Donnerstag, 4. April 2013

Das ist doch zum Fische melken ...




Auch nach zehnmaligem Lesen wollte ich es nicht wahrhaben. Ich konnte es einfach nicht glauben, dass dieses Schreckgespenst der vergangenen Jahre nicht nur Gestalt annimmt, sondern sogleich auch eine der denkbar schaurigsten Formen, in denen es sich materialisieren konnte …

Disney und Pixar kündigten offiziell das lange gefürchtete Findet Nemo-Sequel an, und es hört auf den viel sagenden Namen Findet Dory. 2015 werden wir in diesem Werk erfahren, wieso Dory bei ihrem ersten Treffen mit Marlin alleine war und darüber hinaus verspricht Regisseur Andrew Stanton, dass Dory im Laufe des Films ihre Familie wiederfinden wird.

Für mich ist Findet Nemo einer dieser Filme, die man schlichtweg nicht fortsetzen sollte. Ganz einfach deshalb, weil die Figuren so sehr mit den Plotmechanismen verschmelzen und am Ende des Films keine Story mehr für unsere Protagonisten übrig blieb. Sie bekamen eine Form des Happy Ends, auf die nur eine simple Wiederholung des ersten Teils oder eine das Original rekontextualisierende und so schädigende Story folgen kann. Und Findet Dory klingt so, als könnte es sogar beides werden – eine zweite „Ja, wo ist denn nur …?“-Story mit diesen Figuren stelle ich mir einfach öde vor, und dass das Geheimnis über Dorys Familie gelüftet wird, obwohl kaum jemand danach schrie, es zu lüften (ganz einfach, weil Dory als ein aus dem Nichts dahergeschwommener Engel interessanter ist), macht mir angst und bang.

Die einzige Situation, in der ich ein Findet Nemo 2 geduldet hätte, wäre eine, in der der etablierte Markenname ausgenutzt wird um eine schwer vermarktbare Geschichte durchzuboxen. Hätte Andrew Stanton zum Beispiel die Sehnsucht verspürt, einen Film über einen Wasservogel zu drehen, der an einer tödlichen Krankheit leidet und seine letzten Wochen auf hoher See und in den windigen Höhen des Himmels auskosten möchte … und hätte Andrew Stanton sich beschossen, Pelikan Niels zum Protagonisten dieser Geschichte zu machen, um diese schwere Kost so auf den kommerziell verwertbaren Wellen von Findet Nemo ans Publikum heran- sowie an strengeren Studiobossen vorbeizuführen … ja, dann wäre ich gebannt auf diese Fortsetzung. Stattdessen befürchte ich nun ein großes Übel. Nicht ganz so katastrophal wie Cars 2, dafür erscheint mir Stanton zu talentiert, dennoch kann ich mir nicht vorstellen, dass wir einen Pixar-Geniestreich erwarten dürfen.

2 Kommentare:

InvaderPhantom hat gesagt…

Als ich das gelesen hab, hab ich zuerst gedacht das wär ein Aprilscherz... Ich hab auch Angst vor diesem Film. Findet Nemo ist meiner Meinung nach einer der besten Animationsfilme aller Zeiten und braucht absolut keine Fortsetzung, da es eine perfekt in sich geschlossene Geschichte ist.

Auch schade, dass man bei einem Pixar-Film schreiben muss, dass man Angst davor hat! Vor zwei Jahren wäre mir nie auch nur der Gedanke gekommen, dass Pixar einen schlechten Film rausbringen könnte. Leider ist mein Vertrauen zu Pixar nach den zwei Enttäuschungen (Cars 2 und Merida) nicht mehr ganz so stark vorhanden. Während ich mich auf die kommenden Dreamworks- und Disney-Filme sehr freue. Verkehrte Welt.

Anonym hat gesagt…

Ganz ehrlich: WER braucht eine Fortsetzung zu diesem glorreichen Animationsfilm??

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