Freitag, 16. April 2010

Musikalisches Immergrün - Meine 333 liebsten Disney-Lieder (Teil XXXV)

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Platz 118: Du brauchst einen Freund ("Who Better Than Me") aus Tarzan - Das Broadway Musical
Musik und Text von Phil Collins (dt. Fassung von Frank Lenart)

Für die Bühnenfassung von Disneys Tarzan wurde die Figur von Tarzans bestem Affenfreund Terk einer Geschlechtsumwandlung unterzogen. Aus dem burschikosen Gorillamädel wird auf der Bühne ein lässiger Gorillakompandre. Dies hat nicht bloß den Vorteil, dass man seiner Rolle einige der Lieder aus dem Kinofilm zukommen lassen kann, man vermeidet auch, das sehr körperliche Rumtollen zwischen Tarzan und Terk auf der Bühne missverständlich aussehen zu lassen. Denn nicht jeder Zuschauer eines Disney-Bühnenmusicals lässt seine schmutzigen Gedanken zu Hause.
Disney-Freundschaftslieder sind generell sehr gelungen (siehe zum Beispiel auch Platz 205, Freundschaft ist das schönste auf der Welt) und Du brauchst einen Freund gehört in dieser Subkategorie bereits zu den Besten. Dieser sehr kumpelhafte, lockere Song von Tarzan und Terk geht sehr unprätentiös mit ihrer Freundschaft um. Es ist sehr bodenständig und trägt nicht zu dick auf, sondern wählt eine sehr fassbare und glaubwürdige "Tobende beste Freunde"-Stimmung.

Platz 117: Nanu? ("Whats This?") aus Nightmare before Christmas
Musik und Text von Danny Elfman (dt. Fassung von Frank Lenart)

Das am wenigsten morbide oder depressive Lied im von Tim Burton produzierten Trickfilm-Kultklassikers Nightmare before Christmas ist zweifelsohne das nur mit einer sehr feinen Nuance schwarzen Humors ("wirklich niemand ist hier tot...") gewürzte Nanu?, welches Jack Skellington singt, als er im verschneiten, magischen und fluffig-glückseligen Weihnachtsland landet und die ganzen bunten Gegenstände und die fröhlichen Bewohner dieses Landes erstaunt und verwundert betrachtet. Der schnelle, euphorische Gesang und Danny Elfmans freudige, leicht weihnachtlich stimmende Komposition ergeben zusammen einen großartigen Song, der zu Halloween genauso gut passt wie zu Weihnachten oder einfach Mal so zwischendurch. Wie schon bei Uns're Weihnacht (Platz 150) ist die Filmfassung dem weniger stimmungsvollen, zu belanglos vor sich herkrachenden Punk-Cover (in diesem Falle von der nach den Simpsons benannten Band Fall Out Boy) vorzuziehen. Auf dem Tribute-Album Nightmare Revisited wurde der Song ein weiteres mal von einer Band neu eingespielt, nun von der Band Flyleaf, die wesentlich dramatischer heranging, es jedoch genauso wenig verschafft die verborgene Komplexizität von Elfmans Werk in ihr eigenes Musikgenre zu übertragen, so dass dieses Cover ebenfalls flach wirkt. Mir selbst ist übrigend die deutsche Filmfassung dieses Liedes lieber als das englische Original, da Jacks deutsche Stimme Alexander Goebel meines Erachtens nach das vergnügte Staunen über die Kuriositäten der Weihnachtswelt besser rüberbringt als Danny Elfman höchstpersönlich.

Platz 116: Wir sind eins ("We Are One") aus Der König der Löwen 2: Simbas Königreich
Musik von Tom Snow, Text von Marty Panzer (dt. Fassung von Frank Lenart)

Als ich bei der Vorstellung von Upendi (Platz 305) erwähnte, dass Disneys kostengünstig für den DVD- und Videomarkt hergestellten Zeichentrickfortsetzungen von ihrer Anfangszeit an eine optische Qualitätssteigerung durchmachten, musikalisch jedoch eine Qualitätsverschlechterung verlebten, haben sicherlich nur manche von euch geahnt, wie sehr ich damit die frühen Direct-to-Video-Produktionen loben wollte. Mittlerweile sollte meine Zuneigung für Musik aus diesen Zeichentrickfilmen deutlicher zu spüren sein, schließlich nähern wir uns mit riesigen Schritten dem oberen Drittel meiner ausführlichen Hitliste über Disney-Lieder.
Wir sind eins aus Der König der Löwen 2: Simbas Königreich bemüht sich erfolgreich, das im Meisterwerk von 1994 angesprochene Thema des ewigen Kreislauf des Universums in seine Videofortsetzung zu übertragen, ohne dabei den übermächtigen Vorgänger zu kopieren. Wie Der König der Löwen mit seiner Eröffnungs- und Schlusssequenz unterstrich, besteht die Existenz von Leben aus Kreisläufen und Wiederholungen, selbst wenn zwischendurch jeder Weg unterschiedliche Schlenker durchläuft. Uns wird suggeriert, dass Simba in die Fußstapfen seines Vaters Mufasa tritt - die Fortsetzung zeigt, welche Probleme Simba dabei hat, es seinem geliebten Vater gleichzutun. Was ihn und Mufasa unter anderem verbindet, ist die wichtige Lektion, dass wir alle Teil eines größeren Universums sind, die er seinem Kind beibringt. Während Mufasa Simba unter einem stattlichen Sternenhimmel darin unterrichtet und diese wunderschöne Szene von einem Gänsehaut erzeugenden, bewegenden und kraftvollen Score von Hans Zimmer untermalt wurde, singt Simba während des Sonnenuntergangs darüber, dass wir alle eins sind. Das ist eine konsequente Weiterführung des Kreisgedankens des ersten Teils, ohne mit Wiederholungen zu langweilen. Natürlich reicht Wir sind eins nicht an das unvergessliche Original heran, aber das soll nicht heißen, dass dieser Ohrwurm des geschäftigen Songwriters Tom Snow (u.a. Arbeiten für Barbers Streisand, Olivia Newton-John und Cristina Aguilera sowie mehrere Disneylieder wie Jetzt fang ich an, Auf großer Fahrt und Hier find'st du das Glück) nicht zu bewegen weiß. Es ist eine wirklich schöne Ballade mit sehr sanftem, afrikanischen Touch und gelungenen Texten. Wenn dieses Lied von der sanften und einfühlsamen Stimme Cush Jungs vorgetragen wird ist es nahezu unmöglich, nicht dahinzuschmelzen.

Platz 115: Jedes Wort ist wahr ("The Gospel Truth") aus Hercules
Musik von Alan Menken, Text von David Zippel (dt. Fassung von Frank Lenart)

Yeah Baby, so vermittelt man Exposition! In der komödiantischen, stellenweise sogar parodistischen Adaption der Heraklessage verwandeln die Regiesseure John Musker & Ron Clements in Zusammenarbeit mit Komponist Alan Menken und Texter David Zippel die Musen in einen griechischen Gospelchor, der zu Beginn des Films den staubig-trockenen Erzähler (Charlton Heston im englischen Original, der die Disney-Geschäftsführung damit so sehr überzeugte, dass sie Michael Bay daraufhin empfiehlten, Heston für das Intro von Armageddon hinter's Mikro zu holen) unterbricht um eine fetzigere, flottere Einführung in die griechische Mythologie zu geben. An zwei weiteren Stellen des Films kommentieren die Musen mit einer Reprise ihres Songs Jedes Wort ist wahr das Wesen des finsteren (aber saukomischen) Hades' und das Schicksal des in einen Halbgott verwandelten jungen Hercules. Mit Motown-Stil und poppigem Souleinschlag führt einen diese mitreißende Nummer nicht nur ratzfatz in die disneyfizierte Reinterpretierung des Götterursprungs, sondern auch in die augenzwinkernde, komische und moderne Geisteshaltung dieses Films ein. Einfach ein klasse Eröffnungslied!

Platz 114: Cruella de Vil aus 101 Dalmatiner
Musik und Text von Mel Leven (dt. Fassung von Heinrich Riethmüller)

Nicht sämtliche Lieder über Bösewichter stammen tatsächlich von ihnen selbst. Statt größenwahnsinniger Selbstdarstellung und musikalisch zur Schau gestellten, diabolischen Plänen bietet der nach der Antagonistin aus 101 Dalmatiner benannte Song Cruella de Vil eine gehässig überzeichnete Charakterisierung der aufbrausenden Schulfreundin Anita Darlings aus der Feder des zuvor eher erfolglosen Tonsetzers und Texters Roger, der mit seiner einfachen, die Verballhornung Cruellas unterstreichenden Melodie in der fiktiven Welt des auf einem Kinderbuch basierenden Zeichentrickfilms zum Gassenhauer aufsteigt.
Mel Leven gelang es mit diesem unvergesslichen, simplen und unaufdringlichen Lied gleichermaßen Rogers humorige Form des Abscheus gegenüber Cruella zu treffen und eine Fallhöhe für diese Schurkin aufzubauen, von der sie profitiert. Obwohl sich Roger über ihre Grässlichkeit und Boshaftigkeit lächerlich macht, nimmt man sie als Widersacherin unserer menschlichen und pelzigen Helden ernst, vielleicht sogar mehr, als wäre Rogers Chanson aus dem Film gestrichen worden.
Cruella de Vil wurde selbstverständlich mehrmals gecovert, wobei die meiner Meinung nach nennenswertesten Neuinterpretationen die Coverversionen für die Platinum Edition-DVD-Veröffentlichung und natürlich Dr. Johns Cover für den 101 Dalmatiner-Realfilm sind. Die deutsche Popversion von Cruella de Vil führt auf beachtliche Weise vor, wie sehr eine Stimme die Wirkung eines Songs beeinflussen kann, gänzlich ohne Neuarrangement der sie begleitenden Musik. Das englische Pop-Cover von Disney Channel-Sternchen Selena Gomez (Die Zauberer vom Waverly Place) macht trotz dumpf-dreckiger E-Gitarren-Sounds aufgrund Gomez' dünnen Stimmchens einen flachen und überproduzierten Eindruck. Typischer, durchkalkulierter Teenie-Kaugummipop halt, der meint, mit glatt gebügelten "harten" Elementen (Stimmenverzerrer und verzerrt dröhnende E-Gitarren, wie verrucht!) reizvoller zu werden. Maya Sabans deutsche Popversion verwendet die exakt gleiche Hintergrundmusik, doch die Stimme der Tochter des Medienmoguls Haim Saban verleiht diesem mühselig modernisierten Cover allerdings tatsächlich etwas rockig-verruchtes, so dass es auf einmal richtig gut funktioniert und gefällt. Dr. Johns Cruella de Vil ist fast schon eine Geschichte für sich. Der dem New Orleans R&B zuzuschreibende Künstler spielte den musikalischen Disney-Klassiker als eine gelassene, sexy Bläsernummer ein, die er mit seiner charakteristischen Stimme und seinem typischen, übercoolen Betonung begleitete. Diese Version geht aufgrund ihres abgehackten Flusses der Gesangsmelodie nicht so gut ins Ohr, hat allerdings die prägnantere Stimmung und wickelt den Zuhörer gekonnt ein. Eine Coverversion dieses jazzigen Covers wiederum wurde im Disneyland Resort Paris während einer mit Disney-Songs vollgestopften Bühnenshow letztlich dazu verwendet um eine Anprobeseszene menschlicher Freundinnen von Micky und Minnie zu begleiten, die sich (unter dem dunklen, Dr. John nachahmendem Gesang gaffender, männlicher Darsteller) in engen Outfits mit kurzen Hosen mit Federboas schmücken und lasziv tanzen. Jaja, die Franzosen... 2000 fand Dr. Johns Lied eine inoffizielle Fortsetzung mit Cruella de Vil 2000, einer weiteren Reinterpretation dieses Songs, der von der (kurzzeitig) gebesserten Cruella handelt und Dr. Johns prägnanten Stil imitiert - und noch ein paar hypermoderne Elektro-Töne druntermischt.

Platz 113: Die Legende von Pecos Bill ("Pecos Bill") aus Musik, Tanz und Rhythmus
Musik und Text von Eliot Daniel und Johnny Lange (dt. Fassung von ?)

Disneys "Package Movie" Musik, Tanz und Rhythmus endet mit einem überaus spaßigen Segment, das sich mit der Westernlegende rund um Pecos Bill dreht. Das Highlight dieser Sequenz ist, wie sollte es bei einem solchen Film auch anders sein, das Lied, welches in feinster Lagerfeuer-Manier vorgetragen vollkommen strikt geradeaus die haarsträubendsten Heldentaten Billys lobpreist. So bescherte Pecos Bill der Wüste das ganze Gold, das sich finden lässt. Er hat nämlich Mal ein paar Gangstern die Zähne ausgeschlagen.
Bevor ich Musik, Tanz und Rhythmus sah, lernte ich Die Legende von Pecos Bill durch ein Disney-Sing mit uns-Video kennen, um exakt zu sein durch das selbe Video, das bereits Geh'n wir auf den Kriegspfad (Platz 304), Guten Tag, wie geht's denn? (Platz 266) und Das Nichtgeburtstagslied (Platz 233) zu besseren Positionen innerhalb dieser Rangliste verhalf. Dieser Song gefällt mir im Gegensatz zu den genannten Beispielen allerdings viel besser. Aber schon die Sing mit uns-Fassung, die durch ein höheres Tempo, eingebautes Geklimper mit dem Wild-West-Piano und Frauen- statt Männergesang Saloon-Stimmung aufkommen lässt, ist richtig klasse und hat für mich einen recht hohen nostalgischen Wert.
Die Legende von Pecos Bill ist ein sehr spaßiges, überaus erinnerungswürdiges und eingängiges Western-Comedystück, das einfach nicht lang genug sein kann. Mag mal jemand bei Disney neue Strophen in Auftrag geben? Bei Davy Crockett kannte man ja auch keine Konventionen... (siehe Platz 222)

3 Kommentare:

Andi hat gesagt…

Könntest du (vielleicht) zum Schluss nochmal eine Liste machen, in der einfach die Titel und Filme bzw. Musicals zu finden sind. Da hätte man (ich) mal eine schöne Übersicht und man müsste sich nicht durch die ganzen einzelnen Beiträge klicken, wenn man nochmal schnell nachsehen will auf welchem Platz Lied XXX war, bzw. ob es überhaupt schon da war.

Sir Donnerbold hat gesagt…

Du kannst dich freuen: Eine solche Übersichtsliste hatte ich bereits eingeplant.

Bis zum Schluss der Hitliste habe ich allerdings nichts gegen wildes Durchklicken oder Verwendung der Suchmaschine. Habe zwar nichts von hohen Klickzahlen, schön aussehen tut's trotzdem. *g*

Shadymob hat gesagt…

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hallo Freunde
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