Samstag, 21. Juli 2012

The Dark Knight Rises


Vier Jahre sind vergangen, seit The Dark Knight die Kinowelt in Aufruhr versetzte. Ein intelligent geschriebener, komplex gesponnener Action-Thriller mit tiefschürfenden Darbietungen, basierend auf den Batman-Comics, eroberte nicht nur im Sturm die Herzen der Kino-Kritiker, sondern katapultierte sich in die oberen Ränge der Hitliste, die für die erfolgreichsten Filme aller Zeiten reserviert ist. Christopher Nolan übertraf die Erwartungen vieler, die nach seinem bereits hoch respektierten Batman Begins gebannt waren, wie er seine psychologisch-dramatische Interpretation des Rächers und dunklen Ritters weiterführen wird, schürte so aber auch sofort wieder Anspannung. Kann die Batman-Reihe ohne Heath Ledger und seine alles überschattende Darstellung des Jokers angemessen fortgeführt werden? Wie kann die Fortsetzung von The Dark Knight die so hoch angesetzte Messlatte noch nehmen und die Saga konsequent auf eine höhere Ebene führen, ohne zur reinen Materialschlacht zu verkommen?

Noch während The Dark Knight seinen Siegeszug vollführte, der unter anderem acht Oscar-Nominierungen (darunter zwei Siege, einmal für den Tonschnitt und einen Nebendarsteller-Oscar für Ledger) sowie kurzzeitig Platz 1 in der ewigen Bestenliste der IMDb beinhaltete, überschlugen sich die Spekulationen. Früh schien sich die Internet-Fangemeinde einig, dass Catwoman und der Riddler Teil eines weiteren Bat-Abenteuers sein müssen. Doch wäre ein Verrückter, der gerne Rätsel aufgibt, nicht zu nah am Joker? Und Catwoman könnte für Nolan gewiss zu kitschig sein ... Überhaupt – wie düster wird wohl die Fortführung von Batman Begins und The Dark Knight? Der Regisseur und Autor, der zwei Jahre nach seinem Milliarden-Dollar-Kassenerfolg mit Inception eine melancholische, vergrämte Liebesgeschichte im Gewand eines Science-Fiction-Action-Kriminalthrillers erzählte, betonte dereinst in einem Interview, optimistische Filme zu drehen. Wenn jedoch der Mann, der einen Superheldenfilm erschafft, in dem die Hauptfigur lernen muss, dass sie Soziopathen erst dazu inspirierte, massive Verbrechen zu begehen, und dass sie deswegen den schmerzvollen Lebensweg eines Gejagten einnehmen muss, sein eigenes Werk als "optimistisch" betrachtet – so darf der spekulierende Filmfreund über diese Sichtweise sicherlich zynisch lächeln und sich ein ganz besonders "optimistisches" Finale der Saga ausmalen.

Die Zeit der Spekulationen hat nunmher ein Ende gefunden, denn Christopher Nolans Interpretation Batmans kommt für ein drittes und letztes Mal ins Kino. Mit der Rückkehr des dunklen Ritters in Fledermausmaske und Cape erfährt das geneigte Kinopublikum auch die Rückkehr diverser Stilmittel, welche für Christopher Nolan typisch sind, in The Dark Knight allerdings nur in subtilerer Form aufkamen oder sogar gänzlich fehlten. Das Finale dieser Batman-Trilogie lässt die Handschrift ihres Schöpfers deutlicher erkennen, wodurch es sich Batman Begins annähert und als konsequenter Kreisschluss dient. Schilderte The Dark Knight unvermittelt den einschneidenden Wendepunkt in Batmans Werdegang, bildete ein großes Ereignis ab, umfassen Batman Begins und The Dark Knight Rises komplexere Prozesse – nämlich jene, die zum Anfang und zum Ende dieser Batman-Saga führen. Was in der Zwischenzeit geschah, soll dem Zuschauer zwar durchaus interessant vorkommen, ist für Christopher Nolan allerdings nicht von größerem Belang, so dass er die Übergänge zwischen Anfangsphase, Wendepunkt und Schlussphase seiner Trilogie bewusst in einem Schleier der Mystik verhüllt. Insbesondere im ersten Akt von The Dark Knight Rises werden Fragen aufgeworfen, wohlweislich inhaltliche Lücken gelassen und Geheimnisse gestreut.

Seit Commissioner Gordon die Jagd auf Batman eröffnen musste, damit dieser sich als der Schuldige hinter den Taten des durch den Joker in den Wahnsinn getriebenen Harvey Dent inszenieren konnte, ist vieles in Gotham geschehen; das meiste davon reißen die für das Drehbuch verantwortlichen Brüder Jonathan & Christopher Nolan allerdings bloß an. Neue Bekanntschaften wurden geschlossen, Bindungen wurden gekappt, einige der Figuren veränderten ihre Position in der Welt – oder gar die Position, die sie der Welt gegenüber einnehmen. So ist unter anderem nicht nur Batman, zu Beginn von The Dark Knight noch ein Vorbild vieler Einwohner Gothams, zu einer finsteren Persönlichkeit verkommen, es färbte auch auf Bruce Wayne ab, den wir in The Dark Knight Rises anfangs ohne nähergehende Erläuterungen als zurückgezogenen, verbitterten Mann vorfinden. Die zahlreichen offenen Stellen in Nolans Batman-Mythos machen es möglich, ihn überhaupt als solchen aufzufassen, obwohl er so firm in einer realistischen Welt verankert ist. Die vielen, nie aber zentralen Rätsel dienen der Weltenbildung, geben das Gefühl, dass mehr als das bloße Erzählte hinter der Geschichte steckt. Somit ist es auch ein spannungsförderndes Stilmittel, es soll das Publikum an den Rand des Kinosessels ziehen, gebannt, ein sichereres Gefühl für die Figuren, Hintergründe und Ereignisse zu entwickeln. Zugleich riskiert Nolan somit, seine Zuschauer von der Handlung zu distanzieren. Erst recht, nachdem er sie in The Dark Knight unmittelbar an Batmans Kampf gegen den ein perfides Spiel treibenden Joker teilhaben ließ, kann sein Einstieg in The Dark Knight Rises etwas entfremdendes an sich haben, da es sich nun um eine gänzlich andere Form von Spannungsbildung handelt.


Selbstredend arbeitet selbst ein Christopher Nolan, welcher weder über eine E-Mail-Adresse noch über ein Handy verfügt, nicht in einem künstlerischen Vakuum. Zu den beliebtesten Momenten von The Dark Knight gehört die ausführliche Introsequenz, die im überwältigenden IMAX-Format einen vom Joker geplanten, genialen Banküberfall schildert und so das unberechenbare Handeln dieses Schurken sowie seinen makaberen Humor vorführt. Während die Erzählstruktur, die Bildästhetik und die Grundstimmung eher an Batman Begins angelehnt sind, gehört der Versuch, diesem denkwürdigen Einstieg nachzueifern, zu den von The Dark Knight beeinflussten Sequenzen des großen Endkapitels der Batmansaga. Obwohl Banes großer Auftritt durchaus Parallelen zur Introsequenz von The Dark Knight aufweist, und selbstredend wieder im IMAX-Format gedreht wurde, macht Nolan dennoch unmissverständlich deutlich, dass Batman nun nicht einfach bloß einem Joker-Abklatsch die Stirn bieten muss. Bane beweist bereits in wenigen Minuten, dass er in größeren Maßstäben denkt, bei vergleichbarer Ruchlosigkeit kontrollierter handelt und dass mit ihm weitaus weniger zu spaßen ist. Zudem ist er körperlich um ein Vielfaches stärker, wodurch er Batman sowohl im Zweikampf als auch im Planungsvermögen ebenbürtig ist.

Paradoxerweise schlägt Bane den Joker sogar in seinem eigenen Fachbereich: Bane agiert geordneter, ist ein fokussierterer Wahnsinniger, doch gerade dadurch behauptet er sich in The Dark Knight Rises als der effektivere Anarchist. Denn wie ungebührend wäre ein Ende der Batman-Legende, in dem es um bloße monetäre Dinge geht? Nein, auch Bane verfolgt eine Agenda völlig eigener Ideale – wenngleich diese für ihn, im Gegensatz zum Joker, keinen perfiden Spaß darstellt. Das macht ihn werkimmanent betrachtet zum gefährlicheren Widersacher für Batman, aus der Publikumssicht kommt Bane derweil nicht ganz an den Psychopaten mit der Clownsschminke heran, weil in ihm kein so großer Funken der manisch-kindlichen Begeisterung brennt. Was keineswegs bedeuten soll, dass Bane ein langweiliger Antagonist ist. Skript, Inszenierung und Darstellung verleihen ihm bedeutsam mehr Profil als den Schurken aus Batman Begins, und selbst wenn hinter der Maske Banes nur wenig von Tom Hardys Gesicht zu erkennen ist, verraten bereits seine in der Rolle versunkenen Augen, dass der Inception-Star mit großer Passion dabei ist. Er nimmt diesen in sein Vorhaben vernarrten, intelligenten Koloss von Mann und gibt ihm selbstdarstellerische Züge, durch welche Banes brachialsten und wortgewaltigsten Szenen gleichfalls bedrückend wie faszinierend wirken. Mit einem heiteren Singsang in der düsteren Stimme hält Bane vernichtende Monologe, während er mit dem Körper eines Kampfgiganten den Gestus eines entspannten Showmasters einnimmt.
Die Brillanz des Jokers erreicht diese komplexe Performance nicht, auch das Drehbuch deutet zwar einvernehmende Tiefen für Bane an, kann aber die Geniestreiche aus The Dark Knight nicht gänzlich erreichen. Dennoch hat Bane eine derart für sich gewinnende, abscheuliche Ausstrahlung, weswegen es enttäuscht, dass es nicht zu mehr Interaktion zwischen ihm und Batman kommt und Tom Hardy nicht wenigstens noch eine ausschweifende, auf ihn konzentrierte Sequenz erhielt, um Bane mit noch größerer Gewalt in die Erinnerung des Zuschauers zu prügeln.

Die etwas geringere Präsenz Banes gegenüber dem Joker ermöglicht es aber, Batman wieder etwas stärker ins Zentrum zu rücken. Erneut weist Nolan seinem Helden nicht die prominente Position zu, die er in Batman Begins einnahm, allerdings lässt sich nunmehr mit Sicherheit sagen, dass dies Methode hat. Einzig das Anfangskapitel der Trilogie trägt Batman explizit im Titel, die Fortsetzungen dagegen nennen ihn (ehr)fürchtig bei seiner inoffiziellen Bezeichnung – es steht sinnbildlich dafür, dass Batman in diesen Filmen als Symbol eine gesteigerte Bedeutung hat, was Nolan auch auf die Narrative überträgt. Dennoch wird Batman somit nicht zum Nebendarsteller im Finale seines eigenen Filmmythos degradiert. Christian Bale stellt sowohl Bruce Wayne als auch sein Alter Ego überzeugend in verschiedensten Facetten dar, er skizziert wohl das komplexeste Bild dieser Figur, die es im Kino bislang zu bewundern galt: Verbittert, moralisch gebrochen, seinen Einsatz als Held wieder genießend, von Wut getrieben und verzweifelt-verbissen – für Batman steht in The Dark Knight Rises eine emotionale Tour de Force bevor. Dass diese nachvollziehbar und glaubwürdig erscheint, ist vor allem Bales nuanciertem, zwischen diesen so weit voneinander liegenden Gefühlsregungen plausible Brücken bauendem Spiel zu verdanken, denn Nolans Erzählung bemüht sich vorrangig um die Vermittlung ihrer thematischen Kernthesen, so dass Batmans innere Reise auf ihre Eckpfeiler reduziert wird. Die Übergangsphase deutet das Drehbuch oftmals nur an, weshalb die emotionalen Entwicklungen nicht durchwegs Schritt für Schritt erklärt werden – unglaubwürdig werden sie dadurch nicht, jedoch gleichen sie eher schnellen, dramaturgischen Pinselstrichen. Nolan legt größeren Wert, dass die Beschlüsse Batmans überzeugen und trotzdem erstaunlichen Effekt haben, nicht, dass der Zuschauer auf jede einzeln Entscheidung die Antwort darauf parat hat, weshalb der Ritter der Nacht diese Wege einschlägt.

Es wird einige Fans sicherlich freuen, dass Batman, obwohl The Dark Knight Rises einen noch ernsteren Ton anschlägt, verbal wieder schlagfertiger geworden ist. Insbesondere gegenüber Catwoman kann sich der grimme Held diverse verschmitzte Wortspielereien nicht verkneifen. Es ist wohl ein künstlerisches Naturgesetz, dass Batman in der Nähe der katzenhaften Meisterdiebin seinen Humor wiederfindet, und diese Grundregel schadet The Dark Knight Rises keineswegs, da die kurzen Phasen pointierter Dialoge stets behutsam in die dramatische Handlung eingestreut sind.


Aufgrund der vielen Catwoman-Fans führte die Ankündigung, Batmans bezirzende Widersacherin käme in The Dark Knight Rises vor, vorab für einigen Jubel, zugleich herrschte jedoch unter einigen Kinogängern Sorge, Anne Hathaway könne bei weitem nicht an Michelle Pfeiffers Version aus Batman Returns heranreichen. Tatsächlich aber macht Hathaway ihre Sache sehr gut und interpretiert die diebische Verführung ohne zu starken Einfluss aus vorhergegangenen Batman-Inkarnationen. Aufgrund der ihr recht wenig bemessenen Leinwandzeit verfügt Hathaways Catwoman-Performance jedoch nicht über die ikonische Ausstrahlungskraft des Ledger-Jokers, Aaron Eckharts Harvey Dent oder auch Tom Hardys Bane, und da sie klar als Nebenrolle und nicht als heimlicher Star angelegt ist, kann sie auch nicht mit der nachhaltigen Präsenz von Michelle Pfeiffer mithalten. Dennoch besteht kein Zweifel daran, dass Hathaway die richtige Catwoman für diesen Batman ist. Die ouverte Sexualität der im Lack-und-Leder-Fetisch gekleideten Batman Returns-Katzenfrau (über die von Halle Berry gespielte Domina-Straßennutte hüllen wir den Mantel des Schweigens) tauscht die Der Teufel trägt Prada-Hauptdarstellerin gegen eine subtilere, natürlichere Attraktivität ein, sie versprüht durch beiläufige Blicke und unaufgesetztes Selbstbewusstsein ihre verführerische Ausstrahlung. Die aufgeweckte Diebin stiehlt sich gekonnt, aber dennoch nur ausreichend erfolgreich durch Gotham, um in einer ihr nicht gerechten Welt überleben zu können. Somit repräsentiert sie jene, die in der schattenhaften Metropole zwischen Licht und Dunkelheit der Moral stehen. Während andere unpriviligierte Bürger Gothams das Gestz selbst in die Hand nehmen und es dermaßen verdrehen, dass sie zu einer Geißel der Ordnung werden, nimmt sie nur notgedrungen von den Überpriviligierten, um sich über Wasser zu halten. Denn für ein Leben auf der gesetzestreuen Seite ist es für sie bereits zu spät, längst hat sie ihre Hände zu schmutzig gemacht, um einer rechtmäßigen Tätigkeit nachzugehen.

Die weniger aufdringliche Sinnlichkeit Catwomans und die von ihr nie theatralisch angesprochene Unglücklichkeit hinter ihrem kessen Auftreten passen wundervoll in Nolans Filmuniversum und werden von Anne Hathaway mit ungezwungenem Charme rübergebracht. Trotzdem wird Christopher Nolan nur manche der Kritiker verstummen lassen können, die ihm vorwerfen, beim Erschaffen von Frauenrollen ein weniger fähiges Händchen zu haben als bei den Männerrollen. So galant Hathaways Selbstversorgerin in hochhakigen Schuhen auch zwischen Gut, Böse und Opportunismus tigern mag, zugleich ist sie das möglicherweise unverdienteste Opfer der gewollt unvollkommenen, narrativen Legendenbildung von The Dark Knight Rises. Zwar sind die Facetten vorhanden, die für eine mehrschichtige Skizzierung dieser Figur notwendig sind, doch sie werden nicht ausreichend vertieft, um diese eigentlich sehr bodenständige Nebenrolle vollkommen greifbar zu machen. Die Inszenierung Catwomans als eine schwer durchschaubare, flüchtige Bekanntschaft Batmans mag reizvoll sein, aufgrund ihrer Position im Schickalsspiel von The Dark Knight Rises hätte es sich allerdings angeboten, sie etwas ausgiebiger zu charakterisieren und somit als kleines Licht, das in große Ereignisse verstrickt wird, erzählerisch besser zu erden.

Auch weitere Nebenrollen werden eher flüchtig dargelegt, bei ihnen ergibt sich aber dank ihrer klareren Rolle dessen ungeachtet ein rundes Bild: Morgan Freeman begeistert erneut als freundliches, zum trockenen Witz aufgelegtes Technikgenie Lucius Fox und Gary Oldman bietet als gealterter Jim Gordon weiterhin die brüchige Klasse eines überforderten, von seiner Aufrichtigkeit dennoch weiter vorwärtsgetriebenen Polizeibeamten. Gordon trifft in The Dark Knight Rises eine bedeutungsvolle Fehlentscheidung, die zwar unter Berücksichtigung seiner Charakterisierung in den Vorgängerfilmen für ihn naheliegend ist, da Nolan sich in diesem Film allerdings nicht die Zeit nimmt, die gutgläubige Seite Gordons erneut zu etablieren, dürfte diese Tat Gordons einige Zuschauer verärgern, da sie ohne frische Erinnerung an The Dark Knight sehr konstruiert wirkt. Hier muss jeder bei der Bewertung der erzählerischen Stärke beschließen, ob es wichtiger ist, dass eine Trilogie am Stück besser funktioniert, oder ob ihre Einzelelemente primär alleinstehend aufgehen sollten.

Unterstützung erhält der in The Dark Knight Rises nicht mehr sonderlich prominent (wenngleich bedeutsam) auftretende Jim Gordon durch den noch ungeschliffenen, ebenso idealistischen wie ungestümen Cop John Blake, gespielt von Joseph Gordon-Levitt. Gordon-Levitt gibt eine adäquate Leistung ab, er drängt sich nicht zu sehr in den Vordergrund, hinterlässt dennoch Eindruck. Ähnliches gilt für Marion Cotillard, die als Energieunternehmerin Miranda Tate zwar sympathisch spielt, jedoch vom Skript nur wenig herausgefordert wird. Manchen wird es stören, dass Alfred und Bruce Wayne sie wie eine alte Bekannte behandeln, ohne dass dem Publikum ihre Vorgeschichte über wenige Bruchstücke hinaus nahegelegt wird. Es stützt die schattenhafte, leicht zerfranste Erzählweise, die Nolan eingangs verwendet, um The Dark Knight Rises mit Unklarheiten und atmosphärischer Spannung zu füllen, anders als bei Selina Kyle aka Catwoman schadet es der Figur der Miranda Tate aber nicht im Geringsten. Dessen ungeachtet kann es schnell als unsaubere Erzählweise aufgefasst werden, wenn man sich auf diese Narrative nicht völlig einzulassen vermag.

Zu guter Letzt muss hinsichtlich der Darsteller erwähnt werden, dass Michael Caine in The Dark Knight Rises als Alfred noch gewitzter ist als in den Vorläuferfilmen. Darüber hinaus darf er den juxenden, väterlichen Butler aber auch von seiner fürsorglichsten und verletztlichsten Seite zeigen. In diesen Szenen wird wieder das ungeheuerliche Talent Caines deutlich, der in Nolans intellektueller, psychologischer Heldenstudie die rührendsten und menschlichsten Dialogzeilen aufgebracht spielen kann, ohne deplatziert zu wirken.


Nach der unweltlich-rotbraunen Bildästhetik von Batman Begins und dem kühlen Blauschleier, in welchen sich The Dark Knight hüllte, tritt The Dark Knight Rises in einem verwaschenen/überbelichteten, gleißendem Weiß auf. Selbstredend ist es keine ästhetische Entscheidung ohne Belang. Das herbstliche Kastanienbraun von Batman Begins weckte Assoziationen zu Gruselgeschichten, was angesichts der Anleihen an die 13-teilige Batman-Erzählung The Long Halloween und dem zentralen Motiv der Angst eine naheliegende Wahl darstellt. Zumal trat Batman in diesem Film als albtraumhafter, noch kaum bekannter Schrecken der Unterwelt auf, während auch die unbequeme Hintergrundgeschichte des Helden erzählt wird. The Dark Knight rückte visuell näher an harte, dennoch weitestgehend realistische Kriminalthriller, war nicht nur Batman nun eine greifbare Bedrohung des Bösen, sondern auch der Kampf zwischen dem Titelhelden und dem Joker so weltnah, wie nie zuvor derKernkonflikt eines Superheldenfilms. Zugleich unterstrich das eisige Blau die emotionale Kälte in Gotham und in Bruce Waynes vereinsamendem Leben.

Das gleißende Weiß, welches über dem Geschehen in The Dark Knight Rises liegt, fußt gleich auf mehreren Gedanken. Mit seinem helleren Farbton impliziert The Dark Knight Rises nicht so düster wie seine Vorläufer zu sein, was sehr oberflächlich betrachtet anfänglich auch zutrifft. Gotham scheint seit den Ereignissen von The Dark Knight mühselig Frieden erarbeitet zu haben. Aber das Weiß dieses Films ist ein verwaschenes, imperfektes, der Frieden trügt nur. Das helle Licht dieses Finales blendet zu sehr, ist befremdender als die Farbfilter der ersten beiden Filme. Der verwaschene, helle Weißton kann sogar beinahe schmerzlich sein, was sinnbildlich für eine zentrale Aussage Banes steht: Dieser predigt, sinngemäß, davon, dass erst der helle Schein eines Hoffnungsschimmers Menschen in einer ausweglosen Situation vergehen lassen kann. Eine Weisheit, die The Dark Knight Rises methodisch verfolgt: Wie erläutert tritt er als der strahlendste, demnach vermeintlich hoffnungsvollste Film der Reihe auf, dann aber hält er dem Zuschauer und seinen Helden konsequent vor, dass diese Hoffnung nur aus der Ferne scheint, dass dieses Licht auf einen Hort der Verzweiflung runterblickt und die dort Gefangenen blendet. The Dark Knight Rises wird somit der stringenteste, die ärgsten Konsequenzen vordernde Teil der Saga. Er missleitet bewusst mit seinen Lichtschimmern, was ihn schlussendlich zum düstersten Teil der Trilogie macht.

Diese duale Deutung der Hoffnung lässt sich auch auf Batman übertragen, der sich herausgefordert sieht, den Bürgern Gothams endlich als leuchtendes Symbol zu dienen – gleichwohl zeichnet sich ab, dass Bruce Wayne ob dieses Vorhabens verglühen dürfte. Sein Licht droht, sein Untergang zu werden, Hoffnung und hehre Absichten können seinen Untergang bedeuten. Die Kernproblematik, die The Dark Knight Rises behandelt, ist die zerstörerische Kraft von Heldentum und Hoffnung, was sich visuell in der unwohlen Leuchtkraft von Wally Pfisters Kinematografie äußert.

Bei aller Genialität, wie tief die Farbästhetik von The Dark Knight Rises im Filminhalt verwurzelt ist, verfügt der Film nicht über derart viele minutiös geplante, Bände sprechende Stillbilder wie The Dark Knight. Obschon Christopher Nolan und sein versierter Stammkameramann Wally Pfister erneut einige imposante, stimmungsvolle und ausdrucksstarke Bilder kreieren, wie etwa Banes in seiner selbstgefälligen Entspanntheit eine kontrollierte Aggressivität ausstrahlender Gang, während er sich darauf vorbereitet, ganz Gotham eine Rede zu halten, lassen sie seltener als in The Dark Knight allein die Bilder sprechen. Auch verweilen Nolan und Cutter Lee Smith kürzer auf aussagekräftigen Einstellungen, weshalb diese nicht die nachhallende Kraft entwickeln können, die mehreren Szenen des Vorgängers innewohnte. Nolan nutzt also zwar starke Motive und lässt auf visueller Ebene das Innenleben der zentralen Figuren sowie den Stand der von ihm erschaffenen Filmwelt widerspiegeln, aber solche Momente wie Batman, der über einer Ruine stehend sein Versagen zu begreifen versucht, oder die Szene, in der der Joker beharrlich darauf wartet, von Batman angefahren zu werden, entstehen in The Dark Knight Rises nicht.

Partiell ist dies darin begründet, dass dieser dramatische Superheldenthriller sehr viel Handlung zu erzählen hat, die sich über einen größeren Handlungszeitraum erstreckt. Da das Geschehen deshalb selbst bei einer Laufzeit von 165 Minuten stark komprimiert werden muss, kann Regisseur Christopher Nolan nicht ohne weiteres länger auf beeindruckenderen Bildern ruhen bleiben. Wegen seiner komprimierten Erzählung kann er in The Dark Knight Rises außerdem nicht davon ablassen, Handlungsstränge und Figuren hastig bei Seite zu schieben, sobald sie seiner Ansicht nach ihre Funktion erfüllt haben. Wer sich schon in Batman Begins und The Dark Knight schwer mit der raschen Abfertigung vereinzelter Figuren tat, wird auch beim Finale der Saga feststellen müssen, dass nicht alle Handlungsfäden zeremoniell abgeschlossen werden. Die starke Verdichtung der Erzählzeit ermöglicht zugleich aber eine effektvolle Verunsicherung des Zuschauers. Dies trifft vor allem auf die zweite Hälfte des Films zu, welche inhaltlich wieder größere Anleihen bei The Dark Knight nimmt. Banes Plan konkretisiert sich, es wird ersichtlich, dass auch er ein Agent des Chaos ist. Doch während der Joker die Welt einfach nur brennen sehen wollte, um sich daran zu vergnügen, will Bane ihr seine Deutung von Gerechtigkeit und Selbstbestimmung bescheren. Was vermeintlich nur gelingen kann, indem er sie mit Zerstörung und Verzweiflung erfüllt, weil dies die einzigen Wege sind, die er kennt und die es seiner Auffassung nach zu beschreiten gilt.

Über Banes Verbreitung von Furcht und Unordnung knüpft das ausführliche Kernstück von The Dark Knight Rises schlüssig Bande mit seinem Vorläufer, obwohl der Film stilistisch näher an Batman Begins ist und auch seine thematischen Schwerpunkte zu einem bedeutsameren Anteil aus dem Anfang der Trilogie generiert. Dass Bane eigene Beweggründe hat, ist jedoch nicht der alleinige Unterschied zur Anarchie des Jokes, Nolan erzählt diesen Aspekt auch anders, statt erneut Schritt für Schritt das Katz-und-Mausspiel zwischen dunklem Helden und chaotischem Schurken nachzuverfolgen: Immer wieder springt die Geschichte für kleinere Zeitspannen voran, so dass Nolan mühevoll das Zeitgefühl seines Publikums aus dem Gleichgewicht bringt, was dazu führt, dass es sich selten gewiss sein kann, wie tief Gotham bereits im Morast steckt oder wie aussichtslos die Situation für Batman nunmehr geworden ist. Insgesamt ist dies ein stimmiges Stilmittel, welches gekonnt durchgeführt wird, zumal dem aufmerksamen Zuschauer regelmäßig wieder Anhaltspunkte gegeben werden, wie viel Zeit verflogen ist. Allerdings überspringt Nolan dabei vereinzelte Punkte, die sehr wohl von Interesse wären, so dass haarspaltende Zuschauer einige bohrende Fragen aus dem Kinosaal mitnehmen werden.


Wie eingangs erwähnt, stellte sich in den vergangenen vier Jahren, wie The Dark Knight Rises als dramatisches Finale die schiere Bandbreite von The Dark Knight übertrumpfen kann, ohne in die berüchtigte Sequelfalle zu tappen und einfach das gleiche Feuerwerk nochmal abzubrennen, nur halt größer.

Die Antwort liegt, erneut, in den kleinen, doch feinen Unterschieden zwischen Joker und Bane. Der Joker sponn ein die Helden quer durch Gotham jagendes, explosives Wirrspiel, es gab mehrere, sich in ihrer Intensität steigernde Attentate, die Hinweise zu ihrer Abwendung ließen Batman und Gordon nur knapp bemessene Zeit. Bane lädt zu keiner solchen Verfolgungsjagd ein, er ist ein stationäres Ziel, statt eine eskalierende Abfolge von Gräueltaten vollführt er einen megalomanischen Plan, ein längerfristiges Vorhaben. Dadurch hat The Dark Knight Rises ein völlig anderes Tempo, die Action nimmt andere Gestalt an. Statt vieler atemberaubender Verfolgungen und knapp ausgehenden Kämpfen gibt es in The Dark Knight Rises zunächst nur sehr kurze, sehr harsche Auseinandersetzungen. Diese sind auf den Punkt inszeniert und einschneidende Sequenzen, nicht aber so bombastisch, wie man es vielleicht erwarten würde. Denn der überragend kräftige Bane will Batman und Gotham auch innerlich, moralisch zerbrechen, weshalb sich seine Handlungen weniger auf große Verbrechensakte und verbitterte Kämpfe mit Batman konzentrieren, sondern auf Manipulation und Zerstörungen mit symbolischer Aussage. So zeichnet Nolan ein Finale mit deutlicher Fallhöhe, ohne einfach The Dark Knight in größerem Maßstab zu wiederholen.

Für Batman wiederum bringt das von Bane erstellte Szenario vor allem einen Kampf mit sich selbst. Einen Kampf, dem so oder so Batmans Untergang vorprogrammiert scheint. Gibt er kleinbei, ist er kein Held mehr, doch je mehr er sich zum Leuchtbild hochstilisiert, desto ärger werden die Folgen, die dies nach sich zieht. Denn wie in The Dark Knight klar wurde, ist Batman Mitverursacher des Leids, welches er zu bekämpfen versucht Wer zu lange Held spielt, wird schließlich selbst zum Schurken, so die pessimistische Moral, die der Joker hinterließ. Womit das visuelle Leitmotiv wieder zum Vorschein kommt: Eines der Themen von The Dark Knight Rises ist, dass für Batman sowohl die Flucht ins Licht als auch in die Schatten der Vergessenheit nur Schmerzen bedeuten werden. So eine ausweglose Situation schilderte selbst der Vorgängerfilm nicht – dieser wies dafür den straffer umrissenen Spannungsbogen auf, weil sein Kernkonflikt explizitere und dynamischere Auseinandersetzungen zwischen Protagonisten und Antagonisten gestattete. Die Actionhöhepunkte von The Dark Knight Rises sind dagegen Selbstbezwingung und der Versuch, Banes Demoralisierung Einhalt zu gewähren. Nolan holt das packendste aus diesen Szenen heraus, den klassischen Thrill aus The Dark Knight kann er dennoch nicht vollauf erreichen.

Umso handgreiflicher ist dafür die Musik in The Dark Knight Rises. Der Oscar-prämierte Komponist Hans Zimmer schuf für Bane ein wiederkehrendes Thema, welches mit wild hämmernder Percussion, manischen Streichern und einem einschüchternden Chorus wuchtvoll voranschmettert. Es ist laut, düster und begleitet die Szenen, in denen es vorkommt, mit einer unheilvollen, wie ein Damoklesschwet über den Bildern schwebenden Andersweltlichkeit, die allerdings sehr gezielt eingesetzt wird, so dass sich eine Sogwirkung ergibt, der man sich nur schwer entreißen kann. Zimmer setzt jedoch nicht nur auf pure Klanggewalt, sondern schuf auch ein zärtlicheres, mit leiser Tragik spielendes Motiv für Catwoman und dramatische Szenen untermalt er mit traurigen Melodien, die sich eine heroische Ehrwürdigkeit bewahren. Aber auch das in den Vorgängern aufgebaute Batman-Leitthema kommt erneut zum Einsatz, meistens im verzweifelten Kampf um die Vorherrschaft gegen sich langsam aufbäumende Reinterpretationen des Bane-Themas. Die Filmmusik ist, kurzum gesagt, kraftvoll, bei Bedarf feinfühlig und vor allem das Ergebnis von kontrolliertem Wahnsinn. Perfekt für diesen Film, in dem es um die Ungerechtigkeit des Heldentums sowie um die stets durch das Unheil durchschimmernde, durchaus auch destruktive Wirkung der Hoffnung geht.

Fazit: Christopher Nolan fügt in The Dark Knight Rises konsequent zusammen, was er zuvor aufgebaut hat und verfolgt dabei gezielt den angemessenen Ansatz, die übergreifenden Themen seiner Trilogie stärker in den Vordergrund zu rücken. Dadurch wird The Dark Knight Rises nicht zu dem Film, den sich alle Liebhaber von The Dark Knight gewünscht haben, sehr wohl aber zu dem Finale, das sich Nolans Batman-Trilogie verdient hat. Das Gesamtbild ist aufgrund der überwältigenden Inszenierung, zahlreichen intelligenten Handlungselementen und der durchdachten, handfesten Betrachtung der Heldenthematik stimmig geraten, wenngleich sich der brillante Autor und Regisseur bei vereinzelten Details verkalkuliert hat. Denn zu Gunsten der effektvollen Durchführung seiner thematischen Konzepte wird die Charakterentwicklung in manchen Sequenzen mit einem solchen Nachdruck vorangetreiben, dass sie stellenweise sprunghaft erscheinen kann und nicht jede Figur die ihr gebührende Aufmerksamkeit erhält.

22 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Habe nur das Fazit gelesen, da ich bei Filmkritiken immer Angst vor Spoilern habe.
Freue mich auf jeden Fall schon auf den Film und bin auch schon zufrieden, wenn ich ähnlich gut unterhalten werde wie bei den beiden Vorgängern.
(Die waren klasse, aber auch keine Überfilme, wie ich finde)

Stefan Kraft hat gesagt…

Ich habe mich aus Furcht vor Spoilern auch erst einmal auf das Fazit konzentriert und den Rest der Review überflogen. (Letztendlich eher scheinheilig von mir, denn a) ist Sir Donnerbold keiner, der Spoiler veröffentlicht, und b) bin ich leider schon leicht verspoilt, weil ich andere Reviews teilweise überflogen habe - und da waren Spoiler drinnen.)
Interessant finde ich, dass Du kein persönliches Fazit zu ziehen scheinst (geschweige denn eine Note vergibst, was Du auch sonst nie tust), sondern hier eher eine objektive Review bzw. Betrachtung (vielleicht sogar ein Essay?) veröffentlichst. Wird es auch ein persönliches Schlussfazit geben? Deine Meinung scheint jedenfalls positiv, doch scheinen Dir einige Elemente negativ aufzufallen. Andererseits möchtest Du den Film wohl auch nicht komplett unabhängig von den Vorgängern bewerten, weil er anscheinend eng mit ihnen zusammenhängt bzw. nur mit ihnen seine volle Wirkung entfaltet.

Die Reaktionen im "Geekdom" scheinen jedenfalls zwischen "eigentlich nicht schlecht, ABER..." bis "überragend" zu oszillieren. (Wobei ich mich frage, ob die jeweilige Rezeption auch mit der persönlichen Einstellung und Bewertung zu den Burton-Batmanfilmen korreliert.)

Ich bin jedenfalls gespannt, ob die Dich störenden Elemente bei mir eine Rolle spielen werden oder nicht. Vielleicht wird mir gerade die eher sprunghafte Charakterentwicklung zusagen? Mal schauen (am 1. August ist es so weit - ja, ich werde den Film erst so spät sehen, weil mich erst dann mein jüngster Bruder besucht.)

Stefan Kraft hat gesagt…

Eine kurze Nachforschung ergab: Der Film scheint das Fandom ganz schön zu polarisieren. Mal sehen, was sich auf lange Sicht ergibt.

Dominik Klein (WildHuhn) hat gesagt…

Artikel ist zu kurz. Hätte mindestens doppelt so lang sein müssen wie der zu IB.

Papene hat gesagt…

Okay. Eine Beichte also.
Weil dieses 'Oh-Gott-Spoiler-Getöse' wieder los geht.
Dieses nervige.
Es mag unvorstellbar sein, aber - ich - und vielleicht nur ich - brauche Spoiler.
Anders gesagt: Ich. Liebe. Spoiler.
Weil. Ich kauf' doch nicht die Katze im Sack.
Bin ich Mediamarkt?

Deswegen Spoiler her.
So viele und von so verschiedenen Leuten wie möglich.
Gern auch die extrem wertenden, axiomatisch kulturpessimistischen aus der 'Nur-ein-erfolgloser-Film-ist-ein-guter-Film'-Ecke, oder diejenigen der besserwisserischen 'Das-konnte-ja-eh-nix-werden'-Fraktion und sogar die Ergüsse der 'Ich-finde-jedes-Plothole'-Geeks.
Je ausführlicher, je lieber.

Und wenn ich dann - selten genug - die im Sinne Luhmanns nicht unerhebliche gesamtökonomische Vorleistung eines Kinobesuchs tätige, und dann - noch seltener - von der im Vorfeld heftig verheissenen oder verdammten, aber beruhigend bekannten, und TATSÄCHLICH gelungenen (noch viel viel seltener) erzählerischen/visuellen/whatsoever Volte überrascht/berührt/verblüfft werde, dann - ja dann - rockt Kino (Beispiele gern auf Anfrage).

Trotz all der gelangweilten Blödbacken im Publikum, der Popcorn/Nachos-Müllhalden und der unscharfen Projektionen beweist Kino in so einem Moment seine Existenzberechtigung.
Let me entertain you.
Überrasch' mich.

Darum liebe ich Spoiler.
Auch wenn ich allein bin auf dieser Welt.

Nur mal so ... ;)

Stefan Kraft hat gesagt…

@Papeye: Deine Liebe zu Spoilern sei Dir unbenommen! Mir ging es in meinem Beitrag eigentlich nicht darum, Spoiler zu verdammen...

Andererseits (um mal einen anderen Gesichtspunkt anzureissen)... Nolan besteht als Regisseur/Künstler darauf, dass man sich seine Filme möglichst ohne Vorwissen ansieht. Und da ist er wohl nicht der einzige Regisseur. Ob es nun respektlos ist, den Wunsch des Künstlers zu ignorieren (und ob man nun wirklich ein besserer Mensch ist, wenn man's nicht tut) steht natürlich auf einem anderen Blatt.

papene hat gesagt…

@Stefan Kraft

Ja, das Thema kann schnell heikel werden.
Auch Hitchcock und Welles (nur die Bekanntesten) haben maximale Kontrolle über die Kommunikation über ihre Filme angestrebt.
Die wussten, warum.

Denn hier ist der Punkt. Ein 'Großer' Film, also Event-Kino mit dicker Vorleistung = Investition, braucht die Kommunikation VOR der Premiere wie der Teufel das Weihwasser: sorry, aber genau so gemeint.

Nur das vorsätzlich erzeugte Tabu ('das, was nicht genannt werden darf') bindet die Gemeinde ('wir, die es nicht nennen werden') und grenzt sie ab von den unwissenden/unwürdigen Anderen ('die, die keine Ahnung haben').
Obwohl die Gemeinde meist gar nicht weiß, über was sie nicht sprechen will/wird.
Ein guter Trick, den die alten erfolgreichen Religionen auch immer beherrscht haben.

Modernes Blockbuster-Marketing muss jedoch zwangsläufig den Kreis der zukünftig zahlungswilligen Gemeindemitglieder erweitern und sich sukzessive öffnen für 'die, die weiterhin nicht darüber sprechen werden, wovon sie keine Ahnung haben'.

Dabei sind die sogenannten Spoiler und der erbitterte Kampf um die Enthüllung oder Verdrängung derselben ein echt cooles Instrument der sehr bösen, weil ausschließlich am wirtschaftlichen Ergebnis orientierten 'Film-Industrie' ;)

Mir macht dieses Spiel einfach Spaß. Das Getöse vor dem Film gehört für mich zum Film wie der Vorspann und macht oft den eigentlichen dramatischen Höhepunkt eines Films aus.

Z.B.: Wird es George Lucas gelingen, zweidimensionale Kacke (Episode I) in dreidimensionale goldene Kacke (Episode I) zu verwandeln? Aber hallo!

Ist es wirklich möglich, dass sich die investierenden 1% 'im Film' zum Vergnügen der rückzahlenden 99% den A*sch verdreschen lassen, um sich dadurch mit mindestens 200% den Allerwertesten zu vergolden (The Dark Knight rises)? Sieht ganz so aus.

Können Pixar einen stummen Müllroboter oder einen sehr schlecht gelaunten Patienten der Pflegestufe I zum Gelddrucken verwenden? Yes!

Und eine WEIBLICHE Hauptdarstellerin (Alien?) in einen fetten, sowas von klassischen freudianischen Konflikt führen (Alien!), ohne auf die Backen zu kriegen? Man wird sehen.

Damit das so wunderbar spannend ist, braucht es imho Spoiler. Die ja nicht zufällig durch die Gegend geistern.

Es soll aber auch ohne gehen, hab' ich mir sagen lassen ;)

Stefan Kraft hat gesagt…

@Papeye: Okay, ganz verstehe ich Deine Argumentation (und die Aussagen Deiner Filmbeispiele) jetzt nicht... Ist das eine marxistische Analyse inkl. Religionskritik? Spoiler als dann doch bewusst von den Filmstudios verbreitete Andeutungen, um den Hype eines Films im Vorfeld zu erhöhen?

Es sei zum Abschluss noch erwähnt, dass ich Ep. I mag. Mir kommt es aber nicht darauf an, jemanden als besseren Fan zu bezeichnen, weil er bestimmte Filme eines Franchises (nicht) mag, sondern wie man mit Fans, die anders denken, umgeht. (Oder: Warum sich streiten?)

papene hat gesagt…

@Stefan Kraft

Marxistische Analyse inklusive Religionskritik?
Na ja, vor 30 Jahren vielleicht ;))

Nein, dazu sympathisiere ich inzwischen viel zu sehr mit dem seit Spielberg/Lucas institutionalisierten Blockbustersystem, das uns zum Preis von viel Vorfeld-Getöse, McDonalds-Kidsmenus und Lego-Sets all unsere kollektiven Angst- und Feuchtträume in feelgood events sublimiert.
Warum auch nicht.
Der tatsächliche geldwerte Pro-Kopf-Preis bleibt systemimmanent operabel, und lieber das, als Afghanistan/Iran/Syrien/WTF im Tatooine-Rebellen-Outfit plus Kugel im Kopf ... zwinker

(Nicht, dass Filme nicht das aktuelle politische und, um bei Star Wars zu bleiben, militärische Geschehen illustrieren können {'All Quiet on the Western Front', z.B.}, oder wenigstens kommentieren {'Paths of Glory', 'Catch-22' z.B.}, aber beeinflussen oder ändern: Ohje. Siehe 'An Inconvenient Truth').

Und ja - das Spoiler-Management wird man inzwischen nicht allein der 'Schwarmintelligenz' (hüstel) überlassen; allerdings wüsste ich schon gern, wie der Arbeitsalltag eines 'rumor mill managers' aussieht, wenn er oder sie mit den lokalen Sicherheitskräften zusammen arbeiten muss (http://www.spiegel.de/kultur/kino/besuch-am-set-der-marvel-produktion-the-avengers-a-826770.html).

Apropos Religion(skritik). Gern erinnere ich mich an ein medienwissenschaftliches Seminar, in dem gar nicht so unclever über Steven Jobs oder George Lucas als moderne Religionsstifter verhandelt wurde.
Und denkt man an das alltägliche Gebahren der Apple- und Star Wars-Jünger (und deren Gegner!), dann lagen wir nicht so verkehrt.
Bis zum nächsten Paradigmenwechsel ...

Und Nein, beziehungsweise Ja: Fans von Franchises aller Art darf man nie, nie ...
Denn 'Fan' kommt, soviel ich weiß, von "fanatisch".
Leute, die bekanntlich im Auftrag des Herrn unterwegs und daher mit Vorsicht zu geniessen sind.

Allerdings muss ich stur auf meinen Invektiven bezüglich SW EP1 beharren: Der Künstler, der 'American Graffiti' schuf, war beim Dreh des ersten "Sequels" wahrscheinlich permanent zu Tisch. Handwerklich gesehen.

Doch immerhin verdanken wir Seiner Großmut nicht nur den Mythos schlechthin, sondern mit 'Empire Strikes Back' den besten Film der Serie, und mit der Illustration der Umsetzung der "Order 66" (EP3) den ersten wagnerisch-tragischen und berührendsten Moment des Franchise überhaupt.

Von der (mich) sehr irritirenden Sadismus-Studie abgesehen, in der der weiße Gute den dunklen Bösen aufgrund des unglaubwürdig motivierten homerischen Kindsmordes ausgiebig zerhackt seinem Schicksal überläßt, was Darth Vaders künftigen weltenzerstörerischen Amoklauf beinahe schon als nachvollziehbaren Rachefeldzug erscheinen läßt.

Aber warum streiten :))

Stefan Kraft hat gesagt…

@papene: Da ist viel Stoff für Diskussion da, aber ich denke, dass würde über den Raum der Kommentarsektion hinausgehen. Außerdem muss ich zugeben, Deinen Gedanken nicht immer folgen zu können, aber das liegt vielleicht teilweise auch an mir.

Nur soviel: Das Wort "Fan" besteht für mich aus gutem Grund nur aus der Hälfte von "fanatisch": Man ist für etwas, aber nicht gegen andere, die anders denken.

Ansonsten: Warum sich streiten? Genau. Interessant, wo ein kleiner Hinweis auf den Wunsch, nicht verspoilert zu werden, hinführen kann... ;-)

on-topic: Ich bin durchaus neugierig, wie gut der Film hier in Deutschland im Feuilleton abschneiden wird (es deutet eher auf gemischte Reaktionen hin)... Aber eigentlich will ich nur wissen, wie gut er mir gefallen wird. Und das lässt sich natürlich nur durch einen Kinobesuch feststellen. :-)

papene hat gesagt…

"Interessant, wo ein kleiner Hinweis auf den Wunsch, nicht verspoilert zu werden, hinführen kann..."
Absolut. Und vielen Dank für das spontane sparring ;)

Abschließend auch was zum Film selbst. Die mich zum Kinobesuch motivierendste Besprechung, die noch dazu herrlich strange verspoilert ist, kam heute in der taz:
http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ku&dig=2012%2F07%2F25%2Fa0097&cHash=ac7e4fb4bd

Jetzt haben sie mich am Wickel. Jetzt will ich es wissen.
Obwohl ich eigentlich weder was für Bale übrig habe, noch für Capes (alles Wesentliche zu diesem albernen Accessoire ist bereits von Edna Mode aus Pixars herrlichen 'Incredibles' gesagt worden), und Nolan für einen leider nur technisch sehr begabten Kunsthandwerker halte, dem mal jemand die Worte 'Emotion' und 'Empathie' buchstabieren sollte, und mich Trailer und Art Work bislang - nun ja - etwas auf Distanz hielten.
Spoiler sei Dank ;))

Sir Donnerbold hat gesagt…

@ Stefan Kraft:

Es klingt sicher völlig abgehoben, wenn ich zu erklären versuche, weshalb meine Review diese Form angenommen hat ... das soll es natürlich nicht, also meine Argumente bitte nicht zu eingebildet deuten. ^^

Die essayistisch angehauchte Kritik kam zustande, weil ich es einfach am passendsten fand. TDKR ist ja einer der Filme, die Reviews allerorten hervorkitzeln, wer also ein schlicht runtergebrochenes "Element A war gut, B war mies" haben will, wird nur das Internet anschmeißen müssen, um es zu finden. Und da mir dieses Element der Mythenbildung derart ansprang, habe ich meine Kritik daran aufgehangen. Somit drängte sich fast ein objektiverer Stil auf, auch wenn ich nicht sagen würde, dass ich mit meiner Meinung völlig zurückhielt. So rechne ich Nolan die erratische Figurenzeichnung ja noch immer als interessantes Stilmittel an, mit der sich dann und wann verzockte. Andere, dem Film kritischer eingestellte, Autoren schreiben ja, Nolan hätte einfach völligen Bockmist gebaut. Ist ja beides eine Meinung - nur wer beim Schreibprozess dabei war, kann sagen, wieviel Absicht drin steckte. *g*

Dass ich Spoiler raushielt (bei TDK habe ich ja - mit Warnung wohlgemerkt! - sehr wohl gespoilert), lag an zwei Gründen: Ich wollte nicht der Arsch sein, der mehrere Tage vor Kinostart jemanden aus Versehen spoilert. Und zweitens half es der um etwas mehr Objektivität bemühten Art dieser Kritik. Ich denke nämlich, dass wohl jeder nach TDKR mehrere Plotpunkte aufzählen kann, die ihm zu plötzlich aufkamen/gelöst wurden. Jedoch wird auch jeder in dieser Debatte sagen "Nö, DAS hat mich nicht gestört, dafür aber DAS ..." Ich wollte da also im Detail jeden Standpunkt treffen, dem Groben aber meine Meinung mitgeben (es ist eine erzählerisch spannende Absicht, die manchmal jedoch misslungene Früchte trägt).

Möglicherweise etwa prätentiös. Kann sein. Ein, zwei ambitioniertere Monsterkritiken im Jahr will einfach machen, und TDKR war für mich einer der sich anbiedernden Kandidaten dafür.

So oder so: Ich wünsche für den 1. August noch viel Spaß und dass du dir keine weiteren Spoiler mehr einfängst. :-)

Stefan Kraft hat gesagt…

@Sir Donnerbold: Ich habe ja nach Deinen Gründen für die objektive Kritik gefragt, da darf ich mich nicht über Deine abgehobene Antwort beschweren. ;-) Im Ernst: Sie klingt für mich wirklich nicht abgehoben, sondern gut begründet. Ich denke sogar, dass eine solche Kritik angesichts der doch eher kontroversen Diskussion über den Film sogar die (unbewusst?) bessere Wahl ist. Zudem schätze ich es bei Kritiken, erst mal eher vorsichtig zu urteilen (wie Du es bei Deinem Urteil über die Figurenzeichnung machst). Natürlich kann man leicht einen Verriss schreiben, wenn etwas misslungen erscheint - aber dann übersieht man vielleicht, was sich der Filmmacher gedacht hat und verpasst sogar einen interessanten Aspekt. (Was aber natürlich nicht heissen muss, dass die Idee des Filmmachers gut umgesetzt wurde oder dass sie gar den Film rettet.) Letztendlich denke ich: Lieber noch etwas Positives/Differenziertes aus dem Film herausholen und etwas lernen anstatt diesen komplett zu verreißen. (Das macht den Film ja auch nicht besser.)

Dein Kritikstil kommt also durchaus meinen Vorstellungen entgegen. Und wenn Du auf Deinem Blog - den Du ja für Deine Leser kostenlos betreibst - gerne solch intelligente Kritiken schreiben möchtest, möchte ich Dich ganz sicher nicht daran hindern. ;-) :-)

Ansonsten gilt: Spoiler posten kann jeder, es nicht zu tun, ist schwierig. ;-)

Stefan Kraft hat gesagt…

Natürlich habe ich mir den Film mittlerweile (sogar wiederholt) angesehen - mein Bruder ist absolut begeistert, ich selbst bin mit dem Film wirklich zufrieden. Bevor ich meinen Eindruck schildere eine kleine Ausführung...

Batman Begins ist mir wohl der liebste Nolan-Batman, weil er mir das bietet, was ich persönlich in einem Batmanfilm sehen möchte. (Batman als Kreatur der Nacht... Bruce Wayne, der sich auf seine Mission vorbereitet... die Liste ließe sich fortsetzen). The Dark Knight mag der bessere Film sein, doch bin ich nie so recht mit ihm zufrieden gewesen - mir persönlich war Batman nicht mehr leidenschaftlich genug (ein sicherlich subjektiver Eindruck), und die Konfrontation mit dem Joker kam für mich etwas zu kurz.
Aus The Dark Knight Rises bin ich absolut überrascht herausgekommen. Nolan hat mit BB noch einen "klassischen" Superheldenfilm mit Origin-Geschichte erzählt; mit TDK erweiterte er das Konzept des Superheldenfilms, blieb ihm aber durchaus noch treu. TDKR scheint mir nun den Superheldfilm-Regeln kaum mehr zu folgen, sondern sich anderer Konzepte zu bedienen, wie der des Kriegsfilms. Es finden sich Elemente eines Sozialkommentars, doch einen großen Teil des Films macht die innere Reise Bruce Waynes aus, der Angst wieder erlernen und gereift mit dieser umgehen muss, um schließlich seinen inneren Frieden zu finden.
All das sorgte dafür, dass ich überrascht und letztendlich zufrieden aus dem Film gekommen bin - man könnte sagen, dass mich die von Dir, Sir D., angesprochenen Fragen, Heldenmythen u.ä. überzeugt haben.
Gleichzeitig sind mir auch "handwerkliche Fehler" aufgefallen, allerdings hinterlassen sie bei mir (als Filmlaie, der eine Meinung, aber leider keine Ahnung hat) einen wohl nicht so negativen Eindruck. Eher empfinde ich es so, dass der Film noch etwas abgerundet werden sollte: So sind manche Dialoge für mich zu schlicht gehalten, manche Szenen werden gegen Ende zu schnell beendet; auch Banes soziales Experiment hätte besser illustriert werden können, wenn das Verhalten der Bürger Gothams (abgesehen von den Gerichtsverfahren) gezeigt worden wäre. Das alles ist aber nicht etwas, was mich prinzipiell stört, sondern einfach, was den Film für mich nicht so faszinierend erscheinen lässt, wie er hätte sein können, und den Genuss beim Wiederansehen dämpft. (Beim wiederholten Ansehen würde ich z.B. feinere Dialoge schätzen oder die im Film gestellten Fragen wie z.B. nach Banes sozialem Experiment neu durchdenken.) Und unabhängig davon wären etwas längere typische Comicszenen (wie die Kämpfe Bane gegen Batman) natürlich für die "Nerd-Seele" immer schön, ihre jetzige Länge stört mich aber eigentlich nicht.

Mein Fazit ist also folgendes: Für mich ist es ein überraschender Film, der mich wirklich zufrieden stellt und bei dem für mich nichts Grundlegendes fehlt. Er würde m.E. aber Abrundung vertragen, um ihn wirklich faszinierend zu finden bzw. um seiner Faszination beim wiederholten Ansehen immer mehr zu "erlegen"; mit diesem Defizit kann ich aber leben.

Und ich muss Nolan einfach Respekt zollen: TDKR ist in meinen Augen einfach kein "Nerd-Film" mehr; er sprengt die Grenzen des Comicfilm-Genres und stellt ganz andere Fragen als die, die man von einem normalen Film dieser Sparte erwarten würde.
Ich lehne mich noch weiter aus dem Fenster und behaupte, dass TDKR Nolans "Batmans Rückkehr" ist - seine eigene spezielle Interpretation der Figur Batmans, die spaltet (wie man sicherlich an den verschiedenen Onlinediskussionen gemerkt hat).

Sir Donnerbold hat gesagt…

@ Stefan Kraft: Die teils abgehetzten Dialoge treffen das, was u.a. ich in meiner spoilerfreien Kritik zu benennen versuchte, als ich von zu sprunghaften Charakterisierungen sprach. Dass etwa Miranda Tate ohne wirkliche Erklärung auftaucht, ist für mich noch spannend, wie sich Bruce Wayne ihr nach zwei, drei halbseidenen netten Sätzen zur Mitte des Films hingegen öffnen kann, ist mir zu plötzlich. Elaboriertere Dialoge hätten da helfen können. Auch Joseph Gordon-Levitts erstes Gespräch mit Bruce Wayne basiert auf einer spannenden Idee, aber was er ihm da erzählt, hat mitunter so dick "EXPOSITION" aufgetragen, dass es den Spaß bremst.

Aber schön, dass dich der Film positiv überrascht hat! :-)

Stefan Kraft hat gesagt…

@Sir Donnerbold: Wir scheinen bei unserer Meinung zum Film nah beieinander zu sein, auch wenn ich einen positiveren Gesamteindruck zu haben scheine. (Wobei ich Deinen ja auch nicht als negativ, sondern als "positiv, aber auch kritisch" einordnen würde.)
Generell stören mich einfachere Dialoge (oder gewisse Klischees, wie der obligatorische Filmkuss am Ende ;-) ) nicht so sehr bzw. sind etwas, über das ich leicht hinwegsehen kann. Wie erläutert wäre es mir aber auch lieber gewesen, wenn Nolan & Co. noch etwas an den von mir erwähnten Schwächen gefeilt hätten.

Zum Abschluss sei noch das Paradox (?) erwähnt, dass mich TDK und Inception eher unzufrieden zurückgelassen haben, was bei TDKR nicht der Fall ist... Nun, Geschmäcker können manchmal seltsam sein. ;-)
Ich bin jedenfalls auf die nächste Filminterpretation des Dunklen Ritters neugierig. :-)

Sir Donnerbold hat gesagt…

Och, der Filmkuss hat mich überhaupt nicht gestört - beibeiden Kinosichtungen gab es zwar genervtes Gekicher von, hm, gefühlt 10 % des Publikums, aber für mich gehörte er einfach dazu. Viele Blockbuster forcieren diesen Moment, aber da TDKR ja formal wie inhaltlich die Heldensage so sehr ins Zentrum rückte, MUSSTE der Kuss kommen und er hätte auch an keiner anderen Stelle gepasst. Ich hätte vorab vlt. ein paar Szenen mehr zwischen beiden Figuren gebrauchen können, um es noch etwas besser abzurunden, aber mir passte das auch so noch.

Ich glaub sogar, dass wir den Film ähnlich gut finden und ich nicht wirklich kritischer bin als du - vlt. habe ich in meinen beiden Kritiken was stärker auf den Schwachpunkten rumgeritten, aber dafür bin ich ja auch in einen vollen, passionierten Germanistenwahn bezüglich der Mythenbildung geraten, was sozusagen die Pluspunkte des Films stärker betonte als dein Kommentar. Unterm Strich sollte sich das ausgleichen. *g*

Cooper hat gesagt…

@Sir D:
Nach bisher "nur" einmaliger Sichtung vor einigen Wochen sind meine Eindrücke nicht mehr ganz frisch.

Was die Öffnung Waynes gegenüber Miss Tate betrifft, bin ich der gleichen Meinung, dass hier durchaus Feinschliff mehr Glaubwürdigkeit gebracht hätte.
Ich muss jedoch sagen, dass ich dies nicht zu den von dir genannten Handlungselementen (Plotpunkten) zähle. Die waren für mich seltsamerweise nicht vorhanden bis auf einen kurzen Aha-Effekt durch Batmans Erscheinen in Gotham nach dessem Aufstieg, den ich mir allerdings genauso erklärte, wie du es getan hast bei deinem Quotenmeter-Beitrag deiner dortigen Kolumne "Popcorn und Rollenwechsel". (Ich liebe Monstersätze! xD)
Wie du jedoch die "Exposition" verstehst, zu deren sich das Gespräch von John Blake mit Bruce Wayne deinem Verständnis nach emporschwingt, dass wüsste ich doch ganz gern.

Ich habe deine kurze Schlussfolgerung, weshalb der Kuss kommen musste, nicht so richtig nachvollziehen können. Gestört hat er mich nicht, die Platzierung in exakt jener Filmstelle - nun, darüber ließe sich sicher austauschen. xD

Was deinen Kommentar zum 3. Teil der Nolanschen Heldensage des dunklen Ritters betrifft, so weiß ich deinen Germanistenwahn bezüglich der Mythenbildung zumindest sehr zu schätzen.

Vor allem die andere Gewichtung in dieser Filmanalyse - im Gegensatz zu den vier Tage späteren unsortierten Gedanken zum Tripple - zeigt einmal mehr, dass du Filme ganz und garnicht einseitig betrachtest und dich auch mit verschiedenen Herangehensweisen auszudrücken weißt.


Cooper hat gesagt…


@Papene:
Sie lieben Spoiler und denken, damit wären Sie allein? Ich widerspreche Ihnen da einfach mal. xD Ich selbst bin zwar kein Freund von vorwegnehmenden Handlungsinformationen, doch verteufeln mag ich sie auch nicht. Manche Spoiler greifen zwar den anderen offiziellen Werbemitteln (Teaer / Trailer / Kommentare von am Film beteiligten Personen etc.)vor, einige werden mehr oder minder gut in sie integriert. Es gab manche, die mich neugierig machten und andere, die einfach zuviel des Guten waren und mir die Vorfreude nicht verhagelten - so doch leider abschwächten.

Ihre Kommentare an Stefan Kraft bzw. zu Sir Ds. Filmrezension fand ich sehr gut aufgebaut, unterhaltend, durchaus auch mal etwas anspruchsvoller und stellenweise gar witzig. Ich für meinen Teil lese sehr gerne mehr von Ihnen! xD

Cooper hat gesagt…

@Stefan Kraft:
Viele wirklich gelungene Zeilen. Hat Spaß gemacht, sich hier durchzulesen! ^_^

Auch wenn ich weiß, worauf du hiermit hinaus wolltest:
"TDKR ist in meinen Augen einfach kein "Nerd-Film" mehr; er sprengt die Grenzen des Comicfilm-Genres und stellt ganz andere Fragen als die, die man von einem normalen Film dieser Sparte erwarten würde."

Ich bin zumindest dahingehend anderer Auffassung, insofern es bei den sogenannten Superheldenfilmen oder Filmen des Comic-Genres eine breite Palette an Herangehensweisen gibt (wie bei allen Filmen generell). Das beste Beispiel ist sicherlich "Batman" selbst - in den Versionen von Herr Burton, Joel Schumacher und dem kühl inszenierenden - für mich jedoch nicht emotionslosen Christopher Nolan.

Ich denke eine Inszenierung des Comics richtet sich neben dem Regisseur und seiner Vorstellung auch maßgeblich nach der ausgewählten Quelle. Im Comic-Genre gibt es alte und neue; sehr wenig ernstzunehmende Varianten, düstere Comics (neben Batman sei hier der von mir nicht persönlich gelesene "Watchmen" genannt), überfrachtete Werke, die den Leser/Zuschauer entweder von einer Bombast-Szene zur nächsten treiben oder schlicht so viele WTF-Momente einbauen, wie nur irgend möglich.

Bei einem derart breiten Feld als "Genre" zu denen ein Comic sich bekennen oder entwickeln kann, ist es hier überhaupt möglich, diverse Vertreter dahingehend zu benutzen, sich eine eindimensionierte Auffassung einer "normalen" Comic-Verfilmung zu leisten?
Ich meine - sicher - ein Großteil an Comicverfilmungen des DC oder Marvel-Kataloges verführen gern dazu, alle anderen Comic-Movies auch mehr oder weniger so wahrzunehmen oder zu kategorisieren. Dann bleibt aber für ein vielseitiges Review jedoch nicht viel übrig, denn entweder sind sie dann gut bzw. erfolgreich (z.B. "The Avengers" oder "Iron Man") - oder sie fallen unten durch (wie "Catwoman", "Green Lantern" u.a.). Da is mir eine ambivalentere Sicht, die auf Film-Genre unabhängige Elemente Bezug nimmt (Handlung, Darsteller etc., Filmische Werkzeuge der Narrative oder Absicht des/-r Autoren, des Regisseurs bzw. Gelingen oder Scheitern derselben) gleich viel lieber.^^ Überraschungen gibt es damit immernoch genug. xD


"Ich bin jedenfalls auf die nächste Filminterpretation des Dunklen Ritters neugierig. :-) "
Nun, sofern sie nicht versuchen, Burtons, Nolans oder schlimmer noch - Schumachers BAtman zu kopieren gern!
Ausblicke wie diese sind für mich zumindest schon unterhaltsam! xD Auch wenn sie nicht wirklich als Filminterpretation durchgehen sondern m.E.n. eher jenen aus der Seele sprechen, die TDKR eher nüchtern und zweiflerisch aufgenommen haben. ->
http://www.youtube.com/watch?v=fLyoog562x4

http://www.youtube.com/watch?v=AXpcYvnV6GY

Stefan Kraft hat gesagt…

@Cooper: Ein langer Kommentar - interessant zu lesen!

Ich muss zugeben, dass meine Meinung "TKDR ist einfach kein Nerd-Film/keine typische Comicverfilmung mehr" vielleicht vorschnell war, insbesondere, weil ich eigentlich gar nicht so viele Comicverfilmungen kenne. Ich hatte einfach die Verfilmung von Radioactive Man bei den Simpsons vor Augen: Typ kriegt Superkräfte - Helferlein kriegt Superkräfte - man verprügelt ein paar kleinere Kriminelle - Überschurke taucht auf - man besiegt diesen. Ja, schon Burtons "Batman" folgte dieser Struktur nur teilweise, das tat "Batman Begins" viel mehr. Jedenfalls war mein Kommentar so gemeint, dass TDKR viel mehr als andere Verfilmungen andere Handlungselemente benutzt und auch dadurch mehr auf die Ideen hinter der Handlung verweist. Eine vielleicht vorschnelle Einschätzung - die auch noch meinem "Bauchgefühl" entspringt.
Vielleicht sind wir uns aber beide einig, dass TDKR Überraschungen bot hinsichtlich der "ambivalentere[n] Sicht, die auf Film-Genre unabhängige Elemente Bezug nimmt (Handlung, Darsteller etc., Filmische Werkzeuge der Narrative ...)."

"Nun, sofern sie nicht versuchen, Burtons, Nolans oder schlimmer noch - Schumachers BAtman zu kopieren gern!"
Jett von Batman-on-film.com äußert eine ähnliche Meinung: Guten Regisseur und Autor verpflichten, die eine eigene Vision haben, und diesen genug Freiraum lassen, die Vision umzusetzen. Selbst wenn nichts wirklich Gutes dabei herauskommt - zumindest interessant ist es dann wohl.
Es ist deswegen eine gute Frage, ob Warner mit dem aktuellen Justice League-Film gut beraten ist, wenn sich daraus das Batman-Reboot entwickeln soll. Ob da für den späteren Batman-Spin-Off nicht schon zu viel vorgegeben wird? Lassen wir uns (hoffentlich positiv) überraschen...
(Jett - Riesenfan von Nolans Batman - hat übrigens auf das HISHE-Video verlinkt. Fan sein und Humor haben schließt sich ja nicht aus. :-) )

Rudro Rusho hat gesagt…

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