Montag, 7. Juli 2008

Die Zehn-Satz-Rezension zu "2001: Odyssee im Weltraum"


  1. Stanley Kubricks Filmklassiker 2001: Odyssee im Weltraum fällt dem unvorbereiteten Betrachter vor allem durch seine unkonventionelle und eigenständige Erzählweise, sowie seiner musikalisch ikonisch begleiteten Eröffnung, positiv auf.
  2. So ist der Beginn des Films sehr ausschweifend und lässt bereits viel Raum für Interpretationen der gezeigten Bilder, gewählten Kamerawinkel und des Erzählten.
  3. Dabei ist der Anfang des Films zugleich atmosphärisch dicht sowie inhaltlich reichhaltig, und somit angenehm zu verfolgen, während der ähnlich langgezogene, rein assoziative Abschluss des Films den Betrachter des Films hilflos dastehen lässt.
  4. Der Hauptteil von 2001 in welchem es um eine Expedition zum Jupiter und den perfekten Bordcomputer HAL 9000 geht, mag für heutige Verhältnisse unnötig lang und altbacken vorkommen, jedoch resultiert letzteres allein daraus, dass sich viele neuere Filme bei 2001 bedienen und man diese Elemente deswegen kennt, denn für sich betrachtet ist dieser Teil weiterhin spannend.
  5. Die Langatmigkeit des Hauptteils ist sicherlich ein Anlass zu Diskussionen, da Kubrick zu Gunsten eines gewissen Realismus auf eine Geräuschkulisse im Weltall verzichtet, was 2001 mit viel Stille erfüllt, jedoch auch mit einer beklemmenden Authenzität.
  6. Diese hätte man jedoch sicherlich verstärken können, wenn der Film etwas straffer erzählt worden wäre.
  7. 2001 ist zweifelsfrei einer der anspruchsvollsten, wenn nicht sogar der, anspruchsvollste Sci-Fi-Film überhaupt, worauf sich der Betrachter unbedingt einlassen muss, was sich allerdings überaus lohnt.
  8. Doch selbst dem gewillten Zuschauer machte Kubrick es - vor allem mit dem Finale - unnötig schwer, da er einige Details, die die Geschichte weitererzählen, unter den Tisch fallen lässt.
  9. Somit muss der Zuschauer nicht nur die Aussage des Films fassen und die Intention der einzelnen Bilder deuten, sondern auch noch den angeblich weiterhin klar vorhandenen Handlungsfaden suchen und entwirren, was eindeutig nicht hätte sein müssen.
  10. 2001 ist alles in allem ein Film, den man irgendwann einmal im Leben "antesten" sollte, jedoch ist er für ein assoziatives Werk zu narrativ, für seine narrativen Ziele im späteren Mittelteil jedoch viel zu verkopft, als dass man den Film wirklich ins Herz schließen könnte, selbst wenn er dem Intellekt einiges zu bieten hat.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

wtf? Das ist der beste Film aller Zeiten!

Anonym hat gesagt…

Kein einziger Satz zur Musik? Den ganzen Film auf Stummschaltung geguckt?

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