Mittwoch, 3. Februar 2010

Klare Forderung: Mehr Live-Ausgaben von "TV Total"

Dass TV Total nicht mehr das ist, was es einst war und es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch niemals wieder werden ist, sollte mittlerweile die Runde gemacht haben. Raabs Late-Night-Show konnte sich allerdings auch aus ihrem gröbsten Tief wieder herausmanövrieren und überzeugt trotz immer wieder spürbarer Unsicherheiten in Konzept und Zielgruppe (man findet einfach nicht über längere Zeitstrecken den richtigen Grad zwischen dem alten TV Total, einer Late-Night und einem Unterhaltungsmagazin).

Highlights gibt es immer wieder, so dass sich das Einschalten vier Mal die Woche weiterhin lohnt, die Durststrecken werden von Jahr zu Jahr wieder kürzer. Der alte Stil ist wohl für immer Geschichte, doch zumindest die alte Qualität könnte wieder erreichbar sein, wie die gestrige Live-Ausgabe im Anschluss an Unser Star für Oslo bewies. Im On wechselte Raab das Studio und moderierte sich spontan um Kopf und Kragen im planlosen Bemühen, die Zuschauer bei der Stange zu halten. Hier zeigte sich wieder der alte Anarcho-Entertainer Raab, der sich unvorbereitet in eine Situation stürzt und mit seiner selbstsicheren, großen Klappe für Unterhaltung sorgt. Wie Raab live auf Sendung das Studiopublikum anwies so zu tun, als würde die Show gerade erst beginnen, seine Band an ihren Platz wies und ungeduldig mit seinem Fahrstuhl die Studiotreppe hinauffahren wollte war faszinierenderweise voller Situationskomik und transferierte die aneckende Eigenheit der großen TV Total-Sternstunden iauf das derzeitige Auftreten der Show.

Als Raab nach vielleicht der Hälfte der Sendezeit irrtümlich das Ende der Show ankündigte und nach der Realisation seines Fehlers panisch versuchte das Publikum vom abschalten abzuhalten, während er über seinen eigenen Fehler lachte, und kurz darauf mit seinem Chefsessel stürzte, weil er den fahrenden Tisch zu sehr beschleunigen ließ, erhielt die gestrige Folge den Ritterschlag zu einem TV Total-Klassiker. Und man braucht sich bloß einmal ansehen, was Raab in der Werbepause anstellte...

Deshalb fordere ich an dieser Stelle mehr grob geplante, Raab jede Menge Freiheiten lassende Live-Ausgaben von TV Total (außerhalb großer Fußballturniere). In den kommenden Wochen kann Raab sich ja weiter in kurzweiligem Moderationschaos üben. Denn genau wie Thomas Gottschalk ist Stefan Raab dann am besten, wenn er auf Situationen und Menschen reagiert, spontane Sprüche oder Aktionen aus dem Hut zaubern muss.

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3 Kommentare:

Andi hat gesagt…

Yeah, soetwas wie in dem Werbepausen-Clip stelle ich mir unter einer Jam-Show vor. Daher mag ich tv total so sehr. Die einzige Sendung, in der man mit spontanen Musik-Einlagen rechnen kann, die von hochkarätihsten Musikern (heavytones + Raab) vorgetragen werden (und dabei oft unkarätige entlarvt).

Sir Donnerbold hat gesagt…

Als ich vorher deinen Wunsch nach einer Jam-Sendung las, kam mir mehr eine sehr allein auf Musikinstrumente beherrschende Zuschauer zugeschnittene Sendung in den Sinn. Deine Beschreibung erweckte zumindest in mir diesen Gedanken.

Aber wenn du sowas möchtest - ja, dann wäre ich mit dabei (sofern der Moderator eine Type a la Raab ist).

Andi hat gesagt…

Jein, das siehst du schon richtig. Allerdings muss das ja dann nicht heißen, das Nicht-Musiker daran keinen Spaß hätten. Das Gefachsimpele könnten sie ja zur Not überhören. Wobei ich das schade fände, weil so eine Show nämlich im Idealfall dazu anregen sollte selber ein Instrument zu erlernen. Gehört meiner Ansicht nach genauso zum Leben wie z.B. schwimmen lernen.

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