Freitag, 2. Oktober 2015

Freitag der Karibik #20


Gore Verbinskis Disney-Regiearbeiten stechen im Disney-Archiv heraus. Unter anderem, weil sich Verbinski in atmosphärische und grafische Gefilde wagt, die nicht jeder Disney-(Realfilm-)Regisseur zu betreten gewillt ist. Wenn bei Gore Verbinski trotz Disney-Label Blut spritzt und Massenexekutionen stattfinden, spricht aber nicht nur seine rebellische Natur. Sondern auch seine Kenntnis dessen, wofür die Marke Disney im ursprünglichen Verständnis steht. So erklärte er in einem Interview über Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt:

"Ich finde des faszinierend, dass Disney als Marke irgendwie mit Happy Meals und Soccer Moms in Verbindung gebracht wird. Dabei war sich Walt Disney dessen überaus bewusst, wie bedeutsam Dramatik für eine Erzählung ist. Er hat Filme wie Bambi und Mein Freund Jello gemacht, die beide ihre grimmen Momente haben, die essentiell für die emotionale Fallhöhe dieser Produktionen sind. Ich finde, wir sind [bei den Pirates of the Caribbean-Filmen] dem Markenverständnis sehr treu geblieben und die gegenwärtige Studioleitung war auch so freundlich, zuzulassen, dass ich mich an diesen Prinzipien orientiere."

Recht hat er. Schade, dass manch andere Regisseure es nicht hinbekommen, Disneys komplexes Markenverständnis auszureizen und es all zu sehr auf Nummer sicher angehen lassen ...

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