Mittwoch, 27. Juli 2011

Jetzt noch im Kino, bald schon auf dem Schrottplatz

Als Cars 2 im April 2008 offiziell angekündigt wurde, war ich von Pixar vorerst am Boden enttäuscht. Die Gerüchte machten bereits im Vorfeld die Runde, aber ich war mir sicher, dass die Trickfilmzauberer aus Emeryville der Versuchung widerstehen können. Ja, Cars war ein Merchandising-Renner, aber von der Kritik und erwachsenen Pixar-Fans wurde er weniger warmherzig aufgenommen, als das restliche Schaffen der von einer putzigen Lampe überwachten Traumfabrik. Tja, und dann kam sie halt, die Ankündigung des Schreckens. Ich hatte in den Folgemonaten versucht, mich an den Gedanken einer Cars-Fortsetzung zu gewöhnen, und es ist mir sogar ansatzweise gelungen. Ich wollte sie nicht, doch ich konnte sie immerhin akzeptieren. Schließlich bieten die Cars-Welt und die Handlung des Originals mehr Raum für eine Fortsetzung, als etwa Die Monster AG. Dann wurde auch dieses Sequel bestätigt, und ich war völlig verloren. Auf der einen Seite wartet ein Film, den ich nicht so gut finde, der aber fortsetzbar ist, und auf der anderen ein Film den ich liebe, der sich aber nur bedingt für eine Fortsetzung eignet. Und alle Welt wartet weiterhin geduldig auf die einzige Pixar-Fortsetzung (abseits von Toy Story 3), um die wir gebeten haben: Die Unglaublichen 2.

Zwischenzeitlich verspürte ich so etwas wie verhaltenen Beinahe-Optimismus bezüglich Cars 2: Auf dem Gefühlshoch von Toy Story 3 und aufgrund des angekündigten Genrewechsels bei Cars (Teil 2 soll ein waschechter, brenzliger Spionagethriller mit eingestreutem Humor werden) war ich nach dem ersten Trailer immerhin gespannt auf den Streifen. Vorfreude wäre falsch formuliert, aber ja, ich wollte wissen, was Pixar denn nun anstellt. Mit jedem Stück zusätzlichem Material hat sich dies jedoch wieder geändert. Ja, Cars 2 orientiert sich mehr an den Stärken des Originals, also die Optik und den Humor, statt uns zu zwingen, unser Herz für Figuren zu öffnen, die schlichtweg nicht so spannend sind, wie das übliche Pixar-Ensemble... Doch der versprochene, kernige und erwachsene Agenten-Ansatz schien verloren. Stattdessen drohte das Marketing mit Spionage-Blödeleien. Meine Erwartungshaltung an Cars 2 war dadurch folgende: Für Pixar ein riesiger Rückschritt, aber der Film wird bestimmt an normalen Standards gemessen ganz in Ordnung sein.

Dann kamen die desaströsen US-Kritiken. Aber trotzdem, ein Funken Vertrauen in Pixar blieb. Am Tag vor der Pressevorführung sah ich mir nochmal sämtliche Cars Toons an, und ich erwartete schon, dass Cars 2 recht ähnlich wird. Die Cars Toons sind nämlich auf gewisse Weise besser als ihr abendfüllendes Vorbild. Natürlich ist Cars künstlerisch bedeutungsvoller, allein schon, weil er mehr Raum für Charakterisierung seiner Hauptfiguren bietet, aber im Vergleich "Cars vs. andere Pixar-Langfilme" und "Cars Toons vs. andere Pixar-Kurzfilme" stehen die Scherzgeschichtchen besser da. Sie wollen nur unterhalten, und das tun sie auch recht gut, während die Bemühungen von Cars, auch eine spannende und teils gefühlvolle sowie nostalgische Geschichte zu erzählen zwischenzeitlich in Zähflüssigkeit münden. Zudem nutzen die Cars Toons ihren Kosmos besser. Die Welt von Cars ist nämlich die einzige Pixar-Welt, die nicht völlig glaubwürdig ist - in den Cars Toons wird das ganze Auto-Konzept eh allein für Pointen genutzt, da muss es auch nicht glaubwürdig sein. Kurzum: Ich hatte am Tag vor meiner Begegnung mit Cars 2 keine echte Lust auf den Film, dachte aber, er könnte sich mit seinem größeren Fokus auf Humor und ein paar stilistischen Anlehnungen auf die Cars Toons trotzdem qualitativ rund um seinen Vorgänger einreihen. "Ein schlechter Pixar ist noch immer ein guter Animationsfilm" - so das Motto.

Poster wie dieses hätte ich als üble Vorzeichen erkennen müssen...

Dann erreichte mich der Tag der Pressevorführung. Und mit ihr der Tag, an dem beinahe mein Pixar-Fanherzen zerbrach. Wieso? Nun, sagen wir mal so: Die Moral von Cars war, dass sich das Leben nicht nur darum dreht, als Sieger über die Zielline zu schreiten. Viel wichtiger sei es, auch entspannen und mit Freunden den Tag genießen zu können. Hoffen wir, dass die John Lasseter und Co. die Arbeit an Cars 2 genossen haben und es überaus locker angehen ließen. Denn erstmals sind sie meilenweit davon entfernt, als Sieger den Rennkurs des Animations-Kinojahres zu verlassen. Cars 2 ist eher mit einem durch Motorschaden erzwungenen Rennabbruch zu vergleichen. Während die Konkurrenz dieses Jahr mit Rango und Kung Fu Panda 2 sehr gut abschnitt und cineastische Unfälle wie Gnomeo & Julia wenigstens den Reiz des Schreckens ausüben, ist Cars 2 einfach nur eine gewaltige, peinliche Enttäuschung.
Wie ich schon an anderer Stelle schrieb: Was Muppets - Der Zauberer von Oz für die Muppets war, ist Cars 2 für Pixar. Nämlich ein gewaltiger Blechschaden. Zum Glück steht zu erwarten, dass sich Pixar schneller erholt, als die frech-liebenswürdigen Jim-Henson-Schöpfungen.

Bereits die Story lädt nicht zwangsweise zu Begeisterungsstürmen ein: Wie man sicherlich bereits anhand der Trailer erahnen konnte, wird der rostende Abschleppwagen Hook in Cars 2 zu einem Geheimagenten, da ihn zwei britische Spionageautos mit ihrem amerikanischen Kontaktwagen verwechseln.
Das Grundkonzept, einen ahnungslosen Trottel mitten ins Agentengeschehen zu schubsen, ist bereits ziemlich plattgefahren. Schon im 1987 ausgestrahlten Disney-Fernsehfilm Double Agent, in Jerry Bruckheimers mit Chris Rock und Anthony Hopkins besetzten Kinomisserfolg Bad Company und dem Trashkult Condorman gab es diese Idee zu bestaunen. Und das waren nur drei von vielen Disney-Beispielen. Es lassen sich noch zahlreiche weitere finden - und noch viel mehr, wenn man den Disney-Konzern verlässt. Dass nahezu keine dieser Agentenkomödien Fuß im kollektiven Filmgedächtnis fassen konnte, hat durchaus einen Grund: Das Konzept eignet sich offenbar mehr für einen kurzen Lacher, als für einen denkwürdigen Film.

Dass Cars 2 eine uralte Idee aufgreift, ist gar nicht einmal soooo schlimm. Es ist bei weitem eines der geringsten Probleme von Pixars zwölfter abendfüllender Kinoproduktion. Denn was so sehr am Agentenplot von Cars 2 stört, ist der simple und dafür umso ärgerlichere Fakt, dass absolut gar nichts neues mit ihm gemacht wird. Die Regisseure John Lasseter und Brad Lewis begnügen sich damit, sich die meistgenutzten Klischees aus diesen Filmen zu kopieren und unreflektiert zu übernehmen. Das Agentendasein Hooks hat keinerlei Eigenleben, es verfährt durchweg nach Schema F. Fehlte nur noch, dass Hook deshalb für einen US-Spion gehalten wird, weil er nahezu genauso aussieht, wie ein Topagent des CIA, und ich hätte das Kino zusammengeschrieen.

Wirklich jeder der von mir genannten "Ein Doofkopf wird Geheimagent"-Filme hat inhaltlich mehr distinktive Merkmale als Cars 2. Die einzige Eigenheit, die der ganze Spionage-Trubel um Hook zu bieten hat, ist folgender: In Cars 2 sind es keine Menschen, sondern Autos, die ihr Leben im Namen der Majestät auf's Spiel setzen. Car-amba, wie erfrischend. Die nicht nur von Kritikern, sondern offenbar vom Kinderpublikum gleichermaßen verachtete Jerry-Bruckheimer-Parodie G-Force (aus dem Hause Jerry Bruckheimer!) hatte da viel mehr Pepp zu bieten. Wo Cars 2 schlicht die Konventionen des Subgenres abspult, bloß halt in einer Welt voller Autos, nutzte die "Nagetiere machen eine stereotype Actionhandlung voller Bruckheimer-Klischees"-Produktion ihre ungewöhnliche Besetzung, um sich über die abgeklapperten Konventionen lustig zu machen. Cars 2, obwohl klar als Komödie gedacht, möchte noch immer "ernst" genommen werden.


Erstaunlich, was dabei eigentlich möglich gewesen wäre. Zum Vergleich muss man bloß mal Toy Story 3 heranziehen. Wie, es klingt unfair, einen der besten Pixar-Filme direkt neben den Totalschaden namens Cars 2 zu stellen? Nicht für mich. Zwar mag ich Woody, Buzz und die restliche Spielzeug-Gang (viel, viel) mehr als Lightning McQueen und seine Freunde aus Radiator Springs, dennoch war mir der erste Cars lieber als Toy Story 1 & 2. Auf dem Papier sind die Ideen, eine Toy Story- und eine Cars-Fortsetzung zu machen für mich recht ähnlich: Beides sind ganz humorvolle John-Lasseter-Regiearbeiten, denen die künstlerische Tiefe und Schwermütigkeit späterer Pixar-Filme größtenteils abhanden geht. Dann kam Toy Story 3, nahm die Figuren und einige handlungsbedingte Traditionen seiner Vorgänger, blieb diesen treu, verband sie mit einer interessanten Spielform des Gefängnisausbruch-Subgenres und mischte sehr viel Gefühl hinein. Das Ergebnis war gedankenvoll, herzerwärmend, herzzerreißend und urkomisch.

Auch Cars 2 könnte diese Route wählen, detailliert und nachfühlbar zeigen, wie Hooks Mission, die Welt zu retten, ihn von seinem besten Freund Lightning McQueen entzweit. Man könnte den eh schon schrottreifen Hook in Lebensgefahr bringen, es so aussehen lassen, als sei sein Heldentum das letzte, martialische Aufflammen seiner Zündkerzen... Das wäre großartig. Alternativ hätte man meinetwegen auch die, wenngleich weniger begehrenswerte, Cars Toons-Strecke nehmen können und einen rasanten, vor das ganze Familienpublikum ansprechenden Gags sprühenden Kracher machen können. Er wäre nach den letzten Pixars eine Enttäuschung, so wie schon der Vorläufer es nach Die Monster AG, Findet Nemo und Die Unglaublichen war, aber noch immer ein kurzweiliges Vergnügen. Stattdessen will Cars 2 "irgendwas dazwischen" sein, und wird letztlich zu einem dieser dämlichen Familienfilme, die das erwachsene Publikum aus den Augen verlieren und eine Moral zelebrieren, die nicht aufgeht. Denn in Cars 2 wird zwischen zahllosen lahmen Gags in stotternden Dialogen tatsächlich auf Hooks Gefühlsleben eingegangen. Nicht so mitreißend und rührend, wie von Pixar gewohnt, wohlgemerkt. Drehbuchautor Ben Queen ist halt kein Andrew Stanton, Michael Arndt oder Brad Bird. Viel eher verliert sich der "emotionale Faden" (der eh schon der unterentwickelste bei Pixar ist seit... öh... seit das Studio mit Langfilmen anfing) in unüberlegte Plattitüden. Wenn also alle halbe Stunde drei, vier Worte über das metaphorische Innenleben der Figuren gesprochen wird, dann so oberflächlich, wie möglich. Und sobald man sein Hirn einschaltet, klingt es vollkommen fehlgeleitet...


Wahrscheinlich kennt jeder solch einen Typen: An sich ist er ganz nett, und man verbringt auch gerne seine Zeit mit ihm, aber er weiß einfach nicht, sich fremden Situationen anzupassen. Nun, man kann daran arbeiten. Oder in beidseitigem Einvernehmen darauf verzichten, ihn in Gesellschaften zu zwingen, wo er sich eh nur blamiert. Nun stelle man sich ein extremes Zerrbild dieser Person vor. Einen simplen, kindischen verrückten Kerl, auf Festivals eine waschechte Stimmungskanone. Säuft wie ein Loch, kann toll brüllen, unterhält mit seiner Schlichtheit, kann auf den Händen rückwärts laufen, während seine Hose bis zu den Knöcheln runtergezogen ist... So in der Art. Das Problem: Er benimmt sich immer so. Einmal hat man ihn mit zur Arbeit genommen, weil der Vorsitzende der Bank / des Büros für Schadensregulierung M bis Z / wasauchimmer beschlossen hat, dass gelegentliche Besuche die Arbeitsmoral steigern. Er kam mit vor Alkohol glühendem Kopf und aus seiner zerfetzten Aktentasche fallenden Pornoheftchen ins Büro, tanzte mit dreckigen Schuhen auf dem Tisch des Chefs und hat der dicken Erika alle Kinder-Countrys aus dem Kühlschrank weggenascht.

Jetzt kommt Cars 2 an, und will, dass ihr ein schlechtes Gewissen habt. Was seid ihr nur für Freunde, dass ihr euren treuen Kumpel, dieser bodenständigen und naiv-liebenswürdigen Seele, die niemals etwas böses im Sinn hat und nichts von all dem öden, strunzfeinen Hokuspokus versteht... Ja, was seid ihr für Leute, dass ihr ihn nicht anfeuert? Ihr solltet ihn jeden Tag mit zur Arbeit nehmen und ermutigen, noch viel mehr er selbst zu sein. Konnte man ja nicht mit ansehen, wie er sich beim letzten Mal am Riemen gerissen hat. Welch Qual für den armen Kerl...

Allen ernstes. Das ist der emotionale Kern von Cars 2! In John Lasseters Rückkehr auf den Regiestuhl mutiert Hook, die dümlich-kindlische Nebenfigur aus Cars, die Lighnting McQueen mit ihrem Herz aus Gold den Wert von Freundschaft lehrte, zur lärmenden, sämtliche sozialen Kompetenzen vermissenden Nervensäge. Als Hook von John Lasseters und Brad Lewis' Story-Team ins Scheinwerferlicht geschubst wurde (obwohl er dort kaum hingehört), müssen sich irgendwo ein paar Schrauben und Muttern verabschiedet haben. Er bekommt überhaupt nicht mehr mit, wie seiner Umwelt geschieht, die ganze Welt dreht sich nur noch um ihn und Cars 2 handelt allein davon, dass man den Hooks dieses Erdenrunds die Freiheit lassen sollte, stets das zu tun, was sie zu tun gedenken. Wer sie darum bittet, beim großen Galaempfang nicht während der Präsentation auf die Bühne zu rennen und den Wasserfall wegzutrinken, der hat kein Einfühlungsvermögen. Zugegeben, es gibt einen Moment, in dem Hook realisiert, dass alle Welt ihn für einen Dummkopf hält. Ich halte John Lasseter und Co. für intelligent genug, dass sie mit Cars 2 beabsichtigten, beide Seiten der Medaille zu zeigen. Lighnting soll lernen, dass er mit Hook zu hart ins Gericht ging, da Hook es einfach nicht besser weiß, und Hook soll lernen, wie er auf den Rest der Welt wirkt. Aber das geschieht nicht. Nach Hooks "Realisation" kehrt der Film zu seinem zuvor eingeschlagenen Tonfall zurück. Hook wird letztlich beruhigt, er habe sich geirrt, niemand hält ihn für vertrottelt oder unselig, und wer ihn nicht in Ruhe lässt, bekommt dafür ordentlich Ärger. Tolle Lektion, die unsere Kinder aus Cars 2 mitnehmen sollen. Wenn du auf den Ball deines Mitschülers rotzen willst, weil er dann besser flutschst, dann rotzt du auch auf den Ball deines Mitschülers. Wenn er sich darüber aufregt, dann ist der ein lahmer Eierkopf.


Viele werden ja sagen, dass Cars 2 nur entstand, um mehr Merchandising loszuschlagen. Dem möchte ich widersprechen. Ich finde schon, dass man Cars 2 anmerkt, dass John Lasseter schlichtweg einen schwachen Nerv für die Welt und Figuren von Cars hat. Immerhin entstand dieser Film aus einem höchst emotionalen und teils auch nostalgischen Familientrip. Die Idee, man könnte Cars 2 internationaler machen und zeigen, wie sich McQueen und Hook in Frankreich, Tokyo, Italien oder Deutschland schlagen, kam ihm dagegen während der Promo-Tour für eben jenen persönlichen Film. Nun, die Rennsequenz durch den Schwarzwald wurde aus Zeitgründen gestrichen, ebenso wie das Intro in Prag dem Pazifischen Ozean weichen musste um die Settings abwechslungsreicher zu gestalten, aber man merkt Cars 2 diese Genese weiterhin an. Der Film hangelt sich an Gedankenblitzen heran, die da lauten "wie würde Hook auf [landestypische Sache] reagieren". Das wäre Stoff für nette Kurzfilme, aber "Hook auf einer japanischen Toilette", "Hook auf einem Pariser Trödelmarkt" und "Hook trifft die Queen" ergeben ohne handfeste, weitere Gedanken keinen sehenswerten, rund zweistündigen Kinofilm.

Aber Lasseter liebt halt seine Cars-Schöpfung - also kreuzt man dies mit der aus dem Original geworfenen Idee eines Auto-Agentenactionfilms (den sich McQueen im Autokino angesehen hätte), und dann kann Lasseter einen weiteren Autofilm produzieren. Dann wurde er als Notfall-Regisseur hinzugezogen, und irgendwas sagt mir, dass dann jegliche inhaltlichen Bedenken aus dem Fenster flogen. Lasseter liebt Hook, natürlich hat er recht... Ja, vielleicht dresche ich zu viel auf den armen Mann drauf... Was ich jedenfalls sagen will: Ich schätze nicht, dass Cars 2 reines kommerzielles Kalkül ist. Eher haben sich der Produzent/Regisseur und letztlich sein Team zu sehr von den persönlichen Vorlieben hinreißen lassen. Denn die Autovernarrtheit und die Detailliebe spürt man Cars 2 nahezu jede Sekunde an. Dies bewahrt Pixars zwölften Langfilm davor, zum überlangen Spielzeugauto-Werbespot zu verkommen, sorgt ganz allein jedoch nicht für vergnügliche Kinostunden.


Wenigstens sorgt es dafür, dass Cars 2 ein inhaltliches Totalwrack, das man sich sehr schön ansehen kann. Wieder einmal beweisen die Trickkünstler bei Pixar, dass sie zu den besten ihres Fachs gehören. Unter der Führung von Jay Shuster wurde ein wundervolles Produktionsdesign erstellt, das visuell dort weitermacht, wo Cars aufhörte. Die Hintergründe sind wirklich beeindruckend, sei es das überaus vitale und neonbeleuchtete Tokyo, das malerische Paris, die pittoreske italienische Riviera oder das detailverliebt nachgebildete London. Cars 2 wagt einen interessanten Spagat zwischen Realismus und der Bildung einer Fantasiewelt, und durch das für Pixar so typische, makellose Rendering und die mühevolle (virtuelle) Beleuchtung erwecken die Hintergründe förmlich zum Leben. Blöd nur, dass in der 3D-Fassung bei schnelleren Kamerafahrten alles wieder zu einem undefinierbaren Wust verwischt. Die visuellen Auto-Gags werden irgendwann zu viel, da sind mir die Pixar-Cameos wesentlich lieber, aber wenigstens zeigt man sich optisch einfallsreicher als bei den Hunderttausenden von lahmen Auto-Wortspielen, von denen vielleicht drei oder vier zünden.

Wenn ich gerade schon das rare Lob an Cars 2 von mir lasse, sollte ich noch dringend Michael Giacchino erwähnen. Der Oscar-gekrönte Komponist nahm absichtlich Abstand vom energetischen Blechbläser-Stil aus Die Unglaublichen, dennoch haftet auch dieser Filmmusik ein hübsches Retro-Feeling an, das aber deutlich mehr Kraft und Dynamik innehat als Randy Newmans Score für den ersten Cars-Teil. Es ist längst nicht Giacchinos beste Arbeit, aber noch immer sehr gut anzuhören, vor allem in den Actionpassagen des Streifens.


Giacchino muss allein schon deshalb gelobt werden, weil seine Musik spannender ist, als die Action, die sie begleitet. Die Handlung drumherum ist recht lahm und uninspiriert, und wirklich Fahrt (höhö...) nimmt Cars 2 während der Spionageaction nicht so recht auf. Die Action ist zwar pompös umgesetzt, aber sehr vorhersehbar. Für die jüngsten Zuschauer ist sie aufgrund einer netten, kindertauglichen Balance aus Albernheit und Brenzligkeit ganz nett, doch wir reden hier von Pixar! Cars 2 ist Kinderbespaßung, von zwei vollkommen unerwartet harschen Momenten spielen die Regisseure total sicher, halten den Ball stets flach und möchten keineswegs einen der kindlichen Zuschauer überfordern. Wo bleibt der Mut, die künstlerische Hingabe, wodurch Pixar so groß wurde? Man stelle Die Unglaublichen neben Cars 2, und man kann gar nicht mehr glauben, dass auf beiden Filme der selbe Markenname prankt. Ich bin mir sicher, als die finale Fassung von Cars 2 der gesamten Pixar-Crew vorfeführt wurde, saß Brad Bird ganz weit hinten in der letzten Ecke und hat geheult. Der arme Mann muss regelmäßig mit Prügel drohen, weil so viele Ignoranten Animationsfilme als Kindergenre bezeichnen, und dann kommt John Lasseter, und wirft dieser Meute neues Fressen vor.

Was mich aber an der Action in Cars 2 erstaunt: Obwohl sie im Vergleich zu anderen animierten Actionfilmen eher mau ist, so sind mir die Figuren darin noch imer zu agil. Die Autos hüpfen herum wie junge Kätzchen auf Ecstasy, und so verliert die Action für mich endgültig an Relevanz. Die physischen (oder eher biologischen?) Gesetze des Cars-Kosmos sind eh sehr ominös. Der eine derbe Blechschaden ist vollkommen reperabel, am ehesten mit einem gerrissenen T-Shirt in unserer Welt zu vergleichen. Da sind die Autos unempfindlicher als wir. Der nächste derbe Schaden ist aber urplötzlich eine tödliche Verletzung. Dann aber muss ich mir ja wieder keine Sorgen machen, denn sofern die Autos nicht gefesselt und geknebelt sind, können sie ja wie hyperaktive Mietzekatzen durch die Gegend springen, und so jeglicher größeren Verletzung entgehen. Ja, man soll bei einem Film nicht alles dreimal überdenken, aber in Cars 2 sind solche Überlegungen unvermeidbar.


Bereits der Vorläufer vermochte es nicht, eine in sich schlüssige Parallelwelt zu schaffen. Allerdings waren die Logikprobleme in Cars zu Gunsten des Filmvergnügens übersehbar. Nicht so in der Fortsetzung, die völlig unüberlegt (und inkonsistent) die Welt des Vorläufers erweitert. Cars 2 schleudert seine logischen Fehler mit einer derartigen Penetranz ins Gesicht der Zuschauer, dass man sie selbst beim besten Willen schlichtweg nicht ignorieren kann. So erschwert sich eine der brennendsten Fragen aus Cars: Wo kommen eigentlich die kleinen Autos her? Also, der Auto-Nachwuchs. Wird er gebaut? Aber wieso plaudert der italienische Rennwagen dann dauernd von seiner Mama? Ach, kommt, doch nicht einzig und allein, weil er Italiener ist?
Oder nehmen wir die putzigen VW Käfer, die in Cars als das Äquivalent von Käfern in dieser Welt etabliert wurden. Sie sind klein, putzig, geflügelt... Nette Sache. In Cars 2 nimmt aber plötzlich ein "lebensgroßer" VW Käfer gemeinsam mit Lightning McQueen am World Grand Prix teil. Ähm... ja... Bin ich da alleine, wenn mir dabei ein eisiger Schauer über den Rücken jagt. Das muss doch für die Pixar-Cars so sein, als würde ab sofort ein gigantischer Mistkäfer an der Formel 1 teilnehmen. Klingt nach einer möglichen Storyline für eine stupide Starship Troopers-Fortsetzung...

Überhaupt, wie funktioniert die Welt von Cars? In Cars 2 ist dauernd davon die Rede, dass ein ökologisch wertvoller Benzinersatz die fossilen Brennstoffe ersetzen soll. Ich wiederhole ganz vorsichtig: Fossile Brennstoffe. In der Welt von Cars. Im Sinne von: Es gab mal Lebewesen, die keine Maschinen waren. Und wo kamen dann irgendwann die Maschinen her?

Oh, aber das wohl schaurigste, wenn man mal eine Sekunde darüber nachdenkt, ist die Darstellung von Zügen in Cars 2. Ja, in Cars wurde bereits in Güterzug gezeigt, aber der war nichts weiteres als ein lärmendes Ding. Ähnlich wie die Traktoren, die offensichtlich Kühe, also "Nutztiere" darstellen sollten (da fällt mir ein... welchem Zweck dienen die Traktoren im Cars-Universum eigentlich?). Cars 2 belehrt uns eines besseren: Sie sind eloquente, fühlende, denkende Wesen, ganz genau wie die uns bekannten und liebgewonnen (?) Autos. Die Züge sind geistig genauso fortgeschritten wie die Autos... Lasst das mal für zwei, drei Momente sacken.

Also, das mit den Autos, die genauso wie wir Menschen sind, nehme ich ja noch hin. Auch das mit den intelligenten Flugzeuge, sind die halt sowas wie Vögel, nur halt... menschlicher. Ähnliches gilt für Schiffe, die sind halt... Wassermenschen, Meerjungfrauen, Menschenfische.... Sowas halt. Alles vollkommen in Ordnung. Aber Züge?! Wie funktioniert das denn bitteschön?! Wo kommen die her? Gab es in der Cars-Welt einfach schon immer Züge und Schienen? Oder gab es schon immer Züge, die sich als arme hilflose, nicht der Fortbewegung mächtige Wesen, denen die gütigen Autos in einem Akt der Liebe Schienen bauten, damit die Züge wenigstens etwas Bewegung haben? Wohl kaum… Die einzig schlüssige Erklärung: Die Autos bauen sowohl Züge, als auch Schienen… Versteht ihr, was das bedeutet? Sie nutzen die Züge als arme Sklaven, die sich nicht wehren können. Was soll so ein Zug schon machen, wenn er genug Fracht von A nach B und von B nach A gebracht hat? Harakiri durch Entgleisung?! Oh, der Horror...

Und nein, ich denke nicht zu viel, die Macher haben zu wenig gedacht. Zeigt einfach keine den Autos in Fragen Intellekt gleichwertige Züge in der Welt, und gut wär’s! Beim Papamobil lass ich ja noch mit mir reden... Auch wenn ich es schon seltsam finde, dass der Papst der Cars-Welt (das Papamobil) in einem (zweiten) Papamobil herumtransportiert wird. Irgendwas stimmt an diesem Bild nicht, auch wenn ich das als kurzen Gag noch halbwegs schlucken kann.


Was ich dagegen nicht schlucken kann, ist die Gesamtheit von Cars 2, denn die ist nunmal schrottreif. Die Agentenstory ist unambitioniert, der Renn-Subplot wird derart an den Rand gedrängt, dass ich ihn hier bislang nichtmal erwähnen musste, Hooks Blödeleien sind anstrengend und von den vielen Doppeldeutigkeiten und Randgags für den erwachsenen Kinogängern zündet viel zu wenig. In der Mitte des Films sind die Dialoge außerordentlich holprig. Die Action ist, kommt man aus der Zielgruppe der sich bestimmt weiterhin wie bescheuert verkaufenden Spielzeugautos raus, eher larifari und die Moral... Ich fang besser nicht nochmal davon an. In seinen besten Momenten ist Cars 2 "naja, okay... irgendwie", aber durch die ganzen Blechschäden, die er sich außerhalb seiner Komfortzone einfängt, ist jegliche Hoffnung auf Ehrenrettung Pixars vergebens.

Ich glaube wirklich, dass ich meine Liste der fünf von mir am meisten gehassten Disney-Trickfilme neu schreiben muss. Himmel und Huhn war vielleicht (!!!) schlechter, allerdings verabscheue ich Cars 2 zweifelsohne mehr. Disneys erster komplett am Computer entstandener Langfilm war konfus erzählt, fand nie so recht seine wahre Identität und hatte das schwächere (und farblich aggressivere) Hintergrund-Design, wäre aber durch einen strafferen Schnitt noch halbwegs rettbar gewesen. Wie ich schonmal erklärte: Der Film war eher bemitleidenswert, als ärgerlich. Cars 2 dagegen ist unrettbar. Nicht die Idee einer Cars-Fortsetzung schreit bereits nach einer solchen Katastrophe, aber die eingeschlagene Richtung. Man kann Cars 2 kürzen und so die Strapazen zeitlich verringern, aber man kann den Film nicht mehr in ein besseres Konzept schubsen. Und wo Himmel und Huhn ein paar nervige Nebenfiguren hatte, ist es bei Cars 2 der Star der Show, dem Mann den schwerwiegenden Motorschaden an den Hals... Kragen... ähööööööh... wünscht. Himmel und Huhn opferte seine Aussage für einen kurzen Schlussgag, in Cars 2 funktioniert die Moral dagegen hinten und vorne nicht. Und dabei habe ich die Öko-Botschaft bisher völlig außen vor gelassen. Der Appell "Pro alternative Energien!" wird nämlich anfangs sehr aufdringlich angeschlagen, dann völlig vergessen, im Mittelteil endlich richtig angepackt und dann wieder völlig misshandelt.


Also, kommen wir mal endlich zur Zielgeraden. Cars 2 ist nicht, wie etwa erhofft (wenn man das bei so niedrigen Erwartungen sagen kann), an Pixar-Maßstäben bemessen schlecht, aber an und füs sich ganz akzeptabel. Cars 2 ist schlecht, richtig schlecht. Das hilft auch die schimmernde, glänzende Produktionsniveau nichts. Es ist wirklich schade, dass ich euch nicht meine sofortigen Reaktionen nach meiner Begutachtung dieses Unfalls aufzeichnen konnte, denn ich war nach Cars 2 wortwörtlich zerrüttet.

Mein Pixar-Fanherz verbrachte von den zwei Stunden bestimmt rund 90 Minuten im Schraubstock, irgendwann war der Punkt erreicht, ab dem jede der "einfühlsamen" Szenen mit Hook für mich so klang, als schrappten Fingernägel über eine Schultafel. Die Nullnummern unter den Gags hämmerten mir gegen die Großhirnrinde. Cars 2 hat es geschafft, mein Vertrauen in Pixar liegt momentan in Trümmern. Keine Bange, ich sage nicht, dass Pixar dem Untergang geweiht ist. Merida sieht weiterhin viel versprechend aus. Aber meine "Die kriegen alles hin!"-Mentalität ist futsch. Zweifel sind von nun an angebracht, und wenn Tom Hanks' Rumgesabbel bezüglich Toy Story 4 entgegen jeglicher menschlicher Vernunft wahr sein sollte, so bewahre uns der Geist Joe Ranfts. Pixars makellose Statistik ist bereits zerstört, bitte lasst die bislang von Schrammen freien Werke aus Pixars Schaffen in Frieden...
Weiterführende Artikel:

8 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Eine sehr gute Beschreibung die vieles von dem zum Ausdruck bringt, was ich beim Sehen des Films gefühlt habe. Ein paar kleine seid/seit "seit ihr nur für Freunde," Fehlerchen sind dir im Eifer des Gefächts unterlaufen, aber ansonsten ein großes Lob für diesen wirklich guten und auch angenehm langen Eintrag.

Sunshine hat gesagt…

Ich hatte ja sowieso schon beschlossen, den Film ungesehen an mir vorüberziehen zu lassen, da mich bereits Teil 1 nicht begeistern konnte (nur ein Gag bringt mich jedes Mal zum Lachen: Luigis superduper Rekordreifenwechsel) - und fast überall wird mir das im Grunde durch die Kritiken bestätigt. Bis auf die Cinema. Da hat wohl jemand einen anderen Film gesehen.

Hook ist so eine Figur, die als Nebencharakter ganz gut funktioniert, die aber schnell nervig werden kann. Ich ahnte bereits eien Tragödie, als ich hörte, dass er im Mittelpunkt steht. *seufz*

Sehr schade für Pixar, dass sie sich ihre weiße Weste so beschmutzen mussten. Hoffen wir also auf "Brave".

Stefan Kraft hat gesagt…

Hat es eigentlich einen Grund, dass dieses Mal einige Wörter fett hervorgehoben sind? Ist das Deinem Unmut geschuldet?

Zum Artikel selbst: Ich hätte nie gedacht, dass Du mal eine negative Kritik über einen Pixarfilm schreiben würdest bzw. würdest schreiben müssen... Mein (ernstgemeintes!) Beileid, solche Enttäuschungen können hart sein.
(Wobei ich mich frage, ob mir die von Dir benannten Logiklöcher der Cars-Welt wirklich aufgefallen wären.)
Ach ja: Wie viele Kritiken à la "Disney hat Pixar ruiniert" hast Du schon zu Gesicht bekommen? ;-)

Baumeister hat gesagt…

Also Disney wird trotzdem mit Cars Kohle verdienen, egal wie schlecht der Film auch sein mag. Und ich glaub immer noch, dass der Film ganz ok ist, bin aber auch kein großer Pixar-Fan (Wall-E nicht gesehen, mit Toy Story kann ich nicht so viel anfangen, Die Unglaublichen ist aber gut). Den ersten Cars fand ich ja auch ganz ok. Und war ja klar, das Pixar irgendwann einen schlechten Film machen musste. Ich denke doch, dass bei dir die Enttäuschung eine große Rolle spielt. (Bei IMDb hat er ja immerhin 6.6).
Naja, wenn ich den Film doch noch sehen sollte, dann werde ich schonmal nichts erwarten und werd wohl auch nicht enttäuscht werden.
In den letzten Jahren gabs sowieso einen Overkill an Animationsfilmen, da kann ich mir Cars auch sparen denk ich.

InvaderPhantom hat gesagt…

Oha. Hätte nicht gedacht, dass er so schlecht ist. ._. Ob ich ihn mir wirklich ansehen soll? Dann wahrscheinlich zur Vollständigkeit halber.

Als du die Logiklöcher erläuter hast, hab ich gelacht wie seit langem nicht mehr auf diesem Blog.^^

Und was sollen eigentlich die fettgedruckten Wörter? Bei großer Betonung kann ich das noch verstehen, aber ob "hat der dicken Erika alle Kinder-Countrys" besonders betont und deshalb fettgedruckt sein muss, verwirrt mich irgendwie... xD

Sir Donnerbold hat gesagt…

@ Baumeister: Und bei Rottentomatoes hat "Cars 2" 37%. Angesichts meiner eh sehr niedrigen Erwartungen werde ich in diesem Fall schlicht mehr auf der Kritiker-, als auf der IMDb-User-Seite sein und nicht etwa von meiner Enttäuschung getrügt sein. ;-)

Und dass Disney/Pixar mit dem "Cars"-Franchise viel Geld verdient, ist ja vollkommen akzeptabel. Das Spielzeug scheint zum Teil äußerst hochwertig zu sein, obendrein gibt's einfach eine schiere Auswahl. Ich habe auch schon mit den Auto-Versionen von Mike & Sully aus "Monster AG" und mit einem sehr detallierten Filmore (dem VW Bus) geliebäugelt. Habe es aber sein lassen, weil ich vorerst kein Geld für diesen Film opfern möchte. ;-)
Währendessen gab es etwa zum deutlich besseren Ratatouille überhaupt kein brauchbares Spielzeug... Insofern ist der Merchandising-Erfolg gerechtfertigt, allerdings kann Disney diese Zahlen mit seiner Werbepower (denke ich) auch ohne weitere "Cars"-Filme aufrecht erhalten.

@ Stefan Kraft: Die Fettschrift hat nichts mit meiner Wut zu tun. Die gab es auch schon bei der "Wizards of Mickey"-Besprechung. Ich wollte mal schauen, ob das vlt. eine für Gelegenheitsleser angenehmere Präsentationsform längerer Artikel ist.

Dominik Klein hat gesagt…

Kopf Hoch Sir Donnerbold, Brave wird wieder klasse.

Anonym hat gesagt…

Mein guter Freund Sir D. wird mich nun erschlagen, aber ganz so grauenvoll empfand ich ihn nun auch nicht:

Recht hat er definitiv im Hauptcharakter und der fragwürdigen Moral, aber Wo ich ihm widerspreche ist die Cars Welt: Ich hinterfrage die Züge und FLugzeuge nicht, für mich ist das ganze einfach eine Cartoonwelt mit Autos, wo ich halt spaß haben soll mit Autos ohne groß drüber nachzudenken. Den einen stört es, den anderen nicht. Lediglich die Aussage mit den Dinosauriern stört mich gewaltig: Gab es da Dinosaurier? Wie? Wo? Warum?

Auch würde ich den Film nicht unter Himmel und Huhn stellen: Himmel und Huhn war einfach ein schlechter, herzloser Film, der keinen Respekt vor dem Medium CGI hatte oder der Disney Legende, einfach der versuch schnell einzucashen. Cars 2 wirkt auf mich eher wie ein back to the roots zum klassischen Pixar wie Toy Story oder Monster AG, leider funktioniert es hier nicht wirklich.

Was mich wundert ist das Sir D. nicht den Auto "Gore" Anteil erwähnt: Autos werden gefoltert, ermordet, ihre zerstückelten Leichen schwimmend im Meer in großaufnahme präsentiert, mehr abgeschlachtet, ihre zusammengepressten Leichen sind zu sehen - ich weiß das sind nur Autos, aber dadurch hat der Film eine makabre Perverse Note, vor allem fragt Pixar sich dann warum ich zu den Autos nicht aufbauen kann, wenn die Firma dann selber sagt "klar werden sie abgeschlachtet, aber es sind nur Autos, also just for fun".

Im großen hat Sir D. recht, dennoch hat der Film einige gute Seiten (toller Soundtrack, einige gelungene Gags, die Actionszenen gefielen mir, wunderschöner Abspann, tolle Animationen) und bekommt so noch 5/10 von mir - und ja, für Pixar ist so ein Ergebnis erbärmlich...

Jaguar D Sauro, der mal wieder Probleme mit seinen Google Konto hat!!!

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