Dienstag, 30. November 2010

Leslie Nielsen verstarb im Alter von 84 Jahren

Viele komödiantische Schauspieler wechseln nach einiger Zeit ins dramatische Fach, vermeintlich um die Herausforderung und Anerkennung zu suchen. Tom Hanks beispielsweise können sich viele gar nicht mehr in komödiantischen Rollen vorstellen - obwohl er in diesem Fach seinen Anfang nahm.

Leslie Nielsen war die Antithese dazu. Der am 11. Februar 1926 in Regina, Saskatchewan geborene Schauspieler startete seine Hollywood-Laufbahn als respektierter Darsteller in ernsten Rollen, zunächst im Fernsehen, später auch in Kinofilmen wie dem Sci-Fi-Film Alarm im Weltall und weiteren MGM-Titeln. Für die Disney-Westernreihe The Swamp Fox kehrte er auf die Fernsehbildschirme zurück - eine Zeit auf die er später gerne zurückblickte, da er Disneys gönnerhaftes Budget und die ausschweifende Produktionszeit jeder einzelnen Episode besonders genoss.

In den 70er Jahren drehte Nielsen einige Katastrophenfilme, darunter den erfolgreichen Die Höllenfahrt der Poseidon. Diese Rollen sollten seine Karriere für immer beeinflussen: Das Zucker-Abrahams-Zucker-Trio besetzte Nielsen wegen seiner Erfahrung mit solchen Stoffen in der Katastrophenfilmparodie Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug, die für Nielsen und die Geschichte der Kinoparodie einen Wendepunkt darstellte. Nielsens staubtrockene und höchst ernste Darstellung in Mitten des absurden Chaos traf das Humorzentrum des Kinopunblikums und so gab ihm das ZAZ-Trio 1982 die Gelegenheit zu einem weiteren TV-Comeback, dieses Mal als Hauptdarsteller in der Polizei-Comedy Die nackte Pistole. Deren Kino-Spin-Off Die nackte Kanone von 1988 wurde zu einem der ganz großen Parodieklassiker der Kinogeschichte und zog zwei Fortsetzungen nach sich. Damit war Nielsens Ruf als begnadeter Komödiendarsteller endgültig festzementiert.

Was den Hobby-Golfer ausmachte, war dass er seine Texte nie lustig spielte. Wo andere Komiker mimisch und gestisch doppelt und dreifach betonen, dass sie gerade witzig sind, gab sich Nielsen stets so, als befände er sich mitten in einem schweren Drama. Dadurch stellte er die komödiantische Leistung des Drehbuchs stärker in den Fokus - und kam stets auch sehr sympatisch und ehrlich rüber, weshalb selbst seine schwächeren Filme immer noch angenehm zu verfolgen waren.

Wie im Laufe des gestrigen Tages bekannt wurde, erlag Nielsen am Sonntag an den Folgen einer Lungenentzündung.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich habe gerade erfahren, dass Anne Hathaway und James Franco die Gastgeber der nächsten Oscarverleihung sein werden... Das passt mir gar nicht! Denn ich finde, dass die beiden noch viel zu jung sind und man sich so den MTV Awards annähert und die prämieren ja alles andere als FilmKUNST. Mehr will ich dazu gar nicht sagen...

Isosceles hat gesagt…

Konnte mich nie als Leslie Nielsen-Fan bezeichnen, kannte ja nur zwei (oder waren es drei?) Filme der Nackte-Kanone-Reihe, und zumindest einen davon fand ich amüsant.
Ach ja, und in den letzten beiden Folgen der Golden Girls hatte er noch einen Auftritt. Da fand ich ihn auch sehr sympatisch. Wiedersehen, Leslie.


@anonym:
Ich find die Idee gar nicht so schlecht, vor zwei Jahren hat ja Anne Hathaway auch eine Nummer im Duett mit Hugh Jackman gesungen, hat mir sehr gefallen. Und spielen kann sie auch.
Zu Franco kann ich nicht viel sagen, hab das James Dean-Biopic nicht gesehen und kenne ihn sonst nur aus den Spiderman-Filmen. Freue mich allerdings sehr auf 127 Hours. Vielleicht moderiert er ja sogar die Kategorie an, in der er möglicherweise selber nominiert sein wird, wer weiß ;)
Eine Annäherung an die MTV Awards sehe ich erst, wenn die Nominierten Twilight oder ähnlich heißen.
Selbst wenn, wird es mir wohl in jedem Fall besser gefallen als die letztjährige Moderation. Baldwin ist in Ordnung, aber mit Martin kann ich absolut gar nichts anfangen.
Da fällt mir ein... Tina Fey for Oscar host! Bitte!

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