Montag, 20. Februar 2017

Bizaardvark


Internetstars sind überwiegend was? Genau: Jung. Und jeder, der sich intensiver mit der Branche Webvideos befasst, weiß was? Einige der erfolgreichsten Videoproduzenten sind in einem Netzwerk und produzieren ihre Videos allem "Schaut her, habe ich selbst gemacht"-Style zum Trotz, in einem Studio. Eben dieser Subkosmos dient der neuen Disney-Channel-Sitcom als Setting für zügig erzählte Späße.

Das in den USA erst vergangenen Format gestartete Format namens Bizaardvark handelt von Frankie Wong (Madison Hu) und Paige Olvera (Olivia Rodrigo), zwei eng befreundeten Schülerinnen, die mit ihrem Comedyaccount bei der Videoplattform Vuugle die magische Grenze von 10.000 Abonnenten durchbrochen haben. Daher laden die Vuugle-Studios das Duo zu sich ein, um ab sofort als Teil der Vuugle-Videoproduzentenelite seine Videos an einer festen Produktionsstätte zu verwirklichen und mit anderen Topleuten der Vuugle-Szene zu netzwerken.

Die von Kyle Stegina und Josh Lehrman erdachte Sitcom nimmt die typische Tonalität der aktuellen Produktionen aus dem Hause it's a laugh!, setzt also auf schrille Figuren, hohes Tempo und schlichtes Storytelling, verquickt diese aber mit gekonnt überzeichneten Beobachtungen über den Subkosmos Webvideos. Die eingestreuten Clips des fiktiven Bizaardvark-Webchannels könnten auch echte und gelungene YouTube-Videos sein, die viral gehen. So rappen Frankie und Paige in einer Folge darüber, wie wenig schlagfertig sie sind und präsentieren sich dank des gekonnten Irrsinns ihrer Prahlerei als eine Art jugendfreundliches The Lonely Island.

Auch die vielen anderen Figuren aus den Vuugle-Studios fußen auf YouTuber-Archetypen, Episodenplots nähren sich einerseits aus typischen Familiensitcomproblemen wie "Hilfe, wir werden von den anderen Kids wohl nicht gemocht", andererseits aus solch spezifischen Webvideoproblemen wie "Wir müssen eine virale Reihe fortsetzen, haben aber keine Ideen". Die grelle, schnelle Webvideowelt kommt dem typischen Stil der meisten modernen Disney-Sitcoms sehr zugute: Ähnlich wie Crash & Bernstein als Serie mit einer muppetartigen Chaospuppe durch den dazu passenden Wahn die grundlegend gekünstelte Stimmung dieser Serien gezielt kanalisiert, so hilft dieses Setting ebenfalls, die aufgekratzten Serienfiguren in ein Setting zu bringen, wo alles andere eh enttäuschend wäre. Das Klischee über Webvideo-Promis ist, dass sie hyperaktiv sind - da muss eine Sitcom über sie ähnlich sein.

Dank der sehr launigen parodistischen Note ist Bizaardvark ein fescher Spaß, auch für Leute, die außerhalb der Kernzielgruppe der üblichen Disney-Channel-Sitcoms sind, da die ganzen liebevollen Seitenhiebe auf YouTube-Klischees der Serie einen zusätzlichen Reiz verleihen.

Bizaardvark ist ab sofort werktags ab ca. 14.15 Uhr im Disney Channel zu sehen.

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