Sonntag, 19. September 2010

Musikalisches Immergrün - Meine 333 liebsten Disney-Lieder (Teil LXIII)


330 Lieder liegen hinter uns. Drei Lieder sind noch in Sicht. Und nachdem ich im vergangenen Teil dieser Artikelreihe nochmal ausführlich darauf einging, welche Lieder sich nicht auf dem Podest befinden werden, besteigen wir jetzt endlich das große Treppchen meiner allerliebsten Favoriten unter den Disney-Songs.
Von diesem Treppchen aus auf meine Hitliste zurückblickend, wird mir erst so richtig bewusst, welche  wiederkehrenden Verwendungen von Musik bei Disney vorkommen. Klar, solchen Tropen wie dem Schurkensong, der "Ich will"-Nummer oder dem Klischee des "Fröhliches Dorf"-Liedes war ich mir bereits zuvor bewusst. Aber nachdem ich hier über 300 Disneylieder abgearbeitet habe, ist dieser analysierende Blick klarer geworden. Und mir ist auch klar geworden, dass ich manche dieser Tropen anderen vorziehe.

Der "Ich will"-Song ist mir als dramaturgisches oder stilistisches Mittel beispielsweise recht gleichgültig. Natürlich kommen in dieser Hitliste allein schon wegen seiner häufigen Verwendung einige Vertreter dieses Stilmittels vor, aber diese Lieder betrachte ich für sich alleinstehend, und nicht als Teil einer geliebten Tradition. Denn das sind die "Ich will"-Songs für mich nicht - wenn ich mich auf ein neues Disney-Musical freue, dann warte ich nicht gespannt, wie der "Ich will"-Song ausfällt und bin bei einem schwachen ganz besonders enttäuscht, weil ausgerechnet dieser Song nachließ.
Andere Tropen haben es mir dagegen mehr angetan, bei diesen sortiere ich die jeweiligen Lieder nicht nur wissentlich in ihre Tradition ein, auch emotional verknüpfe ich sie miteinander und betrachte sie als eine große Familie an tollen Musikstücken.

So mag ich Disneys Freundschaftslieder sehr gerne, ebenso wie die Lebensstil besingenden Songs. Ganz große Hits bei mir sind die Showtopper/Ausgelassenen Lieder von Nebenfiguren. Aber kaum etwas kann sich mit den Schurkensongs messern. Mit Das Feuer der Hölle (Platz 4) und Seid bereit (Platz 6) fanden ja auch so gleich zwei Stück Einzug in meine persönliche Top 10. Je nach Zählung gelang es sogar drei Schurkenliedern, sortiert man Rosa Elefanten (Platz 9) ebenfalls in diese Schublade. Generell habe ich sehr oft gesteigertes Gefallen am Bösewichtstück eines Disney-Films. Bei diesen Liedern gelten andere Gesetze, sie sind kraftvoller, cooler, die Musik ist härter und dunkler.

Doch die Schurkenlieder sind nicht meine liebste Subkategorie in der Disneymusik. Den größten Erfolg feiern bei mir nämlich die Intro-Lieder. Wenn ihr zurückblickt, werdet ihr feststellen, dass bei sehr vielen Filmen mein bestplatzierter Song die Eröffnungsnummer war. Und auch wenn der musikalische Anfang eines Films nicht mein Lieblingsstück ist, wie etwa bei Tarzan, dann ist das Introlied nicht selten unweit von meinem Favoriten entfernt.
Ich weiß nicht, warum ich so häufig besonders auf diese Songs abfahre. Vielleicht hilft es, dass sie meistens weniger vom Filmkontext abhängig sind (es gibt ja selten nennenswerte Handlungsfäden vor dem ersten Song eines Films), womöglich strengen sich die Komponisten bei ihnen am meisten an, um das Publikum sofort um den Finger zu wickeln. Oder es ist nur ein gewaltiger Zufall, dass mir immer und immer wieder Introsongs derart gut gefallen.
Woran es auch liegen mag, eigentlich ist es mir egal. Ich genieße einfach die stattliche Musik, die Disney so oft in seine ersten Filmminuten steckt. Zahlreiche denkwürdige Filmmomente verbinde ich fest mit herausragenden Liedern, die ich mir immer wieder anhören kann.

Und auch der Bronzepokal geht an eine Filmeröffnung...





Platz 3: Hisst die Flagge ("Hoist the Colours") aus Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt
Musik von Hans Zimmer & Gore Verbinski, Text von Ted Elliott & Terry Rossio (dt. Fassung von Simon Jäger)

Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt spielt in seinem Prolog sadistisch mit den Erwartungen und der Stimmung seiner Zuschauer. Nach dem zauberhaften wie friedlichen Disneylogo und dem coolen Bruckheimer-Logo erwarten uns kalte Bilder eines Stricks. Unheilvoll weht die Flagge der East India Trading Company im harschen Wind. Sie wacht förmlich über das prunklose Fort und überdeckt die britische Flagge. Der fürchterliche und eiskalt berechnende Lord Cutler Beckett übernahm die Macht und führt nun ein eiskaltes Regime,welches bei der Verfolgung von Piraten rücksichtlos die Bürgerrechte streicht. Allein schon der Umgang mit einem Piraten oder der bloße Verdacht, dem Seeräuber-Dasein anzuhängen, genügt um zum Tode durch den Strick verurteilt zu werden. Eine schier endlose Schlange an Verurteilten wird in den Hof des Forts geführt, um bei einer Massenexekution hingerichtet zu werden. Unter den Todgeweihten befindet sich auch ein kleiner Schiffsjunge, der in den letzten Minuten seines Lebens eine klingende Münze durch seine Finger gleiten lässt. Leise und mit zunächst unsicherer Stimme singt er ein Lied vor sich her, welches von einem König handelt, der seine Königin entführte um Macht zu erlangen. Dessen völlig unbeirrt waltet der Henker weiter seines Amtes und bereitet die nächsten Veurteilten zur Vollstreckung des Urteils vor. Nach und nach stimmen auch die anderen Piraten in diesen gleichwohl erhabenen wie wehmütigen Todesgesang ein. Ihr Gesang wird dringlicher, ein Ruck geht durch die Reihen der Veurteilten, ihre Todesangst und Verzweiflung kippt in selbstbewussten Widerstand um. Die Wachen weichen ob dieser unerwarteten Situation einen Schritt zurück, lehnen sich aber in der selben Bewegung nach vorne, um die Gefangenen mit ihren Waffen wieder in Reih und Glied zurückzudrängen. Ein aufgelöster Admiral eilt Befehle erwartend zum machtbesessenen Lord Cutler Beckett, der vom Treiben absolut unberührt in einer Ecke sieht und die Geschehnisse trocken so kommentiert, dass es dafür auch Zeit wurde. Becketts unterschwellig in seinem Tonfall liegende Triumphsbekundung lässt die langsam im Zuschauer aufkommende Erwartungshaltung einer gelingenden Revolution wieder im Keim ersticken, ehe der Henker den Hebel herunterzieht und so sieben weitere Seelen in den Tod schickt.
Das Lied, das während dieser Massenexekution in Port Royal erklang, ist eine alte Piratenweise. Sie besingt in kodierter Form die Ereignisse rund um die Formung des ersten Rats der Bruderschaft, wie die Meeresgöttin Calypso in einen menschlichen Körper gebannt wurde, so dass der Piratenkapitän Davy Jones an die Macht über die See gelangt. Den Piraten solle dadurch das Meer gehören. Hisst die Flagge ist aber nicht nur ein piratenhistorisches Lied, sondern gleichermaßen ein Hohegesang auf die Unsterblichkeit des edlen Piratentums sowie ein finaler Hilferuf für Freibeuter. Geht dieses Lied über die sieben Weltmeere, so ist eine erneute Versammlung des Rats der Bruderschaft von dringlichster Notwendigkeit. Und das Lied geht tatsächlich um die Welt: Am anderen Ende des Erdenrunds paddelt umsichtig Elizabeth Swan in einem Ruderboot über einen kleinen Fluss in Singapur. Leise singt sie Hisst die Flagge, in ständiger Angst von den Patrouillen der East India Trading Company oder der ihr nun unterstehenden Royal Navy ertappt zu werden. Doch sie erreicht ihren Anlegeplatz, wo ihr ein Pirat entgegentritt und die von Elizabeth angefangene Liedzeile zu Ende zischt, bevor er sie darin belehrt, dass es für Unwissende gefährlich sei, unbedarft dieses Lied zu singen. Eine unnötige Lehre, wie er kurz darauf erfährt...
Dem Text von Hisst die Flagge kommt einige Zeit danach eine weitere gewichte Bedeutung hinzu, als es so scheint, dass dem Piratenwiderstand sämtliche Erfolgschancen, gegen die Flotte der East India Trading Company in einer Seeschlacht erfolgreich antreten zu können, entschwimmen. Auf der stattlichen und sagenumwobenen Black Peal, welche die Piratenarmee im Kampf gegen die militärische Armada anführen soll, blickt die frisch zum König der Piraten gewählte Elizabeth Swan in zahlreiche resignierende Freibeuter-Gesichter. Doch sie möchte nicht kampflos aufgeben und so beginnt sie in Anlehnung an die bedeutungsvolle Piratenweise gehaltene Motivationsrede, die ihre Mannen wieder bereit für die Schlacht machen soll. Und tatsächlich kann sie die desolate Kampfesmoral in kämpferische Euphorie wandeln, so dass alle Piratenkapitäne aus den verschiedensten Winkeln der Welt stolz ihre Flagge zeigen und sich dazu bereit halten, notfalls für ihre Sache zu sterben.

Komponiert und getextet wurde Hoist the Colours bereits bevor Hans Zimmer damit begann, die Musik für Fluch der Karibik 2 zu verfassen. Auch wenn das endgültige Drehbuch zu Am Ende der Welt erst im Laufe der Produktion fertiggestellt wurde, so wusste man zu diesem Zeitpunkt bereits, welchen Grundtenor das Finale der Trilogie anschlagen wird und wie der Plot ungefähr aussieht. Über das Internet jammten Regisseur Gore Verbinski und Komponist Hans Zimmer jeweils an der Gitarre oder am Keyboard sitzend und feilten bis zu ihrer vollsten Zufriedenheit an der Melodie, die für die Introsequenz von Am Ende der Welt geplant war. Denn die Introsequenz stand schon sehr früh fest, die Drehbuchautoren Ted Elliott und Terry Rossio beabsichtigten anfangs, dass sich der Faden eines Eröffungsliedes durch die gesamte Trilogie ziehen sollte. Dieses Vorhaben ging allerdings nicht auf, da Verbinski sich bei Fluch der Karibik 2 dagegen entschied, den Film mit der entsprechenden Szene zu beginnen und entgegen des Drehbuchentwurfes eine impressionistische Schnittfassung der für später im Filmverlauf vorhergesehene Sequenz entschied, in der Elizabeth Swans und Will Turners Hochzeit buchstäblich und sprichwörtlich ins Wasser fällt.
Aber zurück zur Entstehung von Hisst die Flagge: Nachdem Verbinski und Zimmer gemeinschaftlich die Melodie komponierten, verfassten Ted Elliott und Terry Rossio den Liedtext, der sowohl innerhalb des Filmuniversums eine tiefere Bedeutung haben sollte, als auch für das Kinopublikum. Insbesondere an die begeisterten "Wiederholungstäter" wurde gedacht, diese sollten jede einzelne Zeile des Songs entschlüsseln können, um so mehr über die Vorgeschichte von Davy Jones und Calypso zu erfahren. Die Inspiration zu diesem Lied hatten die Filmschöpfer durch eine alte Piratenlegende, die besagte, dass Schwarbart und seine Mannen neue Crewmitglieder anheuerten, indem sie durch Straßen zogen und dabei das Kinderlied Sing a Song of Sixpence von sich gaben. Dies sponnen Elliott und Rossio zum verschlüsselten Hilferuf, der in ausweglosen Situationen von Piraten gesungen wird. Dass Lord Cutler Beckett von dieser Piratentradition weiß und dieses Wissen berechnend ausnutzt, dass er die Massenexekutionen ansetzt, um die Gefangenen endlich zum Singen zu bringen, hoffend, dass er die Einberufung des Rats der Bruderschaft zu seinem Vorteil nutzen kann, ist einer der vielen erstaunlich ernsten und bitteren Twists im epochalen Finale der ursprünglichen Pirates of the Caribbean-Trilogie. Hisst die Flagge sollte diese dramatischere Tonlage des Films widerspiegeln, weshalb es gemeinsam mit dem schwermütigen Liebesthema von Am Ende der Welt als globales Musikthema des Abenteuers im Kontrast zu den älteren Pirates of the Caribbean-Melodien eingesetzt wird, welche von Zimmer mehrfach als musikalische Pointen gebraucht wurden. Hisst die Flaggen ist ein komplexer strukturiertes Stück als etwa das energetische He's a Pirate aus Fluch der Karibik, außerdem sind einige der prominentesten Einsätze dieses Instrumentalstücks mit einem eher "schweren" Orchesterklang behaftet. Als ironisch-romantischer Swashbuckler-Walzer im 3/4-Takt wird das flexible Hisst die Flagge dagegen von mehreren "alten" musikalischen Leitmotiven der Filmreihe unterbrochen oder mit ihnen verwoben. Hisst die Flagge und das Liebesthema dienen gewissermaßen als der erdende Leitfaden durch den Strudel an bunten und rasanten Melodien.
Dennoch gönnte sich Hans Zimmer einige buntere Spielereien mit Hisst die Flaggen, so ertönt es in den Szenen rund um den Rat der Bruderschaft in exzentrischeren Arrangements, die beispielsweise mit ihrer Verwendung von Akkordeons und Mandolinen aus dem reslichen Score herausstechen. Und Elizabeths antreibende Rede und die an sie anschließende Kampfeszelebration der Piraten inklusive des ehrvollen Flaggenhissens wird von einer stolzen Reprise von Hisst die Flaggen begleitet, in der das Orchester richtig heranschwillt und ein großer Chor mit erhabener Stimme den Refrain des Liedes singt. In diesem Moment verliert das Lied jeglichen Hauch seiner Furchtsamkeit und wird zu einem majästitisch erfülltem Loblied auf den unerschütterlichen Zusammenhalt der Piraten. Ein Zusammenhalt, der selbstversäntlich lediglich dann besteht, wenn es für die listige Plagen der sieben Weeltmeere einträglicher ist sich gemeinsam gegen einen noch fürchterlichen Feind zu stellen, statt einzig und allein seinen eigenen Vorteil im Auge zu behalten. Denn so richtige Helden sind unsere Protagonisten der Pirates of the Caribbean-Reihe nicht wirklich. Aber sie stehen zusammen für das Recht auf Freiheit und Abenteuer, während die East India Trading Company diesen Werten die Fesseln ansetzt. Außerdem sind gelegentliche Meuchelmorde unter Piraten weitaus leichter zu dulden als Becketts Dekrete, die nahezu jeden unter den Generalverdacht stellen, Pirat zu sein. Worauf die Verurteilung zum Tode durch den Strick steht. In Pirates of the Caribbean gibt es nunmal kein Gut und Böse, keine Schwarz-Weiß-Zeichnung, sondern nur eine breit gefächerte Auswahl an Grautönen.
Ende Mai 2007 fand Hisst die Flagge auch außerhalb des Kinofilms zu einem semioffiziellen Revolutions-Schlachtruf, als die Mutterfirma des Blogdienstes LiveJournal  zahlreiche Blogs bzw. Accounts sperren ließ. Die LiveJournal-Community nahm sich zu dieser Zeit dem Song an und nutzte ihn im eigenen Kampf gegen die Massenlöschung.

Meine eigene, enge Bindung zu Hisst die Flagge fand in der Nacht vom 23. auf den 24. Mai 2007 ihren Anfang. Ich war einfach völlig hin und weg, als ich die Introsequenz zu Am Ende der Welt direkt im Anschluss an Fluch der Karibik und Die Truhe des Todes auf einer Riesenleinwand bestaunte. Mir kamen die Wochen zuvor Gerüchte zu Ohren, dass der dritte Teil meiner Lieblingsfilmreihe ungewöhnlich sein wird, aber mit einem solchen Start hatte ich wirklich nicht gerechnet. Gänsehaut. Als die Acht-Realis-Münze des Jungen gen Kamera fiel und der Filmtitel eingeblendet wurde, winkte ich vor meinem inneren Auge bereits Teil 1 zum Abschied, den in diesem Moment schlug Am Ende der Welt in meiner ganz persönlichen Gunst den Anfang der Saga. Unwiderruflich. Die Inszenierung, das Lied, die Überraschung, mit was für einem Knüppel uns die Filmemacher zum Finale ihrer lustigen und actionreichen Piraten-Unterhaltungsfilmtrilogie begrüßen... Als das Lied wenige Minuten später in einer martialischen und dennoch würdevollen Instrumentalversion nochmal ertönte, wenn die Piraten in Singapur gegen die Soldaten kämpften, hatte mich der Film noch mehr um den Finger gewickelt. Diese Version von Hisst die Flagge hatte den richtigen Schwung für eine Actionszene, aber sie klang auch so gewichtig, man spürte, dass dieser Film größer war und es um noch mehr ging als zuvor.
Ich war also wirklich vom Fleck weg begeistert von Hisst die Flagge, und mit mehrmaligem Ansehen des Films wuchs meine Begeisterung nur noch weiter, etwa als mir bewusst wurde, was der Liedtext zu bedeuten hat. Bloß mit der Hoist the Colous Suite im Abspann musste ich mich sehr lange arrangieren. Die Abspannsuiten zu den vorhergegangenen Teilen liebte ich abgöttisch, sie entließen einen überaus kraftvoll aus dem gewaltigen Piratenabenteuer. Und da fiel mir die zwischendurch sehr bedächtige Abspannmusik zu Am Ende der Welt im Vergleich ab. Später, als die DVD des Films erschien und in hoher Frequenz geguckt wurde, änderte sich dies allmächlich und die Soundtrack Treasures Collection war eine noch tatkräftigere Hilfe dabei. Die Jahre zogen ins Land, und die erhabene, in sich selbst geschlossene und eine große Bandbreite an Emotionen vermittelnde Suite gefiel mir immer besser. Mittlerweile kann ich gar nicht mehr sagen, welche Version von Hisst die Flagge mir am liebsten ist. Sie alle sind für mich äußerst wirkungsvoll und aussagekräftig. Vor allem ist Hisst die Flagge eine Stück, in das ich wunderbar abtauchen kann. Als Lied zu Beginn von Am Ende der Welt lässt es mir noch immer den Atem stocken und als Teil von Hans Zimmers fantastischem, von vorne bis hinten hörenswerten und durchdachten Soundtrack zum Film lässt es mein Herz um einiges höher schlagen. Es steckt hörbar viel Herzblut und Liebe zum Material in der Melodie von Hisst die Flagge. Egal, ob man sich von seiner Musik im seinem Selbstmitleid gerade unterstützt sehen will oder etwas zu feiern hat oder Kampfeswillen sucht, Hisst die Flagge passt zumindest für mich in wenigstens einer Fassung immer wie die Faust auf's Auge. Vielleicht klingt es für manche albern, aber ich werde tatsächlich auch ein wenig nostalgisch, wenn ich etwa die Hoist the Colours Suite höre. Obwohl sie aus dem Jahr 2007 ist. Was manche Dinge angeht, habe ich nunmal ein sehr verschrobenes Zeitgefühl. Womöglich liegt es aber an der Komposition selbst, denn Hans Zimmer und Gore Verbinski verliehen Hisst die Flagge einen authentischen, meersalzerfahrenen Klang, der nach mehreren Jahrzehnten auf hoher See und zahlreichen spannenden, erschütternden und ergreifenden Spindeln voller Seemannsgarn schmeckt. Ein so junges Lied, das so uralt und historisch bedeutsam scheint. Ich liebe es einfach und könnte noch ewig weiterschwärmen...

10 Kommentare:

Sunshine hat gesagt…

Ein richtiger Gänsehautmoment war das, denn zu diesem Zeitpunkt waren auch normale Menschen noch wach genug, um die Szenerie wahrzunehmen. Und die Epicness Of The Moment. *g*

Aber ich muss fragen: Warum ist das Stück so weit unten platziert?! Hallo?! Also ists doch Camp Rock auf Platz 1. *grummel* (Ja ich schmolle, verdammt!)

Und ja, selbst ohne Text wird dieses Stück grandios eingesetzt, und gerade die Suite ist wunderbar schwelgerisch (und sogar ich erkenne da den Takt! Juhu! So nach dem Motto: "Worauf man schunkeln kann, ist Walzer!"). Aber auch in der Maelstorm-Kampfszene gibts ein paar tolle Momente damit und überhaupt und sowieso, einfach super! :)

Und was die Nostalgie angeht.. nun, da muss ich in der Tat zustimmen. Irgendwie fühlt sich das.. alt an. Im besten Sinne. Als wär man damit groß geworden. Wie es anderen wohl beim Star Wars Marsch oder beim Indiana Jones Thema geht...

Sir Donnerbold hat gesagt…

So weit unten? Erstens kannst du das mal den 330 "schlechteren" Liedern erzählen und zweitens bin ich jetzt wirklich enorm auf deine eigene Liste gespannt.

Falls es etwas Trost spendet: "Hisst die Flagge" hätte besser abgeschnitten, ginge es mir hier nicht um die Lieder, sondern auch um ihren Kontext. Ich ließ ja immer wieder anklingen, dass das Lied auch alleine funktionieren muss, und ja, dieser Song tut es. Aber mit der Szene ist er nochmal ein gutes Stück besser. Deshalb ist es mein liebstes "Cold Open" aber "nur" mein drittliebstes Lied. :-p

"Als wär man damit groß geworden. Wie es anderen wohl beim Star Wars Marsch oder beim Indiana Jones Thema geht..."
Jepp, vor allem da einige damit auch wirklich groß geworden sind. Seit diesem Lied sind bislang keine vier Jahre vergangen, und dennoch kommt es mir so vor, als hätte es mich durch mein ganzes Leben begleitet.

Übrigens: Ich habe gehört, "Camp Rock" explodiert gerade in den Wettbüros... Ich enthalte mich eines Kommentars...

Sunshine hat gesagt…

Gibs zu, es ist nur nicht auf Platz 1, damit nicht wieder das Gejammere anfängt von wegen, "Wäääähhh, immer nur dieser Piratenmist!" ;)

Auf meine Liste kannst du lange gespannt sein. Ich könnte mich nämlich niemals entscheiden, wenn ich allein nur von den Liedern ausgehe, die es immer wieder auf meine Mix-CDs schaffen (höchste Ehre - ich will sie im Auto in Dauerschleife hören^^). Vielleicht kommen aber demnächst mal meine Lieblings-Kinderserien, sozusagen. Wo wir schon bei Nostalgie sind. ;) Außerdem brauch ich jetzt was anderes, nach dem Buch-Meme/Stöckchen/whatever.

Stimmt schon, in Zusammenhang mit der Szene funktioniert das Stück nochmal besser (wobei ich auch den Moment mit Elizabeth sehr gut finde) - und dieser Opener hat definitiv erstmal wach gemacht! *g*

Hm, ist natürlich blöd, wenn jetzt alle auf "Camp Rock" tippen. Wie soll man denn da Gewinn machen?!

Okay, ich tippe auf "Circle of Life" auf 1 (oder war das schon? Hiiilfe! Und wehe, das ist dann auf 2, dann weiß ich, dass du mich nur ärgern willst! Und auf 1 ist dann "Super Donald Techno Hit Mix für Kids" aus BLAM!).

Sir Donnerbold hat gesagt…

So weit kommt es noch, dass ich meine geliebten Lieder umsortiere, nur um jemanden zu ärgern... Oder um Ärger aus dem Weg zu gehen... *väterlich Platz 3, 2 und 1 umarm*

Sir Donnerbold hat gesagt…

Achja... "BLAM!" hat mich gerade wieder an "Oben" denken lassen... :-p

Sunshine hat gesagt…

Das ist schön, dass du zu deinen Kindern stehst. So muss das sein. *g*

Hat doch alles seine positiven Seiten... XD
(ich hab gerade ein verpeiltes Giggle-Video von Federer und Nadal gesehen, die Promo für ein Charity-Tennisspiel machten... es war der Giggle Loop. Federer kam nicht mehr raus, er war gefangen.
... Naja, hätte mir Rafael Nadal gegenüber gesessen, dann hätte ich auch lachen müssen - wenn nicht bei seinem dämlich-breiten Grinsen, dann spätestens bei seinem heftig akzentbelasteten Englisch, dass einfach zu goldig-lustig klang. *g*)

Und das war jetzt so OT, dass ich einfach ganz schnell die Klappe halte und dir eine gute Nacht wünsche.^^

BLAM!

The Reader hat gesagt…

Shit, ich glaub ich hab's!

Sir Donnerbold meinte doch andauernd, dass er Lieder über "Ganz knapp dran sein" (oder so) besonders mag. "So nah" aus Verwünscht und "Ganz nah dran" aus Küss den Frosch. Mir fiel eben noch so ein Lied ein: "Ganz knapp vorbei" aus Himmel und Huhn. Und es ist ein Introsong!

Jetzt werdet ihr sagen: Aber der Film ist doch mies. Nun, das hat den Kuh-Film auch nicht gehindert. Und "The Egg Travels" aus Dinosaurier gilt für Donnerbold ja auch als Topmoment. Was soll ich sagen, ich fand Himmel und Huhn bis einschließlich zum ersten Song auch toll.

Außerdem kommen E-Gitarren im Lied vor. Das gibt Punkte, oder?

Sunshine hat gesagt…

@ The Reader: Ich frage mich grad, ob das nicht schon war. Aus "Himmel & Huhn" war auf jeden Fall was, bin aber nicht sicher, ob's "One little slip" oder "Stir it up" war. Meine mich aber dunkelst dran zu erinnern, dass es ersteres war (fand das Lied nämlich eh besser als zweitgenanntes).

Bin jetzt allerdings viel zu faul, um mich durch die Liste zu scrollen. *g*

Sir Donnerbold hat gesagt…

Für die ganz Neugierigen, die sich aber nicht die ganze Liste einprägen konnten: Es gibt auch eine Suchmachine. Ganz oben links ;-)

Und "Stir it Up" darf doch gar nicht in der "offiziellen" 333-Liste auftauchen.

Sunshine hat gesagt…

Ja, aber man will sich doch nicht die Überraschung verderben. ;)

Ach und Mensch, mag schon sein, was weiß ich denn; das kenn ich nur im Zusammenhang mit dem Film. *g* Und den hab ich einmal geschaut, emhr oder weniger aufmerksam... :P

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