Samstag, 6. März 2010

Meine finale Oscar-Prognose 2010


In der Nacht vom 7. auf den 8. März werden wieder die Academy Awards verliehen. Und nachdem sich meine Nominierten-Prognose als verhältnismäßig erfolgreich herausstellte, bemühe ich mich an dieser Stelle natürlich um eine ebenso sorgsam getätigte Gewinner-Vorhersage.

Die stellt sich in diesem Jahr jedoch als außerordentlich knifflig heraus. Avatar könnte, als erfolgreichster Film aller Zeiten, einen Siegeszug wie Titanic oder sogar Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs hinlegen, genauso gut könnte der Film aufgrund seines Genres und der involvierenden, jedoch flachen Handlung mit einem Effekt-Oscar abgedankt werden. Digitale Kameraleistungen und digitales Szenenbild sind ja nicht echt, das kann man nicht ehren. Oder ehrt man es erst Recht, weil man nun einen Pseudo-Realfilm für das entlohnen kann, was Animationsfilme seit Jahren besser machen?

Und die Hauptkategorie erst. Zehn, statt fünf Nominierungen; neuer, demokratischerer Abstimmungsmodus. Wirkt sich das auf die Ergebnisse aus? Und wenn ja, wie?

Ich könnte mit dieser Prognose also völlig ins Wasser schlagen. Oder einen Volltreffer landen. Bald wissen wir es...

Bester Animationsfilm:
Es könnte theoretisch zu Überraschungen kommen, wenn sich die Oben-Unterstützer auf die "Bester Film"-Kategorie verlassen und hier deshalb für ihren zweitliebsten Film des Jahres setzen.
Allerdings denke ich, dass sich nur wenige zu einem solchen Stimmpoker hinreißen lassen. Deshalb sehe ich den Animations-Oscar ganz klar in den Händen von Pete Docter.
Meine Prognose: Oben

Bester Nebendarsteller:
Christoph Waltz räumte bislang, und das vollkommen verdient, jeglichen auch nur ansatzweise nennenswerten Preis für seine Darstellung des SS-Standartenführers Hans Landa ab. Sollte Inglourious Basterds ausgerechnet bei den Oscars keine Auszeichnung für diesen grandiosen benendarsteller erhalten, dann wird es in Los Angeles einen Aufruhr geben.
Meine Prognose: Christoph Waltz für Inglourious Basterds

Beste Musik:
Schwieriger als die Frage "Wer gewinnt den Oscar?" finde ich in dieser Kategorie die Frage "Wem gönne ich den Oscar mehr?"
Gönne ich Pixar- und Abrams-Dauerkollaborateur Michael Giacchino, der bereits mit Die Unglaublichen, Ratatouille und Cloverfield großartige Leistungen vollbrachte, und obendrein zwei meiner Lieblingsserien (Alias und Lost) musikalisches Leben einhauchte, seinen ersten Oscar? Oder möchte ich lieber Hans Zimmer mit einem weiteren Oscar davonsegeln sehen, nachdem er seit Gladiator nicht mehr nominiert wurde, obwohl er in der Zwischenzeit einige seiner Karriereglanzleistungen vollbrachte (Die Truhe des Todes, Am Ende der Welt, The Dark Knight, Illuminati)? Und wenn wir die bisherigen Karrieleistungen bei Seite lassen, gönne ich es mehr Oben oder Sherlock Holmes? Rührendes Retrofeeling oder exzentrische Originalität? Ich würde wohl in beiden Fällen jubeln.
Als Gewinner sehe ich Michael Giacchino vorher. Er gewann die meisten Musikpreise in dieser Saison (ironischerweise nicht den Annie Award, der ging an Coraline, ebenfalls eine vorzügliche Wahl und in meinen Augen derbe um die Oscar-Nominierung gebracht), zuletzt den Preis der The International Film Music Critics Association. Somit ist Giacchino klarer Favorit.
Meine Prognose: Michael Giacchino für Oben

Beste visuelle Effekte:
Vielleicht geht man nach dem Preis-Leistungs-Verhältnis der Effekte. Dann müsste District 9 gewinnen. Eher unwahrscheinlich. Avatar, Avatar. Sollte Avatar dieser Oscar verwehrt bleiben, wird er den restlichen Abend auch nichts mehr bekommen.
Meine Prognose: Joe Letteri, Stephen Rosenbaum, Richard Baneham und Andrew R. Jones für Avatar

Bestes adaptiertes Drehbuch:
Ich sehe ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Up in the Air und Precious vor mir. Da Up in the Air den Globe sowie den Gerwerkschaftspreis der Autoren und die meisten anderen Drehbuchpreise dieses Jahres gewann, scheint er mir die bessere Wahl. Zumal trifft er den Nerv der Zeit.
Meine Prognose: Jason Reitman und Sheldon Turner für Up in the Air

Bester ausländischer Film:
Das weiße Band gewann bislang nahezu jeden Preis und ist auch in einer "richtigen" Kategorie nominiert. Das hat seinerzeit Pans Labyrinth auch nichts gebracht, aber ich glaube an die Macht des Schwarzweiß-Films. Und wenn danach wieder fünf dumme Zuschauer denken, in Europa gäbe es noch keine Farbe...
Meine Prognose: Das weiße Band

Beste Kamera:
Eine knifflige Kategorie. Ich würde es ja Inglourious Basterds gönnen, allerdings dürfte es sich wohl eher zwischen "mittendrin statt nur dabei" Tödliches Kommando, "die technische Revolution" Avatar und "Kritikers Liebling" Das weiße Band mit der künstlerischsten Kameraführung entscheiden. Letzterer gewann die entscheidendsten Vorabpreise, Avatar hingegen könnte aufgrund seiner digitalen Bilder, wie eingangs erwähnt, entweder in einen Siegesrausch verfallen oder völlig ignoriert werden. Ich halte einen Sieg in der Kamera-Kategorie für wahrscheinlicher, als beim Szenenbild (da wird halt noch viel wert auf handwerklicke Umsetzung der Bauten gelegt), aber dennoch sehe ich Das weiße Band knapp vorne.
Meine Prognose: Christian Berger für Das weiße Band

Bestes Make-Up:
Ich habe nicht den blassesten Schimmer einer Ahnung und tippe nach Bauchgefühl.
Meine Prognose: Barney Burman, Mindy Hall und Joel Harlow für Star Trek

Bester Song:
Dieses Jahr zeigte sich, dass man den Geschmack der Academy kaum mit dem der Golden-Globe-Jury vergleichen kann. Sie wählten einen anderen Song aus Nine, Küss den Frosch wurde zweimal statt keinmal nominiert und auch Paris 36 ist neu in dieser Kategorie. Die einzige Parallele ist der Song The Weary Kind aus Crazy Heart. Ob er deshalb auch gewinnen wird? Nun, nicht zwangsweise! Die letzten fünf Jahre gewann ein Song den Golden Globe, der nicht einmal für den Oscar nominiert wurde. Es ist sehr gut möglich, dass der diesjährige Globe-Gewinner sich bereits über seine Nominierung freuen darf. Aber welches Lied könnte sich den Oscar holen? Loin de Paname ist dafür zu unbekannt. Zwar müssen sich alle, die in dieser Kategorie abstimmen, einen Zusammenschnitt aller qualifizierten Songs ansehen, dennoch hängt man erfahrungsgemäß stärker an Liedern, die man bereits mehrmals hörte. Take It All aus Nine ist bekannter, sehr gut in die Narrative des Films eingebettet, aber ich glaube, dass er zu sehr zwischen den Welten "erzählerisch/emotional" und "mitreißend/unterhaltend" schwebt. Blieben die zwei Randy-Newman-Songs. Dass Newman für eine Überraschung zu haben ist, sah man ja bei den 74. Academy Awards, als er sich mit Ohne dich wär' ich des Lebens nicht froh gegen Sting, Paul McCartney, Diane Warrens Pearl Harbor-Schmachtfetzen und Der Herr der Ringe durchsetzte. Doch wird sich die Academy für die vorangehende Variation des "Ich will"-Songs entscheiden, oder für den als Buchstütze des Films dienenden Down in New Orleans? Irgendetwas lässt mich vermuten, dass letzterer die Nase vorne haben könnte. Dem stattfindenden Wechsel des Sängers und somit auch ein wenig der Deutung des Songs sei Dank.
Meine Prognose: Down in New Orleans von Randy Newman (aus Küss den Frosch)

Beste Kostüme:
Ach herrje. Nicht wirklich meine Kategorie, noch dazu mangelt es dem diesjährigen Raster an auffällig unwahrscheinlichen Kandidaten. Ich befürchte, dass Das Kabinett des Doktor Parnassus zu verrückt für den Sieg ist, und vermute, dass Coco Chanel - Der Beginn einer Leidenschaft visuell zu unauffällig sein könnte. Bliebe die Kombination aus italienischem Stil und kleidungstechnischer Erotik (Nine), der visuell sehr impressive Bright Star und "die sichere Wette", der Kostümstreifen The Young Victoria. Was sagt die "Karriereuhr"? Nun, Janet Patterson (Bright Star) wurde vier Mal nominiert und ging stets leer aus. Ist sie reif für einen Gewinn? Oder erhält eine der erwiesenen Lieblinge den Goldjungen? Sandy Powell (The Young Victoria) und Coleeen Atwood (Nine) wurden jeweils acht Mal nominiert und gewannen jeweils zwei Mal. Hilfreich ist dieser Rückblick nicht wirklich, oder? Ich gehe die sichere Wette ein, und hoffe damit daneben zu liegen.
Meine Prognose: Sandy Powell für The Young Victoria


Bestes Szenenbild:
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass man tatsächlich einzig und allein das Design und dessen digitale Umsetzung prämieren wird, und Avatar den Preis übergibt. Ich bin mir vollkommen sicher, dass die Szenenbildner auch die reale Umsetzung, die handwerkliche Leistung belohnen. Deswegen wird es auch schon etwas haarig für Das Kabinett des Doktor Parnassus, der eine bedrückende und detaillierte Pseudorealität gegen eine überbohrende, teils digitale Traumwelt stellt. Dabei würde ich ihm den Preis durchaus gönnen.
Nine hat da die vorteilhaftere Kombination zu bieten: Satte, für Urlaubsstimmung sorgende italienische Bauten in der Realität des Films und blendend glitzernde sexy Outfits in den Fantasie-Gesangssequenzen. Sherlock Holmes' Look ist quirlig, exzentrisch und verschmoddert. Sehr gut, aber ich glaube nicht an einen Oscar. Und The Young Victoria? Für die Ausstattung vielleicht nicht pompös genug... Ich setze auf die Mischung aus realitätsnah und sexy, vor deprimiert-gefilterter Realität und abgedreht.
Meine Prognose: John Myrhe für Nine

Bester Schnitt:
Nach "Bester Film" und "Beste Regie", den Schauspieler-Kategorien und den Drehbuchpreisen wird der Oscar für den besten Schnitt mittlerweile als eine der zentralen Kategorien der Verleihung angesehen. Juckt das Fernsehpublikum sicher nicht, aber dem ist dennoch so. Dieses Jahr besteht das Feld auch konsequenterweise ausschließlich aus nominierten der Hauptkategorie. Ganz so, wie die Regie-Kategorie. Wer gewinnt? Also, der Gewerkschaftspreis in der Kategorie Drama ging an Tödliches Kommando - The Hurt Locker. Als Topfavorit auf den Hauptpreis dürfen wir ihn hier auch nicht außer Acht lassen. Der etwas adrenalinreichere Avatar hat jedoch ebenfalls gute Karten. Gut geschnittenes, übersichtlich gemachtes Chaos ist immer gut. Aber dann wäre da noch Sally Menke, die Cutterin von Inglourios Basterds, die vermehrt als Tarantinos wertvollste Mitarbeiterin bezeichnet wird. Besonders in Inglourious Basterds, einem Film bei dem Sekundenbruchteile entscheiden ob der Balanceakt zwischen Komödie, Drama, Thriller, Action und Hommage gelingt oder scheitert, wird dies überaus offensichtlich. Nicht zu vergessen... die Montage-Sequenz zu Beginn des letzten Kapitels dieses Films. Hier streiten sich die drei wahrscheinlichsten Gewinner der Hauptkategorie... Aufgrund ihrer bisherigen Karriere und der engen Zusammenarbeit mit ihrem Regisseur setze ich auf...
Meine Prognose: Sally Menke für Inglourious Basterds

Bester Ton:
Laut ist von Vorteil. Und wenn man dann auch noch in anderen Bereichen überzeugen kann... Das sieht nach einem leichten Sieg für Avatar aus...
Meine Prognose: Christopher Boyes, Gary Summers, Andy Nelson und Tony Johnson für Avatar

Bester Tonschnitt:
Animationsfilme (Pixarfilme) wurden schon öfter nominiert, doch nur Die Unglaublichen trugen einen Sieg davon. Kann der etwas weniger turbulente Oben diesen Erfolg wiederholen? Ich kann es nicht sagen, da dies eine wirklich hart umkämpfte Kategorie ist. Da wäre Technikprimus Avatar, der nicht minder virtuos zwischen Score, Explosionen und Dialogen jonglieren müssende The Hurt Locker, Inglourious Basterds mit einem Tonschnitt, der den Zuschauer ins Geschehen saugt und durch subtile Tricks wie das Aufdrehen von Schmatz- und Kaugeräuschen bei Hans Landa auch die Charakterzeichnung unterstützt sowie der technisch sehr aufwändige Star Trek. Jeder könnte gewinnen. Und auch wenn ich es Oben und den Basterds am meisten gönne,s etze ich darauf, dass Avatar auch hier einen Technikpreis absahnt.
Meine Prognose: Christopher Boyes und Gwendolyn Yates Whittle für Avatar

Beste Nebendarstellerin:
Mo'Nique ist der weibliche Waltz dieser Saison. Ihr Sieg ist nicht ganz so sicher,aber sicher genug.
Meine Prognose: Mo'Nique für Precious

Bestes Originaldrehbuch:
Oh, wie ich bei dieser Kategorie dieses Jahr mitfiebern werde! A Serious Man (Coen-Brüder) gegen Oben (Pixar!) gegen Inglourious Basterds (Quentin Tarantino) gegen Tödliches Kommando - The Hurt Locker (Oscar-Topfavorit). Achja, und The Messenger ist auch nominiert.
Ich weiß ja schon gar nicht, wen ich gewinnen sehen will. Möchte ich das bessere Drehbuch gewinnen sehen, Tarantinos meisterliches Verneigung vor der Macht des Kinos, die eiskalte Abrechnung mit dem Nationalsozialismus und die beneidenswerte Sprach-Jonglierkunst in Inglourious Basterds? Oder sage ich "scheiß drauf, Animation muss respektiert werden, Bitch!" und hüpfe froh auf, wenn Oben gewinnt? Nun, seien wir ehrlich... Wall•E hätte den Drehbuch-Oscar tausendmal mehr verdient. Und Ratatouille hatte die anspruchsvolleren Dialoge. Will ich in Zukunft wirklich beim Gedanken an den ersten abendfüllenden Animationsfilm, der einen respektierten Oscar außerhalb der Musikkategorien gewann leise aufseufzen, weil es bessere Pioniere gegeben hätte? Immerhin könnte ich in zwölf Monaten an dieser Stelle meine Fahne für Rapunz... ääääh, Tangled schwenken! Okay, unwahrscheinlich...
Ich wäre wohl für die Basterds. Dennoch würde ich bei einem Sieg von Oben nicht in Tränen ausbrechen.
Und gewinnen die Basterds auch? Ich denke... ja. Es wurde so viel über die Dialoge und die Struktur des Films diskutiert, dass er der wahrscheinlichste Tipp wurde. The Hurt Locker gewinnt schon noch wo anders...

Beste Regie:
Kathryn Bigelow. Kathryn Bigelow. Kathryn Bigelow. Noch nie wurde eine Regisseurin ausgezeichnet. The Hurt Locker ist der Kritikerliebling schlechthin. James Cameron und Quentin Tarantino wurden bereits ausgezeichnet. Jason Reitmams Up in the Air ist zu komödiantisch angehaucht, und Lee Daniel fällt bei all dieser Konkurrenz eh unter den Tisch.
Meine Prognose: Kathryn Bigelow für Tödliches Kommando - The Hurt Locker

Bester Schauspieler:
Jeff Bridges ist ein beliebter, geschätzter, aber gerne unter Wert verkaufter Schauspieler. Seine Nominierung für Crazy Heart ist die Chance, ihn in den Kreis der Oscar-Gewinner aufzunehmen. Und unverdient wäre dieser Mitleidsoscar auch nicht! Was soll da also schief gehen?
Meine Prognose: Jeff Bridges für Crazy Heart

Beste Schauspielerin:
Sandra Bullock gewann den Globe und den Preis der Schauspieler-Gewerkschaft. dem spielt sie in The Blind Side eine reale Persönlichkeit. Wer könnte ihr gefährlich werden? Die Dauernominierte Meryl Streep, mit der sie sich den Preis bei den BFCA teilte? Schon, aber die beliebte Bullock wurde noch nie nominiert - wann sollte man sie besser ehren, als jetzt?
Meine Prognose: Sandra Bullock für The Blind Side

Bester Film:
Und jetzt noch einmal tief Luft holen für die wichtigste Kategorie. Für viele ist die Königskategorie dieses Jahr eine vollkommen eindeutige Sache. Avatar wird gewinnen. Für wieder andere ist The Hurt Locker der klare Sieger. Und schon wird die Frage nach dem Gewinner kniffliger. Zwei Parteien sind felsenfest davon überzeugt, dass "ihr" Film mit dem Oscar nach Hause geht. Das schreit nach einem dritten Pferd im Rennen. Gerade jetzt, wo ein neues, gerechteres Abstimmungssystem eingeführt wurde. Bislang reichte es, die meisten Stimmen zu erhalten. Allerdings kann so ein Film gewinnen, der von beispielsweise 11% der Academy geliebt wird, und vom Rest gehasst. Jetzt hingegen wird der beliebteste Film ausgezeichnet. Und wer weiß... Irgendwie scheinen einige Verehrer von Avatar nichts mit Hurt Locker anfangen zu können, und umgekehrt. Und man wird dem größten Konkurrenten wohl kaum ein paar "Punkte" zukommen lassen. Inglourious Basterds und Oben hingegen sind weniger kontroverse Filme. Während man die ersten beiden liebt oder nicht, hat nahezu niemand was gegen diese beiden. Manche lieben sie, manche verehren sie, manche vergöttern sie. Und auch Up in the Air wird einige Zweit- und Drittstimmen erhalten. Auf exakt die wird es auch ankommen, denn es bleibt zu bezweifeln, dass Avatar oder The Hurt Locker mehr als die Hälfte der Erststimmen erhält. Selbstverständlich könnten sie mit genug Zweitstimmen gewinnen... Aber mein Gefühl sagt mir, dass eine Überraschung in der Luft liegt. Klar wäre es der sicherere Weg, sich auf einen dieser beiden festzulegen. Bloß glaube ich nicht dran. Zumindest nicht an den Sieg für Avatar, der öfters auch im hinteren Feld der Stimmzettel aufkreuzen könnte. Ich denke, dass es viel mehr Hurt Locker und die Basterds unter sich ausmachen werden. Und wer weiß... Inglourious Basterds ist bereits auf DVD erhältlich, und dennoch sind die Sonder-Kinovorführungen im Rahmen der Oscar-Kampagne stets außerordentlich gut besucht gewesen. Die Schauspieler-Gewerkschaft zeichnete ihn mit ihrem wichtigsten Preis aus, dem Awards für das beste Ensemble. Das erinnert an Shakespeare in Love (ebenfalls eine Weinstein-Produktion) und LA Crash, zwei gewaltige Überraschungssiege in der Oscar-Kategorie "Bester Film".
Es ist ein riskanter Tipp, aber ich setze auf "Ruhmlos".
Meine Prognose: Inglourious Basterds

Super-Mega-Bonus-Prognose für die Kategorien, in denen ich gar keine Ahnung habe:
Bester Dokumentarfilm: Food, Inc.
Bester Kurz-Dokumentarfilm: Rabbit á la Berlin
Bester animierter Kurzfilm: Logorama
Bester Kurzfilm: The Door

Siehe auch:

1 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ah, über einen Überraschungssieg von Inglourious Basterds hab ich auch schon nachgedacht. Ich stell mir grad die Gesichter vor:
"And the Oscar goes to... Inglourious Basterds!"
Eine schöne Vorstellung :D Für mich ist IB sowieso der beste Film bei der Verleihung.
Aber ich denke, dass The Hurt Locker und Avatar sich ziemlich knapp um die Auszeichnung streiten werden, wobei The Hurt Locker bestimmt als Sieger hervorgehen wird. Solltest du, Sir Donnerbold, mit deiner Prognose recht haben, spendier ich dir einen virtuellen Glückwunschs-Kuchen ;)

Sollte Avatar gewinnen, freu ich mich auch schon auf Kommentare à la "Avatar ist soo überbewertet... Ich bin großer Filmkritiker und kann das am Besten beurteilen... Blablaheizungkäse..." Naja, ihr wisst schon,jeder Kanididat wird irgendwie, irgendwo heruntergespielt.
Oscars sind immer ein wenig spannend und lösen oft solche Diskussionen aus ;)

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