Dienstag, 12. August 2008

Kaltstart - Nummer Zwei

Weiter geht's mit meiner Hitliste der besten Cold Open-Sequenzen der Kinogeschichte. Wobei das rein subjektiv zu betrachten ist - jeder wird wohl andere Favoriten haben. Aber ich erhebe ja auch gar keinen Anspruch auf absolute Rechthaberei. Zumindest jetzt nicht.

Wie dem auch sei, weiter geht es mit meinen liebsten Beispielen für diesen kleinen Kunstgriff. Die folgenden Platzierungen sind süß, saucool, episch oder einfach nur... unschlagbar. Viel Spaß!

Platz 5: Vergiss mein nicht! (Michel Gondry)

Alle Jahre wieder bricht Jim Carrey aus seiner Gummigesicht-Komödienschiene aus und landet einen charmanten, warmherzigen und dennoch kurzweiligen Volltreffer, bei dem er sein schauspielerisches Talent unter Beweis stellen darf. Die Truman Show etwa ist mittlerweile ein moderner Klassiker und bringt im TV auch bei der x-ten Wiederholung noch gute Quoten.
Noch um einiges besser als dieser Erfolg, allerdings weniger massentauglich, ist die verquere und exzentrische Liebes-Tragikomödie Vergiss mein nicht! (im Original auf verschrobenere und somit passendere Weise Eternal Sunshine of the Spotless Mind getauft) von Regisseur Michel Gondry. Ein Blick auf den Drehbuch-Credit sagt vieles über den Film aus: Denn das Skript zum Film stammt von niemand geringerem als Charlie Kaufmann, den Drehbuchexzentriker Hollywoods, der so manchem im Publikum schon bei Being John Malkovic derbe Kopfschmerzen bereitet haben sollte.
Kaufmann tendiert zu surrealem Humor, der eine intelektuell und emotional anspruchsvolle Geschichte garniert. Und seine wohl emotionalste Arbeit hat er hier abgeliefert.
Jim Carreys Charakter möchte sich dank einer neuen Behandlungsmethode die Erinnerungen an seine Exfreundin auslöschen lassen. Dieses Konzept lässt nicht nur auf orginelle Weise das so abgenutzte Thema (unglücklicher?) Liebe behandeln, sondern ist auch eine Steilvorlage für jede Menge verrückter Szenen, die sich im Kopf Carreys Figur abspielen.
Zu Beginn des Films gibt es allerdings einen ausführlichen Prolog, der zeigt wie sich die ehemaligen Geliebten kennenlernen. Das Opening ist von einem bedächtlichen Tempo geprägt, zärtlich in der Charakterzeichnung und lebt von den hervorragenden Leistungen Carreys und seiner Leinwandpartnerin Kate Winslet.
Diese fantastische Sequenz packt den - gewillten - Zuschauer sofort und gewinnt im Laufe des Films zusätzlich an Bedeutung, verdeutlicht später ganz klar, warum dieses Cold Open so ausgedehnt ist. Und das macht die Eröffnungssequenz nochmal um einiges cleverer. Großartiger Film, tolle Eröffnung und sehr kluger Rückgriff auf die Cold Open-Technik. Und dies ist bei weitem nicht die einzige clever genutzte Filmtechnik in diesem Film. Einfach super.

Platz 4: Tenacious D - The Pick of Destiny (Liam Lynch)

Jack Black ist den meisten als Komödiendarsteller bekannt, doch was in Deutschland nur recht wenige wissen ist, dass Black auch Mitglied der Zwei-Mann-Band Tenacious D ist. Tenacious D spielt humorgetränkten Rock und ist auch, laut eigener Aussage, die Band hinter dem besten Song der Welt. An den sie sich leider nicht mehr wirklich erinnern kann, weshalb sie seither lediglich einen Tribut-Song an dieses Lied spielen.
Tenacious D - The Pick of Destiny erzählt die Entstehungsgeschichte dieser unschlagbaren Band und geht direkt zu Beginn in die vollen. Der junge "JB" rebelliert in seiner wohlhabenen und religiösen Familie mit seinem Rock, was bei seinem Vater, Meat Loaf, nur auf wenig Gegenliebe stößt. Geschlagen und mit zahlreichen Arresten bestraft betet JB zu Dio auf, der von seinem Thron herabsteigt und "JB" verrät, dass er in Hollywood seine Träume erfüllen wird.
Diese mit Gastauftritten gespickte Szene wird von einem genial geschriebenen Song unterlegt, der nicht nur rockt, sondern sich auch als ideales Eröffnungslied für einen Muscialfilm entpuppt und dann gekonnt in die herrlich überzogene Titelsequenz mündet.
Die gesamte Introsequenz ist perfekt getimt, witzig und hat ein episches Feeling an sich - ein Film, der so beginnt kann doch gar nichts mehr falsch machen, oder?
Leider doch, denn nach dem Cold Open leidet der Film an ein paar Stellen unter Tempo-Problemen und fällt deshalb zwischen manchen Songsequenzen ein wenig ab. Der Film ist gut, aber das Opening ist genial.

Platz 3: Dinosaurier (Eric Leighton & Ralph Zondag)

Da wir gerade schon von Filmen sprechen, denen es nicht gelingt, die gesetzten Erwartungen zu erfüllen: Disneys 2000 veröffentlichter Animationsfilm Dinosaurier sollte ein Meilenstein der Filmgeschichte werden, ein gigantischer kritischer und finanzieller Erfolg für die Walt Disney Company. Wegweisend für eine neue Ära.
Tja, daraus wurde wohl nichts. Der Film bekam vorwiegend mittelmäßige bis gute Kritiken und brachten an den Kinokassen zwar auch eine nicht zu verachtende Menge Geld ein, doch von der erwarteten Sensation war nichts mehr zu spüren. Vor allem aber zeigte sich, dass Dinosaurier etwas abgeht, was viele andere große Disneyfilme vorzeigen können: Eine lange Halbwertszeit. Dinosaurier war schnell aus dem Bewusstsein der Kinogänger verschwunden und unter Disney-Fans wurde er auch nur eher mäßig angenommen. Der Film war einfach nur... da. Manche fanden ihn was besser, andere was schlechter, aber irgendwie schien ihn niemand wichtig genug zu nehmen um seine Meinung mittels großer Diskussionen vor den anderen zu verteidigen. Natürlich gab es auch bei diesem Film Fans und diejenigen, die ihn geradezu hassen, aber irgendwie scheinen mir diese Parteien hier sehr rar gesät zu sein. Dinosaurier - ein Film, so gleichgültig anzusehen wie ein umgefallener Sack Reis in China?
Nein. Denn das Intro gehört zu den besten Szenen, die es in Disneys Animationsgeschichte zu sehen gibt. Jedenfalls meiner Meinung nach. Zwar wird der Titel recht früh eingeblendet, doch die gesamte Szene drumherum ist in meinen Augen ein Cold Open - der eigentliche Film beginnt erst später. Einige von euch werden nun sagen, dies sei geschummelt... Aber hey, es ist doch nur eine dumme kleine Liste. Da kann man mal ein Auge zudrücken. Ohne Zugeständnisse würde dieser arme Film doch nie in eine Hitliste kommen...

Dinosaurier beginnt ohne Dialog, nur mit einer kurzen Einleitung einer Off-Sprecherin. Eine Dinosauriermutter und ihr Nest segnen das zeitliche - bis auf ein einzelnes Ei, dass aus dem Nest in einen Fluss rollt, diesen eine Zeit lang entlanggetrieben wird, und dann von einem Flugsaurier geschnappt wird. Fantastische Landschaftsaufnahmen und ein Gänsehaut erzeugender Score von James Newton Howard machen das kamera- und tricktechnische Spektakel zu einer emotionalen Reise, die unter die Haut geht. Der Flugsaurier lässt das Ei fallen, es landet in der Kamera, das Bild wird schwarz. Erst jetzt beginnt der eigentliche Film. Noch eindrucksvoller wäre diese Szene nur, wenn sie ein echtes Cold Open wäre... Aber zurück zum Film, wie er letzten Endes geworden ist...

Der Zuschauer erwartet, dass es ähnlich beeindruckend weitergeht. Doch das mit Abstand beste des Films ist nun vorbei. Und der treue Kinogänger und Videokäufer kannte diese Szene sogar schon - sie wurde nämlich als Trailer für den Film verwendet, und trieb die Erwartungen enorm in die Höhe.
Es war übrigens der damalige Disney-Präsident Michael Eisner, der vorschlug, aus dem dialogrei geplanten Film einen Streifen über sprechende Dinosaurier zu machen. Bezeichnenderweise ist die beste Sequenz des Films die einzige, die dem ursprünglichen Konzept treu blieb. Wer weiß - vielleicht wäre der restliche Film stark genug, sich mit seinem Anfang messen zu lassen, hätte man nur den Mut gehabt Eisner zu ignorieren.


Platz 2: Der König der Löwen (Rob Minkoff & Roger Allers)

Was kann man über das Intro von Der König der Löwen schreiben, was nicht bereits niedergeschrieben oder gesagt wurde? Ein großartiger Song, fantastische Bilder, herrausragende Animation, ein Filmerlebnis, das seines gleichen sucht.
Der König der Löwen eröffnet mit einer so komplex inszenierten, gefühlvollen und atemberaubenden Sequenz, dass man eigentlich kaum glauben könnte, dass der restliche Film dieser auch als Teaser verwendeten Szene das Wasser reichen könnte. Doch weit gefehlt.
Kein Wunder, dass der Film zum Klassiker wurde und jede Menge Leute in die Kinos zog.
Weitere Worte muss man da doch nicht mehr verlieren, oder?

Und meine liebste Cold Open-Sequenz ist der Beginn von...









Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt (Gore Verbinski)


(Achtung, von nun an herrscht Spoileralarm für die komplette Trilogie!)

Ach, Leute, kommt... Als wenn ihr es nicht gewusst hättet. Ich will jetzt keine Klagen hören, weil das hier offensichtlich ist. Natürlich ist es offensichtlich, und wer daran gezweifelt hat, der liest in diesem Blog noch nicht lange genug mit.
Sicherlich hätte ich der Spannung wegen mir irgendeine andere Nummer Eins suchen können, doch was hätte das schon für einen Sinn? Auf Platz 1 gehört nunmal das beste Cold Open, das mir bislang unter die Augen gekommen ist. Und nichts, aber auch wirklich nichts, reicht an die Introsequenz von Am Ende der Welt heran. Sie ist mit gewaltigem Abstand die beste Eröffnungssequenz dieser Trilogie und generell eine meiner absoluten Lieblingsfilmszenen.

Das Intro von Am Ende der Welt profitiert natürlich ein wenig davon, dass es das Intro einer Fortsetzung ist.
Nachdem die zwei Vorläufer mit einem entscheidenden moment in der Liebesbeziehung zwischen Will und Elizabeth begannen, lag natürlich die Vermutung nahe, dass auch Am Ende der Welt so beginnen wird. So wäre es möglich, dass gleich zu Beginn von Am Ende der Welt das Liebespaar getrennte Wege geht, da Will Elizabeths Handeln missbilligt.
Doch auch andere mögliche Sequenzen waren Teil der zahlreichen Spekulationen. Der Verbleib Jack Sparrows war zum Beispiel vor dem Kinostart des Films von großem Interesse, und ein pompöser Auftritt Jacks direkt zu Beginn des Abenteuers schien vielen Fans die optimale Lösung zu sein - wann sonst hätte Disney die Gelegenheit einen Film damit beginnen zu lassen, wie sich der Held aus einer gigantischen Krake herausschneidet?
Andere vermuteten, dass der Film direkt am Ende des zweiten Teils anknüpft und die Rückkehr Barbossas aus dem Reich der Toten erläutert.
Jedenfalls waren sich die zahlreichen Pirates-Fans sicher, dass der heiß ersehnte dritte Film der Reihe mit einer Gruppe uns bekannter Figuren beginnen wird und ein wenig Licht ins Dunkeln bringt, das der zweite Film hinterließ.

Doch es kam ganz anders, als es sich die spoilerfreien Fans hätten erträumen können. Eine völlig unerwartete, aber dennoch großartige Szene sollte den abschließenden Part der Piratentrilogie eröffnen. Ein weiteres Mal sollte einer der Pirates of the Caribbean-Filme Neuland für die Walt Disney Studios betreten, und erneut sollten die Autoren Ted Elliott und Terry Rossio beweisen, dass sie sich an keinerlei Blockbuster-Konventionen halten müssen. Und Regisseur Gore Verbinski sollte erneut beweisen, dass er ein wahrer Virtuose darin ist, eine dichte Atmosphäre aufzubauen und verschiedenste Stile zu einem koärenten Gesamtwerk vereinen kann.

Statt den Zuschauer wie zu Beginn von Fluch der Karibik in eine gruselige Piratenabenteuer-Stimmung zu versetzen oder wie zu Beginn des zweiten Teils mit expressionistischen Bildern einer gescheiterten Hochzeit zu begrüßen und so still Exposition zu geben, zog man bei Am Ende der Welt alle Register der Kunst und eröffnete das riesige Action-Abenteuer höchst dramatisch. Und vor allem auch unerwartet leise.

Leise, doch zugleich bedrohlich ertönen militärische Trommeln, und eine Galgenschlinge hängt einem Damoklesschwert gleich herab. Der Betrachter vernimmt, wie sich die Flagge der East India Trading Company gewaltvoll im ungleichen Wind wiegt. Die Flagge der eigentlichen Macht über Port Royal, den Schauplatz dieser Sequenz, wird nahezu völlig überdeckt.
Unterbewusst wird bereits deutlich, was seit dem Ende des letzten Piratenabenteuers geschehen ist: Der machtbesessene Lord Cutler Beckett hat nun die volle Gewalt erlangt.
Wäre dies nicht bereits genug, um Unbehagen auszulösen, ertönt im Hintergrund ein bedrohliches Läuten - eine Totenglocke kommt in den Sinn.

Verdreckte Menschen jeden Alters und jedes Geschlechts werden in Ketten zum Galgen geführt, während ein junger, uniformierter Mann den im Fort Anwesenden die Erlasse Becketts vorliest. Auf Becketts Verlangen hin wurden zahlreiche Gesetze und Rechte außer Kraft gesetzt, die Höchststrafe für zahlreiche Vergehen ist nun die Exekution durch den Tod am Strick.
Verurteilte jeder Herkunft werden in Folge dessen zu den Massenexekutionen gebracht. Frauen mit verweinten und vor Angst verzerrten Gesichtern blicken ihren letzten Momenten entgegen, während Angestellte der East India Trading Company die zahlreichen Leichen der Exekutierten auf Karren werfen und der Henker wort- und emotionslos eine Exekution nach der anderen durchführt.

Die Szene ist beunruhigend, Port Royal wirkt kalt und trotz der zahlreichen Gefangenen gottverlassen. Nicht nur schockieren die Erlasse Becketts den Zuschauer, sondern auch der Umstand, dass mit dieser Sequenz ein vermeintlich lockerer Unterhaltungsfilm der Disney Studios beginnt. Dank der Kameraführung und dem exzellenten Spiel dieser Randdarsteller und Statisten wirkt die Sequenz hart und beklemmend, ohne dass die Gewalt grafisch und voyeuristisch in den Fokus rückt.
Die Folgen der Unmenschlichkeit der herrschsüchtigen East India Trading Company unter der Leitung des größenwahnsinnigen Lord Cutler Beckett erinnert an Bilder aus Kriegsdramen und -dokumentationen. Die Rollenverteilung im Pirates of the Caribbean-Universum wird den Zuschauern somit endgültig, eindrucksvoll und beklemmend vor Augen geführt: Es sind nicht die Freibeuter, von denen man am meisten zu befürchten hat.

Nachdem der anonyme uniformierte auch die letzten Dekrete Becketts vorlas, betritt eine weitere Gruppe Gefangener die Empore, auf der sich die Galgen befinden. Kalter Nebel weht durch das Fort und ein kleiner, völlig verschmutzter Junge tritt seinen letzten Gang an. Mit von Furcht gekennzeichneter Miene blickt er zu seinem Galgen herauf und wendet eine mystisch summende, silberne Münze in seiner Hand.
Der Junge fängt an verängstigt und leise ein Lied zu singen. Nach wenigen Worten hebt er seine Stimme leicht an und singt etwas kräftiger und lauter. Völlig unbeirrt geht der Henker weiter seinem Tagewerk nach und rückt den Strick der Verurteilten zurecht, so dass sie gleich, wenn der Henker die Klappe per Hebelwirkung öffnet, sofort sterben werden. Einer der Verurteilten stimmt nun sanft in das Lied mit ein. Sein Gesang wird bald darauf durch die Stimmen der weiteren Gefangenen im Fort erstärkt. Ein erschütternder Todesgesang erfüllt schließlich Port Royal. Es ist ein trauriges, aber auch erhabenes Lied, das vom Piratentum handelt, seine Freiheit und Unsterblichkeit besingt.
Der unerschütterliche Gesang der Todgeweihten lässt die Wachen im Fort zurückzucken, beunruhigt eilt ein perplex blickender Admiral zu Lord Beckett und berichtet davon, dass die Gefangenen singen.

Wäre man als Kinozuschauer in diesem Augenblick nicht so sehr gepackt, ergriffen und gleichermaßen erschüttert würde er eine Disney-typische Revolutionsszene erwarten, in der alle Gefangenen ihre Kräfte gegen den scheinbar übermächtigen Gegner vereinen. Jedoch läge er falsch, hätte er sich die Muße genommen diese Vermutung aufzustellen.
Denn Beckett zeigt sich als einziger im Fort völlig unbeirrt und bemerkt sogar mit unterschwellig triumphierenden Tonfall, dass es auch Zeit wurde.
Die Verurteilten am Galgen singen den Refrain des Liedes zu Ende, als der Henker den Hebel zieht und somit sieben weitere Personen tötet. Die Münze des kleinen Jungen fällt in Zeitlupe in Richtung der Kamera, als Pirates of the Caribbean eingeblendet wird und die Münze erneut mystisch erklingt. Nach einem Positionswechsel der Kamera erscheint auch der Untertitel des Films auf der Leinwand und das Echo der Münze verstummt...

An dieser Sequenz stimmt einfach alles, nichts ist verbesserungswürdig. Alle Elemente dieser Szene sind einzeln betrachtet grandios, doch im Zusammenspiel sind sie nochmals besser.
Zudem ist sie ein hervorragendes Beispiel dafür, wann sich der Kunstgriff eines Cold Open rentiert.

Kein anderer Pirates-Film begann mit einem derartigen Intro. Nun aber wird der Zuschauer perplex und ahnungslos ins Fort geworfen um Zeuge der Exekutionen zu werden. Diese atmosphärische und für einen Blockbuster (geschweige denn für einen Disney-Film) mutige Szene wird von keinerlei Titeln gestört. Erst nach ihr kommt der Titel des Films ins Bild - und so trennt er die vorhin gezeigte grausame Welt unter Becketts Herrschaft mit der exotischeren und abenteuerlicheren, aber ebenfalls nicht ungefährliche Welt der Piraten...

Diese Szene würde sicher auch funktionieren, wenn der Titel vor ihr platziert worden wäre, aber der Augenblick mit der fallenden Münze würde nicht mehr funktionieren, da sie so nur ein seltsamer Zwischenschnitt wäre. Doch ohne diese Szene wären Beckett und die Singapur-Sequenz nicht mehr getrennt. Außerdem hätten die Zuschauer keine Zeit die Eindrücke des bisher Gesehenen auf sich wirken zu lassen.
Somit würde das hervorragende Intro an Wirkung verlieren.

Doch so, wie die Sequenz ist, kann ihr nichts das Wasser reichen. Sie erzeugt bei mir jedesmal Gänsehaut, und als ich sie damals zum ersten Mal sah, stand mir der Mund weit offen. Ich war völlig überrumpelt von der Genialität dieser Szene und verliebte mich auf Anhieb in dieses Intro, den Song und den gesamten Film. Und das, noch bevor der Titel eingeblendet wurde.

Ich saß im Kino in Erwartung einer guten Fortsetzung, hatte verschiedene Spekulationen über den Beginn des Films, und erhielt diese Sequenz. Besser hätte Am Ende der Welt nicht beginnen können. Allein schon der Mut, gänzlich ohne die Hauptfiguren in das Abenteuer zu starten hat sich ausgezahlt, doch eine so herrausragende Szene hätte ich wirklich nie vermutet.



Und somit möchte ich diese kleine Hitliste abschließen...

Euer,
Sir Donnerbold

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