Donnerstag, 24. Februar 2011

True Grit

Ich sehe mich durchaus als Fan der Coen-Brüder, jedoch nicht als bedinungslosen Verehrer. Dass A Serious Man (in meiner eigenen Filmhitliste 2010 auf Platz 12) als bester Film nominiert wurde, hat mich durchaus überrascht. Miller's Crossing finde ich beispielsweise etwas überschätzt. Dafür ist der Hass, der Ein (un)möglicher Härtefall auf sich zieht für mich schwer verständlich.

Was ich an den Coens besonders schätze, und was gerade bei ihren noch jungen Werken No Country for Old Men und Burn After Reading derart hervorstechend war, ist die einhergehende Genreanalyse, die ihre Filme so ausmacht. Sie betrachten das Genreumfeld ihres neuen Werkes, invertieren Konventionen und pervertieren die Zuschauererwartung. Ideale Voraussetzungen für das Remake eines Westerns über ein 14-jähriges Mädchen, das Blutrache will?

Vielleicht... bloß werden wir das so schnell nicht erfahren, denn True Grit ist der bislang wohl purste Film der Coen-Brüder. Nur eine Prise Ironie in Bridges Marshall-Figur und Matt Damons dick aufgetragenen Texas Ranger, keine rabenschwarze Weltsicht, keine raumfüllenden Spielereien mit den Gesetzen des Genres.
Das ist schon enorm schade, aber hinzu kommt, dass True Grit unter seiner handwerklichen Perfektion auch als "normaler"Western (wenn er schon nicht typisch Coen ist) inhaltlich makelbehaftet ist. Es kommt insgesamt nur wenig Spannung auf, und die (erwachsenen) Figuren bleiben hinter ihren Möglichkeiten zurück. Für mich die bislang einzige Enttäuschung im diesjährigen "Best Picture"-Oscarfeld.

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