Mittwoch, 18. März 2009

Pirates of the Caribbean 4: Weiterhin ohne Story, dafür schon mit Budgetrestriktionen

Der vierte Fluch in der Karibik wird mit weniger Schmuck und Prunk auskommen müssen. Sollte jemand auf "Pirates of the Caribbean - Die Rache von König Midas" gehofft haben, gehört die Hoffnung begraben.

Sogar Hollywood muss ab und zu den Gürtel enger schnallen, selbst bei Filmen, die nichtmal eine Geschichte, geschweige denn ein Drehbuch haben:

In Folge der Finanzkrise kürzte Dick Cook, der Chairman der Walt Disney Studios, das (veranschlagte) Budget für Pirates of the Caribbean 4.Gegenüber The Wrap nannte Cook zwar keine Höchstgrenze für den noch zu produzierenden Film, allerdings machte er unmissverständlich deutlich, dass Disney im vierten Teil unmöglich wieder so viel Geld ausgeben möchte, wie bei Dead Man's Chest (225 Millionen Dollar) und dem derzeit offiziell teuersten Film aller zeiten, Am Ende der Welt (300 Millionen Dollar).

Mir war zuvor bereits klar, dass Disney (so gut wie möglich) vermeiden möchte, dass die Kosten für den vierten Piratensegeltörn so sehr explodieren, wie bei den letzten beiden und sich gerne stärker an Fluch der Karibik mit seinem Budget von 125 Mio. Dollar orientieren möchte. Ein solch "niedriges" Budget halte ich jedoch für unausgeschlossen. Gute Computereffekte werden immer kostenintensiver, und auch wenn sich die Rekordgage für Depp als Gerücht herausstellte, so halte ich es für unwahrscheinlich, dass Depp bei Teil 4 die selbe Gage erhält, wie noch für den ersten Film.

Ich denke nicht, dass diese Budgetrestriktion größere kreative Auswirkungen auf Pirates of the Caribbean 4 haben wird. Es bleibt nicht zu befürchten, dass Orlando Bloom und Keira Knightley aufgrund Kostenbefürchtungen aus dem Drehbuch rausgestrichen werden, denn dass ihre Geschichte auserzählt ist wurde bereits mehrfach deutlich gemacht.

Vermutlich wird PotC 4 eh schon günstiger als Teil 2 & 3, da sowohl die Autoren als auch Produzent Jerry Bruckheimer bereits betonten, dieses Mal mit einem kompletten Drehbuch an die Sache gehen wollen (verkürzt die Dreharbeiten, da nicht stets gewartet werden muss, bis Ted Elliott und Terry Rossio ihre Zeilen perfektioniert haben) und die Dreharbeiten von Teil 2 und 3 eh vom Pech verfolgt. Hurricans verzögerten die Dreharbeiten mehrmals, und für Am Ende der Welt musste mehrfach nachgedreht werden (die allerletzte Klappe fiel Januar 2007), da die Effektabteilung mit Teilen des zuvor gedrehten Materials nicht optimal arbeiten konnte.
Diese Überstunden erhöhten die Kosten ungemein und waren nicht vorherzusehen. Mit einer von vornherein länger veranschlagten Post-Produktionszeit (wie bei Prince of Persia) lässt sich dem allerdings vorbeugen.

Wenn Cook Kosten sparen möchte, haben Pirates-Fans höchstens zu befürchten, dass aufgrund der teuren und unhandlichen Kameras doch nichts daraus wird, Teil 4 im IMAX-Format zu drehen. Es sei denn, Bruckheimer möchte unbedingt in IMAX drehen - dann wird's doch wieder nichts mit dem Geld sparen. Dass Bruckheimer seinen Willen kriegt, sollte mittlerweile ja bekannt sein...

Und wenn alle Stricke reißen, nimmt man wirklich Robert Rodriguez als Regisseur, Cutter, Caterer und ersten Kameramann. Der dreht den Film für einen Bruchteil der eigentlichen Kosten und verlangt keine hohe Gage (obwohl er mehrere Stellungen übernimmt). Dann muss man sonst nirgends sparen.

(Randbemerkung: Dick Cook sagt im auf The Wrap verlinkten Audio-Interview, dass The Rock ein Touchstone Pictures-Film war. Muss ich mir Sorgen machen, dass ich den Chairman der Disney-Studios korrigieren möchte? Es war nämlich eine Hollywood Pictures-Produktion.)

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