Dienstag, 9. März 2010

Wie aus "Rapunzel" Tangled wurde

Ein im Internet aufgetauchtes Marketing-Bild von Rapunzel. Normalerweise würde ich hier die Quelle angeben, doch so penetrant, wie der Entdecker des Bildes seine Duftmarke hinterließ, ist das wohl unnötig. Geschweige denn fair. Ich mein, wie kann man nur?

Es sollte sich ja mittlerweile rumgesprochen haben: Disney hat Angst davor, Jungs zu verschrecken. Deshalb wurde Rapunzel in Tangled umbenannt und man testete in Onlinemarktforschungsumfragen sehr actionorientierte Trailer aus.

Wer die Schritte dieser Entwicklung nochmal detaillierter nachvollziehen möchte, der ist bei der LA Times richtig aufgehoben. In einem aktuellen Artikel wird genauer beleuchtet, wie Disney eine Mogelpackung für seinen anstehenden Animationsfilm zusammenbastelt. Oder, wie es offiziell heißt: Wie Disney das Schubladendenken des Publikums unterbrechen möchte.
"Wir wollen nicht in eine Schublade gesteckt werden [...] Wir machen Filme, die von jedermann respektiert und geliebt werden sollen", verteidigt Ed Catmull die Titeländerung.

Eine Schublade, die nicht das Publikum erschuf. Wie die LA Times richtig bemerkt, waren Arielle, die Meerjungfrau, Die Schöne & das Biest, Pocahontas und Mulan allesamt Erfolge. Das Publikum hat kein Problem mit (animierten Disney-)Filmen, die weibliche Hauptfiguren haben. Es hat ein Problem mit Filmen, die wie Werbung für Mädchenspielzeug wirken. Es betritt die Bühne: Das Disney-Prinzessinnen-Franchise, welches 1999 aus der Taufe gehoben wurde. Und seither schröpfen Klamotten, Puppen und weiterer Kram für kleine Prinzesinnen jede Menge Kohle für Disney. Das Merchandising für Küss den Frosch war besonders erfolgreich und half dabei, 2009 die Einnahmen der Prinzessinnen-Marke auf 3,7 Milliarden US-Dollar zu hieven. Im selben Zuge blieben viele potentielle Besucher dem Film fern.

Ich ziehe zwei Nachrichten aus diesem Artikel. Die gute ist: Disney scheint mehr um den kommerziellen Erfolg seiner Filmsparte besorgt zu sein, als um die Einnahmen seiner wirtschaftlich mit größerem potential gesegnete Merchandising-Abteilung. Denn es ist offensichtlich, dass man mehr Rapunzel-Puppen vekaufen könnte, wenn nicht nur das Spielzeug, sondern bereits schon der Film für kleine Mädchen vermarktet wird.

Die schlechte Nachricht: Zwar hat Disney das Problem erkannt, weshalb Küss den Frosch unter den Erwartungen anlief, allerdinsg sucht man an der falschen Stelle nach der Wurzel dieses Übels.

Siehe auch:

2 Kommentare:

Jaguar D Sauro hat gesagt…

Hmm, ehrlich gesagt klingt es zwar nach einer Mogelpackung, aber es ist doch so: Disney überdenkt zurzeit hier ihre Marketingstrategie und zumindest scheint es so, als wollte man doch nicht alle weiblichen Heldinnen verbannen, was doch ein gutes Omen ist. Man versucht halt, jetzt wieder solche Filme für alle Anregend zu machen, wobei es natürlich ulkig ist, das man sich nur an jungs richtet und somit der Ansicht ist, es würde beide Ansprechen. Auf der anderen Seite: Hat es so nicht immer geklappt? Das einzige was man kritisieren kann richtig ist, das Disney die falsche Figur als Helden verkauft und damit das Publikum für dämlich verkauft, was eigentlich schon dreist ist...

P.S: Das Bild macht mir irgendwie Angst, die Nahaufnahme ist ZUUU stark meines Erachtens.

Anonym hat gesagt…

Ranpunzel wirkt so wie eine barbiepuppe, sorry ist aber so.

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