Montag, 3. August 2009

Disneys neuste PR-Anstrengungen für "The Princess and the Frog"

Um einen Film zu bewerben genügen heute längst nicht mehr Trailer und Poster. Produktionen von der Größenordnung eines Walt Disney Meisterwerkes benötigen viel mehr als das. Man muss sich bei den Disneyfans unter den Journalisten einschmeicheln und im Falle von The Princess and the Frog kann es auch nicht schaden die unnötigen, nervigen und selbstgefälligen Querelen ob der angeblichen politischen Inkorrektheit zu unterbinden.

Exakt das macht Disney jetzt. Wie man auf Blue Sky Disney sehen kann verteilt Disney neuerdings auf verschiedenen Events ein The Princess and the Frog-Tarotkartenspiel mit 14 verschiedenen Karten, die einem sein Schicksal vorhersagen. Dass solche Spielereien funktionieren sah man ja bereits auf der Comic Con, wo Disney sich mit der Tron Legacy-Schnitzeljagd und dem Nachbau von Flynn's Arcade jede Menge Freunde machte.

Kontroversen lassen sich damit selbstverständlich nicht besänftigen. Und davon gibt es rund um The Princess and the Frog schockierend viele. Man sollte denken, dass die Welt aufgeklärt genug ist, um in einem einfachen Zeichentrickfilm für die ganze Familie nicht überall eine Beleidigung zu suchen, aber dem ist nicht so. "Der Titel The Frog Princess ist beleidigend! Der Name "Maddy" klingt nach einem diffamierenden Sklavennamen! Der Prinz ist nicht schwarz genug! Das Glühwürmchen ist rassistisch! Tiana ist als Name viel zu afro-amerikanisch!", heiliges Kanonenrohr, soll die Frau etwa einen Allerweltsnamen verpasst bekommen? Sabine, die Froschprinzessin klingt als Filmtitel ja so viel aufregender und reiht sich um einiges besser neben Schneewittchen, Cinderella, Aurora, Arielle, Belle und Jasmin ein!

In der Hoffnung, dass die ganzen überempfindlichen Erbsenzähler damit aufhören einen Film zu zerreißen, den sie niemals gesehen haben, begannen die Disney Studios laut Jim Hill Media vor kurzem damit Szenen aus The Princess and the Frog auf Events vorzuführen, wo repräsentative, meinungsbildende Personen und Leitmedien aus der afro-amerikanischen Bevölkerung anzutreffen sind. Disney möchte so dem Film seinen "Schrecken" nehmen und den Leuten vorführen, dass es sich dabei um ein märchenhaftes Ziechentrickmusical für die ganze Familie handelt - ganz ohne rassistische Untertöne.

Eine kluge Taktik, die zwar nicht sämtliche Menschen verstummen lässt, die sich selbst dann auf den Schlips getreten fühlen, wenn man ihnen einen guten Tag wünscht, das kontroverse Feuer rund um den Film aber sicherlich unter Kontrolle bringen wird.

Mich wundert bloß, dass Disney bei The Princess and the Frog einsieht, dass man den Leuten durch (frühe) Vorführung des Materials beweisen kann wie harmlos es ist, während Onkel Remus' Wunderland im Disneyarchiv eingekerkert wird. So facht man die Bildung übler Legenden doch nur weiter an!

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