Dienstag, 28. Juli 2009

Hans Zimmer und Nolan arbeiten erneut zusammen

Von Christopher Nolans Inception gab es lange nichts neues mehr zu hören. Die letzte Meldung besagte, dass der innerhalb der "Architektur des Verstandes" angesiedelte Thriller laut der Gerüchteküche einen größeren Umfang hat, als bislang vermutet. Entgegen nahezu jedermanns Meinung, Inception werde ähnlich wie Prestige für Nolan eine Verschnaufpause zwischen zwei Batman-Filmen, soll uns ein teures Mammutprojekt erwarten.

Screen Rants Meldung, Hans Zimmer komponiere den Soundtrack für Inception, ließe sich durchaus als Indiz nehmen, dass die Gerüchte die Wahrheit verkünden. Nolan wählte für seine "kleineren" Filme bislang ausnahmelos David Julyan als Komponisten, während er für seine Batman-Filme auf Zimmer und James Newton Howard zurückgriff.
Natürlich fischt man mit dieser Vermutung im Dunkeln, doch ob man die Mutmaßungen nun richtig sind oder nicht ist eigentlich eh egal.

Das wesentliche ist für mich der Fakt, dass Nolan sich erneut für eine Zusammenarbeit mit Hans Zimmer entschloss. Darüber kann ich mich nämlich schonmal pro forma freuen. Trotz seines immensen kommerziellen Erfolges und seiner offensichtlichen Beliebtheit bei den Studiobossen, Produzenten und Regisseuren sehe ich Zimmer durchaus weiterhin als einen unterschätzten Künstler an. Genügend (selbsternannte) Cineasten verpöhnen Zimmers Arbeit als stumpfen Einheitsbrei und "dumm", und dann lässt sich nicht weiter mit ihnen diskutieren. Das Totschlagargument "das ist dumm" lässt sich bei solchen Leuten einfach nicht erweichen. Sie sind ihrer Meinung nach völlig unumstößlich als die feingeistigen Intelektuellen einzuschätzen, und wer mit einem lauteren Komponisten ankommt, der sich zu allem Überfluss dazu erniedrigt auch Actionfilme mit Musik zu unterlegen, muss ein dummer Mensch mit Massengeschmack sein, der dumme Musik liebt. Als wäre Musik automatisch intelligenter, bloß weil sie leiser wird. Das stimmt genauso wenig wie die Vermutung, dass eine Herrschar von E-Gitarren und Schlagzeugen jeden Soundtrack automatisch aufwertet.

In meinen Augen greift bei vielen von Zimmers Kritikern lediglich eine ätzende Angewohnheit vieler, die ihren Musik- Filmgeschmack für etwas besseres halten (und nicht einfach nur für ihren eigenen Geschmack): Die "Mainstream ist für Idioten"-Keule.
Sobald etwas bei der Mehrheit beliebt ist (etwa der Soundtrack zu Fluch der Karibik) kann, ja darf etwas nicht gut sein. Das ist nicht etwa individuelles Denken und das bilden einer eigenen Meinung, sondern genauso stumpfsinnig und von einer ominösen Masse bestimmt wie das Hinterherrennen eines Trends.

Zugegebenermaßen lässt sich Zimmer gerne mal von sich selbst inspirieren, zugleich ist er aber auch sehr wandlungsfähig. Seine Filmografie enthält so unterschiedliche Filme wie Cool Runnings, Der König der Löwen, Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt, Die Simpsons - Der Film, Illuminati und The Dark Knight, und trotz seiner markanten Handschrift klingen sie alle völlig anders. Vor allem in den letzten Jahren hat sich Zimmer stark darin verschossen, seinen distinktiven Stil mit zahlreichen Spielereien und experimentellen Arrangierungen zu verbinden, wie etwa das rasiermesserscharfe Joker-Thema aus The Dark Knight oder die überraschend komplexen Melodien aus Am Ende der Welt zeigen.

Glücklicherweise stellen die selbstverliebten Kritiker Zimmers nur eine (laute) Minderheit dar, weshalb mir diese Kommentare eigentlich egal sein könnten. Trotzdem wollte ich das einmal loswerden und es passt ja gerade.
Ich zumindest erwarte einen außergewöhnlichen Score - Zimmer, Nolan und Sci-Fi? Bei dieser Mischung muss doch etwas schwer vergleichbares bei herauskommen!

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