Mittwoch, 4. Mai 2011

Diese Piraten haben die Jugendfreigabe "Arrrr!"


Ich gebe zu, dass ich nerdig bin, dass ich mir um so etwas Gedanken mache: Die Weltpremiere von Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten liegt um die Ecke, und bislang gab es keine Spur von der Jugendfreigabe. Was ist denn passiert, sah sich die MPAA den Film etwa in Superzeitlupe an, um auch ja sicherzustellen, dass sich die Meerjungfrauen mit ihren unoperierten Busen nicht all zu freizügig zeigen? Bekamen sich die MPAA und Disney in die Haare, weil Jack Sparrow einmal zu häufig so verdorbene Dinge wie "Bordell" in den Mund nahm?

All diese Fragen stellte ich mir selbstverständlich mit einem Augenzwinkern. Nichtsdestoweniger: Alle anderen Pirates of the Caribbean-Teile hatten zu einem vergleichbaren Zeitpunkt bereits ihre US-Jugendfreigabe. Und mit ihr auch die für die MPAA so typischen Freigabebegründungen. Exakt an diesem Punkt erreichen wir auch den Anlass für meine Neugierde über die MPAA-Einschätzung von Fremde Gezeiten. Denn man muss wirklich nicht genau hinsehen, um einen Trend zu bemerken:
  • Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl (2003): Rated PG-13 for action/adventure violence
  • Pirates of the Caribbean: Dead Man's Chest (2006): Rated PG-13 for intense sequences of adventure violence, including frightening images
  • Pirates of the Caribbean: At World's End (2007):  Rated PG-13 for intense sequences of action/adventure violence and some frightening images
Handzahmer sind diese Disney-Abenteuer wahrlich nicht geworden, und manche US-Filmexperten mutmaßten bereits, dass der dritte Teil der Reihe wirklich haarscharf an einem "sanften" R-Rating vorbeischrappte. Das sagt nicht zwangsweise viel über die Qualität der Filme aus, ich finde es dennoch äußerst spannend zu beobachten. Außerdem lässt sich eine Korrelation zwischen meiner persönlichen Favoritenrangfolge der Pirates of the Caribbean- Filme und der "Härte" der US-Freigabe feststellen.

Das reicht für mich mehr als genug, um recht fiebrig die US-Jugendfreigabe von Fremde Gezeiten zu erwarten. Vor wenigen Minuten ist sie dann endlich eingetrudelt:
  • Rated PG-13 for intense sequences of action/adventure violence, some frightening images, sensuality and innuendo
Nennt mich verrückt (verrückt wie Jack?), aber ich freu mir gerade 'nen Mast ab.
Dass Fremde Gezeiten ähnlich düster und rasant wie Die Truhe des Todes und Am Ende der Welt wird, haben die Trailer ja so überhaupt nicht reflektiert. Naja, vielleicht gleicht all die Sinnlichkeit das Karma des Films ja wieder aus, der laut sämtlichen Beteiligten atmosphärisch eher an Fluch der Karibik erinnern soll.

Jedenfalls ist es der mittlerweile fünfte Film von Walt Disney Pictures mit einer PG-13-Freigabe in den USA. Neben den Pirates of the Caribbean-Teilen wurde auch Prince of Persia mit dieser Freigabe bedacht ("for intense sequences of violence and action"). Was haben all diese Filme gemeinsam? Sie machten mir eine Heidenfreude (damit ist das PG-13-Rating für Disneyfilme prozentual gesehen das meines Empfinden nachs qualitativ hochwertigste) und sie stammen aus dem Hause Jerry Bruckheimers. Klar, ins Geschäft von "Mr. Action-Blockbuster" will sich ja niemand zu sehr einmischen, dem sein Leben lieb ist.

Es ist schon auffällig: Als Fluch der Karibik damals das Eis brach, hieß es sofort von der Geschäftsführung, dass ähnliche Fälle folgen werden, sofern es die Natur der jeweiligen Filme verlangt. Die Geistervilla wurde als potentielles Beispiel genannt, vor einigen Monaten galt dann Tron: Legacy als erster Nicht-Bruckheimer-Produktion, der eine höhere US-Jugendfreigabe zu Teil kommen könnte. Wenigstens in letzterem Fall wissen wir, dass sich niemand einmischte, um heimlich wohl ein familienfreundlicheres PG zu sichern. In Zukunft könnte Haunted Mansion eventuell endlich ihr verdientes "Zertifikat" erhalten, schließlich wird sie unter Aufsicht von Guillermo del Toro neu verfilmt. Stellt sich aber eine letzte Frage: Was finde ich Spinner spannender? Was Disneys erstes PG-13 ohne Bruckheimer wird, oder welche Gefilde Jack Sparrow noch erkundschaften kann?

PS: Ich bitte all jene, die sich aufgrund der Überschrift falsche Hoffnungen gemacht haben, um Verzeihung. ;-)

3 Kommentare:

Sunshine hat gesagt…

"Sensuality and innuendo" - YES! *g* Dass AWE noch ohne die Bemerkung "innuendo" auskam, verwundert mich schon etwas - aber diese ganzen zweideutigkeiten waren dann wohl doch nicht offensichtlich genug. *g*

Lässt drauf hoffen, dass die Bordell-Zeile es in den Film schafft.^^

Sir Donnerbold hat gesagt…

Möglicherweise wird es die mangelnde Offensichtlichkeit gewesen sein - zumindest auf sprachlicher Ebene. Hauptsächlich waren es ja visuelle sexuelle Anspielungen. *Hust*Fernrohr!*Hust*

Sunshine hat gesagt…

*hust*Kanonenkugeln!*husthust*

Stimmt schon. Solange nichts explizit ausgesprochen wird, kann man ja auch denken, dass Giselle und Scarlett feine Damen sind. Wenn man denn so naiv sein möchte. *g*

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