Mittwoch, 18. Mai 2011

Er lebt! Der "Animated American" ist zurück in den Kinomeldungen!

Totgesagte leben länger: 2006 hörte man davon, dass Walt Disney Pictures einen Mischfilm über einen animierten jugendlichen Außenseiter plant, der in einer Realfilmwelt lebt und nach einem Seeausflug in seine Heimatstadt zurückkommt, wo er erfährt, dass seine Freundin ihn und ihre gemeinsame Heimat verlässt.

Dieser Film namens Animated American gehörte für mich zu den am heißesten ersehnten Disney-Filmen überhaupt. Vor meinem geistigen Auge malte ich mir Disneys Antwort auf Zach Braffs genialen Garden State aus, eine Coming-of-Age-Geschichte voller skurrilem Witz und einfühlsamer Dramatik. Es ist eine Idee, aus der sich etwas hervorragendes spinnen lässt, ein absolutes Meisterwerk.

Nach seinen ersten Ankündigungen verschwand Animated American jedoch ins Nirvana. Bis heute.
Variety meldet nämlich, dass Küss den Frosch-Autor Rob Edwards nach als neuer Drehbuchautor von Animated American engagiert wurde. Damit ersetzt er in dieser Funktion Peter Ackerman, der durch Ice Age bekannt sein dürfte. Ein Regisseur für den Mischfilm steht noch nicht fest.

Wieso ich angesichts der Wiederbelebung eines vergessen geglaubten Traumfilms nicht frohlockend durch die Straßen hüpfe? Nun, es hat nichtmal so sehr mit Produzent Robert Zemeckis zu tun. Gewiss, seit 2006 hat der Mann viel getan, um mein Vertrauen zu verlieren, doch da es sich um keinen reinen Motion-Capturing-Film handelt (ursprünglich sollte der Junge durch diese Technik klar als Außenseiter gekennzeichnet werden, nun ist gar nicht mehr von dieser Technik die Rede), will ich nicht zu sehr über Zemeckis lästern.

Es ist eher die minimal veränderte Inhaltszusammenfassung. Es ist eine kleine Änderung, die weiterhin eine ähnliche Geschichte verspricht, aber für mich die Assoziation zu Garden State abschwächt und mich eher an Triff die Robinsons denken lässt: "Ein animiertes Baby wird von einer Realfilmfamilie erzogen und beschließt an seinem 18. Geburtstag, seine leibliche Familie zu suchen. Dabei erhält er Hilfe von seiner platonischen Freundin und ihrem eifersüchtigen Partner."

Das ist irgendwie die Krux mit der langen Wartezeit. Ich hatte zu viel Gelegenheit, mir einen perfekten Film auszumalen. Jetzt habe ich Angst, dass es eine maue Mischfilmkomödie für die ganze Familie wird. Denn nicht jeder Film kann seinen gigantischen Erwartungen nach jahrelanger Entwicklungszeit so sher genügen wie Rapunzel...

Dienstag, 17. Mai 2011

Wieviel Beute wartet hinter den Fremden Gezeiten?

Lang, lang ist's her. 2009 wagte ich eine absurd frühe Prognose, wie hoch die Einnahmen vom vierten Pirates of the Caribbean-Teil wohl sein werden. Jetzt steht der Film endlich in seinen Startlöchern, und da ist es wohl angebracht, einen erneuten, orakelnden Blick zu wagen. Könnte Fremde Gezeiten Jack Sparrows bislang größer Triumph an den Kinokassen werden? Nun, die Kinobesitzer scheinen sich zumindest daurauf vorzubereiten. Die Kinos in meiner Nähe setzen jeweils bis zu sieben Vorstellungen täglich an - da soll mir noch wer mit der Ausrede kommen, der Film sei nie zu einem idealen Zeitpunkt gelaufen...

Um die zu erwartenden Kinoeeinahmen zu errechnen, gehe ich vom bisherigen Durchschnittseinspielergebnis aus. Durchschnittlich nahm jeder Pirates of the Caribbean-Film circa 895 Millionen Dollar ein. Nun gehen wir alle möglichen Faktoren durch und errechnen uns damit ein Einspielergebnis für Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten aus. Dann klatschen wir uns fröhlich in die Hände, halten uns für besonders klug und lassen uns daraufhin von der Realität überraschen. Hoffentlich positiv, gönnen tu ich's dem Film ja...
  • Startmalus: Die Piratenwelle hat seit ihrer Auslösung im Sommer 2003 an Treibkraft verloren. Ziehe 15% ab, weil der Hype nicht mehr so mitreißend ist, wie zu seinem Höhepunkt. (-134,3Mio. $)
  • Startbonus: Im Gegensatz zu Am Ende der Welt startet Fremde Gezeiten nicht als Nachzögling in einem erdrückenden Epos-Franchise-Sommer. Weniger Konkurrenz in den Kinosälen bedeutet mehr Zuschauerpotentia, zudem sind die Leute noch nicht den Blockbustern überdrüssig. Schlage auf Fremde Gezeiten die Differenz zwischen dem erfolgreicheren zweiten Teil und Am Ende der Welt drauf! (+103 Mio. $)
  • Die Fortsetzung spiegelt die Beliebtheit des Vorgängers wieder: Eine alte Box-Office-Weisheit besagt, dass Fortsetzungen den Erfolg erhalten, den das Original gehabt hätte, wenn sich seine Qualität schneller rumgesprochen hätte. Fluch der Karibik war sehr beliebt und gewann auf DVD und im Fernsehen neue Zuschauer, die alle in Teil 2 rannten. Der war, allen Kritikern zum Trotz, immer noch populär genug, um auch Teil 3 in die Nähe der Milliardengrenze zu hieven. Laut IMDb ist Am Ende der Welt aber unbeliebter als Die Truhe des Todes: 7,0 gegen 7,3 Punkte. Also nimmt Fremde Gezeiten in einer Welt, in der allein diese Regel die Kinowelt regiert, 4,1% weniger als Am Ende der Welt ein. (-39,5 Mio. $)
  • Gebt dem Sommerpublikum, was es will: Inception ist die Ausnahme, Transformers die Regel: Wer im Sommer mit Popcorn bewaffnet ins Kino geht, will bei seiner genüsslichen Nahrungsaufnahme nicht von zu viel Handlung abgelenkt werden. Und, ja, auch wenn manche es nicht wahrhaben wollen, so hat auch die unbedarfte Unterhaltung ihre Daseinsberechtigung. Fremde Gezeiten ist zum Glück längst nicht so hohl und simpel wie Transformers, aber doch leichter zu verstehen als die bisherigen PotC-Filme. (+65 Mio. $ als reiner Unterhaltungsfaktor-Bonus)
  • Die richtige Jack-Dosis: Viele Leute waren Will/Elizabeth überdrüssig. Trotzdem haben die Filmemacher recht, wenn sie sagen, dass Jack alleine nicht funktionieren würde. Fremde Gezeiten bietet die optimale, amssentaugliche Dosis Jack. Nicht zu viel, nicht zu wenig. (+50 Mio. $)
  • 3D: Die Eintrittskarten werden teurer, so nimmt der Film mehr Geld ein. Simpel, nicht wahr? Rechne 20% Preisaufschlag auf das Durchschnittsergebnis eines PotC-Films! (+179 Mio. $)
  • Der Nachzögling-Malus: Fremde Gezeiten kommt vier Jahre nach Am Ende der Welt. Die längste Wartezeit auf einen PotC-Film - genug Zeit für Fans, sich ihre ganz eigenen und somit in der Masse uneinhaltbaren Erwartungen zu spinnen. Fans, die nicht viermal, sondern zweimal reingehen, können teuer werden. Ziehe mutig geschätzte 50. Mio. Dollar ab! (-50 Mio.$)
Unter'm Strich kämen 1 Millarde und 68,2 Millionen Dollar bei raus. Somit wäre Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten der erfolgreichste Teil der Reihe, knapp über dem zweiten. Ich selbst bin da ein wenig stutzig, da ich vor Die Truhe des Todes mehr Hype mitbekam, aber wenn ich mir so ansehe, wieviel sich die Kinobesitzer von dem Film versprechen und welch riesige Wellen der Sprecherwechsel von Marcus Off zu David Nathan schlug (so lautstark wurde noch nie ein Sprecherwechsel besprochen), scheint das generelle Interesse ja vorhanden zu sein. Und auch wenn mir nach einmaliger Sichtung Fremde Gezeiten nicht der liebste Teil der Reihe ist, so weiß ich ja, dass andere Stimmen existieren und ich halte es wirklich für sehr gut möglich, dass Fremde Gezeiten bei vielen Leuten genau den richtigen Nerv treffen wird. Er hat wirklich was tolles an sich, und darum würde ich ihm diesen Erfolg auch gönnen.

Außerdem... wenn Alice im Wunderland die Milliarde knacken kann, wieso dann nicht auch ein deutlich, deuuutlich besserer Johnny-Depp-3D-Film?
So viel also zu meiner Vorhersage. Und, was sind eure Tipps?