Samstag, 25. Mai 2024

Mediatheken-Tipps (25. Mai 2024)

Kung Fu Hustle (Martial-Arts-Komödie, 2004) Nicht so brillant wie Shaolin Kickers, wohl aber einstiegsfreundlicher und womöglich auch daher populärer - und noch immer ein vergnügliches Action-Fest von und mit Stephen Chow: Ein Dorf wehrt sich gegen eine brutale Gang. Exzentrische Figuren, hübsche Sets und feiste CG-Tricks treffen auf schmissige Kampfchoreografien, während dieser Konflikt gelöst wird. ZDF-Mediathek, abrufbar bis zum 27. Mai 2024

Der Engländer, der auf einen Hügel stieg und von einem Berg herunterkam (Kleinstadt-Romantikkomödie, 1995) Ein Film, wie gemacht dafür, ihn am Sonntagnachmittag auf dem Sofa lümmelnd zu schauen: Hugh Grant spielt einen Engländer, der einen Berg ausmisst, ihn als Hügel deklariert und daraufhin vom bockigen örtlichen Volk aufgehalten wird, damit er nicht abreist. Derweil wird der Hügel mit Dreck aufgetürmt, damit der Regionalstolz in Form eines winzigen Berges wiederhergestellt ist. Liebeleien, Dialogwitz und Situationskomik entbrennen. Waschechtes Wohlfühlkino! ARD-Mediathek, abrufbar bis zum 27. Mai 2024

Titane (Genderpolitisches Bodyhorror-Psycho-Thrillerdrama, 2021) Einer meiner Lieblingsfilme des Jahres 2021: Julia Ducournaus eindringlich gefilmter, spannend-einfühlsam erzählter und atemberaubend gespielter Goldene-Palme-Gewinner ist stahlhart und kuschlig-weich zugleich und sollte nicht weiter auf seinen Auftakt reduziert werden. Auch wenn der natürlich sehr denkwürdig ist. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 14. Juni 2024

Polen 1938: Spuren einer verlorenen Welt (Dokumentarfilm, 2022) In ihrem im Original Three Minutes: A Lengthening betitelten Dokumentarfilm präsentiert Bianca Stigter drei Minuten Filmmaterial, das der Amateurfilmer David Kurtz 1938 im polnischen Nasielsk aufnahm. Ein dreiminütiger Einblick in den fröhlichen Alltag einer jüdischen Gemeinde, die nicht ahnen kann, was bald darauf mit ihr angestellt wird. 2009 entdeckt Kurtz' Enkelsohn Glenn Kurt die Aufnahmen zufällig, in diesem Film wird dieses wertvolle filmische Erinnerungsstück ausführlich vorgestellt, analysiert und in Kontext gesetzt. Erschütternd, mahnend und leider wieder von zunehmender Relevanz. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 14. Februar 2025

Lalo Schifrin, Mission: Impossible (Filmmusikkonzert, 2023 ) Der Mediathekentitel unterscheidet sich von dem, was in diesem Konzertfilm als Titel eingeblendet wird (Das Kino des Lalo Schifrin), aber wen juckt's: Victor Jacob und das Orchestre Philharmonique de Radio France bieten hier einen mitreißenden Querschnitt aus dem Schaffen Schifrins plus eine Komposition von Studierenden der Hochschule für Musik und Tanz von Lyon. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 2. Februar 2027

ESC-Legenden: ABBA - Die ganze Geschichte (Musikdoku, 2024) Wer, wie ich, noch immer nachglühendes Eurovision Song Contest-Fieber hat, kann hier noch die weltberühmtesten ESC-Legenden feiern und das Waterloo-Jubiläum besser aufbereiten, als es aalglatte Hologramme auf einer Bühne in Malmö je könnten. ARD-Mediathek, abrufbar bis zum 2. Mai 2029

Warum Mediatheken-Tipps? Die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender sind ein unablässig sprudelnder Quell an sehenswerten Produktionen. Ob Spielfilm, Dokumentarfilm, Reportage, Konzertfilm, Serie, oder oder oder. Doch nicht nur, dass man da leicht den Überblick verlieren kann: Ich kenne einige Menschen, die den Mediatheken kaum oder gar keine Beachtung schenken. Mit dieser Artikelreihe möchte ich Orientierung bieten, ebenso wie Anreiz, sich vermehrt mit den Mediatheken zu befassen. Dazu gebe ich wöchentlich sechs Anschautipps.

Wieso sechs Tipps? Ich möchte, dass diese Artikelreihe händelbar bleibt. Für mich, damit ich sie neben meinen anderweitigen Verpflichtungen verfassen kann. Und für euch: Ich will euch nicht mit Anschautipps erschlagen. Sechs Tipps halte ich indes für umsetzbar: Selbst, wer alle Tipps ansprechend findet, kann sich täglich einen davon angucken, und hat dennoch bis zur nächsten Ausgabe der Reihe auch einen Tag "mediathekenfrei". 

Die Mediatheken-Tipps erheben selbstredend keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt viel mehr zu sehen, als ich hier Woche für Woche nennen könnte.

Samstag, 18. Mai 2024

Mediatheken-Tipps (18. Mai 2024)

Drive My Car (Drama, 2021) Ryūsuke Hamaguchi verschmilzt in seinem berührenden, mit elegischem Tempo erzählten und trotzdem fesselnden Drama die Kurzgeschichte Scheherazade von Haruki Murakami und Versatzstücke des legendären Tschechow-Stücks Onkel Wanja zu einer gleichermaßen nachdenklichen wie gefühlvollen Auseinandersetzung mit Trauer, Zuneigung und Selbstakzeptanz. Bildschön illustriert und berührend gespielt! arte-Mediathek, abrufbar 31. Mai 2024

France (Mediensatirische Tragikomödie, 2021) "Léa Seydoux spielt in französischsprachigen Stoffen einfach in einer höheren Liga als in ihren englischsprachigen Auftritten", Beweisstück Ichweißnichtwieviel: In Bruno Dumonts France sehen wir Seydoux als berühmte und angesehene TV-Moderatorin und Kriegsreporterin, deren Leben durch einen unaufmerksamen Augenblick aus den Fugen gerät. Es folgt ein bissiges, leicht distanziert erzähltes Chaos über journalistische Objektivität, den gesellschaftlichen Umgang mit Prominenz, Erfolgsgier und den Versuch, ein entgleistes Leben wieder in Bahn zu lenken. arte-Mediathek, abrufbar bis zum 5. Juni 2024

Official Secrets (Politisches Thrillerdrama, 2019) Basierend auf wahren Ereignissen: Die Übersetzerin Katharine Gun gelangt an Informationen, die nahelegen, dass George W. Bushs Regierung durch illegale Methoden im UN-Sicherheitsrat eine größere Unterstützung für den Irak-Krieg zu sichern versucht. So gerät Gun in ein Dilemma zwischen ihrer vertraglichen Verschwiegenheitspflicht und dem, was illegal, aber moralisch richtig ist... Regisseur Gavin Hood fängt die politische Stimmung anno 2003 erstaunlich gut ein und erschafft ein ruhig erzähltes Thrillerdrama mit klarer Haltung und emotionaler Kraft. ZDF-Mediathek, abrufbar bis zum 12. Juni 2024

Filibus - The Mysterious Air Pirate (Retrofuturistischer Luftpiraten-Abenteuerfilm, 1915) Mögt ihr Steampunk, Käpt'n Balu und seine tollkühne Crew, Verwechslungskomödien und/oder abenteuerlichen Spaß rund um meisterlich durchgeführte Halunkereien? Dann ist Filibus - The Mysterious Air Pirate wie für euch gemacht: Das italienische Stummfilm-Spektakel dreht sich um die geheimnisvolle Meisterdiebin und Verkleidungskünstlerin Filibus, die mit ihrem Luftschiff die Reichen bestiehlt, um die Armen zu bereichern. Stets ist ihr der Detektiv Kutt Hendry auf den Fersen, doch ihre Tarnung als ehrbare Baronin Troixmond ist zu gerissen! Sie ist sozusagen Fantômas, Arsène Lupin, Robin Hood und Don Kanaille in einem - und zündet ein Feuerwerk an Steampunk-Action, Diebstahl-Komödie und Travestie-Verwechslung, das nicht nur dank seines Erzähltempos und Designs zum Zungeschnalzen ist, sondern auch aufgrund der queeren und feministischen Untertöne, die zuweilen so selbstbewusst sind, dass sie gar keine Untertöne mehr sind. Es war halt längst nicht alles so piefig im damaligen Kino, wie man gerne eingeredet bekommt! arte-Mediathek, abrufbar bis zum 28. Juli 2024

Warum Mediatheken-Tipps? Die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender sind ein unablässig sprudelnder Quell an sehenswerten Produktionen. Ob Spielfilm, Dokumentarfilm, Reportage, Konzertfilm, Serie, oder oder oder. Doch nicht nur, dass man da leicht den Überblick verlieren kann: Ich kenne einige Menschen, die den Mediatheken kaum oder gar keine Beachtung schenken. Mit dieser Artikelreihe möchte ich Orientierung bieten, ebenso wie Anreiz, sich vermehrt mit den Mediatheken zu befassen. Dazu gebe ich wöchentlich sechs Anschautipps.

Wieso vier Tipps? Ich hatte diese Woche einfach zu wenig Zeit, euch mehr rauszusuchen. Ab nächste Woche sind es wieder sechs Stück. Ich möchte, dass diese Artikelreihe händelbar bleibt. Für mich, damit ich sie neben meinen anderweitigen Verpflichtungen verfassen kann. Und für euch: Ich will euch nicht mit Anschautipps erschlagen. Sechs Tipps halte ich indes für umsetzbar: Selbst, wer alle Tipps ansprechend findet, kann sich täglich einen davon angucken, und hat dennoch bis zur nächsten Ausgabe der Reihe auch einen Tag "mediathekenfrei". 

Die Mediatheken-Tipps erheben selbstredend keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt viel mehr zu sehen, als ich hier Woche für Woche nennen könnte.