Mittwoch, 17. Februar 2010

Aufholjagd III: Ruhmlose Mistkerle

Morgen werden in der Upper Playground Art Gallery in Los Angeles zu Gunsten der Erdbebenopfer in Haiti von Tarantino handsignierte Drucke elf von exklusiven Postern zu Quentin Tarantinos Inglourious Basterds verkauft.
Die originellen, vollkommen unterschiedlichen Poster könnt ihr euch hier ansehen.

Zumindest laut Harvey Weinstein, dürfen wir übrigens in nichtmal einem Monat damit rechnen, dass Quentin Tarantinos Film den Oscar für den besten Film mit nach Hause nimmt. Und wer wären wir, Harvey Weinsteins Wort anzuzweifeln? Immerhin ist Weinstein der Mann, der den völlig überschätzten Shakespeare in Love zum Gewinn warb und entgegen den Vorhersagen vieler Der Vorleser ins Nominiertenfeld des letzten Jahres brachte. Wenn ein Mann weiß, wie man die Schlacht um Stimmen zu schlagen hat, dann ist er es.

Im Gespräch mit Pete Hammond von Gold Derby sagte der Produzent, Choleriker und Studiochef: "Wir werden in der Kategorie 'Bester Film' gewinnen. [Inglourious Basterds] ist der Film, den die Leute lieben und Quentins Zeitpunkt ist gekommen. Wir greifen danach und wir werden ihn [, den Oscar,] gewinnen. Schau, 'beste Regie' mag in Frage zu stehen, da kannst du mich ruhig zitieren, aber wir gewannen den SAG Award für das beste Ensemble, Schauspieler sind die größte Gruppe innerhalb der Academy, und sie lieben den Film!"

Damit spielt Weinstein auch auf den Sieg von L.A. Crash gegenüber Brokeback Mountain an, den zwar kaum jemand wahrhaben wollte, aber durch den Ensemble-Sieg des ersteren Films durchaus vorhersagbar gewesen wäre. Des Weiteren erwähnte Weinstein gegenüber dem Oscarblogger, dass das neue Oscar-Stimmsystem Inglourious Basterds zu gute käme. Und ich stimme ihm durchaus zu - Inglourious Basterds ist ein Film, der sehr viele Erstplatzierungen bekommen wird, aber im Gegensatz zu Avatar ("Lieb' es oder hass' es!") auch öfter auf Platz 2 oder 3 auftauchen wird. Darauf beruht Weinstein es natürlich nicht. Er ist derzeit überaus beschäftigt und besucht ein Oscar-Screening des Films nach dem anderen, um ordentlich Hände zu schütteln und Grinsekatze zu spielen.

Dieses Jahr wird die Verleihung der Academy Awards dank der Regeländerungen tatsächlich richtig spannend. Und wenn Weinstein mit einem guten Film mitmischt, dann darf sich niemand sicher fühlen. Weder Goldesel Cameron, noch Kritikerliebling Bigalow.

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1 Kommentare:

Sunshine hat gesagt…

Tja, warum nicht? Ein bisschen Fun muss sich die Academy auch mal gönnen und ich wünsch es mir alleind eshalb schon, um einige blöde Gesichter zu sehen. ;)

"Shakespeare in love" ist, ähm, eine nette Liebeskomödie. Was daran jetzt so oscarwürdig war, nun, das weiß wohl nur die Academy allein. Über Paltrows Oscar für ihre Rolle komm ich aber immer noch nicht weg. Aber vielleicht wird die Academy einfach schwach, wenn eine Frau sich als Mann verkleiden muss. ^^

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