Dienstag, 13. Juli 2010

Unvoreingenommen. Unverfälscht. Ungeheuerlich? Arielle, die Meerjungfrau im Synchro-Wettstreit

Okay. Es ist offiziell: Ich muss den Verstand verloren haben. Diesen Artikel zu verfassen gleicht einem Selbstmordkommando. Vor meinem geistigen Auge stapeln sich bereits die bösen Kommentare, die gerümpften Nasen und die vor lauter Ungläubigkeit ins Gesicht geschlagenen Hände. Doch es ist mir gleich, welche Generation von Disney-Fans mir von nun an auf's Dach steigen wird. Sollen sich die Leute in mir bekannten und mir fremden Foren von nun an die Mäuler zerreißen und gegenseitig die Köpfe einschlagen, weil ich ein hochbrenzliges Thema wieder ausgegraben habe und somit wildeste Diskussionen auslöste.

Es ist mir egal. Dieser Beitrag muss geschrieben werden. Ich kann es mir nicht länger verkneifen mich aus dieser Thematik rauszuhalten. Ich werde mein Schweigen brechen, und in aller gebotenen Ausführlichkeit auf eine Problematik eingehen, die Disneyfans und Nostalgikern seit mittlerweile mehr als zehn Jahren den Schlaf raubt und es unmöglich macht sorgenfrei in Disneyforen zu surfen, ohne in diesen thematischen krisenherd zu stolpern.

Es ist Zeit für meinen ganz eigenen, ehrlichen und erschöpfenden Synchronvergleich von Arielle, die Meerjungfrau!

Die Vorgeschichte

In Deutschland wurden bereits einige der großen Disney-Klassiker mehrmals synchronisiert, teils um eine bessere Tonqualität zu erreichen (Peter Pan klingt so blechern und kratzig, dass ich mir bei diesem Film glatt eine Neusynchronisation wünsche, und so lange die alte Fassung auf den künftigen Veröffentlichungen mit draufgepackt wird, sollte sich da auch kein Purist beklagen dürfen), teils um Fehler auszubügeln, doch vor allem um das Publikum anzusprechen.

Die alten Neusynchronisationen sorgen für genügend Diskussionen unter Disneykennern, doch neben allerlei Murks (dümmliches Intro in Cinderella) gibt es auch tatsächliche Verbesserungen (ich wuchs dank einer Musikkassette mit Teilen der alten Pinocchio-Fassung auf und finde die Hauptfigur dort stimmlich sowas von unsympatisch ... kommt mir hier also nicht mit "Macht der Gewohnheit", wenn ich die neue Fassung bevorzuge). Das schlimmste an den Pre-Arielle-Neusynchronisationen ist sowieso nicht ihre Existenz, sondern das penetrante Zerreißen der Neusynchronisationen als Teufelswerk und dahingeschluderten Müll - von Leuten, die die Neusynchronisationen nur deshalb so sehr beschimpfen, weil sie halt neu sind. Es gab eine ältere Version, also ist die auch besser. Da werden ausführliche Kritiken von Menschen geschrieben, die das Original gar nicht kennen oder vor gefühlt zehntausend Jahren zum letzten Mal hörten.

Dass Arielle, die Meerjungfrau neu synchronisiert wurde, ist schon ein wesentlich größeres Rätsel als die Neufassungen von Filmen wie Schneewittchen & die sieben Zwerge, schließlich erschien der Film erst 1989 (die dt. Fassung kam 1990 in die Kinos), die Tontechnik war längst aus ihren Kinderschuhen heraus und sprachlich oder zielgruppentechnisch veränderte sich bis zur Neuaufnahme im Jahr 1998 auch nicht sonderlich etwas. Wieso also eine Neusynchronisation?
Gerne wird das Gerücht verbreitet, Disney habe die Rechte am Original verloren. Andere halten der Ausrede "das alte Tonmaterial war in katastrophalen Zustand" die Stange. Klar, ausgerechnet Arielle, die Meerjungfrau lagerte unter dem einzigen Leck im Archiv, alle anderen Synchros hatten Glück.

Die einzig plausible Erklärung war, dass Disney den Film 1998 unbedingt mit verbessertem Ton (Dolby Surround war seinerzeit noch was bewerbenswertes!) in die Kinos bringen wollte. Während man in den USA die Technik, die Zeit und das Geld hatte die alten Bänder künstlich nachzubessern, musste man in Europa nochmal neu an die Mikros.

Hätte man damals gewusst, was diese Entscheidung alles nach sich ziehen sollte, man hätte sicher liebend gern auf das Geld aus der Kinoneuveröffentlichung verzichtet ...

Die kleine Meerjungfrau und ich

In Diskussionsforen wimmelt es von Besprechungen der zwei Arielle-Synchrofassungen. Die meisten sind mit Gram und Abscheu erfüllt und stellen die Neusynchro mit einem Kultursakrileg gleich. In nahezu allen Fällen sind die verbitterten Autoren dieser Verrisse mit der ursprünglichen Fassung dieses Films aufgewachsen und mitunter durch sie zum Disneyfan geworden. Ihr Zorn ist deshalb verständlich, gleichwohl zieht er eine deutliche, überaus subjektive Einfärbung dieser Besprechungen mit sich. Natürlich haben diese Fans ein Anrecht darauf sich fast schon persönlich von der Neusynchro angegriffen zu fühlen - ihre gerne als objektiv verkauften Analysen der Neusynchro hingegen sind nicht so schnell abzuwinken. Diese Besprechungen können die Neusynchro überhaupt nicht fair beleuchten.
Und da betrete ich die Bühne.
Denn meine Beziehung zu Arielle, die Meerjungfrau ist wesentlich lässiger, als die von zahllosen anderen, die heiß über die Neusynchronisation mitdiskutieren. Das macht mich nicht unbedingt zum perfekten Schiedsrichter, ein wenig mehr Objektivität möchte ich mir dennoch zusprechen.

Wie bereits mehrmals hier im Blog ausgeführt, fand ich nicht durch die Meisterwerke, sondern durch Fernsehausstrahlungen der Cartoons mit Micky, Donald, Goofy und Pluto zu Disney. Mein erster Kinofilm war nicht etwa Arielle, die Meerjungfrau oder Der König der Löwen (in meinem Freundes- und Bekanntenkreis ist es stets einer dieser beiden), sondern Aladdin und auf Video war Arielle während meiner Kindheit nie in Dauerrotation. Das waren vor allem die Cartoon-Videosammlungen und Drei Caballeros. An "normalen" Meisterwerken sah ich sehr früh Aristocats und Susi und Strolch aus Eigenantrieb, Dumbo und Alice im Wunderland sah ich ebenfalls sehr früh, Das Dschungelbuch wurde mir als eines der Lieblingsmeisterwerke meines ältesten Bruders vorgesetzt (um nicht zu sagen "aufgezwungen"). Fantasia wollte er mir ebenfalls sehr lange unterjubeln, doch aufgrund des riesigen Mickys auf der Hülle habe ich mich lange gewehrt. Irgendwann gab ich auf und mochte den Film. Und dann kam er mit Arielle an.

Zunächst hatte ich keine Lust, dann kamen neue Videos dazwischen, die dringender geguckt werden wollten. Schließlich habe ich Arielle irgendwann mal angeschaut. Ja, ist ganz fein. Dann kam die qualvoll-harmonische Serie im ARD-Disney Club, die zudem auf zahlreichen Disneyvideos mit dem Wahnsinn auslösenden Song "Harmonie.... Harmonie... Ob groß ob klein, sei kein Schwein und zeig' ein bisschen Harmonie!" beworben wurde. Danach mochte ich Arielle aus Protest nicht. Mir egal, wie gut er ist, der ist an der Serie Schuld, wegen der meine Lieblingsserien nicht mehr im Disney Club laufen und diese Serie wiederum ist zudem an dieser nervigen Werbung schuld! Und wieso kriegt diese $c%@i§-Serie tolle Videohüllen mit Glitzercover? Unfair!
Einige Zeit später war mein Groll abgeklungen und der Film wurde wieder gemocht. Wieder ein paar Jahre später war ich als Filmseher gereift und wusste Elemente an Zeichentrickfilmen zu schätzen, die mir zuvor egal waren. Erneut wurde Arielle gesehen und für gut befunden. Als ich mir die Video-Neuauflage kaufen wollte, begegnete ich erstmals der Neusynchro. "Mhhh... joah... Was solls, Arielle hatte für mich keinen nostalgischen Wert. Fies von Disney, aber mich soll's nicht jucken..."

Ein Wiederhören mit alten Bekannten

Springen wir einige Jahre nach vorne; auf in die Gegenwart: Für einen Disney-Zeichentrickfilm, den ich sehr gut finde, habe ich Arielle, die Meerjungfrau wirklich erstaunlich selten gesehen. Mein letzter Kontakt zur alten Synchro ist außerdem schon ein paar Jährchen her. Sie stand einige Zeit bei mir herum und wartete darauf gesehen zu werden, aber ich hatte irgendwie seither nie gerade besonders Lust auf Arielle, und als ich gerade wieder eine Disney-Retrospektive abhielt, ging's mir um die visuelle Ausdruckskraft - und so wurde aufgrund der besseren Bildqualität die (hierzulande abgespeckte) Platinum-DVD eingelegt. Ja, ja, Schande über mein Haupt... Meine nächste Sichtung danach war dafür mit Audiokommentar, entschädigt euch das?

Wieder ein paar Monate später wollte ich mir etwas gutes tun - und griff endlich zur ursprünglichen deutschen Fassung von Arielle, die Meerjungfrau. Ich wollte beim Anschauen jedoch nicht zu analytisch heransehen und dauernd Vergleiche ziehen, am besten schon in druckreifer Ausformulierung, sondern einfach nur dieses Zeichentrickmeisterwerk genießen. Also zurückgelehnt, den technisch-kritischen Blick ausgeschaltet ("Aaaaah! Die Farben, sie sind so grieslig! Wo ist die Luxus-DVD?") und ein kühles Getränk gekrallt. Ab, nach Atlantica!

In den ersten paar Minuten bemerkte ich nicht einmal etwas "neues", ungewohntes. Der Film lief, und ich wartete unterbewusst auf Unterschiede zu der neuen Version, die mir eigentlich ein klein wenig bewusster im Ohr klingen sollte.
Mit der Zeit kam dann ein warmes Gefühl, des vergessenen, altbekannten auf. Es hatte etwas heimeliges, und bei einigen Charakteren war es so, als hätte ich sie nie anders gehört. Vor allem bei Triton und Sebastian vernahm ich die alten Stimmen so, als wären mir nie die neuen untergekommen. Ja, ich wusste rein faktisch, dass ich eine andere Version kenne, aber es schien mir so fern, als hätte ich bloß davon gelesen. So gesehen habe ich also noch immer keinen Unterschied verspürt. Mit der Zeit fielen meinen Ohren dann doch einige Differenzen auf, und es war so, als würde ich Arielle, die Meerjungfrau durch einen Zerrspiegel betrachten. Vieles war besser, als meine jüngste Erinnerung, einiges ungewohnt vertraut, manches jedoch auch schlechter. Irgendwann versank ich dann wieder völlig im Filmerlebnis und beendete Arielle, die Meerjungfrau mit einem wohlen Gefühl.

Abtauchen in die Gewässer der Arielle-Synchros

So viel also zum ersten Eindruck. Aber was genau vermochte die Synchronisation in ihrem ersten Anlauf besser zu bewältigen, und was gelang beim zweiten Streich ein bisschen besser? Schnell das Notizbüchlein gezückt und die beiden Synchronfassungen detaillierter abgeklopft.

Zunächst lässt sich anmerken, dass der gute Edgar Ott als Triton tausendmal mehr überzeugten kann, als Jochen Striebeck in der Zweitfassung. Ott ist väterlicher und beherrscht zudem die härteren Stellen besser als Striebeck, bei dem Triton zu unsympatisch gerät. Und auch der Eindruck von Joachim Kemmer als Sebastian war beim ersten Mal so prägend, seine Darstellung so warm und freundlich, dass ich beim erneuten Ansehen der alten Synchro freudestrahlend auf Anhieb sämtliche Erinnerungen an Ron Williams aus dem Fenster geschmissen habe. Ich weiß, dass Sebastian nun ein Akzent fehlt, doch ich spüre nicht, ihn je anders als mit Kemmer gehört zu haben. Für den Vergleich der Synchros bedeutet dies, dass man in der Übersetzung zwar auf eine phonetische Abhebung Sebastians verzichtete, man nahm ihn seinen Dialekt, das muss man einfach einsehen. Jedoch behält er bei Kemmer mehr von seinem Schwung und seiner Heißblütigkeit bei, als unter Williams. Bei ihm kommt Sebastian wegen des dicken Akzents zum Erliegen.

Bei Scuttle schreckte ich während der Erstsynchronisation hingegen erstmal weit zurück. Normalerweise liebe ich ja den guten Jürgen Kluckert, aber seine verwirrte Möwe krächzt so laut und penetrant, dass ich mich richtiggehend freute, wenn seine Szenen zu Ende waren. Da bevorzuge ich ohne jedes Wenn und Aber Hartmut Neugebauer, der Scuttle in der Zweitsynchronisation wesentlich gedämpfter vertonte und nicht so rumquetscht wie Kluckert.
Ein Detail, bei dem ich sehr schmunzeln musste, ist die Benennung von Ursulas Untergebenen. In der Erstfassung behielten sie ihre englischen Namen Flotsam und Jetsam bei, in der zweiten Synchronversion bekamen sie die Namen Abschaum und Meerschaum verpasst. Kritiker von Neusynchronisationen an sich (und dieser im Besonderen) bemängeln gerne die zunehmende Anglisierung der deutschen Sprache in neueren Lokalisierungen altgeliebter Filme. Doch denkt ihr, dass mir bislang auch nur einmal ein Lob unter die Augen kam, dass man zwei clevere deutsche Namen für die zwei Zitteraale Ursulas fand? Nein. Damit würde man ja dem Teufel eine gute Seite zusprechen ...

Aber wollen wir hier mal keine verallgemeinernden Vorurteile gegenüber Arielle-Erstsynchrofans schüren, schließlich gibt es auch Mängel dieser Fassung, die durchaus regelmäßig adressiert werden. Verglichen mit neueren Disneyfilmen ist der Ton ein wenig blechern und kratzig und der Bruch zwischen Arielles Gesangs- und Sprechstimme ist überdeutlich. Allerdings ist der Ton um Lichtjahre besser als die Peter Pan-Synchronfassung, die wie durch ein Blechdosentelefon gesprochen klingt und eine Schande für jede Heimkinoanlage darstellt. Und so radikal der Bruch zwischen der singenden und sprechenden Arielle auch sein mag, bleibt er noch immer verschmerzbar. Schließlich wurden Arielles Textstellen von der wunderbaren Ute Lemper eingesungen. Viel größer als der Unterschied zwischen Gesang und Sprache in Verwünscht ist der zwischen Ute Lemper und Arielle-Sprecherin Dorette Hugo außerdem auch nicht.

Die Besetzung der restlichen Rollen ist schnell abgehakt: Die Erstsynchronisation ist bis in die letzte Rolle hinein liebevoller besetzt. Ignoriert man Koch Louis, der im englischen Original und in der Erstsynchronisation als ein überflüssiges Comic Relief dient und in der Zweitsynchronisation durch den maßlos übertreibenden Walther von Hauff zu einem gewaltigen Störfaktor wird, ist die zweite Fassung keinesfalls schlecht. Dennoch wurden beim ersten Anlauf die Rollen stimmiger besetzt. Die Dialoge finde ich in beiden Versionen ebenbürtig - jede hat ihre hellen und dunklen Momente. Die Musik hingegen...

Musikalische Lyrik auf dem Meeresgrund: Unter den Wellen verkaufen Sardellen Frikadellen mit Salmonellen und bellen

Die Übersetzung und Umsetzung der einzelnen Lieder ist selbstverständlich ein besonders wichtiges Element bei der Bewertung der beiden Synchronfassungen von Arielle, die Meerjungfrau. Was dies anbelangt habe ich auch die eine oder andere sicherlich sehr kontoverse Meinung, die mir manch einer sicherlich am liebsten quer irgendwo reinstecken möchte.
Bezüglich der "kleinen" Lieder in Arielle, die Meerjungfrau habe ich eigentlich nicht viel anzumerken. Les Possions ist in beiden Versionen überflüssig und tendentiös nervig, wobei es aufgrund der Synchronbesetzung in der zweiten Fassung nochmal ein gutes Stück anstrengender wurde, und die kurzen Lieder von Tritons Töchtern, "Vanessa" (also der in ein Arielle-Double verwandelten Ursula) und der Seemänner ganz zu Beginn sind für mich einfach kein Stück weit denkwürdig, ganz gleich in welcher Version sie mir präsentiert werden. Deshalb möchte ich nich weiter auf diese Fußnoten der musikalischen Leistung dieses Films eingehen, sondern mich direkt auf die großen Vier stürzen. Arielles Traum aka Ein Mensch zu sein, Unter dem Meer aka Unten im Meer, Arme Seelen in Not und Küss sie doch.

Küss sie doch

Ich möchte mit dem Lied beginnen, bei dem ich die ambivalenteste Meinung zur ganzen Neusynchronisationsdebatte vertrete. Oder die unentschlossenste. Sowohl Klaus-Peter Bauer als auch Frank Lenart fanden in ihrer Übersetzung des Textes von Howard Ashman die richtigen Worte und trafen den Ton des gleichermaßen witzigen und romantischen Songs. Beide deutsche Textfassungen haben ihre stärkeren und schwächeren Stellen, poetischere und "kindgerechtere" Momente. So beginnt die zweite Fassung mit der wortgewandteren Zeile "Sie berührt Dich, fasst Dich aber gar nicht an" statt des alltäglicheren "Sieh sie dir an, ist sie nicht bezaubernd schön?", dafür wird in der Neuübersetzung aus "sie bleibt immer stumm, ohne Kuss völlig stumm" das simplere "und sie sagt kein Wort, nicht ein einziges Wort", nur um jeweils ein Beispiel zu bringen. Weil sich diese Schwankungen auf der sprachlichen Ebe ausgleichen und dem Original angemessen sind, habe ich diesbezüglich nichts zu bemängeln (natürlich ausgenommen von der üblichen Frage "Warum?").
Deswegen müsste ich die Frage, welche der beiden deutschen Fassungen dieses Liedes gelungener ist von der Performance Sebastians abhängig machen. Während ich Joachim Kemmer bei Betrachtung des Films als Ganzes Ron Williams deutlich vorziehe, so kann ich die Frage nach dem besseren Sebastian nicht so eindeutig beantworten, wenn ich Küss sie doch als selbstständiges Lied betrachte. Kemmer ist zärtlicher und romantischer, Williams' Akzent bringt dem Lied allerdings mehr Würze und Fülle. Weshalb Williams in Küss sie doch so viel verständlicher ist, als im Rest des Films kann ich mir nicht erklären, jedenfalls wäre es wünschenswert, hätte er den gesamten Film über dieses Niveau gehalten. Im Hinblick auf den kompletten Film gebe ich hier natürlich Kemmer den Vorzug (zumal im Filmkontext die vermittelte Romantik eine höhere Bedeutung hat, als wenn man das Lied für sich betrachtet), muss jedoch sagen, dass mir Williams' Fassung als "Coverversion" ebenfalls sehr gut gefällt.

Unter dem Meer / Unten im Meer

Bei der Eindeutschung von Under the Sea zeichnet sich ein vollkommen anderes Bild ab: Obwohl man bei dieser schwungvollen Calypso-Nummer eigentlich erwarten müsste, dass Ron Williams näher an den ursprünglichen Interpreten Samuel Wright herankommt, versagt der Deutsch-Amerikaner bei seiner Interpretation katastrophal. Ja, de facto klingen Williams' Stimme und Aussprache stärker nach Wright als es Kemmers Stimmbänder hergaben, jedoch sind diese theoretischen Vorzüge des Schauspielers und Moderators passé, sobald man sich auf die Gesangsleistung konzentriert. Kemmer kompensierte hinter dem Mikrofon seine "weiße" Stimme, indem er besonders viel Elan in seine Performance legte, wodurch er nicht nur mit Wright gleichzog - aufgrund Kemmers unbändiger Energie und dem gewissen Pepp seiner leicht rauhen Stimme ist es kein Sakrileg, wenn man behauptet er wäre dem Original sogar überlegen. Aber egal, welche Stimme man bevorzugt, auf jeden Fall hat Kemmers Unter dem Meer so viel Schwung wie Wrights Under the Sea. Schlaff und energielos präsentiert sich dagegen Williams' Unten im Meer. Williams drückt für meinen Geschmack zu viel, es klingt nahezu so, als versuche er seine dunklere, "schwarze" Stimme nochmals zu unterstreichen, um sich von Kemmer abzuheben und die englische Vorlage zu imitieren. Bei all dem künstlichen Pressen vergaß Williams allerdings, dass nicht der jamaikanische Akzent von Sebastian die Beliebtheit von Under the Sea ausmachte, sondern die ansteckende Dynamik des Songs. Wo Kemmer Feuer erzeugte, bemüht sich Williams um überdeutliche Rauchschwaden. Was nützt es, dass Williams während dieses Liedes wie jemand klingt, der den Rhythmus im Blut hat, wenn Kemmer lebhaft das für eine solche Gesangseinlage nötige Temperament zur Schau stellte?
Die Erstfassung war energetisch, ansteckend und natürlich, die zweite Version dagegen ist eine laienhafte und gestellt wirkende Imitation des Originals, ohne die dazu nötigen Mittel zu haben. Williams kann singen (man höre Oogie Boogie in Nightmare before Christmas), aber er verfügt nicht über den Drive Wrights.

Und dann wäre da natürlich noch der Liedtext. Gut, neunmalkluge Besserwisser werden sich vielleicht über die Änderung von "Unter dem Meer" in "Unten im Meer" freuen (was für eine voreilige und oberflächliche Betrachtungsweise diese Möchtegern-Deutschlehrer an den Tag legen...), ansonsten ist die zweite Fassung kein Material, das man in ein Empfehlungsschreiben des begnadeten Frank Lenart packen würde. Ohne Vergleichmöglichkeiten wäre sein Unten im Meer vielleicht passabel, stellt man Lenarts Übersetzung hingegen direkt neben den Text der Erstsynchronisation, dann fragt man sich, wie mies der talentierte Liedtexter während der Arbeit an Arielle draufgewesen sein muss. In der Erstsynchronisation singt Sebastian zum Beispiel folgenden geistreichen Vers: "Schau Deine Welt doch genau an / ja, hier wo Du schwimmst und lebst / voll Wunder siehst Du das Blau dann / sag selbst, was Du noch erstrebst" Diese Zeilen enthalten nicht nur einen cleveren Rückgriff auf Arielles Wunsch die Unterwasserwelt zu verlassen, sowie den schönen, einfallsreichen Reim von "erstrebst" auf "lebst". Lenart textete stattdessen "Die Wunder, die uns umgeben/ sind bunter im Ozean / sie bieten ein bess'res Leben/ hier unten und fern vom Land", wobei der verlorene Reim zu verzeihen ist, da sich weder Ashmans Text, noch der von Bauer durchgehend reimen (wobei Bauer sich bei den Aussetzern näher an Ashman orientierte). Es ist generell kein wirklich schlechter Text, aber er wirkt schon etwas flacher als der von Bauer. Im ersten Refrain werden die Gegensätze bereits krasser: "Unter dem Meer, unter dem Meer / wo wär das Wasser besser und nasser / als es hier wär? / Die droben schuften wie verrückt / 'drum wirken sie auch so bedrückt / wo hasst man Streben, wo lebt man eben? / Unter dem Meer" ertönt es in der Erstfasssung, in der Zweitfassung dagegen "Unten im Meer, unten im Meer / bei jedem Wetter ist es viel netter/ und bietet mehr / als dieses Land, das oben sitzt / wo jeder schuftet und nur schwitzt / wir schwimmen besser hier im Gewässer unten im Meer". Kurioserweise ist Bauers Übersetzung sinngemäß näher am Original, als Lenarts von Disneys PR seinerzeit als getreuer verkaufte Fassung, zudem leistet sie deutlich mehr Wortakrobatik, was einen Teilreiz dieses Songs ausmacht. Allein schon Sebastians schmuck klingende, inhaltlich dagegen hohle Lobeshymne, unter dem Meer sei das Wasser besser und nasser verleiht diesem gesungenen Überredungsversuch einen subversiven Witz, der in der zweiten deutschen Fassung nicht durchgängig, aber häufig genug verloren geht.

Ein weiteres Textbeispiel für verlorene Reime wäre kurz vor dem zweiten Refrain zu finden, wo es wahlweise "Dem Schicksal bist Du echt schnuppe / Du bist schon ein armer Fisch / Hat dein Boss mal Lust auf Suppe / schwupps, bist Du auf seinem Tisch (oh nein)" oder (im zweiten Anlauf) "Es könnte noch schlimmer werden / Du weißt, was dem Fisch passiert/ Denn sollten die hungrig werden / wird Fischi pochiert serviert (oh no)" heißt. Im Refrain darauf bemühte sich Bauer um eine pfiffige Übersetzung des Originals (aus "Under the sea, under the sea nobody beat us, fry us and eat us in fricassee" wurde "Unter dem Meer, unter dem Meer niemand fritiert Dich, brät und serviert Dich hier zum Verzehr"), während Lenart recht müde ein "Unten im Meer, unten im Meer sind keine Tische, wo man die Fische frisst und verzehrt" herbeizauberte. Entfernung vom Original ist wünschenswert, wenn eine sklavische Übersetzung bloß ein schwaches Ergebnis erzielen würde, aber hier ist Lenarts Erfindung verfehlt und platt. Meine für einen solchen Vergleich zwischen favorisierte Stelle folgt kurz darauf: "Unter dem Meer (unter dem Meer) / ist es nicht toll hier, ganz wundervoll hier /voller Esprit / sogar die Sprotten und der Lachs / die spielen spottend mit zum Flachs / wir spielen alle, Zander und Qualle / unter dem Meer", geht es bei Bauer. Ein flotter Refrain inklusive aufgeweckter sowie putziger Wortspielereien wie "Sprotten [...] spielen spottend mit zum Flachs", während es in der Zweitsynchro uninspiriert "Unten im Meer (unten im Meer) / bleib lieber nass, das Wasser macht Spaß / was willst du denn mehr ? / Mehr als im Meer erlebst Du nie / so eine schöne Harmonie / immer gehabt hier, wir sind begabt hier / unten im Meer". Das "Mehr / Meer"-Wortspiel zeugt zwar von Willen, ist aber vom Espirit sonstiger Lenart-Texte oder der Erstfassung dieses Songs weit entfernt. So zieht es sich durch das gesamte Lied, es ist einfach schlaffer und weniger geistreich. Bei einem ebenso spaßigen wie redegewandten Textfeuerwerk wie Under the Sea nicht im Sinne des Autoren. Hinzu der schwerfällige Gesang von Williams, und wir haben einen der Topgründe gegen die Neusynchronisation gefunden. Wenn nicht sogar den Hauptgrund.

Arme Seelen in Not

Da Ursula in beiden Synchronfassungen von Beate Hasenau vertont wird, ist der Vergleich zwischen den unterschiedlichen deutschen Versionen von Arme Seelen in Not eine leicht andere Aufgabe, als bei den anderen Songs des Films. Dadurch, dass die selbe Stimme zu hören ist, lässt sich viel stärker die Leistung des Synchronregisseurs und -texters beurteilen. In welcher Fassung wurde das Lied besser übersetzt, wer trieb Hasenau zum besseren Gesang an? Eine intervenierende Variabel wäre die Tagesform oder das gestiegene Alter von Hasenau. In der zweiten Fassung erreicht die Sängerin nicht mehr mit der selben Bravour die höheren Töne des Finales, ein unbestreitbarer Mangel, gerade bei der Darbietung von komplexen, durchdachten Kompositionen, wie sie in der Disney-Renaissance an der Tagesordnung waren.
Und dennoch gefällt mir über das gesamte Lied betrachtet Hasenaus zweite Performance besser als die aus der hochgelobten und vielgeliebten Erstsynchronisation.
In der zweiten Synchronfassung legt Hasenau mehr Sex in ihre Stimme, gibt eine verruchtere Meereshexe, die hinterlistig Arielle um den Finger zu wickeln versucht. In der ursprünglichen Version singt sie mir zu trocken, zu gestelzt. Was die Texte anbelangt, bin ich unentschlossen. Wie auch bei Unter dem Meer ist der Text von Arme Seelen in Not in der ersten Synchronfassung wortgewandter, hält ein gehobeneres Sprachniveau. Anders als bei den beiden Liedern Sebastians schoss Bauer jedoch etwas über das Ziel hinaus, seine Übersetzung liest sich letztlich zu belesen, was die gestelzte Wirung des Gesangs nur verstärkt. Da lassen sich Lenarts Worte schon schwungvoller sowie verführerischer darbieten, selbst wenn es um manche Formulierungen schade ist.

Ein Mensch zu sein / Arielles Traum

Ohje, ohje... Da ist es also, das Lied, das bissige Erzfeinde der Neusynchronisation mit Feuerseifer ins Scheinwerferlicht zerren, um aufzuzeigen, welche Verstümmelung eines wertvollen Kulturgutes diese Zweitfassung doch darstellt (oder Neusynchronisationen generell). Der neue Text sei ein stupides Fiasko, eine Beleidigung des sprachlichen Intellekts. Bevor ich also spezifischer auf meine Einschätzung beider Fassungen eingehe, sehe ich mich berufen, auf diese übersteigerte, Wut gesteuerte Kritik einzugehen. In der ersten deutschen Übersetzung von Part of Your World lässt Arielle die Worte "Kram", "Plunder" und "Klimbim" fallen, während die junge Meerjungfrau im Original aus Ermangelung der korrekten Vokabeln von "gadgets", "gizmos", "whozits", "whatzits", "thingamabobs" singt. Fällt jemandem etwas auf? Mir gewiss, und so finde ich die deutsche Neuübersetzung mit ihrer Wortwahl "Schnickschnack", "Krimskrams", "Krempel" und "Dingsbumse" recht versöhnlich (selbst wenn die Menge der "Ding"-Worte weiterhin inkorrekt ist, denn an so etwas störe ich mich eigentlich nicht). Die Worte "Krempel" und "Plunder" tun sich alle beide nicht viel, und "Dingsbums" ist nichts weiteres, als das, was "Klimbim" in den 70ern war. "Dingsbums" ist kein Zeichen für Verrohung, sondern für eine angemessene Übersetzung. Beide Ausdrücke sind umgangssprachlich, bloß war "Klimbim" schon 1989 längst veraltet. Man könnte sich also höchstens am zum Krimskrams mutierten Kram reiben, allerdings ist der allemal originalgetreuer. Im Original verwendet die unwissende Arielle schauderliche Ersatzbegriffe wie "whozits" und "thingamabobs", und das ist gerade der springende Punkt an diesen Stellen. Dass in der zweiten Übersetzung saloppe, aber noch erduldbare Begriffe wie "Dingsbumse" und "Krimskrams" verwendet werden, kann man nicht allen ernstes als peinlichen Sprachverfall bezeichnen, immerhin ist dies einer der Fälle, in denen während des Übersetzungsprozesses das Sprachniveau angehoben wurde. Diese Stelle, ja, das komplette Lied, erfüllt in der Zweitübersetzung auch tatsächlich die seinerzeit von Disney versprochene Orientierung am englischen Original, während sich zum Beispiel Unter dem Meer viel mehr von Ashmans Text entfernte. Dass sich die neue Originaltreue in dieser Strophe bloß im Detail zeigt (durch die minimale Erhöhung von Kindersprache gegenüber der ersten Fassung rückt man dem Original näher, ohne deckungsgleich zu werden) wird schnell vom Refrain überschattet: In der Erstfassung wünscht sich Arielle Ein Mensch zu sein, in der zweiten Übersetzung hingegen ersehnt sich sich "In ihrer Welt" zu sein (weshalb der Titel in Arielles Traum geändert wurde, um eine Verwechslung mit Aladdins Liebesballade zu vermeiden).

Und nun tief Luft holen...

...die Erstfassung begeht einen eklatanten Fehler! Durch diese freie Übersetzung von Part of Your World suggeriert sie, dass Arielle nichts sehnlicher begehrt, als ein Mensch zu sein. Ach Quatsch, sie suggeriert es nicht, sie schreit es explizit heraus. Meiner Auffassung des Films nach ist es aber zu diesem Zeitpunkt der Handlung nicht Arielles primäres Ziel, ein Mensch zu werden. Viel mehr möchte sie gerne aus der ihr bekannten Welt fliehen und sich in die unbekannte, dadurch für sie so faszinierende Menschenwelt integrieren. Dazwischen besteht ein gradueller Unterschied: Die erste Alternative bedeutet eine Unzufriedenheit mit sich selbst, der zweite Wunsch hingegen kristallisiert sich aus Arielles Ablehnung der sie umgebenden Welt heraus. Einmal möchte sie sich selbst ändern, einmal erfleht sie sich im Schutze ihrer Grotte einen Tapetenwechsel, sie möchte fern von den ungewollten Pflichten im Palast und ihrem übervorsorglichen und gestrengen Vater, nahe beim sie anziehenden Prinzen Eric sein.

Ich bin keinesfall jemand, der Wort-für-Wort-Übersetzungen erbittet, allerdings besteht ein Unterschied zwischen sinngemäßer (statt wortwörtlicher) Übersetzung, freier Übersetzung und vollkommen freier Übersetzung eines für die Filmhandlung zentralen Wendepunkts. Deshalb muss ich mich, rein textlich, an dieser Stelle klar für die zweite Synchronisation aussprechen, vollkommen egal, wie böse mir mancher dafür sein mag. Der neue Text ist im Kontext des Films sinnvoller sowie näher am Original.

Das größte "Problem" an diesem Lied ist deswegen die Arielle-Besetzung in der Erstsynchronisation...

Arielles Stimme

In der Erstfassung wird Arielle von Dorette Hugo gesprochen und von Ute Lemper gesungen, in der zweiten Version spricht Anna Carlsson, während Naomi van Dooren singt. Und dadurch bricht in der Part of Your World-Sequenz für mich das gesamte Kartenhaus der Synchronarbeit zusammen. Es heißt ja so schön, dass Synchronsprecher und -autoren ihre Arbeit am besten erledigen, wenn man gar nicht realisiert, dass sie überhaupt getätigt wurde. Nun gut, als großer Fan eines Films, besonders von eingedeutschten Musicals, darf man natürlich zwischen seinen liebsten Sprachfassungen abwägen, während des Filmgenuss hingegen sollte man idealerweise nicht mehr dran denken, dass man eine überarbeitete Version des Films sieht. Gerade Disney ist ein Studio dem ich diesbezüglich großes Talent zuschreibe, die Qualitätskontrolle ist außerordentlich und bei zahlreichen Filmen überschattet die deutsche Bearbeitung das Original. Nicht bei diesem Film. Sobald Arielle in ihre Grotte flieht, ist die Illusion für mich endgültig gestorben. Ich habe die Wahl zwischen der neuen deutschen Version mit (recht) guter Sprech- und Gesangsleistung sowie sehr gutem Text ... oder herausstechender Stimmbandakrobatik und einem mäßigen Text in der deutschen Erstsynchro. Uaargh!

In manchen Online-Besprechungen der Zweitsynchronisation wurde etwa Anna Carlsson böse angefeindet. Damit meine ich nicht Carlsson als Arielle, sondern Carlsson allgemein. Wegen solchen Anfällen von unkontrolliertem Hass habe ich mich auch lange genug über dieses Thema ausgeschwiegen. Carlsson ist eine talentierte Synchronsprecherin, die unter anderem als Eva Longorias und Piper Perabos Stammstimme sowie als Kim Possible bekannt sein sollte. Und von ihrer Stimme her beurteilt traue ich ihr auch das Zeug zu einer wirklich guten Arielle zu. Bloß zeigt sie es in der Zweitsynchronisation des Films nicht so sehr wie erwünscht, insbesondere nicht im Vergleich mit Dorette Hugo. Hugo spricht Arielle zarter, verletzlicher und prinzessinnenhafter (nicht im tussimäßigen Sinne) und ist deshalb besser. Ihre Arielle ist seelenvoller. Der Unterschied ist aber nicht so gravierend, wie der zwischen Arielles Gesangsstimmen. Ute Lemper ist eine Klasse für sich und meistert nicht nur die schwierigsten Stellen des Liedes mit Leichtigkeit, sondern verleiht ihnen sogar einen ganz besonderen Klang. Ihr Gesang ist gefühlvoller und berührender, in ihrer Stimme hallt Arielles Innerstes mit. Van Dooren ... ist gut. Mehr nicht. Es wäre perfekt, hätte Lemper auch für die Zweitsynchronisation hinter dem Mikrofon gestanden. So hingegen bleibt mir für Arielles Traum nur eine völlig zufriedenstellende Wahl: Ich hör mir das Lied auf Englisch an. Anderweitig vermisse ich nur Hugo oder habe innerlich mit dem umgetexteten Sinn des Liedes zu kämpfen.

Fazit: Die erste deutsche Synchronfassung von Arielle, diee Meerjungfrau hat einen himmlischen Joachim Kemmer als Sebastian, eine wundervolle Dorette Hugo als Arielles Sprechstimme und Ute Lemper, die ihr Herzblut in den Gesang der rothaarigen Meerjungfrau steckt. Dafür vermasselt die zweite Synchronfassung nicht den Inhalt eines emotionalen Höhepunkts. Zudem hat sie eine verruchtere und unheilvollere Ursula.
Die deutsche Originalfassung macht den runderen Gesamteindruck und ist deshalb zu bevorzugen. Die Zweitsynchro ist dennoch nicht das missgebildete Ungetüm aus der Hölle, für das es viele halten. Sie ist in der Form überflüssig, jedoch hat sie es nicht verdient, derartig in der Luft zerrissen zu werden

Mehr über deutsche Disney-Synchronisationen findet ihr bei Trickfilmstimmen.de, inklusive eines Synchrovergleichs über mehrere Generationen von Neufassungen hinweg.

13 Kommentare:

Boris hat gesagt…

Schönes Fazit & gut dass du die Erstsynchro bevorzugst. Sebastian und die Texte reißen für mich alles raus.
Dass du die Zweitsynchro derartig lobst kann ich trotz Argumentation nicht verstehen, ich bin sehr verliebt in die erste Fassung.
Nostalgisch halt.

corny hat gesagt…

Danke für diese sachlich hervorragende Analyse - der Streit unter den Disney Fans ist schon fast peinlich (wobeich ich ja so ne Diskussions/Streiterei als Star Trek Fan mehr (!) als nur zu gut kenne).

Aber eins möcht ich an dieser Stelle einfach mal sagen: Wenn ne DVD rauskommt dann (muss) sollte auf jedenfall beide Synchronisationen auf die Scheibe ... gerne auch mit ner Zusatzdoku warum.

Generell bin ich auch der Meinung das ein Film (egal wie gut oder wie schlecht) ein Kunstwerk ist und nur die ursprüngliche Ausstrahlung das einzig Wahre darstellt ... auch wenn Director Cuts etc... und was anderes erzählen wollen (mehr + tollere Szenen etc.. bla bla bla).

Man schreibt ja auch nicht die Bibel um nur um ... moment doch hat man .. ;-)

AlphaOrange hat gesagt…

"(die dt. Fassung kam 1900 in die Kinos)"
Joar, Disney hat halt eine lange Tradition ;)

Schöner Text, aber als weder Disney- noch Synchron-Fanatiker hab ich ihn dann doch nicht in einem Stück bis zum Ende geschafft.

Petra hat gesagt…

"Die Zweitsynchro ist dennoch nicht das missgebildete Ungetüm aus der Hölle, für das es viele halten." - Doch ist sie.

Ich habe den Film mit der zweiten Synchronfassung kennen gelernt. Irgendwie kam er mir plumper und dümmer, ja sogar eine Spur mieser als die anderen Disneyfilme, dich ich kanne und mochte, vor.
Dann kam eine Pyjamerparty bei einer guten Freundin. Aus Nostalgie musste um Mitternacht Disney in den Rekorder, da sie nur Videokasetten hatte, eben mit suboptimalem Bild.

Was dann kam, war für mich unglaublich. Ich konnte nicht wissen, dass es an einer unterschiedlichen Synchronisation lag, das fand ich erst später raus, aber auf einmal riss mich "Unten im Meer" viel mehr mit.
Bei Sebastian muss ich gestehen, dass mir nichts aufgegfallen ist, aber dass Ursulas Text anspruchsvoller (und auch besser) war und der Koch weniger nervte viel mir sofort auf.

Auch massiv besser war der Vater, asl er in der Grotte die Schätze zerstört. Seine Stimme donnerte so richig drohend und unheilvoll...
Gut, dass Arielle sich mit einem herzzerreißenden "Daddy" an seine Brust wirft, hat mich als Kind schon gestört, aber lieber Anglizismen, als eine so emotionslose Arielle wie in der Neusynchro die kaum berürt zusieht, wie ihr Vater alle ihrere müvevoll gesammelten Schätze vernichtet.

Den größten Unterschied machte aber die Möve. Im Gegenteil zu deiner Meinung, schloß ich die alte Synchro sofort ins Herz. Genauer gesagt hat sie mcih wie ein Blitz getroffen. Ich dachte nur "Wow, das klingt ja echt wie eine Möve." Ich halte die Neusynchro jetzt nicht mehr aus, da ich dieses Kreischende vermisse. Möven sind nunmal nervtötent laut udn wenn sie laut sind, kreischen sie. Das liegt in ihrer Natur und passt perfekt so, wie es bei der Erstversion umgesetzt wurde.

Irgendwie kommt es mir so vor, als wäre der erste Film anspruchsvoller. An "Ein Mensch zu sein" störe ich mich nicht, aber wenn man eventuell den deiner Meinung nach neuen Text nehmen könnte und das Vermeiden von Flotsam, Jetsam und Daddy beachten würde, dann hätte man imo die PERFEKTE Fassung.

Anonym hat gesagt…

"Die Zweitsynchro ist dennoch nicht das missgebildete Ungetüm aus der Hölle, für das es viele halten." - Doch ist sie.

Ich habe den Film mit der zweiten Synchronfassung kennen gelernt. Irgendwie kam er mir plumper und dümmer, ja sogar eine Spur mieser als die anderen Disneyfilme, dich ich kanne und mochte, vor.
Dann kam eine Pyjamerparty bei einer guten Freundin. Aus Nostalgie musste um Mitternacht Disney in den Rekorder, da sie nur Videokasetten hatte, eben mit suboptimalem Bild.

Was dann kam, war für mich unglaublich. Ich konnte nicht wissen, dass es an einer unterschiedlichen Synchronisation lag, das fand ich erst später raus, aber auf einmal riss mich "Unten im Meer" viel mehr mit.
Bei Sebastian muss ich gestehen, dass mir nichts aufgegfallen ist, aber dass Ursulas Text anspruchsvoller (und auch besser) war und der Koch weniger nervte viel mir sofort auf.

Auch massiv besser war der Vater, asl er in der Grotte die Schätze zerstört. Seine Stimme donnerte so richig drohend und unheilvoll...
Gut, dass Arielle sich mit einem herzzerreißenden "Daddy" an seine Brust wirft, hat mich als Kind schon gestört, aber lieber Anglizismen, als eine so emotionslose Arielle wie in der Neusynchro die kaum berürt zusieht, wie ihr Vater alle ihrere müvevoll gesammelten Schätze vernichtet.

Den größten Unterschied machte aber die Möve. Im Gegenteil zu deiner Meinung, schloß ich die alte Synchro sofort ins Herz. Genauer gesagt hat sie mcih wie ein Blitz getroffen. Ich dachte nur "Wow, das klingt ja echt wie eine Möve." Ich halte die Neusynchro jetzt nicht mehr aus, da ich dieses Kreischende vermisse. Möven sind nunmal nervtötent laut udn wenn sie laut sind, kreischen sie. Das liegt in ihrer Natur und passt perfekt so, wie es bei der Erstversion umgesetzt wurde.

Irgendwie kommt es mir so vor, als wäre der erste Film anspruchsvoller. An "Ein Mensch zu sein" störe ich mich nicht, aber wenn man eventuell den deiner Meinung nach neuen Text nehmen könnte und das Vermeiden von Flotsam, Jetsam und Daddy beachten würde, dann hätte man imo die PERFEKTE Fassung.

EdiGrieg hat gesagt…

Darf ich dann auch mal? :)
Ich habe mir nach dem Lesen deiner lobenswerten Analyse erst einmal wieder meine eigene durchgelesen, um zu sehen, in wieweit wir beide konform gehen … und vom persönlichen Stellenwert des Films an sich bis zu den meisten Punkten im Detail, denke ich, liegen wir so ziemlich auf einer Wellenlinie. Petras Möwen-Favorisierung schließe ich mich zwar an (ich finde Kluckerts Gekrächze einfach klasse), aber letzten Endes spielt in so einer akribischen Analyse ja auch subjektiver Geschmack mit hinein, und das ist auch gut so.
Einen detaillierten Kommentar möchte ich dann aber doch noch einmal zum musikalischen Höhepunkt abgeben. Part of your World ist im klassischen Sinne als die Arie des Musicals anzusehen, die von Turandots Nessun Dorma bis Cats(s) Memory seit jeher das musikalische Aushängeschild einer gesangdarbietenden Geschichtenerzählung ist. Ich betone: musikalisch. Die Wirkung von Puccinis erwähnter Über-Arie lässt das Publikum einer Casting-Show weder wegen des Textes noch wegen des Lebensweges eines rundlichen Handy-Verkäufers in Tränen ausbrechen. Wichtig einzig und alleine ist hier das schmetternde O aus Vicerò, in dem der ganze Orgasmus gipfelt. Das gewaltige Anschwellen des Finales, lange nachdem Paul Potts aufgehört hat zu singen, forciert das Publikum noch einmal zusätzlich zu massiven Gefühlsausbrüchen. Weiß überhaupt irgendeiner der Zuhörer, worum es in dem Lied geht??
Sicherlich hast du recht, dass Arielle nicht selbst ein Mensch sein will, sondern von Herzen bei den Menschen sein möchte – und ich bedanke mich für die Aufzeigung des mir selbst nicht aufgefallenen Fehlers. In Anbetracht des musikalischen Stellenwertes MUSS sich der Text jedoch der Intonation beugen. Und hier muss ich sagen, dass die deutsche Erstfassung vom Refrain sogar noch das US-Original in den Schatten stellt. Dort folgt auf zwei lang gezogene I (see / be - herrlich) das lange Ö von „World“, musikalisch gesehen eine emotionale Kurve ganz leicht(!) nach unten. Weitaus grauenvoller die deutsche Zweitfassung mit zwei langen A (dein / mein – auch reimtechnisch höchst grenzwertig banal), gefolgt von einem kläglichen Ä in „Welt“. Emotional fällt der Song hier grad die Klippe runter, an der sich Arielle festhält. Besser ist da schon die Ösi-Fassung im Vergleich, die mit zwei kurzen I in „ich“ und „mich“ zwar keine Vor-Emotionen aufbauen kann, dadurch das Wort Welt aber zu seinem Recht als Klimax kommt. Gerade der Höhepunkt soll doch auf musikalische Weise den Wunsch Arielles untermauern. Und hier kommt nun Ute Lemper, die auf zwei I, wie im US Original (Spiel / Ziel) die nochmalige Steigerung durch das A in „sein“ erwirkt und den Wunsch der kleinen Meerjungfrau unterbewusst in die Herzen aller Zuschauer einpflanzt, falsch, hinein torpediert.
In meiner Fantasie hatte der Produzent von Frau Lemper, wenn nicht die Lemper selbst, eben genau auf diesen Sachverhalt hingewiesen und dafür gesorgt, den Text dementsprechend zu gestalten. Aber ob es nun wirklich so war, oder Hommelsheim & Bauer alleine drauf gekommen sind, spielt keine Rolle. Hier ließ man sich von seinem Instinkt leiten und nicht von einer Institution, die vorgibt, welche Worte wo und wann zu hören sein sollen. Und unterm Strich gilt das für 80-90% des Dialogbuches der Erstfassung.

Sunshine hat gesagt…

Ein sehr schöner Vergleich. Ich gebe gern zu, dass ich die 2. Fassung nie gesehen habe. Youtube sei Dank habe ich in die Lieder und einzelne Passagen reingehört (auch im Vergleich zum engl. Original). Ich kann daher natürlich gar kein vernünftiges Urteil fällen, und war sowieso nie so hysterisch, wie es in manchen Foren wohl der Fall ist (z. B. geht es einfach überhaupt nicht, einen Sprecher persönlich anzugreifen! Sehr schlechtes Benehmen!).

Natürlich bevorzuge ich daher die 1. Fassung. Da kann Sebastian noch so wenig Akzent haben, Kemmer ist einfach so begeisternd, da ist mir die Treue zum Original schnurzpiep egal. Da "Arielle" bei mir im Gegensatz zu dir in Dauerschleife lief, hat sich diese Stimme natürlich auch extrem eingeprägt und als Kind war mir eh nicht mal bewusst, dass der Film eigentlich englischsprachig ist. *g*
Williams fand ich als Oogie-Boogie toll, aber als Sebastian geht es einfach nicht; es klingt mir nicht locker-leicht genug.

Auch Edgar Ott kann man nicht toppen, der ist einfach eine Koriphäe. Scuttle fand ich nicht so nervig wie du; ist ja ne Möwe, die kann ruhig krächzen. Aber bei ihm kann ich eine Änderung auch ganz gut verkraften.

Was Arielle selbst angeht... ja, der Bruch zwischen Sing- und Sprechstimme ist da (ich fand den bei "Verwünscht" allerdings viel schlimmer, weil auf eine naiv-unschuldig-junge Stimme auf einmal eine erwchsene Singstimme folgte. Das biss sich so sehr... warum nicht Jana Werner?), aber Lemper legt soviel Gefühl da rein, und Hugo passt auch irgendwie perfekt auf die Teenie-Arielle. Ich denke, es wäre aber schwieriger geworden, die Lemper bei der Neusynchro wieder ans Mikro zu holen - ein Vergleichspunkt ist ja, wie sie im "Glöckner" singt, das klingt doch um einiges reifer als 1989. Ich hab sie eigentlich später nur noch so singen hören, z.B. auch in "Chicago". Und Naomi van Dooren find ich prinzipiell nicht schlecht, aber da springt der Funke nicht über bei mir.

Naja, und dann die Übersetzung an sich. Man muss ja ehrlich zugeben, dass in der 1. Fassung der Text um einiges gehobener war als im Original. Arielle redet und singt auch recht teeniemäßig, wie du schon sagtest mit diesen Wortneuschöpfungen, aber auch Ineinanderschleifen von Silben und dergleichen. Mich hat nie gestört, dass Arielle nicht in typischer Teeniesprache gesprochen/gesungen hat, und das tut sie ja auch jetzt nicht so sehr. Der Text von "Part of your World" ist in der 2. Fassung definitv viel näher am Original (kann das bei den anderen Liedern jetzt nicht so beurteilen, aber das Lied kenn ich asuwendig^^) und macht inhaltlich mehr Sinn (okay, zugegeben, da hab ich mir keine Gedanken drüber gemacht *g*).

Bei "Unter dem Meeer" kann ich jetzt nur von deinen Beispielen ausgehen, aber da find ich die alte Übersetzung einfach einfallsreicher. Das hatte was, da waren die Reime nicht so vorhersehbar, da war viel Witz drin.

Hat sicherlich alles seine Vor- und Nachteile. Da ich mich aber einfach nicht von einigen tollen Sprechern trennen will, bleib ich bei der alten Fassung (hätte man z. B. die beiden Fassungen auf die DVD gepackt, hätte wohl keiner mehr was gesagt, und da du sagst, dass es nicht an rechtlichen Problemen lag, frag ich mich, warum man dann so blöd ist?). Wofür hab ich denn mein Kombi-gerät? *g*

Sir Donnerbold hat gesagt…

@ Boris: Nostalgie ist immer eine feine Begründung, gerade, wenn man sie als solche erkennt. Und Danke für's Lob. :-)

@ corny: Alle Fangemeinden haben so ihre Macken.

@ Alpha: Joah. Special-Interest halt. Du schreibst ja über Fu... halt, meine Zeit darüber zu necken ist wieder vorbei. Schade.

@ Petra: Ja, neuer Text, Abschaum, Meerschaum, super Fassung. Wobei ich noch auf die zweite Version von Ursulas Song zurückgreifen würde. Manchmal muss man das gehobene Sprachniveau zugunsten der Wirkung opfern, und der beschwingtere, verlockendere Klang der zweiten Aufnahme ist mir an dieser Stelle mehr wert als auf dem papier schöne Sprache. Aber da beides von Hasenau gesungen wurde, lässt sich aus unserer perfekten Synchro ja leicht eine mit zwei Alternativen basteln. *g*

@ Edi Grieg:

Vielen Dank für deinen lehrreichen und ausführlichen Kommentar. Dass du mit der durch die Phonetik erzeugte Dramaturgie argumentierst, ist eine sehr originelle, analytische Herangehensweise. Ich ernte schon entgeisterte Blicke, wenn ich mich als Germanist in gewissen Kontexten für manche Anglizismen ausspreche ("Das klingt besser" "Für Amis klingt es so, wie für uns das deutsche Wort" "Nein, eben nicht, es bedeutet das selbe, es klingt aber anders"), deshalb ist es einsichtsvoll, mal die andere Seite solcher Argumentationen kennenzulernen. *g*

Die von dir angesprochenen Stellen werden vermutlich sogar die sein, bei denen Lempers Gesang aus dem Lied etwas ganz herausragendes macht, bloß konnte ich es mangels Detailblick nicht derart wie du erkennen. Trotzdem bleibe ich dabei, dass es mich im Kontext des Films stört, wie sehr der Inhalt verbogen wurde. Aber gut, ähnlich wie bei der Möwe: Da entscheidet jeder von Fall zu Fall anders.

@ Sunshine: Bei "Unter dem Meer" geht nichts über die Erstfassung, richtig. Und selbstverständlich: Beide Synchros auf eine Scheibe zu bannen, sollte kein Problem sein und wäre ein wunderbarer Kompromiss. Bloß reagiert man bei Disney sehr reserviert, was die Frage nach der Erstsynchro angeht. Davon kann Edi ein Lied singen. Wenngleich nicht so schön wie Frau Lemper. Oder, Edi?

EdiGrieg hat gesagt…

Richtig, so schön wie die Lemper sing ich nicht ^^

Anonym hat gesagt…

Ich bin mit der ersten Version aufgewachsen. (Bin 14 J.)
Deshalb finde ich die 2 Version so was von zum Ko**** . !!
Und es ist auch einfach nur schwachsinn was die da Singt :"Fischige Flossen sind ungalant" . !!!! So was geht doch nicht.. oder :"Ich hab krims-krams in hülle und fülle"
-.-"
Ich bin wirklich ein soo Begeisterter Disney Fan aber das kann und will ich mir nicht ausmalen wenn mal meine alte Video - kasette kapput gehen sollte wie ich dann eine DVD herbekomme da nicht die neue Version drauf ist.

Anonym hat gesagt…

sorry net bös gemeint aber, boah du schreibst eindeutig zu lang

Anonym hat gesagt…

Ich meine mit der alten Version lässt sich doch neues Geld gewinnen, denn viele kaufen Arielles neue Synchro nicht, wegen dem Nostalgie-Wert. Wo ist Disneys Problem-wollen die mehr Profit oder nicht ??! Aber hier fängt das neue Zeitalter an, wo Filme die eine Kernaussage besitzen verstümmelt werden, damit man weder zb. auf Freundschaft, Liebe , Demut schließen kann. Und natürlich soll sowas unbemerkt bleiben-daher werden in vielen alten Filmen/Serien Worte weggelassen oder umgetextet. Ich kann nur jedem raten zu recherchieren.

Anonym hat gesagt…

Schöner Vergleich. Doch letztlich ist es eine Akademische Übung. Fakt ist: Für die richtige Stimmung eines Filmes ist der stimmigere SOUND, der den Film trägt, essentiell. Die Atmosphäre steht und fällt damit. Ein Beispiel: Ein Daniel Nathan, obwohl Stammsprecher von Jonny Depp, fällt sofort negativ im 4ten Teil der Pirates-Reihe auf. Und das sagt eigentlich alles. Einmal gewohntes ist schwer abzustreifen und bei einem Film erschliesst sich mir ausser aus Restaurationsgründen nicht, warum man nach knapp 10 Jahren eine Neusyncro in Auftrag geben sollte. Bei einem Film wie Arielle ist der Unterschied zwischen Dolby Surround zu Dolby Digital HD einem Kind völlig Wurst. Uns war es als Kinder zu VHS-Zeiten auch egal, das wir nur Stereo (wenn überhaupt) hatten. Fazit: Mit Kanonen auf Spatzen geschossen und kolossal daneben getroffen....

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