Samstag, 19. Dezember 2009

Ratgeber zur Nominierung, Regeländerungen und unterschätzte Leistungen bei den Cuttern - Ein kleiner, anderer Blick auf die Oscars

Im Rahmen der Oscar-Berichterstattung veröffentlichte Variety vergangene Woche zwei sehr interessante Artikel, in denen die Branchenbibel das Scheinwerferlicht von den Schauspielern und Regisseuren weglenkte.
Zuerst blickte Variety auf die diesjährigen Regeländerungen in der Kategorie "Bester Song", denen der Varitey-Journalist Jon Burlingame die Fähigkeit abspricht, die kritisierten Probleme mit dieser Kategorie beheben zu können.

Weiterhin werden sämtliche zur Nominierung gültigen Lieder für Academy-Mitglieder aufgeführt und auf einer Skala von 6,0 bis 10,0 benotet.
Auf Anraten der Songschreiber beschloss man, dass ab sofort nur noch dann ein Oscar vergeben wird, wenn mindestens ein Lied die Durchschnittsnote 8,25 erreicht. In diesem Fall wird dieses Lied und das zweitbestbewertete nominiert. Wenn zwei oder mehr (maximal fünf) diese Note erreichen, werden sie alle nominiert.

Aufgrund zahlreicher Kritisierungen haben die Mitglieder der Musikabteilung außerdem fernab dessen, was man in einem Reglbuch festlegen kann, auch ihre Standards bei der Bewertung verändert: Sie bewerten Lieder von nun an einerseits als künstlerische Einheit, als auch im Kontext des Films. Abspannsongs dürften dadurch von nun an also schlechtere Karten haben als früher.

In einem weiteren Artikel bekommt der Beruf des Animationsfilm-Cutters endlich etwas Aufmerksamkeit innerhalb der Branche. Trickfilmcutter wurdenbei den Oscars bislang geflissentlich übersehen, ihre Aufgabe scheint in Hollywood unterschätzt zu werden.
Um dies zu ändern wurde am Beispiel von Bob Fisher, der Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen schnitt, erklärt, dass der Cutter beim Animationsfilm in Wahrheit sogar mehr Einfluss auf das Endprodukt hat, als der Cutter eines Realfilms, da er von Beginn an Hand in Hand mit der Storyabteilung zusammenarbeitet. Deswegen wurden in der Vergangenheit auch sehr viele Animationsfilmcutter später Regisseure (bestes Beispiel: Lee Unkrich, der Toy Story schnitt, ist nun der Regisseur des Abschlusses der Trilogie).

Und zu guter Letzt hier ein besonderer Link: Auf The Wrap wird erklärt, wieviele Leute ihr überzeugen müsst, um eine Nominierung für den Oscar zu erhalten. Wusstet ihr übrigens, dass man seit diesem Jahr auch für Bereiche abstimmen kann, in denen man eigentlich nicht Mitglied der Academy ist, sofern man für diesen Bereich schonmal nominiert wurde? Regisseure, die mal eine Drehbuch-Nominierung erhielten können von nun an auch bei den Drehbuch-Oscars mitreden!

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