Samstag, 11. Oktober 2008

Die Zehn-Satz-Rezension zu "Burn After Reading"


  1. Das neuste Werk der bei Kritikern und Filmfans gleichermaßen beliebten Coen-Brüder (Fargo, The Big Lebowski, No Country for Old Men) handelt von einem aufgrund Alkoholmissbrauchs gefeuerten CIA-Agenten (John Malkovich) und dessen eiskalten Frau (Tilda Swinton), einem außerordentlich dummen Fitnesstrainer (Brad Pitt) und dessen vom Pech in der Liebe verfolgten Kollegin, die sich unbedingt plastischer Chirurgie unterziehen möchte (Frances McDormand), einem einst beim Personenschutz angestellten, paranoiden Frauenhelden (George Clooney) und der großen Verwirrung, die zwischen ihnen entsteht, nachdem einer von ihnen zufällig eine CD-ROM mit CIA-Dateien entdeckt.
  2. Burn After Reading ist ein von den handelnden Figuren getriebenes Verwirrstück, in dem zwar sehr viel passiert, aber irgendwie dann auch doch wieder nichts, da jede der Figuren nur denkt, so etwas wie einen Plan zu haben.
  3. In Wahrheit sind die Charaktere nämlich allesamt völlig ahnungslos und strunzdoof.
  4. Wie von den weniger ernsten ihrer Filme gewohnt, verlassen sich die Coens auch in diesem Film vor allem auf ihren schwarzen und zynischen Humor.
  5. Vor allem Brad Pitt und George Clooney sorgen mit ihren herrlich überzogenen Darstellungen allerdings noch für einige Farbtupfer im Humor, parodieren gekonnt ihre eigenen Images.
  6. Mit Burn After Reading liefert das Regie- und Autorenduo jedoch keine neue Bestleistung ab, dafür übertreiben sie mit der (absichtlichen) Inhaltslosigkeit doch zu sehr, er fühlt sich im Grunde genommen wie die gewalttätigere Spielfilmversion eines der zynischeren Barks-Zehnseiter: Nicht so denkwürdig wie seine langen Arbeiten, aber immer noch unterhaltsam.
  7. Dieser Film ist herrlich böse und toll geschrieben, steigert sich gekonnt immer mehr in seine Stilistik hinein, doch genau dies macht ihn auch schwer zugänglich.
  8. Für eine gelungene Sichtung dieses Films ist dringend notwendig, sich auch auf ihn einzustellen.
  9. Heimlicher Star des Films: J.K. Simmons, bestens bekannt als J. Jonah Jameson in den Spider-Man-Filmen.
  10. Fazit: Burn After Reading bietet etwas mehr als 90 unterhaltsame, bitterböse und grenzenlos überzeichnete Minuten im Agentenfilm-Genre, nur komplett ohne durchdachte Verschwörungen oder Explosionen - genau das ist der Clou an dieser Komödie!
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1 Kommentare:

Andi hat gesagt…

War ganz witzig, aber wenn man nicht genau aufpasst checkt man nichts.

Brad Pitt war super!

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