Freitag, 13. November 2009

Musikalisches Immergrün - Meine 333 liebsten Disney-Lieder (Teil VIII)

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Fünf weitere Lieder warten auf uns in diesem Block meiner Disney-Songhitliste. Sie stammen aus Video-Filmsammlungen, Mischfilmen, Video-Fortsetzungen und der Kinofortsetzung eines Fernsehfilms. Gute Lieder können sich bei Disney halt überall verstecken.
Unter diesen fünf Liedern befinden sich übrigens zwei aus der Feder von berühmten Disney-Komponistenduos, während euch die Komponisten der restlichen Lieder höchst wahrscheinlich nichts sagen werden. Verwundern soll uns das allerdings nicht, schließlich befinden wir uns ja noch im unteren Bereich des 333 Lieder umfassenden Countdowns. Wenn ihr irgendwelche Namen nicht kennt, ist das nicht unbedingt eine Schande.
Gut, später werdet ihr weiterhin manch unbekannten Komponisten begegnen, aber einige davon werdet ihr dann wenigstens schonmal im Rahmen dieser Artikelreihe gelesen haben. Und wenn nicht, dann möchte ich frei nach Guestau sagen, dass jeder Musik machen kann. Das soll nicht heißen, dass jeder einzelne es kann (oder sollte), sondern dass musikalische Genies (und geniale Musikstücke) überall herkommen können.

Platz 287: Hey, Donald aus Donalds größte Hits
Musik und Text von Andrew Belling (dt. Fassung von ?)

Okay, dieses Lied ist einzig und allein wegen des Donald-Bonus in meiner Songhitliste, dass muss ich einfach zugeben. Die Cartoon-Sammlung "Donalds größte Hits", die erst bei McDonalds erhältlich war bevor sie in denr egulären Handel kam, eröffnet mit einem schnell zusammengestickten, fröhlich-klimpernden Lied über Donald Duck. Der froh gelaunte Sänger haut zwar ein paar schiefe Töne raus, doch die Stimmung des Lieds ist ansteckend und macht richtig Laune auf ein paar witzige Cartoons mit meinem absoluten Liebling, dem unvergleichlichen Pechvogel Donald Duck.

Platz 286: High School Musical aus High School Musical 3: Senior Year
Musik & Text von Matthew Gerrard & Robbie Nevil

Auweh... Als mir dieses Lied das erste Mal begegnete bekam ich richtiges Kopfweh. Der Kinoausflug von Disneys Teeniemusical-Reihe verlief fast schon erschreckend gut, und dann wird im Finale tatsächlich ein Lied angestimmt, dessen Titel High School Musical ist. Zusammen mit dem feierlich eingängigen, unmenschlich heiteren Refrain hatte das schon was von Gehirnwäsche. Dass eine Abwandlung des Refrains letztlich sogar wie ein Werbejingle klingt, verbesserte meinen Eindruck nicht gerade. Direkt nach dem Werbejingle-Sound wird plötzlich ein prägnanter Schlagzeug-Einsatz eingefahren, der frappierend Queens We Will Rock You ähnelt, nur dass sektengleiche Heiterkeit drübergesungen wird. Klingt alles in allem ein wenig wie ein abgelehnter Disney-Paradensong.
Und doch konnte ich mich seither mit diesem Lied arrangieren. Es funktioniert allerdings nur als Abschluss der HSM-Trilogie. An jeder anderen Stelle würde dieser Song scheitern, aber am Ende kann man meinetwegen den Titel des Franchises singen und selbst für diese Reihe übertriebene Fröhlichkeit mit ausschweifenden Gruppentänzen auffahren. In HSM 3: Senior Year kokettiert das Franchise eh damit etwas gegen die vierte Wand zu hämmern, und da passt der Abschlusssong gut rein. Dass die Macher sich im Stil an Grease orientiert haben sollen merke ich dem Lied allerdings selbst mit viel Willen und nach dem dritten Glas Milkshake nicht an...
Platz 285: Solange es Weihnachten gibt ("As Long As There's Christmas") aus Die Schöne und das Biest: Weihnachtszauber
Musik von Rachel Portman, Text von Don Black (dt. Fassung von Mario von Jascheroff)

Ich weiß nicht. Entweder ist die Disney-Fangemeinde gegenüber frühen Video-Fortsetzungen aus nostalgischen Gründen sehr milde eingestellt, oder ich bin zu kritisch, wenn es um Die Schöne und das Biest: Weihnachtszauber geht. Jedenfalls kann ich nicht verstehen, wieso diese Fortsetzung so warmherzig aufgenommen wird, während vergleichbare Fortsetzungen und "Midquels", die hie und da etwas an der Dramaturgie des Originals rumwerkeln, abgelehnt werden. Was aber selbst ich der weihnachtlichen Fortsetzung des herrlichen und romantischen Meisterwerks Die Schöne und das Biest zu gute halten muss, ist der wohligwarme Song Solange es Weihnachten gibt. Ohne in schmalzigen Festtagskitsch zu verfallen verbreitet er die richtige Weihnachtsstimmung.
Platz 284: Der wahren Liebe Kuss ("True Love's Kiss") aus Verwünscht
Musik von Alan Menken, Text von Stephen Schwartz (dt. Fassung von Fred Rovello)

Verwünscht, Kevin Limas ambitionierte Disney-Hommage mit parodistischen Elementen, mag derzeit unter Disneyliebhabern nicht die Position inne halten, auf die Disney es abgesehen hatte, aber ich bin derzeit verhalten optimistisch, dass sich dies irgendwann ändern wird. Denn gerade im musikalischem Bereich haben Alan Menken und Stephen Schwartz hervorragende Arbeit geleistet. Die Musik in Verwünscht ahmt auf sensationelle und unerzwungene Weise die Entwicklung des typischen Disneyliedguts nach. Zu Beginn wird noch märchen- und operettenhaft geträllert, dann entwickelt es sich hin zum großen 90er-Jahre Broadway-Stil und schließlich wird die Musik ins Off gelagert und modernen Pop-Sensibilitäten angepasst.
Ob man anhand von Verwünscht eine allgemeingültige Aussage über die persönlichen Präferenzen hinsichtlich eines bestimmten Disney-Stils tätigen kann, wage ich an dieser Stelle zu bezweifeln, aber zumindest ist es gar nicht Mal so überraschend, dass ich Der wahren Liebe Kuss eher im unteren Spektrum meiner favorisierten Disney-Lieder ansiedle. Die liebevolle und zärtliche Parodie von Liedern wie Ich wünsch mir und Ich hab' ihn im Traum gesehen ist im Kontext des Films wirklich liebenswürdig, und wenn man sich gerade in totaler Disneymanie befindet (etwa kurz vor einem Besuch des Disneylands) kann ich es mir auch gut anhören, aber darüber hinaus schafft es der Song bei mir nicht. Dennoch ist es beachtenswert, wie Menken und Schwartz die Mentalität der frühen Disney-Ära trafen und sie parodieren können, ohne irgendwelche Grenzen zu überschreiten.

Platz 283: Schwester Suffragette ("Sister Suffragette") aus Mary Poppins
Musik & Text von Robert B. & Richard M. Sherman (dt. Fassung von Eberhard Cronshagen)

Die Entstehung dieses Liedes in der Form, wie wir es kennen, ist von einem gewaltigen Missverständnis geprägt. Darstellerin Glynis Johns dachte, Walt Disney habe sie in der Titelrolle von Mary Poppins besetzt, und erst in einem gemeinsamen Gespräch in Walt Disneys Büro klärte sich auf, dass sie eigentlich als Mrs. Banks engagiert wurde. Um die peinliche Situation einzudämmen, in der sich Walt Disney nun befand, rief er die Sherman-Brüder ein und erzählte ihnen, wie sehr sich Glynis Johns darüber freue in der Mittagspause das Lied zu hören, dass extra für sie geschrieben wurde. In Wahrheit gab es kein solches Lied, aber die Shermans erkannten Disneys Notlüge (Johns saß Disney während des Telefonats gegenüber) und schrieben den für die Figur der Mary Poppins verfassten Zeilen des bereits gestrichenen Songs Practically Perfect in ein Lied für Mrs. Banks um.
So entstand in Rekordzeit ein unterhaltsames Frauenrechtlerinnen-Marschlied, das schon allein musikalisch zu einer überbeschäftigten Mutter viel besser passt als zu Julie Andrews' Darstellung der Mary Poppins.
1965 wurde das Lied übrigens von Gia Maione, der fünften Ehefrau von Louis Prima (King Louie in Das Dschungelbuch), als Teil eines Jazz-Tributalbums zu Mary Poppins, neu aufgenommen. Hier könnt ihr in das Album reinhören.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Platz 285: Solange es Weihnachten gibt - Hättest du ihn nicht erwähnt gut...
Aber so?

Tut mir leid, aber für DIE nominierung müssen Köpfe rollen.
*geht sich schonmal eine Waffe besorgen*
Wie konntest du nur?

Sunshine hat gesagt…

Re HSM: Ja, am Ende passt das Lied gut rein, ein hübscher zuckriger Abschluss mit einem kleinen Augenzwinkern (Sharpay, es musste ein pinkes Kleid zum roten Umhang sein, stimmts?). Anlehnung an Grease, öhm, naja, vielleicht, weil.. ähm, also alle am Ende in großer Gruppe ein fröhliches Liedchen trällern?... *ähem*

Hab den Weihnachtsfilm von Die Schöne & das Biest nicht gesehen, kannte das Lied aber immerhin schon von youtube (wenn man Jana Werner gut findet, stolpert man ja zwangsläufig drüber). Schönes Lied. :) Film: keine Ahnung. ;)

Verwünscht ist sooo toll! Ist mir noch gar nicht aufgefallen, dass der Liedstil sich im Laufe des Films entsprechend ändert.. aber jetzt, wo du's sagst! Mein Favorit aus dem Film ist allerdings auch nicht deine # 284.^^ Ich erwarte, auf so manches Lied aus dem Film an höherer Position zu stoßen. ;)

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