Dienstag, 4. Mai 2010

Wissen wir, wissen wir: Pirates of the Caribbean - On Stranger Tides hat eine Budgetgrenze


Hat Jerry "Mr. Blockbuster" Bruckheimer in Rich Ross etwa seinen Meister gefunden? Ich mein, man muss nur mal versuchen, sich diesen Namen auf der Zunge zergehen zu lassen und man wird feststellen, dass es unmöglich ist. Rich Ross, das klingt schon so kantig, hart und durchtrieben. Jerry Bruckheimer, der uneheliche Zwillingsbruder von Chuck Norris, konnte in seiner langjährigen Hollywoodkarriere aus jedem noch so großkotzigen und besessenen Studio-Geschäftsführer und Konzernleiter das rausprügeln, was er haben wollte. Er "überzeugte" Michael Eisner beispielsweise, das Budget für einen Film zu erhöhen, dessen Streichung gerade bekanntgegeben werden sollte. So entstand Fluch der Karibik, Bitch!

Aber nun meldet die LA Times, dass Jerry Bruckheimer, der gewiefte Maestro der Explosionen und hohen Geldsummen, unter Rich Ross' Disneyregime einer Budgetkürzung für Pirates of the Caribbean - On Stranger Tides zustimmte. Und dabei handelt es sich mit einem Budget von 300 Mio. Dollar immerhin um die Fortsetzung des offiziell teuersten Films aller Zeiten (die Angaben über die Kosten von Avatar widersprechen sich allesamt).

Doch keine Sorge. Das Universum wird deswegen nicht aus den Fugen geraten. Der Produzent von Armageddon, Der Staatsfeind Nummer Eins, Bad Boys I & II, Fluch der Karibik und Co. wurde nicht vom ehemaligen Disney Channel Worldwide-Präsidenten, der Hannah Montana und High School Musical zu weltweiten Erfolgsgaranten heranzog, übertrumpht. Bruckheimer hält sich lediglich an die längst beschlossene Kursänderung für die Piraten der Karibik. Lange bevor der Film überhaupt einen Titel hatte oder Rich Ross die komplette Disney-Filmetage ummodelierte wurde vereinbart, dass Teil 4 der erfolgreichen Abenteuerreihe nicht dermaßen in Effektgewitter ausarten sollte wie Am Ende der Welt. Die Wirtschaftslage ist an dieser Entscheidung dennoch nicht ganz unbeteiligt.

Obwohl früh beschlossen wurde, dass der neue Teil des Piraten-Franchises weniger epochal ausfallen sollte und man früher sogar davon berichtete, das übernatürliche Element ganz herunterzufahren, schrieben Ted Elliott und Terry Rossio allem Anschein nach wieder einmal so, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Und hey, jetzt sind sie immerhin als Produzenten am Film beteiligt. Was soll da schon schief gehen? Pirates of the Caribbean IV wurde zu Pirates of the Caribbean - On Stranger Tides, inspiriert von einem zuweilen recht düsteren, übernatürlichen Piratenroman. Das Drehbuch ist praktisch fertig, nun blickten die Produzenten aus einem wirtschaftlichen Winkel auf das Skript. Was musste geändert werden?
  • Der neue Teil der Reihe wird wieder mehr Land- als Seeszenen aufweisen. Bedenkt man, dass Fluch der Karibik eh recht wenig Seefahreraction für einen Piratenfilm aufwies und sich dies auf dem Weg zu Am Ende der Welt änderte, ist das wohl auch als Rückbesinnung zu verstehen.
  • Man visiert eine Drehzeit von 90 bis 95 Tagen an, während Am Ende der Welt 142 Tage benötigte.
  • Man rechnet bis 1.300 bis 1.400 Effektaufnahmen statt der über 2.000 aus dem letzten Film.
  • Ein Drehtermin nördlich von London wurde nach London verlegt um 3 bis 4 Mio. Dollar zu sparen
  • Ein Eis-Rummel auf der gefrorenen Themse (!) mit Jongleuren und anderen Artisten wurde gestrichen. Schade, das klingt dermaßen skurril, dass ich es schon jetzt vermisse.
  • Eine ausgedehnte Verfolgungssequenz durch London wurde bislang für zwölf Drehtage veranschlagt, man bemüht sich dies zu halbieren.
Bruckheimer versprach der LA Times allerdings, dass man trotz eines kosteneffizienteren Denkens als noch vor drei, vier Jahren nichts rauskürzen würde, was das Publikum vermissen könnte (bis auf den Eisrummel, scheint mir... es sei denn man hat einen guten Ersatz) und bereite einen Film vor, der größer ist, als wir derzeit erwarteten.

Das wird wohl eintreffen. Denn ersten Schätzungen nach wird der neue, schlankere und weniger bombastische Ausflug in die verfluchte Karibik Disney und Bruckheimer über 200 Millionen Dollar kosten. Damit könnte Pirates of the Caribbean - On Stranger Tides noch immer in die Top 10 der teuersten Filme aufschließen. Sparen auf Bruckheimer-Art, nennt sich das wohl.

Update: Terry Rossio betont in seinem Drehbuchforum, dass On Stranger Tides keiner plötzlichen Budgetkürzung zum Opfer fiel, sondern die Produzenten des Films ganz einfach das Drehbuch nach potentiellen Kürzungen durchforsten, so wie es Standardprozedur in Hollywood ist. Es wird nichts aus dem Film geschmissen, was man vermissen könnte (ok, wenn Jerry und Terry sagen, dass ich den Eisrummel nicht vermissen werde, dann glaube ich das langsam auch) und man habe sich noch nicht auf das Budget geeinigt. Man wolle allerdings wirklich unter dem Budget von Am Ende der Welt bleiben, was jedoch kein großer Schock ist. Er rechnet mit einem Budget im Bereich von 225 Millionen Dollar (wie bei Dead Man's Chest). 3D sei momentan keine 100% beschlossene Sache.

Weiterführende Artikel:

5 Kommentare:

kroko_dok hat gesagt…

Die Eisrummel auf der Themse gab es wirklich. : D

The Great Gonzo hat gesagt…

Solange man dem Film nachher nicht ansieht, das man unbedingt sparen wollte, dann soll es mir egal sein, obwohl ich den Eisrummel auch jetzt schon vermisse. Klingt klasse.

Und wenn man wikipedia glauben schenken darf (Was ich jetzt nicht wirklich tu), dann ist keith Richards auch wieder dabei und, jetzt kommts, Mick Jagger auch.

http://en.wikipedia.org/wiki/Pirates_of_the_Caribbean:_On_Stranger_Tides#On_Stranger_Tides

Sunshine hat gesagt…

Warum nicht gleich alle Stones? *g*
Naja, gegen teague hätte ich ja nix einzuwenden; Keith war wirklich richtig gut. Nur bitte nicht zuviel - aber da muss man sich ja wohl keine Sorgen machen, denn es wird ja gespart! ;)

Bin gespannt, was die aus London machen - Piraten aus der Karibik verschlug es ja eher selten dorthin; wer wollte schon im Newgate-Gefängnis landen? *g* Oder im allseits beliebten Tower. (Oh je, ich sehe noch mehr Crossover mit Sweeney Todd auf uns zukommen, als es sowieso schond er Fall war.^^).

Bin gespannt, wie ein günstiger Bruckheimer-Film so aussieht. *g*

Sir Donnerbold hat gesagt…

"Bin gespannt, wie ein günstiger Bruckheimer-Film so aussieht. *g* "

Angesichts der für "OST" anvisierten 200 Mio. $ aufwärts eignen sich sämtliche Bruckheimer-Filme, die KEINE Fortsetzung von "Fluch der Karibik" sind deutlich mehr deine Neugier zu befriedigen. *g* Selbst "Prince of Persia" soll dank der langen Postproduktion günstiger sein.

Sofern du deinen augenzwinkernden Kommentar ernsthaft verfolgen wirst, empfehle ich an dieser Stelle "No Panic" (http://sirdonnerboldsbagatellen.blogspot.com/2009/12/bruckheimers-weihnachtlicher-verzicht.html), "Flashdance", "Coyote Ugly", "Die Journalistin", "Spiel auf Sieg" und meinen persönlichen Favoriten in dieser Aufzählung "Gegen jede Regel".

Zu den Stones: Wikipedia scherzt. Wenn nicht, immer her damit. Und Alestorm ist die Houseband der zünftigsten taverne Tortugas. :-)

Sunshine hat gesagt…

Ach, "Coyote Ugly" ist ja auch von ihm. *headdesk* Den kenn ich doch fast auswendig. *g* ... "Flashdance" auch?! Jaja, der Herr weiß, wie man Geld scheffelt.

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