Donnerstag, 27. Oktober 2011

Hotel Lux


Michael "Bully" Herbig lässt sich vom Sonnenallee-Regisseur Leander Haußmann vorsichtig ins ernste Fach führen: In der redlich bemühten, allerdings in Sachen Feinschliff hinkenden Tragikomödie Hotel Lux spielt er den Varieté-Künstler Hans Zeisig, der in Berlin kurz vor der Machtergreifung durch die Nazis gemeinsam mit seinem Freund Siggi Meyer eine wahnsinnige Parodienummer auf Stalin und Hitler aufführt. Noch lacht das Publikum, aber bald wird keine Hitlerkritik mehr geduldet. Der kommunistische Meyer taucht in den Untergrund ab, während der unpolitische Zeisig tapfer weitermacht - bis er gezwungen wird, eine antisemetische Hetznummer aufzuführen. Stattdessen verspöttet er Hitler - klar, dass er schnell das Land verlassen muss.

Der mit neuen Papieren ausgestattete Zeisig landet im Moskauer Hotel Lux - dem berüchtigten Zufluchtsort kommunistischer Größen. Dort begegnet Zeisig dem eiskalt agierenden sowjetischen Regime, seinem seit Jahren unterdrückten Engagement, seiner großen Liebe und wird für Stalins privaten Astrologen gehalten.

Der Humor will nach manchen dramatischen Momenten nicht mehr so richtig in Gang kommen, aber Bully agiert sehr ansprechend, Jürgen Vogel hat ebenfalls sichtlichen Spaß, und mit ein paar nötigen Geschichtskenntnissen im Hintergrund, ist Hotel Lux gewiss einen Kinobesuch wert. Es sei denn, man bekommt bei Bully generell Ausschlag, selbst wenn er sich mal zurückhält.

2 Kommentare:

Boris hat gesagt…

Was man dem Film aber nicht vorwerfen kann ist der fehlende feinschliff in sachen umsetzung. ich wurde ende 2010 für eine statisten rolle gecarstet und nicht genommen weil ich eine Zahnspange hatte, wobei ich ja so oder so meinen mund nicht geöffnet hätte. also auf mich hat die ganze produktion einen sehr hochwertigen eindruck gemacht, es wurde darauf geachtet, dass alles sehr gut produziert wird.

Chaki hat gesagt…

Auch wenn man keine Geschichtskenntnisse hat, ist der Film sehr unterhaltsam :)

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