik und Text von Jeannie Lurie, Aris Archontis, Chen Neeman (dt. Text von Christine Roche & Klaus-Rüdiger Paulus)

Jeannie Lurie ist so etwas wie eine Disney-Geheimwaffe: Sie hat Musik für solche Disney-Serien wie Austin & Ally, Shake it up! und The Lodge geschrieben, wirkte an den TV-Filmen Teen Beach Movie und Teen Beach 2 mit, an Camp Rock 2, dem Hannah Montana-Film und auch am Disney+-Juwel High School Musical: Das Musical: Die Serie. Ihren Weg in die Disney-Familie fand sie jedoch durch den (böse verrissenen) Muppet-Fernsehfilm Muppets: Der Zauberer von Oz aus dem Jahr 2005. Jahre später sollte sie zu den Muppets zurückkehren und zusammen mit Aris Archontis und Chen Neeman Kermits emotionale Nummer in Die Muppets verfassen. Es ist der einzige Song in Die Muppets, an dem Bret McKenzie nicht mitgeschrieben hat, auch wenn er sich schlussendlich als Produzent beteiligte. McKenzies "Abwesenheit" führt dennoch nicht dazu, dass sich dieses Lied im Film deplatziert fühlt - zumal Komponist Christophe Beck die Melodie im weiteren Film wiederverwendet.

Erinnerung ist für Kermits Seite der Filmhandlung das große emotionale Rückgrat. Innerhalb kurzer Zeit führt uns das Lied vor Augen, wie sehr Kermit die Präsenz der Muppets in seinem Leben vermisst, wie viel sie ihm zuvor bedeuteten und wie viel Glanz sie seinem Leben geben würden, sollten sie und Kermit wieder zusammenfinden. Und was für alte Muppet-Fans als geschickter Tränenzieher erscheint, dient Muppet-Neulingen als kurze, knackige Vorstellung mehrerer wichtiger Mitglieder der Chaoten-Truppe. Und ich muss sagen: Beim allerersten Anschauen des Films (in einer Pressevorführung mit mehreren anderen Kritikern, denen die Muppets sehr am Herzen hängen) war Erinnerung einer dieser magischen Kinomomente. Dadurch, dass sich die Muppets zuvor "weg" angefühlt haben und nun dieser gelungene Film daherkommt und ein rührseliges, süßes Lied eben diese Emotion besingt, war ich den Tränen sehr, sehr nahe. Das war aber eine Momentaufnahme. Nun, da die Muppets ihr Comeback hatten und dieser singuläre, eine Augenblick, in dem das Lied anders wirkte, vorbei ist, geht ein Stück des Zaubers dieser Nummer verloren. Was aber bleibt, ist ein sehr schöner Muppet-Song mit großem Herz.

Freitag, 27. März 2020

Musikalisches Immergrün – Die besten Disney-Songs der Dekade (Teil VII)

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Platz 45: Someday aus Zombies - Das Musical
Musik und Text von Dustin Burnett und Paula Winger

Wenn der Zombie an seinem ersten Schultag auf einer Menschenschule während eines Alarms in den Zombie-Schutzraum flieht (weil er denkt, es sei ein Schutzraum für Zombies, nicht etwa vor Zombies), und dort einem aufgeweckten, aber auch etwas verschüchterten Menschenmädchen begegnet, dann ist die Grundlage geschaffen. Die Grundlage für eine poppige, neckisch flirtende Ballade mit solchen Lyrics wie "Girl, you look delicous ... oh, I mean gorgeous" und einer eingängigen Hook. Süßlich, aber auch leicht ironisch - ein feines Lied aus einem sehr unterhaltsamen Film!

Platz 44: Izzy hat 'ne Krause ("Izzy's Got the Frizzies") aus Phineas & Ferb
Musik und Text von Danny Jacob, Jeff "Swampy" Marsh, Martin Olson, Dan Povenmire und Jaret Reddick (dt. Fassung von von Christine Roche, Ursula von Langen & Thomas Amper)

Ein kurzer Song mit Funk: Am Ende der Phineas & Ferb-Folge Roboter Rodeo gibt es einen zusätzlichen Song, in dem Izzy ihre durch die hohe Luftfeuchtigkeit kraus gewordenen Haare schüttelt. Ein alberner, kleiner Gag, der mit für diese Serie typischer Energie ausgekostet wird - und die Nummer hat sich bei mir einfach eingeprägt.

Platz 43: Spieleabend ("Game Night") aus Schlimmer geht's immer mit Milo Murphy
Musik und Text von Dan Povenmire (dt. Fassung von Michael Ernst)

Die Spieleabend-Folge von Schlimmer geht's immer mit Milo Murphy gehört zu meinen liebsten Episoden, da sie klein anfängt und sich daraufhin in schnellere, wildere, absurdere Gefilde hochschraubt - so, wie ich den Humor in Povenmire-und-Marsh-Serien am meisten mag. Und dann mündet das Chaos noch in eine (für Disney-Verhältnisse) sehr fetzig-kernige Rock-Hommage. Da kann ich nicht widerstehen.

Platz 42: Surf's Up aus Teen Beach Movie
Musik und Text von Ali Dee, Alana Da Fonseca, Jordan Yaeger und Garrett Kotecki

Wenn sich Figuren, die sich wie in einem handelsüblichen Disney Channel Original Movie verhalten, in eine Disney-Channel-Original-Movie-hafte Hommage auf 50er/60er-Jahre-Strandfilme gesogen werden und darin eine kopflastige junge Dame die Freude an Gesang und Tanz lernt, ist das wohl unvermeidlich: Am Ende von Teen Beach Movie wird auch in der weniger aufgedrehten Realität des Films gesungen und durchchoreografiert getanzt - und auch Frau Tanzmuffel (Maia Mitchell) hat große Freude daran. Der bis dahin reduzierte Elektroanteil in der Hintergrundmusik wird hier auf's moderne Disney-Channel-Film-Maß aufgedreht, aber es bleibt die blubberig-poppig-frohe Grundmentalität alter Strandfilm-Musiknummern und so ergibt sich eine fesche Mischung, um den Film feierlich abzuschließen.



Platz 41: Silver Screen aus Teen Beach 2
Musik und Text von Jeannie Lurie, Aris Archontis und Chen Neeman

Was macht man, wenn eine Gruppe von Filmfiguren, mit denen man einst ein Abenteuer in ihrer Welt erlebt hat, plötzlich in der eigenen Realität herumstolpert und mit filmischem Verhalten sämtliche Aufmerksamkeit sowie Verdacht auf sich zieht? Na, klaro: Man erläutert den Filmlogik gewohnten Leutchen, dass sie nicht so sehr auffallen sollen. Aber was, wenn sich zeigt, dass dieser Ratschlag Probleme nach sich zieht, so dass man Ex-Filmfiguren erklären muss, dass sie sich wieder nach den Vorzügen einer Filmwelt sehnen sollten? Na, doppelklaro: Man singt ihnen vor, wie toll es im Film ist! Keine Toilettenpausen, die Haare sitzen immer perfekt und Beziehungen finden stets einen glücklichen Ausweg aus einem Streit. Silver Screen ist ein ironisches, aber passioniertes Loblied auf das Kino, inklusive Swashbuckler-Instrumentalteil und gewitzten Lyrics, die nicht nur Filme an sich kommentieren, sondern auch Teen Beach 2 selbst kommentieren und dennoch auch die Figurenzeichnung und Story vorantreiben, statt nur rumzualbern.