Montag, 7. Juni 2010

Musikalisches Immergrün - Meine 333 liebsten Disney-Lieder (Teil XLIII)

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Platz 64: A Night to Remember aus High School Musical 3: Senior Year
Musik und Text von Matthew Gerrard und Robbie Nevil

Die letzten zwei in dieser Hitliste platzierten Songs aus der High School Musical-Reihe waren eine energiereiche Teenieangst-Nummer und ein selbstironisches, erfrischendes Lied der waren Stars der Trilogie, den "bösen" Evans-Zwillingen. Packen wir diese beiden Elemente und rühren noch die unschuldig-verklärte Disney-Sicht auf das Leben auf einer High School und zuckrige Liebesvorstellungen hinzu, und wir haben den ultimativen High School Musical-Song: A Night to Remember. Dieser Teen-Dancepopsong mit einer von einem wiederkehrenden Refrain aufgebrochenen Musicalszenensong-Struktur vereint musikalisch, inhaltlich und struktuell gewissermaßen alles, wofür das High School Musical-Franchise steht und dürfte genau deshalb manchem aus vollkommen anderen Gründen Schauer über den Rücken jagen, als eigentlich beabsichtigt. Ich kann mich ihm aber nicht verwehren. Trotz aller mir bewussten Mängel der Filme und auch allen Kritikpunkten, an denen ich mich bei diesen Filmen reibe, trotz aller blank polierten naiven Jugendlichkeit von High School Musical, die Songs aus diesen Filmen haben sich in meiner Gunst nach oben gemogelt. Und wie ich zu Beginn dieser Artikelreihe versprach, möchte ich ohne Scham und unverfälscht meine liebsten Disney-Lieder präsentieren. Tja, niedriger kann ich die High School Musical-Songs einfach nicht einstufen, vollkommen gleich, wie es auch wirken mag. Mit der richtigen Selbstironie sind es einfach richtig gute Stand-Alone-Songs, die man sich einfach so nebenher mal anhören kann, und manche funktionieren innerhalb ihres Films tatsächlich ein gutes Stück besser. Und A Night to Remember, mein am stärksten favorisierter Song der Trilogie, trifft einfach einen Nerv bei mir, oder auch zwei. Das Lied über die Vorbereitungen auf den Abschlussball und das unvergessliche, einschneidende Erlebnis an sich hat in meinen Augen einfach einen unwiderstehlichen, kindlichen Charme, er blickt aus einem romantischen Blickwinkel auf dieses Ereignis und bringt dennoch einige sarkastische Seitenhiebe mit ein. Etwa die Unterschiede zwischen den Geschlechtern bei der Vorbereitung und die verschiedenen Erwartungshaltungen.
Die Szene selbst gehört auch zu den einfallsreicheren der High School Musical-Reihe. Liebevoll gestaltete Bühnenaufbauten, die eine Verneigung ans Theater darstellen und eine den emotionalen Bogen des Songs unterstützende Chereographie machen A Night to Remember zu einer träumerisch-verspielten Szene, die mit dem starreren Fernsehniveau weiter Teile der ersten beiden Filme den Boden wischt. A Night to Remember wäre allerdings mit etwas weniger Filtern und intensiverem Einsatz richtiger Instrumente anstelle der ganzen Computersounds besser beraten. So versäumt die High School Musical-Reihe ihren Einzug in meine Top 60.

Platz 63: Goodbye, macht's gut ("Goodbye, So Soon") aus Basil, der große Mäusedetektiv
Musik von Henry Mancini, Text von Larry Grossman und Ellen Fitzhugh (dt. Fassung von Hans Joachim Herwald)

Rattenzahn aus Basil, der große Mäusedetektiv gehört zu den Disneybösewichten, denen die Ehre von sogleich zwei Schurkensongs zugegen kam. Der komödiantische, spannende Zeichentrickkrimi, der sich während Disneys erfolgloser Trickfilmperiode in die Kinos schwang, vereint bekanntermaßen Stilelemente des damals neuen Disneys und der klassischeren Linie des Studios, und wurde deswegen zu einem bis heute stärker respektierten Vertreter dieser Ära. Dies ürfte er wohl insbesondere seiner Atmosphäre verdanken, die für einen disneyschen Mäuse-Sherlock-Holmes-Film stellenweise recht beklemmend wird, und dennoch ununterbrochen eine komödiantische Note aufweist. Dazu tragen auch die beiden Lieder von Rattenzahn bei. Während Oh, Rattenzahn (Platz 230) einkomisches Loblied auf den schurkischen Möchtegern-Gentleman ist, kann der im Original von Vincent Price gesprochene Ratterich in Goodbye, macht's gut seine lakonisch augenzwinkernde Art vollstens ausspielen. Nachdem er in bester Bond-Manier seinen Erzfeind Basil in eine lächerlich komplexe Todesfalle steckte, verabschiedet er sich frech grinsend, während eine Schallplatte für Basil dieses stilvolle Abschiedlied spielt. Dieses galant-süffisante Abschiednehmen ist einfach das Tüpfelchen auf dem i und katapultiert die dazugehörige Filmsequenz um ein paar Qualitätsebenen weiter nach oben. Ein hervorragendes Disneylied muss eben nicht staatstragend dramatisch oder mitreißend bombastisch sein. Manchmal genügt auch ein simples "Goodbye, macht's gut..."

Platz 62: Jacks Dilemma ("Jack's Obsession") aus Nightmare before Christmas
Musik und Text von Danny Elfman (dt. Fassung von Frank Lenart)

Jacks Dilemma aus Nightmare before Christmas ist sozusagen ein Sleeperhit in meiner disney'schen Musikgunst. Denke ich an großartige musikalische Momente der Disneygeschichte, kommt mir dieses Lied erst sehr spät in den Sinn, und ich denke, dass ich damit nicht alleine stehe. Es ist keine sehr prägnante Komposition, sie ist längst nicht die erste, die man mit dem von Tim Burton produzierten, amüsanten Schauermärchen verbindet und somit logischerweise auch nicht gerade eine der naheliegendsten Assoziationen mit Disneymusik. Als es dann darum ging, meine 333 am meisten geliebten Disneylieder in eine Rangfolge zu bringen, schob sich Jacks Dilemma allerdings immer weiter nach vorne. Nur weil es mir nicht auf Anhieb auf der Zunge lag, muss es noch lange nicht mit wenigen Sympathiewerten rechnen. Im Vergleich mit den anderen Liedern dieser Hitliste habe ich es immer weiter nach vorne korrigieren müssen, bis es letztlich auf Platz 62 seine Heimat fand. Somit gehört Jacks Dilemma auch klar zu meinen liebsten Szenennummern überhaupt. Ähnlich wie Jacks Lamento (Platz 133) und Armer Jack (Platz 94) funktioniert Jacks Dilemma als bloßes Lied eher weniger, da es klar eine gesungene Monologszene ist, deren alleinige Aufgabe es ist, die Handlung voranzutreiben. Die Sequenz, in der Lied zu hören ist, handelt davon, wie der von Halloween gefrustete, im Weihnachtsland neuen Lebensimpuls findende Jack Skellington sich verzweifelt in seiner Turmwohnung verschanzt und deprimiert vor seinen Mitbringseln aus der schönen, bunten Weihnachtswelt steht und erfolglos deren geheimnis zu verstehne versucht. Dem erschöpften, ratlos obsessiven Beginn folgt eine stete Entwicklung, in der aus dem markanten Suchen nach Erklärungen eine Besessenheit entwächst, in der sich Jack eine naheliegende Lösung einredet. Ob dieses Selbstbetrugs verliert er den Blick für den wahren Wert Weihnachtens und auch seines ursprünglichen Vorhabens, und beschließt letztlich das Weihnachtsfest an sich zu reißen. Diesen Sinneswandel unterstreicht Danny Elfmans Musik mit atmosphörisch-exzentrischer Musik, die clever, tiefsinnig und frech-ironsich zugleich ist.

Platz 61: Hawaiian Roller Coaster Ride aus Lilo & Stitch
Musik und Text von Alan Silvestri und Mark Keali'i Ho'omalu

Im ganzen Disneykanon gibt es keinen Film, dessen Soundtrack ein intensiveres Sommerurlaubsfeeling versprüht als Chris Sanders' und Dean DeBlois' herausragendes Meisterwerk Lilo & Stitch, der größte finanzielle Erfolg, den die Walt Disney Animation Studios in der Post-Tarzan-Ära zu verzeichnen hatten. Unsterbliche Elvisklänge und unbeschwerte, lebensfrohe und von angenehmer Exotik beflügelte, hawaiianische Klänge umschmeicheln das Gehör und entführen einen in den beliebten Insel-Staat der USA. Cocktails aus einer Kokusnuss, ein warmer Sandstrand und der sanft rauschende Ozean - das sind die Assoziationen, die Mark Keali'i Ho'omalu mit seinem reinen und hoffnungsvoll klingenden Kinderchor zu wecken vermag. Hawaiian Roller Coaster Ride besingt das unbeschwerte Wellenreiten inmitten des blauen Ozeans und das losgelöste Spielen am güldenen Sandstrand, während allein die wärmende Sonne über einen wacht. Damit sorgt Hawaiian Roller Coaster Ride nicht nur für eine sorglose Stimmung und fügt dem Film eine musikalisch authentische Prise Hawaiis hinzu, sondern unterstreicht ganz subtil auch eine wundervolle Szene in Lilo & Stitch, in der Lilo, ihre Schwester Nani und deren Freund David ihre schie unüberwindbar wirkenden Probleme hinter sich lassen und sich während des Surfens revitalisieren. Das auf Zerstörung programmierte Alien-Genexperiment Stitch beobachtet seine neue Adoptiv-Patchworkfamilie dabei und möchte seinem bedeutungslosem Leben einen neuen, unbekümmerten Farbtupfer verleihen, und schließt sich ihnen trotz seiner Angst vor dem kühlen Nass an. Und ganz kurz sieht es so aus, als könnte sich für diese ungleiche Familie alles zum Guten wenden. Es ist ein vorgetäuschtes retardierendes Moment in diesem tragikomische Elemente beinhaltenden Zeichentrickfilm, das die Abwendung einer Katastrophe vortäuscht. Diese Manipulation des Zuschauers ist unaufdringlich, unvorhersehbar und für Disney zudem äußerst ungewöhnlich - und ohne die tollen Klänge des Hawaiian Roller Coaster Rides würde sie wohl kaum derart gelingen.

Platz 60: Ein Löffelchen voll Zucker ("A Spoonful of Sugar") aus Mary Poppins
Musik & Text von Robert B. & Richard M. Sherman (dt. Fassung von Eberhard Cronshagen)

Der zeitlose Disneyklassiker Mary Poppins ist voll mit unvergesslichen Melodien, und mit Ein Löffelchen voll Zucker hat sich eine weitere davon in meinen Top 100 der besten Disneylieder platziert. Zugleich ist es auch mein liebstes Arbeits- beziehungsweise Aufräumlied in den Disneyannalen und schlägt somit unter anderem solch moderne Konkurrenz wie Das flotte Aufräumlied (Platz 155) aus Verwünscht oder den besonders eingängigen Schneewittchen-Song Wer bei der Arbeit pfeift (Platz 79). Das von Irwin Kostal als Leitmotiv für Mary Poppins in den orchestralen Score eingearbeitete Lied war nicht von Beginn an als schnelles, an den in den 1910ern populären Tanz One-Step angelehntes Stück gedacht. Ursprünglich solte Mary Poppins als erstes eine "sirupartige Ballade", also ein romantisch-zähes Lied für die Bankskinder singen, doch Julie Andrews schlug anstelle des Schlafliedes namens The Eyes of Love eine schwungvollere Melodie vor. Also arbeiteten die Sherman-Brüder an einer Ersatznummer, und das Ergebnis war dieser Klassiker. Der Text wurde durch Robert Shermans Sohn inspiriert, der in der Schule eine Schluckimpfung bekam, wobei die Medizin auf einem Klumpen Zucker geträufelt wurde. Richard Sherman war der Sage nach zunächst nicht sehr von diesem Text angetan und musste erst dazu gedrängt werden, auf "Ein Löffelchen voll Zucker jede Medizin versüßt" eine Melodie zu komponieren, aber während der Arbeit am Stück erwärmte er sich für diese Idee. Ein Löffelchen voll Zucker ist auch durch Mary Poppins' Pfeifduett mit einem Rotkehlchen berühmt, eine Szene, die heutzutage nicht ohne CGI auskäme, damals aber mit einem frühen Exemplar von Walt Disneys seinerzeit bahnbrechenden Audio-Animatronics-Technologie realisiert wurde. Wie wohl jeder Disneyfanatiker weiß, pfeift Julie Andrews (die von Walt Disney wegen ihres talentierten Pfeifens vom Fleck weg engagiert wurde) in dieser Szene mit sich selbst, da sie nicht nur Mary Poppins spielte, sondern auch das Rotkehlchen vertonte. So gesehen hat sie in dieser Filmsequenz also gleich zwei allein vorgetragene Duette, schließlich singt Mary Poppins auch gemeinsam mit ihrem Spiegelbild, das frecherweise meint, länger singen zu dürfen als die echte Mary Poppins.

Platz 59: Verbannung ("One of Us") aus Der König der Löwen 2: Simbas Königreich
Musik von Tom Snow, Text von Jack Feldman (dt. Fassung von Frank Lenart)

Es begab sich zu einer Zeit, als Disneys Zeichentrickfortsetzungen für den Videomarkt noch nicht vollkommen uninspirierte, kommerzielle Abzocken waren. Da schickte sich eine Fortsetzung namens Der König der Löwen 2: Simbas Königreich an, ihrem Vorgänger nicht nur bezüglich der leichtherzigen, erfrischenden Gesangseinlagen auf qualitativer Ebene so nahe wie möglich zu kommen, sondern auch bei den ernsteren Liedern. Selbstverständlich gelang es Der König der Löwen 2: Simbas Königreich nicht, sich mit dem epochalen, dramatischen und unterhaltsamen Mammutwerk der Disney-Studios zu messen, aber was dem Film inhaltlich mangelte, konnte er musikalisch problemlos abliefern. Für eine DTV-Produktion ist die Musik in Der König der Löwen 2: Simbas Königreich außerordentlich ambitioniert und führt die hervorragende Symbiose aus stattlichem Filmscore, westlichem Poprock und afrikanischem Flair aus Der König der Löwen nahtlos und ohne erwähnenswerten Qualitätsverlust fort. Mit den sonstigen Direct-to-Video-Produktionen Disneys kehrt Der König der Löwen 2: Simbas Königreich jedenfalls die afrikanische Savanne aus. Mit links. Und Verbannung ist ein imposantes Beispiel für die Leistungen des Musikdepartments, das sich für diese Fortsetzung ordentlich ins Zeug legte. Nachdem Kovu Simbas Vertrauen verlor, verbannt ihn der als König noch nicht makellose und an die Erfahrung seines Vaters heranreichende Simba aus dem geweihten Land. In der darauf folgenden Szene sehen wir den stolz emporragenden Königsfelsen erstmals von seiner anderen Seite und hören ein schweres, dramatisches Lied, in dem Kovu von den Bewohnern des geweihten Landes verurteilt und verjagt wird. Langsame, dunkle Choräle und ein überwältigend theatralisches Arrangement machen Verbannung zu einem packenden Musikstück, das den mittelteil von Der König der Löwen 2: Simbas Königreich auf eine ernstzunehmendere, tiefgründigere Ebene hebt. Obwohl es gewissermaßen ein Hasslied ist, arbeitet es nichgt mit Gebrüll oder agressivem Tempo und laut-schrillem Instrumenteneinsatz, stattdessen ist Verbannung bloß mittelschnell und der Chor fast schon monoton und sonor. Und gerade deswegen funktioniert Verbannung so gut, da es Verachtung behandeln soll - was man besser kaum umsetzen kann als genau so wie in diesem Lied.

6 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Julie Andrews meinte doch, dass sie so stark verkabelt und verdrahtet war, dass sie sich beim Pfieduett kaum mehr bewegen konnte und ihr der Arm vom permanentne Ausstrecken schon extrem weh tat.

Okay... JETZT ist es raus. "A Night to Remember" ist wirklich, in KEINSTER Weise ein guter Song. Bei allen anderen HSM Liedern habe ich ein Auge zugedrückt .("Du musst das verstehen, er ist ein Fanboy", "Du musst das verstehen, er hat halt kein musikalisches Gespür", "Du musst das verstehen, da...ähm, steht Disney drauf, darum MUSS es gut sein!!!11111") aber hier hilft dir gar nichts mehr. Das Lied ist, einfach nur lahm. Einfach nur schlecht. Sogar im Vergleich mit den anderen HSM Liedern stinkt es völlig ab.

269 Plätze lang konntest du bei allen möglichen und unmöglichen Liedern deinen Kopf aus der Schlinge ziehen, aber mit Platz 64 hst du dich selbst aus dem Rennen genommen. Wer "A Night to Remember" überhaupt in seine Liste der 333 Besten Disneylieder aufnimmt, disqualifiziert sich selbst.

Tut mir leid, aber die anderen Plätze werde ich mir aufgrund dieser Lächerlichkeit nicht antun. Wer weiß, vielleicht landen auf Platz 10-1 nur Remixversionen von dem "ach so tollen" "A Night to Remember"?
DARAUF kann ich WIRKLICH verzichten.

Sir Donnerbold hat gesagt…

Auszug aus meinem Eingangsposting zu dieser Hitliste:

"Da es sich hierbei um keine Liste handelt, die den Anspruch erhebt objektiv die Qualität von Disneyliedern zu besprechen könnt ihr schonmal sämtliche schnell erdachten Formeln mit den Variabeln "Kritikererfolg", "Beliebtheit beim Publikum", "Kommerzieller Erfolg" und "Popkulturelle Bedeutung" in den gedanklichen Papierkorb werfen. Die besten Songs kann man eh nicht auflisten, ohne dass man irgendeine Grundsatzdiskussion vom Zaun bricht. Auch deswegen beschränke ich mich hier ganz einfach auf meine Lieblingssongs. Aber was ist nun ein Lieblingssong, und wie gedenke ich sie auflisten zu können?
Ich lass einfach eine unterbewusst kontrollierte Kombination aus Herz (Vorteil für emotionalere Lieder), Verstand (Vorteil für beeindruckend geschriebene Lieder), Beinen (Vorteil für schwungvollere Lieder), Bauchgefühl und Intuiton entscheiden - jeder krampfhaft erzwunge Maßstab würde das Ergebnis eh nur verfälschen. Die Rangfolge ist also allein aus meinem Mist gewachsen, und ich möchte nochmal betonen, dass es mir allein um eigene Präferenzen geht - eine Liste der meiner Meinung nach besten oder wichtigsten Disneylieder würde wieder völlig anders aussehen."

[...]

"Du stellst doch nicht ernsthaft XXXXXXX vor YYYYYYYYYYZ?

Doch.
Eventuell habe ich meine Beweggründe ja schon im Begleittext geschildert, vielleicht hat mich das von mir bevorzugte Lied mal längere Zeit durch den Alltag begleitet, womöglich wirkt es in meinen Augen in seinem Film besser oder aber beide Lieder wirken in ihrem eigentlichen Kontext ähnlich gut, doch das von mir besser eingeschätzte Lied kann wesentlich besser auf eigenen Füßen stehen."

Ich behaupte nicht, dass dieser Song BESSER ist als alle zuvor gelisteten Songs. Und wenn ich noch einmal irgendwo das Wort Fanboy höre, dann drehe ich durch. Was ist mit dem Begriff "Fan" passiert, dass man ihn nicht weiter benutzt? Ganz zu schweigen davon, dass ich selbst oft genug ironische Spitzen auf meine unverschämt guten Platzierungen der HSM-Reihe ablasse.

Ach und noch was:

"Tut mir leid, aber die anderen Plätze werde ich mir aufgrund dieser Lächerlichkeit nicht antun. Wer weiß, vielleicht landen auf Platz 10-1 nur Remixversionen von dem "ach so tollen" "A Night to Remember"?"

Wer die Liste nicht verfolgt, verliert auch das Recht zu kritisieren. ;-) Wer nicht wählt, darf auch nicht über die Regierung schimpfen. Du kannst meinen Geschmack noch so mies finden, wenn du irgendwann aussteigst, kannst du schlecht weiter meckern. Und sag nicht, dass es dir keinen Spaß macht, über diese Liste zu schimpfen. Sonst hättest du nicht kommentiert. *g*

Aber du hast die Regeln der Liste wohl eh nicht im Blick. Ich weise oft genug auf Remixe oder Coverversionen hin und sage, welche mir die liebste ist - ein Lied KANN also nicht zwei Plätze auf einmal belegen.

Jedenfalls schade, wenn du die Artikelreihe tatsächlich nicht weiter verfolgst, weil dich eine absurd hohe Platzierung so sehr stört. Vielleicht verpasst du auf den folgenden Rängen dir bislang unbekannte Kleinode oder weitere Anlässe für interesseante (oder freche) Diskussionen.

Naja, vielleicht beruhigst du dich nach diesem Kulturschock noch. Denn wie gesagt, dein Urteil ist eine Fehldiagnose: "Wer "A Night to Remember" überhaupt in seine Liste der 333 Besten Disneylieder aufnimmt, disqualifiziert sich selbst." Es steht über jedem Artikel dieser Reihe: 333 LIEBSTEN. Nicht besten. Das wiederhole ich sehr gerne. ;-p

(Als wenn ich dieses Filterchaos in einer qualitativ orientierten Liste über Supercalifragilisticexpialigetisch stellen würde. So viel Urteilsvermögen muss man mir bitte zutrauen...)

Anonym hat gesagt…

(Als wenn ich dieses Filterchaos in einer qualitativ orientierten Liste über Supercalifragilisticexpialigetisch stellen würde. So viel Urteilsvermögen muss man mir bitte zutrauen...) Naja, wer HSC mag, dem traut man alles zu :-P
*ein anderer anonymer Leser ist*

Sir Donnerbold hat gesagt…

Wieso läuft hier eigentlich jeder 3. oder 4. Kommentar unter "Anonym"? Die Kommentarsektion bietet die Möglichkeit, Pseudonyme zu verwenden. Ist doch ganz schmuck und verleiht euren Kommentaren direkt einen anderen Stellenwert.

Ansonsten... @ Anonym 2: Tja, wenn man die Beiträge aber aufmerksam lesen würde, müsste man eigentlich merken, dass man mir sehr wohl solches Urteilsvermögen zutrauen kann. Soll ich in Zukunft etwa jede Anmerkung, in der ich differenziert denke mit Ausrufezeichen und Fettschrift versehen? ;-)

Und generell zu diesem Thema: Es ist eine höchst subjektive, rein persönliche Hitliste. Da habe ich von Beginn an keinen Hehl draus gemacht. Es steht sogar im verflixten Titel. (Soviel auch nochmal zum Kommentar von Anonym 2)

Natürlich soll das "es ist meine Meinung, ey"-Argument keine ihr konträr laufenden Ansichten unterbinden. Schließlich ist es ein großer Reiz solcher Hitlisten, andere Sichtweisen kennenzulernen und sie mit seiner eigenen zu vergleichen. Natürlich kann man sich über gewisse Entscheidungen wundern und (noch wichtiger!) seine eigene Einschätzung loswerden. Was wäre weiter unten, was wäre weiter oben? Solche Äußerungen wie "damit disqualifizierst du dich" sind allerdings in sich selbst automatische Disqualifikationen im Bezug auf sinnvolle Kommentare (sofern kein Augenzwinkern spürbar ist). Damit könnte man ankommen, würde ich für diese Liste den Anspruch erheben, sie wäre die ultimative und unumstößliche Liste der allgemein hin besten Disneylieder.

Wie ich in anderen Beiträgen schon schrieb, repräsentiert "A Night to Remember" sozusagen die zeitgenössische Bilderbuchversion davon, wie ich meine letzten Schulwochen gerne verlebt hätte (nur mit zuviel Elektrofiltern und R'n'B-Beats) - das Lied trifft einen sentimentalen Nerv und darf seiner Mängel zum Trotz dennoch mit meiner Sympathie rechnen. Solche persönlichen Gründe haben nichts in einer Hitliste zu suchen, sagst du? Okay, dann versuchen wir uns an einer rein objektiven Liste der besten Lieder. Mh, ob das geht? Ich sage nein.

Deshalb, lieber erster anonymer Kritiker, darfst du mir gerne das Gegenteil zu beweisen und zu zeigen, dass man sehr wohl eine korrekte Liste der besten Disneylieder erschaffen kann. Also leg dich ruhig ins Zeug und kontere mit deinem Coundtdown der 333 besten Disneysongs. Wundere dich dann aber nicht, wenn du dich weitaus mehr Kritik auslieferst, als ich mit meiner Liste. Denn du behauptest dann, Fakten zu präsentieren (was nicht geht) und bist somit Freiwild für jeden, der eine deiner Entscheidungen nicht nachvollziehen kann. Ich bin gespannt, wie deine Liste aussieht. ;-)

(Fortsetzung folgt, da ich den Kommentarrahmen sprenge...)

Sir Donnerbold hat gesagt…

Bevor die altbekannte "Du gibst zu, an etwas schlechtem Spaß zu haben?"-Leier kommt... Was meint ihr, warum Ed Wood bis heute bekannt ist? Und es muss nicht immer ins "so schlecht, dass es gut ist" ausarten. Ist euer Lieblingsfilm von 2009 "The Hurt Locker"? Euer Lieblingsfilm der letzten Dekade "No Country for Old Men"? Und geht nichts über "Citizen Kane"? Ihr antwortet irgendwo mit "Nein!"? Dann Glückwunsch, wenn ihr mir vorwirft, zuzugeben Spaß an etwas zu haben, das schwach ist, dann ist eurer Logik nach eurer eigener Geschmack ebenfalls scheiße. Denn "die Experten" (AMPAS, listende Filmkritiker, meinungsbildende Filmhistoriker) sagen, dass diese Filme die besten in ihrer Kategorie sind. Wenn ihr etwas anderes mögt, dann findet ihr etwas (vermeintlich?) schwächeres besser.

Oder ein anderes Beispiel: Wohl niemand, der gerne zu McDonalds geht oder gerne etwas simples wie Reibekuchen isst, wird sagen, dass es exquisite Küche ist. Dennoch darf man das lecker finden.

*augenzwinkernder Arroganzmodus*
Und genau deswegen sind diese "du disqualifizierst dich"-Kommentare absoluter Schwachfug. Viel eher zeige ich, dass ich für das, was ich hier mache, wie geschaffen bin, da ich offensichtlich genug zwischen dem, wie etwas auf mich wirkt, und dem, was man laut dem lehrbuch gut finden kann, oft genug differenziere. Warum sonst behaupte ich hier nicht stolz und prahlerisch, die BESTEN Disneylieder zu präsentieren?
*Arroganzmodus aus*

HSM ist ein sündiges Vergnügen für mich, und ich sage das auch deutlich genug, dass ich mir bewusst bin, wie das auf ältere, sich für reifer ansehende Leser wirken muss, wenn man was gutes über diese Filme sagt. So lange ich mir der Sündhaftigkeit dieses Vergnügens bewusst bin und sie in die Welt hinausposaune, müsste ich eigentlich voll in eurem Interesse handeln... Nicht wahr?

Und zu guter Letzt möchte ich noch daran erinnern, dass dies eine verflucht lange Hitliste ist. Hätte ich nur die Top 50 veröffentlicht (was für die meisten Leute schon eine Mammutaufgabe wäre), würdet ihr keinen einzigen HSM-Song entdecken. Schonmal darüber nachgedacht?

Naja... was soll's. NC bekam Ärger, weil er den Tod eines Roboters nicht traurig fand. Spoony, weil er FF XIII nicht mag. Film Brain, weil er Vergnügen an Transformers 2 fand, ganz gleich, welches cineastisches Massaker der Film darstellt. Muss sagen, ich fühl mich in guter Gesellschaft. ;-p

(Und merkt man eigentlich, dass ich zu Schulzeiten immer Spaß daran hatte, wenn im Deutschunterricht die Kunst des Debattieren gelehrt wurde? *g*)

The Reader hat gesagt…

Schon seltsam: Leute, die an schlechten Horrorfilmen ihr anspruchloses Vergnügen haben, werden in der Filmfan-Gemeinde akzeptiert. Wer aber an "Für-die-eigentliche-Zielgruppe-ganz-klar-gut"-Teeniefilmchen mit netter Prise "Adult Service" sündigen Spaß hat, der wird zugetrollt.

Wenn in Teil 4 irgendwer irgendwen blutig abschlachtet, dann darf man die Reihe offiziell mögen... Disney, streng dich an. ;-)

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