Freitag, 11. Februar 2011

Disney-Legende Bill Justice stirbt im Alter von 97 Jahren

Der Mann, der Klopfer sein markantes Klopfen beigebracht hat, ist gestern, am 10. Februar 2010, verstorben. Bill Justice, 1996 zur Disney-Legende ernannt, starb in einem Pflegeheim in Santa Monica eines natürlichen Todes. Nur einen Tag nach seinem 97. Geburtstag,

Der in Dayton, Ohio geborene, gerlernte Portraitzeichner stieß 1937 zu den Walt Disney Studios, wo er seine Feuerweihe mit dem Zeichentrick-Meilenstein Fantasia bestand. Direkt im Anschluss beteiligte er sich als Zeichner am Oscar-prämierten Donald-Duck-Cartoon Der Fuehrer's Face und als Zeichner von Klopfer in Bambi. Im Bereich der abendfüllenden Zeichentrickfilme folgten für ihn Beteiligungen an Saludos Amigos, Drei Caballeros, Make Mine Music, Die Abenteuer von Ichabod und Taddäus Kröte, Alice im Wunderland sowie Peter Pan. Darüber hinaus wirkte Justice an 57 Kurzfilmen mit. Als Zeichner war er Teil einiger der besten späteren Donald-Kurzfilme, wie The Plastics Inventor, dem Vorboten der zahlreichen A- und B-Hörnchen-Cartoons Old Sequia, Wet Paint (mit einem der furiosesten Wutanfälle des cholerischen Erpels), Clown of the Jungle (der dem Kinopublikum ein Wiedersehen mit dem Aracuan aus Drei Caballeros bescherte) oder die ganz klar zu den Highlights von Tick, Trick und Tracks Kinolaufbahn gehörenden Soup's On und Donald's Happy Birthday. Darüber hinaus war Justice mehrfach als Zeichner von A- und B-Hörnchen verantwortlich, darunter in ihrem charmanten und über die Jahre zum Kult gewordenen, Donald-freien Cartoon Two Chips and a Miss.

In die Herzen der US-Baby-Boom-Generation fand Justice aber mit dem Vorspann zum Original-Mickey Mouse Club Eingang, bei welchem er Regie führte. Justice führte daraufhin vermehrt Regie, unter anderem bei den drei Oscar-nominierten Kurzfilmen Noah's Ark, A Symposium on Popular Songs und The Truth About Mother Goose, außerdem zeigte das Multitalent sein Faible für Stop-Motion-Trickserien, indem er an den Effekten in Babes in Toyland, Mary Poppins und Die Vermählung ihrer Eltern geben bekannt... mitwirkte. Justice zeigte sich auch für den Vorspann (und somit den charmantesten Teil) von The Misadventures of Merlin Jones verantwortlich. Von seinen anvertrauten Kollegen X. Atencio (der später Yo-Ho (A Pirates' Life for Me schrieb) und T. Hee wurde er als der Anführer des eingeschworenen Trios bezeichnet.

Von Justices vielfältigen Fähigkeiten beeindruckt, bat Walt Disney ihn darum, Teil des Walt-Disney-Imagineering-Teams zu werden. Dort programmierte er zahlreiche Audio-Animatronics für die Attraktionen Great Moments with Mr. Lincoln (einem Meilenstein der Robotertechnologie), The Carousel of Progress, Mission to Mars, Pirates of the Caribbean, The Haunted Mansion, Country Bear Jamboree und America Sings, sowie später auch in der Hall of Presidents von Walt Disney World sowie der Mickey Mouse Revue. Insbesondere die Arbeit an der legendären Attraktion Pirates of the Caribbean machte ihm große Freude, da er die Arbeit an den zahlreichen Vignetten der Handlung als erfüllende Herausforderung betrachtete.

Justice beließ es allerdings nicht nur bei den Audio-Animatronics. Er enwtickelte zudem ein Faible für das Gestalten von Paraden, weshalb er die Kostüme und Paradenwagen für die erste Weihnachtsparade im Disneyland entwarf und die ersten Konzeptbilder zur von Disneyfans umfeierten Main Street Electrical Parade zeichnete.

Justice gehört zu jenen Disney-Legenden, die mit ihrer Arbeit für Walt Disney und sein Erbe aufblühten. Er war eifriger Besucher und Gastredner auf Disney-Conventions und fand immer Zeit, den Anwesenden eine Skizze zu schenken, und sei gerade auch nur eine Papierserviette griffbereit.

Er hinterlässt seine Tochter und eine Enkelin.

1 Kommentare:

Kevin Kyburz hat gesagt…

Eine traurige Nachricht – wenn man davon sprechen will, wenn einem Menschen das Glück widerfährt, mit 97 Jahren friedlich einzuschlafen. Laut Disney selbst ist seine Frau übrigens nicht mehr am Leben, wie andernorts berichtet.

Kommentar veröffentlichen