Donnerstag, 8. Dezember 2011

Spirit - Der wilde Mustang


Nein, meine Herren, der Film ist kein Adrenalin geladenes Spin-Off der Filme über den liebenswürdigen VW-Käfer Herbie, sondern Jeffrey Katzenbergs bislang letzter Versuch, einen ungewohnt ernsten Animationsfilm zu produzieren und somit dem Medium neuen Respekt zu verschaffen. Vorzugsweise in Form eines Oscars in der Kategorie "Bester Film".

Leider scheint der gute Herr "erwachsen" mit "trocken" und "dramatisch" mit "melodramatisch" zu verwechseln, denn Spirit - Der wilde Mustang wäre als Spirit - Der sterbenslangweilige Mustang deutlich treffender betitelt. Die Zuschauerquittung erfolgte mit einem weltweiten Einspielergebnis von 120 Millionen Dollar gegenüber einem Budget von 80 Millionen Dollar. Spirit erhielt jedoch einige Annies und auch eine Oscar-Nominierung als "Bester Animationsfilm" (verlor allerdings gegen Chihiros Reise ins Zauberland). Die geradezu nach einer Auszeichnung bettelnden Songs wiederum wurden abseits der Golden Globes (wo es zu einer Nominierung für Here I Am reichte) völlig übergangen.

Die Handlung von Spirit ist zur Zeit des Wilden Westens angesiedelt und erzählt, wie der titelgebende junge Mustang kurz nach seinem Aufstieg zum Herdenführer einen fatalen Fehler begeht: Er gerät zu nah an die Menschen und wird von der Kavallerie gefangen genommen. Die Zähmung Spirits misslingt, und er flieht gemeinsam mit dem Indianer Little Creek zu dessen Stamm. Dort lernt Spirit die Stute Rain kennen. Sie verlieben sich, kommen aber nicht überein, wie das Leben zu leben ist: Spirit sucht die Freiheit, Rain will bei den sie liebenden Menschen bleiben ...

Es tut mir ja leid, dass ich bei meiner Retrospektive durch die DreamWorks-Zeichentrickära fast schon zwangsweise immer wieder auf Disney verweise. Bloß bietet es sich aufgrund des Wettstreits beider Studios nur zu gut an. Anders als bei Der Weg nach El Dorado oder dem im Folgejahr gestarteten Sinbad gibt es bei Spirit jedoch keine "Alles nur geklaut"-Thesen, die ich beäugen möchte. Viel eher will ich einige Jahrzehnte zurückgreifen:

Von den 50er-Jahren an bis in die 70er hinein produzierten die Walt Disney Studios zahlreiche Spielfilme mit Tieren in den tragenden Rollen. Anfangs in Anlehnung an die mehrfach Oscar-gekrönten Naturdokumentationen Disneys als "True Life Fantasies" vermarktet, erzählten diese Filme von großen Abenteuern und dramatischen Lebensgeschichten unterschiedlichster Tiere. Darunter befanden sich Perri, das Eichhörnchen, Präriehund Nikki, Held des Nordens und der Wolf Lobo. Die "jüngeren" Disney-Tierfilme, insbesondere jene aus den 70ern (wie Flucht in die Wildnis) rutschten immer routinierter in ein Schema F, nach dem die Geschichte eines Kinds und seines geliebten Tieres erzählt wurde. Filme wie Perri oder Lobo hingegen erhebtenmehr Selbstanspruch, indem sie die Abenteuer der Titelhelden nur durch Musik, Schnitt und Off-Kommentar erzählten. Der Zuschauer war nahezu allein mit den Tieren und hatte so Anteil an deren fiktiven Leidenswegen.

Diese Disney-Tierfilme variieren allesamt in Fragen Kitschigkeit und dramaturgischer Stärke. Unter'm Strich sind sie aber allesamt eher unaufgeregte Familienunterhaltung - manche sind aufgrund ihrer Effektivität für den interessierten Cineast auch eine genauere Betrachtung wert, andere sind dagegen durch und durch harmlose, seifige Sonntagmittagbeschäftigung. Weshalb ich das nun anbringe? Tja, wenn man die besagten Filme allesamt in einen Topf schmeißt und daraus einen munteren Klischeetrunk köchelt, dann hat man Spirit. Naja, fast. Man muss noch eine erdrückende Dosis prätentiöses Gehabe hinzufügen.

Ich kriege es einfach nicht in meinen Kopf, wie Katzenberg und Konsorten allen Ernstes denken konnten, dass eine pflichtmäßige Aneinanderreihung altgedienter Klischees als erneuter Durchbruch für das Trickmedium aufgenommen werden könnte. Nicht nur in Promomaterialien, nein, auch in der ganzen Machart von Spirit spürt man diesen unerträglich elitären Gedanken "Unser Film verzichtet größtenteils auf Humor, und er vermenschlicht Tiere längst nicht so sehr wie Bambi und Co., das was wir machen ist neuartige Kunst". Dabei ist es einfach nur eine uninspirierte, gezeichnete Fortführung einer alten Disney-Tradition, die einem modernen Familienpublikum bereits etwas dröge vorkommen kann. Und Spirit macht's mit seinen abgegriffenen Klischees rund um Freiheit, mutige Tiere und artenübergreifende Freundschaft keineswegs besser.

Klischees per se sind ja nichts vollkommen schlechtes. Actionfilme dürfen gerne mal eine Zeitlupenaufnahme einbauen, und wenn Disney-Schurken in den Tod stürzen, freut mich das je nach zuvor etabliertem Kontext enorm. Spirit begeht allerdings den jegliche Spannung abtötenden Fehler, ein Klischee nach dem anderen zu reihen, um irgendwie auf eine Laufzeit von 80 Minuten zu kommen. Es gibt keine echte Geschichte, die der Film der Ex-Disneyzöglinge Kelly Asbury (jüngstes Werk: Gnomeo & Julia) und Lorna Cook (seither nie wieder auf dem Regiestuhl gesehen) erzählen will. Man spürt ihm überdeutlich an, dass er auf einer Idee Katzenbergs basiert, der Drehbuchautor John Fusco mit trockenen Ansätzen für einen Oscar-Bettelfilm zuschüttete. Das ist keine Kunst, auch kein großes Kino, ja nichtmal ungefährliche und in ihrer Erzählweise etwas anspruchsvollere Familienbespaßung a la Nikki, Held des Nordens, sondern einfach nur kühle Kalkulation, die für das Publikum in Zeitverschwendung resultiert.

Diese Lieblosigkeit schien sich wohl auf die Animatoren übertragen zu haben: Die CGI-Landschaften sehen vollkommen steril aus, die traditionell gezeichneten Pferde sind überaus steif und die viel zu grellen Farben erinnern mich eher an disney'sche Direct-to-Video-Produktionen, als an ein ambitioniertes Kinoprojekt. Und ich möchte keinesfalls alles auf den "bösen, bösen" Computer schieben, schließlich war die Disney-Renaissance ohne ihn undenkbar. Dessen ungeachtet gibt es zwei Arten digitaler Kolorisation: Die gute, die Dinge ermöglicht, die von Hand kaum zu überwältigen waren; und jene, die nach Massenproduktion aus dem Computer aussieht. Nahezu alles in Spirit, von der Geschichte mit ihrem bemühten Pathos bis hin zur Tricktechnik und Kolorisierung, ist dermaßen künstlich, dass ich mich nicht eine Sekunde emotional involvieren konnte. Zugegeben, bei der Eröffnungskamerafahrt durch den Grand Canyon dachte ich "joah, in 3D wäre das hübsch", das war's dann allerdings auch.

Wie steril und kühl der Film ist, wird schlussendlich perfekt durch Matt Damons Erzählstimme im Original unterstrichen, die derart gelangweilt klingt, dass man kaum glauben kann, dass Damon nicht beim Lesen eingeschlafen ist. In der deutschen Fassung hingegen degradiert Steffen Wink mit einer aufgesetzten Kindergärtner-Betonung Spirit endgültig zu einer Ansammlung bewegter Bilder, auf die Eltern pferdebegeister Kleinkinder zeigen können: "Guck mal, Susi, ein Pferdchen!"

Der einzige, der bei der Produktion von Spirit wohl einen Funken Emotion zum Arbeitsplatz mitbrachte, ist Hans Zimmer, und selbst dieser war bei Spirit nicht so recht in Form. Seine Filmmusik enthält vereinzelte, majestätische Themen, die nach Freiheit, Wildnis und Entdeckertum klingen, die Arrangements sind jedoch viel zu elektrolastig, ganz zu schweigen, dass sich der Score über die Dauer des Streifens bis zur Ermüdung wiederholt. Dennoch wäre Spirit um Längen besser, hätte Hans Zimmers Musik Matt Damons Kommentar und Bryan Adams schwülstigen Pop-Schlager (in der dt. Fassung von Pur-Frontmann Hartmut Engler gesülzt) durchgehend ersetzt. Dann wäre Spirit wenigstens nicht unerträglich ktischig, sondern nur ... kitschig.

Siehe auch:

6 Kommentare:

Lutz hat gesagt…

Ich gebe dir da in vielen Punkten recht. Ich finde die Geschichte auch langweilig und die Pferde ziemlich lieblos gestaltet. Einerseits sind sie zu sehr vermenschlicht um ernsthaft rüberzukommen (insbesondere dieses bescheuerte Lächeln, dass immer wieder durchkommt) andererseits haben sie aber zu wenige Elemente, die sie als Figuren unterscheidbar und liebenswert machen.

Die Songs, allen voran "Here I am", finde ich dagegen ganz ok.

Wo ich aber nicht so ganz zustimme, ist deine Einstellung der visuellen Gestaltung. Als ich den Film damals im Kino sah, war ich hin und weg von der Schönheit der Bilder, die Umsetzung der Landschaften, vor allem des Grases, hat mich echt beeindruckt. Allerdings gebe ich zu, dass dieser Effekt beim wiederholten Betrachten auf einem Fernsehbildschirm nicht wieder eintrat. Vielleicht braucht man wirklich einen großen dunklen Raum mit großer Leinwand dafür.

Cooper hat gesagt…

@Sir D.:
Aha, da ist er also, der Kommentar zu einem Animationsfilm, der dir einfach nicht gefallen will. xD

Mich wundert es zwar keineswegs, dass du ihn nicht z.B. mit "Bärenbrüder" vergleichst, allerdings wäre ein solcher Vergleich durchaus praktikabel und keineswegs der Ausgang von vorn herein klar.

Beide Animationsfilme haben tierische Hauptfiguren, beide Filme waren für den Oscar Nominiert und haben ihn nicht erhalten, ihre Produktionskosten sind durchaus vergleichbar - da "Bärenbrüder" unter der 100 Mio. USD Marke bleiben konnte - wie dies auch "Spirit" tat.
Schaut man sich beide Filme aufmerksam an, so zeigen sich auch bei "Bärenbrüder" Probleme das Kinoniveau in sachen Animation oder Zeichenqualität zu halten und manches Mal rutscht er auf ein Niveau, dass nur knapp über dem von wirklich hochklassigen DtVs liegt. Das war einer der Gründe, weshalb ich mich mit Bärenbrüder ebenso schwer tat, wie mit "Spirit".

Zwar gehen beide Filme optisch gänzlich unterschiedliche Wege und nachdem ich "Bärenbrüder" gesehen habe empfinde ich ihn optisch liebevoller - nicht aber permanent besser, wenngleich sich "Spirit" in der Tat schwer damit tut, optisch von Beginn bis zum Schluss durchweg zu gefallen.

Das weltweite Einspielergebnis spricht zwar für "Bärenbrüder", allerdings ist das genaue Budget für die Produktion - geschweige denn die Werbekosten unbekannt und wird lediglich geschätzt. Manche vermuten 100 Mio.USD. - andere gehen herunter auf lediglich 60 - 80 Mio. USD.
So unklar die genauen Kosten bei "Bärenbrüder" sein mag, ist das Kostenkapitel nur eine Formalität, denn allzu oft erhalten visuell brillierende Filme (zu denen ich "Bärenbrüder" ebensowenig zähle wie "Spirit") keinen Kassenerfolg und das Kostenkapitel gewinnt wohl mehr für die Studios sowie deren späteren Werken an Bedeutung - als für Cineasten oder Fans bestimmter Genre.

Cooper hat gesagt…

Wie schwer Pferde es haben in Hauptrollen zu glänzen, das weiß wohl jeder Disney-Fan - denn die edlen Tiere haben das Problem, dass sie sich nur schwer realistisch darstellen lassen - weil hierbei immer Abstriche bei der Mimik in Kauf genommen werden müssen. Nicht umsonst werden Pferde bei Disney und anderen ja entweder nur als Statisten oder maximal als Nebencharachtere (z.B. Samson in Dornröschen) den Hauptfiguren zur Seite gestellt und selbst dann kommen sie zu schnell oder oft im Stil von Cartoons daher oder aber sie misslingen wie z.B. Ratcliffes Pferd in Pocahontas.
Der wohl einzige Disney-Film mit einem pferdeähnlichen Hauptcharakter stellt wohl "Der Esel von Bethlehem" / "The Small One" dar. Allerdings ist das ein deutlich kürzer Animationsfilm in dem die Biblische Geschichte sowie die Figur des Jungen sehr viel der Tragfähigkeit einsparen. Nebenbei ist der Esel dort mit "Brille" um die Augen, langen Ohren und struppigem, längerem Fell zum einen reicher an Ausdruckmöglichkeiten und kommt zugleich mehr in Cartoonoptik denn realerem Abbild des Reittieres Esel/Pferd daher.
Bären haben es hier schon bedeutend leichter - sind bei ihnen doch ihre zum Teil antropomorphe Gestalt (Mimik im Gesicht z.B. Augenbrauen, aufrechter Gang) viel förderlicher, weil sie dem Menschen ähnelt.
Ganz nebenbei sind gezeichnete Bären bei Disney - so etwas wie eine Paradeübung. So ist es für ich auch kein Wunder, dass sich in Kenai in Bärengestlt mühelos das weiterentwickelte und für die Hauptfigur geschaffene Design findet, welches schon bei alten Donald Duck Abenteuern in Wäldern Verwendung findet.
Dass die Bären bei Disney etablierter sind bedeutet jedoch nicht, dass mir ihr "Lächeln" in Disney-Zeichentrickfilmen besser gefallen kann oder sollte, als das Lächeln der Pferde in "Spirit" von Dreamworks.

Warum ich das schreibe? Weil ich denke, dass "Spirit" seine Sache garnicht mal soo schlecht macht bei den Pferden und die Menschen in beiden Filmen zwar Unterschiede haben - ich jedoch nicht das eine Design klar über das andere stellen kann - denn beide funktionieren aus meiner Sicht.

In Sachen Musik oder Synchronisation entscheiden wohl mehr die persönlichen Preferenzen zwischen einem 'poppigen' Phil Collins oder einem nicht ganz so sehr 'rockenden' Bryan Adams. Die Sprecherwahl in US. oder deutscher Synchro bewerte ich nicht, denn sonst werde ich nie fertig.

Was die allgemeine Filmmusik (OST) betrifft, so sehe ich "Spirit" vor "Bärenbrüder" - doch das ist wie so vieles in meinem Text - subjektiv ohne eingehende Analyse von Struktur, der Erschaffung und den Aussagen (tatsächliche und beabsichtigte).

Cooper hat gesagt…

Eines kann ich jedoch nicht unkommentiert lassen Sir D.
Die Tasache, dass in "Spirit" Bryan Adams Gesang besser weggelassen worden wäre wäre für den Film ein größerer Nachteil als der Verzicht auf Hans Zimmers Arbeit. Gerade weil "Spirit" durch die Off-Sprecher seine Wirkung neben den gezeigten Bildern erzeugt (schließlich sprechen sie nicht direkt sondern kommentieren das gezeigte und wissen auch zu schweigen) sind Lieder, die nicht sichtbar vom Charakter gesungen werden, für einen ernsteren oder etwas realistischeren Pferdefilm von Vorteil.

Hartmut Engler mag nicht deinen Nerv oder den meinen treffen - Aber der Soundtrack von Bryan Adams funktioniert durchaus in der englischen Synchro.
Zumindest kämpft Dreamworks Film mit einem ähnlichen Problem wie "Bärenbrüder" von Disney, denn so sehr ich den englischen Phil Collins mag, ich kann mit seinem deutsch-näselnden Gesang nicht viel anfangen - und spätestens wenn ein Bär mit Kinderstimme auf Deutsch singt kassiert "Bärenbrüder" gegenüber "Spirit" von der audiophilen Seite gehörige Einbußen. So ist "Ich bin unterwegs" ("Im on my way") nach dem KdL-Lied "Ich will jetzt gleich König sein" für mich ein absoluter Graus. Nicht allein die Tatsache, dass die Charaktere in Tierform singen und die Animationen dabei absacken - die Lieder mögen Textlich noch so passend sein - sie enthalten zuviel und stützen nicht die Bilder oder Emotionen der Liedmomente sondern sie überladen sie und zwängen dem Zuschauer regelrecht ihre "Gute Laune" auf. Wenn mich ein Tier durch seine visuell umgesetzte Gesangs-Performance kalt lässt, wie soll ich dabei Gute Laune bekommen - noch dazu bei den genannten Einbußen bzw. der Überladung?

Nunja - das wäre mal so meine Meinung. Sicherlich nicht perfekt aber immerhin Vergleichend und wie ich hoffe - nicht mit unterschiedlichen Maßstäben sondern an dem, was möglich ist, miteinander verglichen zu werden.

Wären das Gesangsproblem (sowohl OT & Deutsch) nicht so gravierend, die Bären stumm bis auf naturgetreue "Stimmen" und hätte "Bärenbrüder" keine nervigen Elche - er stünde weit höher in meiner Gunst. So jedoch bin ich froh, wenn der Score - anstelle von Text - die teilweise wirklich sehr schönen Bildern untermalt und die Geschichte auch auf diese Weise erzählt wird. Gegen eine richtige Synchronisation bei den menschlichen Figuren hätte ja trotzdem sein dürfen.

Sir Donnerbold hat gesagt…

Eine sinnige Beobachtung. Aber wäre es dann nicht noch mutiger und künstlerisch "erwachsener", dann ganz auf Text (also auch auf Adams' Gesang) zu verzichten und sich einzig und allein auf Soundarbeit und instrumentale Musik zu verlassen? So, wie "Dinosaurier" auch lange geplant war und in den ersten Minuten ja auch fantastisch funktioniert?

Cooper hat gesagt…

@Sir D.:
Sicherlich bietet sich das von dir vorgeschlagene Konzept an. Würde man gänzlich auf eine größere menschliche Beteiligung verzichten, so könnte man einen modernen Stummfilm nur mit musikalischer Begleitung erstellen.
Was sich durchaus auf eine künstlerisch-erwachsene Weise und anspruchsvoll inszinieren ließe, hätte allerdings auch seine Nachteile in den Augen produzierender Studios.

Du erwähntest Disneys "Dinosaurier" und ich gebe dir Recht, dass die ersten Minuten fantastisch sind. Allerdings wird ein solches Konzept für Kinder und Familien weit schwerer zugänglich sein in den Augen der Studios und auch in der Realität.

Für geduldige Erwachsene mag ein Naturfilm, ein Stummfilm wie "The Artist" und bestimmt auch ein CGI-Abenteuer oder 2D-Animationsfilm funktionieren - leider sind diese schwer für derlei Filme zu erwärmen und als alleinige Zielgruppe fallen sie schlicht zu klein aus um millionenteure Filme wirtschaftlich rentabel zu halten.

Es gibt Gründe, waum z.B. die wenigen wirklich erfolgreichen sowie rentablen Naturdokumentationen allesamt neben einem ansprechenden Score auch einen Erzähler haben.
Selbst mit Synchronsprechern war der weltweit im Ergebnis recht ordentliche "Dinosaurier" im Heimatland von Walt Disney nicht das, was man dort als Erfolg betrachtet.
Zumal inoffizielle Schätzungen die sechjährige Produktionszeit und 3,2 Mio. Rechnerstunden mit ca. 200 Mio. USD veranschlagen statt der offiziell angegebenen 130 Mio. USD.

Selbst bei massiver Kostensenkung ist eine solche Produktion beim derzeitigen Kinoverhalten der Menschen auf soviele Besucher wie möglich angewiesen.
Was also für einen Film wie "The Artist" im realistischen Fall mit künstlerischer Beachtung sowie Festival-Würden ausgeht und finanziell für die produzierenden Studios vermutlich in einem blauen Auge mündet, das lässt sich kaum bei den doch deutlich teureren Animationsfilmen praktizieren - so gern ich mir ein solches Erlebnis auch im Kino betrachten mag.

Ich bin schon über Filme wie "Tron: Legacy", "Prince of Persia" aber auch solche Kleinode wie "The Artist" glücklich. Wenn ich dann noch die Chance habe Animationsfilme aus Europa ("L'Illusioniste", "Les Contes de la Nuit" u.a.) oder Asien ("The Dreams of Jinsha" oder Anime wie "Hoshi o Ou Kodomo" oder von Studio Ghibli) vor die Glubscher zu bekommen, schätze ich mich bereits recht zufrieden - selbst mit Synchros.

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