Sonntag, 18. Januar 2009

Bolt - Ein Hund für alle Fälle

I Thought I Lost You

Bolt ist, um dies schon vorwegzunehmen, eine wirklich erfreuliche Überraschung. Die US-Kritiken bereiteten mich ja bereits darauf vor, dass meine anfänglichen Eindrücke von Bolt nicht unbedingt auf den fertigen Film zutreffen müssen, dennoch war es wirklich erfreulich, mich selbst davon überzeugen zu dürfen.

Gerade, wenn man die Vorgeschichte bedenkt, die hinter Bolt steckt.
Ursprünglich sollte Bolt nämlich noch American Dog heißen und das Computeranimationsdebüt von Lilo & Stitch-Regisseur Chris Sanders werden. Sanders stellte sich als Helden einen kleinen, braunen Hund mit riesiger Nase vor, der seit Jahren der Star einer abenteuerlichen, an James Bond angelehnten, TV-Serie ist. Eines Tages wird der verwöhnte Star bei einem Stunt verletzt und wacht einige Zeit später in einem Zug auf dem Weg in den Südwesten der USA auf. Dort lernt der Hund (namens Henry) nicht nur endlich ein Leben außerhalb seiner Glamour-Welt kennen, sondern trifft auch auf eine autofahrende Katze mit Totenkopf-Augenklappe und ein überdimensionales, radioaktives Kaninchen, die versuchen Henry dabei zu helfen, zurück nach Hollywood zu gelangen.


Nachdem Disney die Pixarstudios erwarb und Ed Catmull und John Lasseter auch in den Disney Animationsstudios hohe Posten besetzten, versuchte das Duo den ins Schleudern geratene Trickfilmgiganten auf den rechten Weg zurückzubringen. Lasseter fand einige Makel an American Dog (unter anderem war der Protagonist ziemlich unsympatisch und die Geschichte war angeblich zu schräg und hatte nicht genügend Herz), doch Sanders weigerte sich diesen Ratschlägen zu folgen und kündigte. Lasseter setzte Byron Howard (zeichnete Nebenfiguren in Mulan und Lilo & Stitch sowie den in einen Bären verwandelten Helden Kenai in Bärenbrüder) und Chris Williams (beteiligt an der Story von Bärenbrüder und Mulan) an das Projekt und ließ es Anfang 2006 komplett umkrempeln. Aus dem verrückten Projekt in einer Welt mit Menschen und antropomorphen Tieren wurde Bolt, der in unserer Welt spielt (mit dem üblichen Twist, dass Tiere miteinander sprechen können).

Dieser Teil der Vorgeschichte lehnte mich noch nicht all zu sehr gegen Bolt auf. Im Gegensatz zu vielen anderen Disneyfans fand ich die Geschichte von American Dog nicht sonderlich faszinierend, und Henry fand ich ehrlich gesagt ziemlich hässlich. Ich hatte aber Vertrauen in Chris Sanders, der mit Lilo & Stitch einen meiner absoluten Disney-Lieblingsfilme drehte und hoffte hartknäckig darauf, dass das Projekt gut gerät. Als Sanders Disney wegen Uneinigkeiten verließ, war ich über seinen Entschluss enttäuscht, war aber noch nicht wütend über den Film Bolt.

Erst als die Geschichte konkreter wurde, verdrehte ich entnervt meine Augen: Diese Geschichte hatte ich schon zu oft gehört: Bolt ist ein Hund aus einer Fernsehserie, der denkt, dass alles aus seiner Show real ist und er wirklich ein großer Held ist. Als er eines Tages zufällig dem Studio entrissen wird, versucht er zurück nach Hause zu kehren, scheitert aber an seiner steten Selbstüberschätzung. An seiner Seite sind sein größter Fan Dino (ein Hamster, der alles was er im Fernsehen sieht für echt hält) und die verbitterte Straßenkatze Mittens, die als einzige im Team noch alle Sinne beisammen hat.

Ächz, dachte ich. Wie unkreativ. Das klang wie 101 Dalmatiner, Teil 3: Thunderbolts erstes Abenteuer oder Disneys Lassie: Dieses Mal sind die Kulissen echt oder sonstwas. Auch der erst später bekannt gewordene Plot rund um Bolts Besitzerin Penny, die - wie Bolt denkt - entführt wurde machte mir das ganze nicht schmackhafter. Und schon sehnte ich mich mehr nach Chris Sanders Projekt, als ich es vorher tat.

Was diese Produktion für mich erstmal tötete waren die ersten Bilder aus dem Film (und der erste, uninspirierte Teaser). Bolt sah für mich aus wie die Kreuzung aus Knut, dem Eisbär, und Baby Rex (dem knuffigen Helden eines kurzlebigen Kommisar Rex-Spin-Offs). Einfach viel zu süß... Je mehr ich sah, desto mehr zweifelte ich an John Lasseters Entscheidung: Mit Ausnahme von Mittens fand ich auf Vorabbildern die Charaktere leb- und lieblos, mit einem übertriebenen Knuddelfaktor wie aus billigen Kindertrickfilmchen und die Geschichte gewann einfach nicht an Reiz dazu. Das Casting von Miley Cyrus als menschliche Hauptfigur Penny, Bolts Besitzerin, killte weitere Hoffnungen.

Dann aber kamen die ersten guten Rezensionen und - was mich dann endlich gewann - ein wirklich guter Trailer. Bolt konnte also nicht schlecht werden, dachte ich. Ob er dabei aber auch wirklich gut wird, oder er einfach vorsichtig über das Mittelmaß hinausragt, das sollte erst der Kinobesuch entscheiden. So gut in den letzten Wochen die Presse auch urteilte, die Erinnerung an die schlechten Gedanken über Bolt waren noch zu präsent für blindes Vertrauen.
Der Titelsong von Bolt trifft es gut: I Thought I Lost You. Liebe Künstler bei Disney, ich befürchtete echt, ihr hättet eure Magie verloren...


Glücklicherweise wurde ich eines besseren belehrt. Bolt hat zwar weiterhin eine vorhersagbare und abgegriffene Story, doch was Williams und Howard unter der Führung des heiteren Hawaiihemdträgers Lasseter zusammenstellten ist die beste mir bekannte Abhandlung dieses altbekannten und immer wieder nur leicht abgewandelten Themas. Vor allem jedoch ist Bolt das mit Abstand beste, was Disneys Animationssparte seit Bärenbrüder (US-Start: Oktober 2003; dt. Start März 2004) von alleine auf die Beine stellte. An Pixars bezauberndsten Filme reicht Bolt allerdings noch nicht an - Cars beispielsweise konnte der weiße Schäferhund dagegen in meiner Favoritenliste bereits überholen.

So ganz im vorbeilaufen machte mir Disney mit Bolt noch einen anderen Film richtig schmackhaft. Das 48? "Walt Disney Meisterwerk" beginnt nämlich mit einem Ausschnitt aus Bolts TV-Serie, die auf Geheiß Lasseters so inszeniert wurde, dass sich in der Realität jeder TV-Sender um die Rechte prügeln würde. Und daran hielt sich das Bolt-Team: Geballte, rasante Action und irrsinnige Verfolgungsjagden wurden hier in eine dynamisch-bombastische Verpackung gepresst, die dem regelmäßigen Kinogänger bekannt vorkommen sollte. Sollte Michael Bay je einen Film über Hunde drehen, so würde er aussehen. Die fiktive Bolt-Serie hält sich an Actionstandards a la Jerry Bruckheimer, nur dass sie durch ihren Hauptdarsteller (einen kleinen Hund) völlig ad absurdum geführt wird. Doch nicht nur der typische Bruckheimer-Stil wird liebevoll auf die Schippe genommen, auch ein wenig von John Woos in den USA produzierten Arbeiten und aktuelleren TV-Actionserien scheint durch. Ich meine sogar etwas Alias - Die Agentin erkannt zu haben, jedoch finde ich die Serie öfters an den unmöglichsten Stellen wieder.

Vor allem aber sind die nachgeahmten Kameraeinstellungen und -bewegungen, der an Trevor Rabins typischen Bruckheimer-Sound erinnernde Score in diesen Szenen und alle anderen Schmankerl wirklich nur herrliche Boni für das ältere (männliche, actionliebende) Publikum. Die Kinder, die (hoffentlich) noch keine Ahnung von der explosiven Actionblockbusterhistorie (oder den kurz, aber gewitzt angespielten Truman Show) haben, können ob dieser Übertreibungen nämlich ebenfalls herzlich lachen.

Sollte der dieses Jahr anstehende, von Walt Disney Pictures und Jerry Bruckheimer produzierte, G-Force durchgehend auf einem Niveau wie das Bolt-Intro spielen, dann steht uns das humorigste und durchgeknallteste Action(parodie)feuerwerk dieser Dekade bevor.

Zurück aber zu Bolt: Die Story ist, wie gesagt, noch immer nicht originell oder spannend, doch sie beweist mehr Herz als die bislang bekannten "tierischer TV-Star in der Realität"-Geschichten.
Die Beziehung zwischen Bolt und Penny kann in nur wenigen, kurzen Momenten viel und vor allem auch ehrliche Emotionalität aufbauen. Größtenteils dialogarm und mit liebevoller Animation wird dem Zuschauer klar gemacht, wie sehr Frauchen und Hund zusammengehören. In Bewegung ist der titelgebende Hund übrigens noch immer süß, knuddelig und ein klein wenig zu nah am "Kindchenschema F" entworfen, entwickelt jedoch ein Eigenleben und einen charismatischen Charakter - die Arbeit der Animatoren gleicht das etwas einfallslose Charakterdesign also wieder aus.

Besser als Bolt und viel besser als Penny und ihre Mutter (deren Design mir verdächtig ausgeliehen scheint) gelangen die Nebenfiguren. Angefangen bei Pennys unsympatischem Agenten und Serienbösewicht Dr. Calico, hinüber zum knuffigen Hamster Dino bis zur Straßenkatze Mittens und den großartigen Tauben. Für mich sind die Tauben die neuen Möwen - waren die Ratten der Seelüfte die "Scene Stealer" aus Findet Nemo, so ist bei Bolt jeder Auftritt einer Taube ein wahres Highlight. Sie sind sehr realitätsnah gestaltet und bewegen sich außerordentlich reealitätsnah - gepaart mit ihren genialen Sprechern und Dialogzeilen ergibt das eine einmalige Mischung. Die Taubenauftritte sind rar genug, um den Gag nicht abzunutzen, aber häufig genug um das Publikum zu befriedigen. Gratulation, denn so einen Runnig Gag reitet man - gerade im Animationsfilm - ja gerne tot.

Wer könnte diesem entnervt-gelangweiltem Blick inklusive zweifelnder, hochgezogener Augenbraue schon wiederstehen?

Die konstante heimliche Heldin (und meine Lieblingsfigur) des Films ist aber Mittens - während die Tauben kurze Höhepunkte darstellen, hält diese entnervte, sarkastische und straßenschlaue Streunerkatze die Messlatte des Films dauerhaft oben. Von Bolt, der denkt, dass alle Katzen hinterhältige Handlanger des bösen Dr. Calico sind, gezwungen ihn bei der Suche nach Penny zu begleiten wirkt Mittens ein wenig wie ein griechischer Chor, nur witziger. Sie kommentiert aus der Sicht des Publikums, welches im Gegensatz zu Bolt ja weiß, dass er keine Superkräfte hat, mit Schadenfreude, einem entnervten Augenrollen in der Stimme und besserwisserischen Sprüchen das Handeln unseres Heldens. Und da sie im Grunde genommen dann doch ein Herz hat, macht sie sich nicht nur über ihn lustig, sondern versucht auch ihn endlich auf den Boden der Realität zurückzuholen. Ein breites Emotionsspektrum hat Mittens ihrer Rolle entsprechend nicht, aber das was sie ausdrücken soll treffen die Animatoren pointiert und mit charmantem Timing.

Viel ihrer Sympathie verdankt Mittens natürlich ihrer Sprecherin, die eine nicht verletzende Ironie in ihrem Klang haben muss, um die Rolle richtig wirken zu lassen. Ist es im Original Susie Essman aus Curb Your Enthusiasm (wenn man es so sehen möchte, ist es Amerikas Pastewka), die diesen Spagat vollbringt, vollbringt in der deutschen Fassung Vera Teltz diese Leistung makellos. Sie sprach übrigens auch - mit dickem Akzent - Tia Dalma in den Pirates of the Caribbean-Fortsetzungen sowie Sarah Gilbert in Emergency Room.

Während man Teltz, die in der gelungenen, aber kurzlebigen Sketch Show von ProSieben mitspielte und im WDR mal bei der Weekly Soap Die Anrheiner zu sehen war, wohl nur bedingt als Promi bezeichnen kann, werden bei der Wahl, Axel Stein als den rundlichen Hamster Dino zu besetzen schon eher manche aufspringen. Stein macht aber recht solide Arbeit und ist nicht aufgesetzt (hätte man seinen Hausmeister Krause-Slang eingearbeitet, hätte es Dresche gegeben). Von der Figur selbst war ich ein wenig enttäuscht, da versprachen die letzten Trailer einen flippigeren Charakter. Die Effekte, die für einen realistischen Look seines Plastikballs sorgten waren dafür echt gelungen.

Ebenfalls als Promi anzuerkennen, aber schon länger im Synchrongeschäft, ist Christian Tramitz, der Bolt spricht und somit sozusagen für einen Film die deutsche Stimme von John Travolta ist. Ob er sich das jemals erträumt hat?
Zumindest ist diese Entscheidung, so ungewöhnlich sie im ersten Moment klingen mag, lobenswert. Tramitz spricht Bolt gewohnt gut, überzeugt in der "Realität" des Films als wandelndes Knuddeltier und kleiner Held sowie als verblendeter Hund, der denkt ein riesiger Superheld zu sein gleichermaßen. Travoltas Stammsprecher Thomas Danneberg würde auf diesem süßen Pups von Hund viel zu kräftig wirken.
Jedoch sei angemerkt, dass Tramitz in Findet Nemo als Clownfischvater Marlin besser, emotionaler war. Die Rolle hat allerdings auch mehr Spielraum zum zeigen von Emotionen gelassen...

Zu guter letzt sei zur Synchonisation noch erwähnt, dass Axel Malzacher nach Ausflügen ins Nagetierfach (Remy in Ratatouille, Riepischiep in Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia) wieder einen Menschen, und einen ekligen noch dazu, sprechen darf (seit er Lord Cutler Beckett in den Pirates of the Caribbean-Fortsetzungen sprach, mag ich ihn in solchen Rollen unheimlich), und sich Malzacher, der auch die Synchronregie machte, den Spaß erlaubte den großen, bösen, bedrohlichen Schwarzen aus der TV-Serie-im-Film auch mit einer Klischeestimme für solche Rollen zu besetzen. Im Kino werden da zwar nur wenige grinsen, ich gehörte da aber dazu.

Das trockene, öde Lied Barking at the Moon wurde dafür leider etwas holprig übersetzt und auf Deutsch ist das ecken- und kantenlose Countrypopgedudel noch langweiliger, als im Original. Auf Englisch verleiht die typische Countrystimme von Jenny Lewis dem ganzen wenigstens eine authentische Einfärbung.
Die dazugehörige Szene ist eigentlich gut - wenn auch eine Spur zu lang - zusammen mit der Musik zog es sich dann aber doch zu sehr. Überhaupt ist die Mitte des Films eine kleine Schwachstelle, an der manche Stellen noch etwas straffer sein könnten. Es trübt den Gesamteindruck zwar nur minimal, nimmt aber dennoch unnötig Tempo aus dem Abenteuer.

Eine weitere Schwäche des Films ist, dass sich die für sich genommen guten ernsten Szenen sich zu weit im vorraus ankündigen. Wer keine Filmjungfrau mehr ist wird irgendwann mental auf seine innere Uhr stellen, die Sekunden zählen und zack, da ist die erwartete Szene. Wie gesagt, die Szenen selbst sind ganz schön (auch wenn es über übliches Familienfilmdrama nicht hinausgeht), vor allem aber auch sehr wichtig für den Film, da sie ihm die nötige Schwere geben, nur ahnt man einfach zu sehr, wann sie kommen, als dass man darüber hinwegsehen könnte.

Das Gesamtdesign ist hübsch anzusehen, nicht aber einprägsam. Eine Art Mischung aus versüßtem, filmischen Realismus (siehe Fell und Federn), American Scene a la Edward Hopper und leicht "cartooniger" Farbgebung.

"Wir waren der Knaller!"
-"Sorry, Hamsterbacke, aber wir waren gerade so akzeptabel, oder Bolt?"
"Ähm, also, nur weil du schwarzes Fell hast musst du nicht alles schwarz machen..."

Bolt läuft in ausgewählten Kinos auch in einer 3D-Fassung, die ich wirklich empfehlen kann. Natürlich ist es kein Themenpark-Effekte-3D, doch das wäre auch nicht wünschenswert. Bolt ist keine Themenparkattraktion, sondern ein narrativer Film, der halt bloß in 3D läuft. Bolt ist übrigens Disneys erster für 3D angelegter Film, bereits in der Produktionsphase nahm man auf diese Form des Filmerlebnisses Rücksicht, während Himmel und Huhn und Triff die Robinsons nach der Produktion konvertiert wurden.
Das 3D ist sehr überzeugend gelungen und gut in Szene gesetzt. Man könnte es sich so vorstellen, als wäre es eine Theateraufführung. So ähnlich ist die Räumlichkeit. Die Bilder gehen also meistens mehr in die Tiefe der Leinwand, als dass sie in den Zuschauersaal springen (was es an Stellen, wo es sich geradezu anbietet aber auch gibt). Und im Gegensatz zu Nightmare before Christmas hat man nun auch das Problem in den Griff gekriegt, dass die Bilder bei zu hektischen Bewegungen zu flackern beginnen. An zwei Stellen habe ich so etwas doch noch bemerkt, aber das ist zu verzeihen.

Als Vorfilm läuft übrigens Tokyo Mater, der wirklich spaßig ist (und etwas mehr auf 3D-Rausspring-Effekte setzt), den Vorschusslorbeeren aber nicht ganz genügen kann.

Fazit: Bolt ist endlich wieder ein herzlicher Disney-Animationsfilm für jung und alt. Die Geschichte mag zwar nicht die neuste sein, doch Disney holte das Beste aus dem Konzept und würzte es mit einem angemessenem Spaßfaktor sowie charmanten, wenn auch nicht besonders tiefsinnigen, Charakteren. Bolt hinterlässt ein schönes Gefühl, ein paar erinnerungswürdige Szenen und - ganz wichtig ! - den Eindruck eines enormen Aufwärtstrends bei Disney.

Das Publikum soll sich halt nur auf eine irgendwoher bekannte, zahme Geschichte einstellen.

Siehe auch:

6 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hm dann ist es ja schade dass gerade dieser Film sich zu einem richtig großen Flop entwickelt. Wenn jetzt der neue 2-D-Film ein Kassenknüller wird, dann steigt Disney wieder komplett um, so wie sie damals mit 3-D gemacht haben (Pixar macht natürlich weiter die 3-Ds). Sowas passiert wohl immer zyklisch...

Anonym hat gesagt…

Hallo Sir D.

Wie immer eine sehr informative Filmkritik.
Ich bin auch schon sehr auf den Film gespannt und
deine Kritik verstärkt das noch. Hoffen wir mal das sich damit der deutliche Aufwärtstrend bei Disney fortsetzt.

Gruß,
WBK

PS: Jetzt hast du neben vielen anderen Sachen die ich mag, auch einen meiner Lieblingsmaler erwähnt! jetzt fehlt nur noch ein Verweis auf irgendwelche Gebäude von Frank Lloyd Wright und du hast alles "abgearbeitet", was es gibt!

PPS & Off-Topic: Rate doch mal welches das meistverkaufte Comic-TPB 2008 in den USA war. . .

Sir Donnerbold hat gesagt…

Danke für das Lob. Ich versuche mein Niveau zu halten (auch wenn Bolt sich natürlich nicht für eine Rezension a la Wall-E eignet).

Dass ich Edward Hopper erwähnte, hast du "Bolt" zu verdanken. Mal sehen, ob sich was findet, das Wright in meinen Blog einfließen lässt. ;-)

Wegen Hoppers Einfluss solltest du dir aber nicht zuviel Hoffnungen machen, in Mischung mit der cartoonigen Farbgebung und dem kuschelweich Realismus sieht es wie gesagt bloß hübsch aus, nicht aber irgendwie herausstechend.

Zum PPS: Irgendwas sagt mir, dass es Watchmen ist... ^^ Keine Sorge, ich les es wirklich noch. Wenn ich mir solche "Filmvorbereitung" vornehme, mache ich es auch. Habe zur Vorbereitung auf "Tintenherz" auch das Buch gelesen, weil ich fühlte, dass es dort blöd wäre das Buch nach dem Film zu lesen.

(Den Film habe ich dennoch sausen lassen. Bei "Watchmen" passiert mir das nicht)

Nun habe ich aber noch ein (PP)PS: Gratulation zum Plausch mit Howard Chaykin. Schlag mich bitte nicht, wenn ich sage dass er mir zuvor unbekannt war, jedoch bin ich neidisch auf die Gelegenheit auf einen etwas ausführlicheren Plausch mit einem Künstler, den man selbst wirklich schätzt.

Und der kurze Plausch muss ja lang gewesen sein, wenn ihr so ausführlich (wie es in deiner Zusammenfassung klang) über John Carter und Pixar reden konntet. Klingt nach einer sympatischen Persönlichkeit.

Viele Grüße,
Sir D.

Anonym hat gesagt…

Hallo Sir D.

Kein Wunder, dass du Chaykin nicht kennst. Ist nicht unbedingt zu deiner Zeit bekannt geworden. Hat in den 70/80ern für Marvel Star Wars Adaptionen gemacht und ist dann während des damals herrschenden Trends zu b&w-Indie-Comics gewechselt.
Seine eigenen Sachen wie American Flagg oder besonders Black Kiss könnten heutzutage auch verfilmt werden.

Die Gespräche mit den Zeichnern sind wirklich immer recht interessant, besonders wenn man nicht auf einer Convention, sondern wie in diesem Fall, in einem Shop ist. Weniger "Laufkundschaft", die nur einen Sketch wollen, mehr Leute, die sich für den Künstler interessieren. In der Regel dauern die Gespräche ja nicht viel länger als das Zeichnen eines Sketches dauert, aber einige wollen oder können nicht mit dem Zeichner reden. Und da ich mich immer sehr freue diesen Leuten bei der Arbeit zu zusehen, halte ich mich dann etwas länger da auf und man kommt immer wieder ins Gespräch.
Aber Chaykin war auch ziemlich gut drauf. Wir haben wirklich über allen möglichen Quatsch geredet (meine Ehrfurcht vor den bekannten Namen, bei denen er in seiner Anfangszeit als Assistent arbeitete oder seine eigentlich Berufsplanung: Showstar am Broadway und seine Vorliebe für Musicals. . .)
Es ging soweit, das er mich - der mit Musicals nicht viel anfangen kann und sich damit auch nicht auskennt - belehrte, dass Howard Keel (Miss Ellies zweiter Mann in Dallas!!!) doch ein noch viel besserer Sänger als Schauspieler war und dann gleich Anfing ein Lied aus Oklahoma zu singen.
Dann sagte er noch, dass Hugh Jackman ebenfalls ein guter Sänger und Tänzer wäre und neben den Filmen regelmäßig in kleinen Stücken mitwirkt, was bei den jüngeren Fanboys zu einer waren Sinnkrise führte: Wolverine singt doch nicht, oder?

Tja, es war ein netter Nachmittag - leider lässt mein Job und mein familiäres Umfeld die längeren Besuche mehrtägiger Conventions nicht mehr zu, aber die Erinnerung und mehrere gut gefüllte Sketchbooks bleiben ja.

Bis bald,
WBK

Marco Arndt hat gesagt…

Argh, schon wieder warste vor mir fertig, verdammich!!!

Naja, aber wie immer großartige Kritik der ich nur Beide Daumen nach oben geben kann. Mich wundert es allerdings, dass du nicht darauf eingegangen bist, dass die Menschen in Hollywood etwas zu Klitscheehaft dargestellt wurden. Ich meine, der schmierige Produzent, die kaltherzige Sender Frau und der besessene, gemeine Regisseur. Ich meine, besonders gut kommt Hollywood nicht weg, allerdings nicht aus wahren gründen, sondern weil man einfach Klitschees abbaut.

Trotzdem toller Film mit toller Kritik von dir ;)

Sir Donnerbold hat gesagt…

Hey Marco,

stimmt, Hollywoodstudios (oder wenigstens die Verantwortlichen für die "Bolt"-Serie) sind tatsächlich klischeebeladen dargestellt. Allerdings ist mir das gar nicht so sehr aufgefallen.

Zumindest auf den seltsame Methoden verwendenen, wahnsinnigen, sich für den Schöpfer einer großartigen Serie mit unheimlich talentiertem Hauptdarsteller haltenden Regisseur bin ich ja trotzdem eingegangen ("Truman Show"-Parallele oder -Anspielung)...

Und da ich im Regisseur und dem schmierigen Agenten Pennys auch ganz klar die zwei besten menschlichen Figuren des Films sehe, werde ich wohl völlig über diesen Klischee-Umstand hinweggesehen haben.

Aber dennoch vielen Dank für den Hinweis - kann vielleicht wirklich den Genuss stören. Auf DVD bin ich ja nach der Zweitsichtung was klüger.

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