Mittwoch, 31. Mai 2017

Rogue One: A Star Wars Story


Rogue One – A 2016 Story
Eine Geschichte über Rebellion. Über die Rebellion einer wild durcheinandergewirbelten Gruppe von Haudegen, Träumern und Freidenkern unterschiedlicher ethnischer Herkunft – angeführt von einer Frau. Gemeinsam brechen sie auf, um sich gegen ein faschistoides Imperium zur Wehr zu setzen. Die Aussichten mögen gering sein. Aber es besteht wenigstens ein Funken von Hoffnung – und Rebellion entsteht aus Hoffnung.

In den Wochen des gebannten Wartens auf den Start dieser Rebellenerzählung wurde unter Filmliebhabern (vor allem im US-amerikanischen Raum) vermehrt auf die möglichen politischen Implikationen eingegangen. Der Weltkonzern Disney bewarb seine 200-Millionen-Dollar-Produktion im November und Dezember 2016 unter anderem mit dem Hinweis, dass es an der Zeit für eine Rebellion sei. Selbst wenn der Film noch vor Trumps Wahlsieg abgedreht war, fällt es schwer, beim angespannten politischen Klima innerhalb der Vereinigten Staaten keine Parallelen hineinzuinterpretieren.

Von Filmreportern darauf angesprochen, wie sehr sich Menschen, die vor den möglichen Umwälzungen im „Land of the Free“ Angst haben, in das vorab gezeigte Rogue One-Material hineinprojizieren, beschwichtigte Disney-Konzernboss Bob Iger auf der Weltpremiere: „Dieser Film ist nicht politisch!“ Er sei als bloße Unterhaltung gedacht.

Iger tat, was er in seiner Position als Generaldirektor eines globalen Unternehmens tun muss: Er gab auf einem Geschäftstermin eine Richtung vor. Er stellte mit autoritärer Haltung die Aussage in den Raum, nur Eskapismus zu produzieren und niemandem etwas Böses zu wollen. Man will ja keine potentiellen Geschäftspartner oder Kunden vergraulen. Somit stellte er sich, ganz gleich wie seine Absichten zu betrachten sind, schützend vor das damals jüngste Riesenprojekt seiner Firma. Bloß: Er als Generaldirektor hat wenig Einfluss auf die künstlerische Intention der von Disney vertriebenen Filme. Und selbst wenn er Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller in einer Person wäre, könnte er die öffentliche Wahrnehmung nur bedingt steuern.

Jeder Geschichtenerzähler trifft Entscheidungen, was er wann und wie erzählt. Dies ist, insbesondere bei Storys, die ein immenses Publikum erreichen, in gewissem Sinne ein politischer Prozess. Wurde dieser erstmal abgeschlossen, liegt es an den Rezipienten, wie sie die ihnen gebotene Narrative auffassen. Denkwürdige Filme schlagen zwangsweise Wellen. Da ist die Unterscheidung zwischen öffentlich behaupteter Intention, unterstellten heimlichen Absichten und wilder Interpretation der Kinogänger nebensächlich.

In diesem Sinne: Ja. Rogue One ist eine zeitlose Erzählung über Widerstand. Über den mit Willensstärke vollführten Kampf gegen Unterdrückung. Über den Wert von Zusammenhalt, basierend auf Idealen und Aufgeschlossenheit. Dass dies im Jahr 2016, in dem durch mehrere große Nationen ein Ruck des Populismus ging, einen freiliegenden, pochenden Nerv traf, liegt in der Natur der Sache. Dass die Drehbuchautoren Chris Weitz und Tony Gilroy ihr dreckiges Weltraum-Freiheitskampf-Abenteuer nicht mit bedeutungsschweren, steifen Monologen unterbrechen, nimmt vielleicht Dringlichkeit aus der Sache. Es stärkt dafür aber die eigentliche Geschichte – zumal sie auf beiden Seiten des Konflikts von Handlungsträgern erzählen, die etwas ruchloser oder nachsichtiger sind als ihr direktes Umfeld. Dies verleiht Rogue One eine thematische Mehrdimensionalität – die Erkenntnis, dass nicht alles Schwarz oder Weiß ist, sondern sich auf allen Seiten Charakterschweine und netter geartete Zeitgenossen finden, ist eine Erkenntnis, die nicht genug wiederholt werden kann.

Da die Autoren zudem auf durchsichtige Analogien bezüglich wahrer Ereignisse verzichten, was ihrer Erzählung ein knapp bemessenes Mindesthaltbarkeitsdatum aufdrücken würde, formen sie Rogue One zu einer allgemeingültigen Geschichte über Courage – statt nur kurz gedachte tagespolitische Statements zu setzen. Insofern: Ja, Iger liegt nicht so falsch. Rogue One steht über der heutigen Politik. Es ist ein Film über Grundsätze. Andererseits: Diese Grundsätze haben nicht gerade an Aktualität verloren. Insofern ist der Film schon politisch.


Rogue One – A Star Wars Reconfiguration
Grundsätze sind dazu da, irgendwann gebrochen zu werden. Aber mit Bedacht. Das ist die Essenz von Rogue One: Nach sieben Episoden, in denen das Schicksal des Skywalker-Clans beleuchtet und zudem der immerwährende Kampf der mächtigen Jedi gegen dunkle Mächte vorangetrieben wurde, bricht für die Star Wars-Reihe im Kino eine neue Ära an. Bisher gab es nur Videospiele, Bücher und Comics, die andere Themenschwerpunkte setzten – sowie die (in Deutschland auch auf der Leinwand gezeigten) Ewok-Fernsehfilme.

Rogue One ist daher ein ungewohntes Star Wars-Erlebnis. Der erste fürs Kino produzierte Realfilm, der nicht die Kernerzählung weiterspinnt – sondern enorm heranzoomt, um eine Story auszubreiten, die in einem intergalaktischen Geschichtsbuch bestenfalls eine Fußnote wert wäre. Um diese Anekdoten vom Hauptfaden des Star Wars-Franchises stilistisch zu unterscheiden, begeht die Produktionsschmiede Lucasfilm in diesem fast 135 Minuten langen, etwas anderen Kriegsfilm Stilbruch. Die zentralen Star Wars-Filme sind mit einer Episodennummer versehen und eröffnen mit einem Lauftext, der die Vorgeschichte anreißt. Rogue One trägt indes, wie voraussichtlich alle anderen Ablegerfilme, den Untertitel A Star Wars Story. Und lässt die ikonische, davonschwebende Texttafel aus.

Besonders strenge Puristen werden dies Rogue One verübeln. Dass der Star Wars-affine Komponist Michael Giacchino seine Filmmusik an der Stelle, an der sonst John Williams‘ harmonische Hymne ertönen würde, mit einem harsch-dumpfen Paukenschlag eröffnet, hat deswegen einen kessen Beiklang. „Ihr erwartet Tradition? Bumm! Kriegt ihr nicht!“ Gemeinhin ist Giacchinos Score, der erste zu einem Star Wars-Kinorealfilm, der nicht von Williams stammt, von Dissonanzen und verzerrten Pauken durchzogen, kühle Synthesizer-Klänge arbeiten wiederholt gegen sinfonische Melodien an. Es ist ein komplexer Score (zweifelsfrei komplexer als der bewusst altmodisch-schlichte zu Star Wars: Das Erwachen der Macht), jedoch einer, der das Erbe wahrt.

Wiederholt greift Giacchino Themen seines Vorbilds John Williams auf, ohne sich dabei so sehr in altes Material zu verwickeln, dass Rogue One zu einem akustischen „Greatest Hits“ verkommt. Giacchinos Kompositionen sind viel eigenständiger, als etwa James Newton Howards in Harry Potter-Reprisen erstickende Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind-Musik. So fügt sie sich sehr gut in die Inszenierung des Godzilla-Regisseurs Gareth Edwards: Die Bildsprache von Rogue One bedient sich an der klassischen Star Wars-Trilogie, doch auch an zahlreichen Kriegsfilmen verschiedener Jahrzehnte. So ist Greig Frasers (Zero Dark Thirty) Schnittarbeit weitaus weniger verspielt als die der sieben bisherigen, sich an alten Abenteuerfilmen orientierenden Star Wars-Kapitel. Fraser verfolgt einen schnörkellosen, effizienten Ansatz – das mindert den Spaßfaktor, erhöht aber die Immersion: Rogue One soll das Publikum mitten in eine ausweglos erscheinende Konfliktsituation versetzen und ihm erst zum Abschluss wieder gestatten, sich in Sicherheit zu wähnen, einen Unterhaltungsfilm zu betrachten.

Edwards setzt konsequent auf weite Kameraeinstellungen und ein verdrecktes, abgenutztes Produktionsdesign. Seine Helden, Anti-Helden und Schurken müssen sich durch weitläufiges Terrain und erdrückend große Räume schlagen. Die Action wiederum ist von der ganz alten Schule – es gibt hier keine Salto schlagende Jedi oder temporeiche Verfolgungsjagden. Spannung nährt sich bei den Scharmützeln, Gefechten und Raumschiffattacken primär aus den Momenten des Wartens zwischen Aktion und Reaktion – sowie vor allem aus den Konsequenzen.

Auch das wird manche Nörgler verärgern – gibt es doch für jeden Irren, der noch immer darum bangt, dass Disney aus Star Wars keine Winnie Puuh im Weltall-Reihe macht, auch jemanden, der Star Wars als reine Weltflucht wahrnehmen will. Das bleibt hier aus. Rogue One hat raue, durch das Geschehen mitreißende Actionszenen und diverse Momente, in denen Hoffnungsschimmer heftige Dämpfer abbekommen. Und keine pure Gute-Laune-Stimmung mit lässig-fetzigen Actionpassagen. Es ist stilistisch gesehen „Star Wars: Black Hawk Down mit einem amüsierten Hauch eines bunten Apocalypse Now“. Und nicht: Star Wars: Angriff der immens agilen Digitaleffektkrieger.


Rogue One – A Reshoot Story
Stil ungleich Essenz. Obwohl Edwards als Inspiration für Rogue One mehrere einschlägige Kriegsfilme nennt, darunter den viel zitierten Soldat James Ryan, und filmkundige Kinogänger die Einflüsse bemerken dürften: Tonal ist Rogue One weiterhin im Star Wars-Universum verankert – wenngleich der Anker recht locker sitzt. Blutspritzer, Gedärme und abgetrennte Köpfe müssen Verteidiger der expliziten Gewalt bei Edwards‘ Vorbildern suchen, ebenso wie Vulgärvokabeln. All dies wäre eigentlich nicht weiter der Rede wert – fünf von sieben Star Wars-Filmen endeten zuvor als Tragödien mit dezentem Silberstreif der Hoffnung am Horizont, und selbst die zwei Ausnahmen waren noch immer familienfreundlich.

Diese wurden allerdings zu Zeiten veröffentlicht, als es die heutige Internet-Diskussionskultur noch nicht gab. Sowie vor dem Kauf Lucasfilms durch Disney, dem einzigen Unterhaltungskonzern, von dem selbst Hinz und Kunz eine klar abgesteckte Meinung haben. Als im Sommer 2016 öffentlich wurde, dass ausführliche Nachdrehs zu Rogue One vorgenommen werden, brannte es in den einschlägigen Oasen zum Star Wars-Meinungsaustausch. Disney wolle alles verniedlichen, vereinfachen und aufhellen. Käme Rogue One, so wie er nun ist, bei der früheren Star Wars-Heimat Fox heraus, würde wohl niemand aufschreien: „Wieso ist er nicht brutaler, wurden da vielleicht ein paar Metzeleien weggebügelt?“ Aber da Star Wars nun dort wohnt, wo auch Micky Maus tollt, werden die üblichen Verdächtigen auch dem bis dato kompromisslosestem Star Wars-Film vorwerfen, dass er kompromittiert wurde.

Fakt ist, dass praktisch jeder Film ab einer gewissen Budgetgrenze von Beginn an Nachdrehs einplant. Revisionen gehören zum kreativen Prozess dazu (niemand verbietet es Schriftstellern, ihre Romane Korrektur zu lesen, oder verlangt von Programmierern, Games in einem Rutsch zu codieren). Wer das Geld hat, Filmsequenzen, die sich im Schneideraum als unrund herausgestellt haben, nochmal auf die Beine zu stellen, soll es auch dazu nutzen. Wer sich genügend mit der Filmhistorie befasst, weiß, wie viele Projekte durch das nunmehr verpönte „Okay, nochmal neu!“ gerettet wurden.

Dass die Rogue One-Reshoots ungewohnt lang waren und sich die Hollywood-Branchenportale darin widersprechen, welche kreativen Kräfte dieses Films wie intensiv an ihnen beteiligt waren, mag stimmen. Ebenso, dass die einen Quellen davon berichten, dass hauptsächlich Dialogpassagen zwecks inhaltlicher Verständlichkeit erneut angepackt wurden, und sonst nur das Finale geradlinigere Formen annahm, während andere Quellen davon sprechen, dass aus „kleineren zweiten Versuchen“ hinsichtlich Actionpassagen sehr wohl aufwändige Neudrehs wurden. Und ob während dieses Prozess nun die Gewalt gemildert wurde oder nicht, das wissen letztlich eh nur die Beteiligten.

Was zählt, ist das Ergebnis. Und dahingehend hat Rogue One die leider unvermeidlichen Zweifel nicht verdient: Der Star Wars-Ableger wirkt, anders als etwa der stilistisch schizophrene, wegen seiner Reshoots viel debattierte Suicide Squad, wie aus einem Guss. Ohne Medienberichte stünde die Frage „Wurde hier rumgepfuscht?“ nicht zur Debatte. Edwards kreiert durchweg eine schroffe Kriegsgeschichte vor dem fantasiereichen Hintergrund einer zerrissenen Galaxie, die durch gut eingesetzten, menschelnden Humor ein schlagendes Herz erhält. Dieses wiederum ist essentiell, um trotz der zwar moralisch mehrschichtigen, dennoch nur spärlich beleuchteten Hauptfiguren Suspense zu erzeugen. Wie soll das Publikum denn sonst bei dieser recht rauen Erzählung mitfiebern, die nur wenig Hoffnung kennt und sie daher zum begehrenswerten, entscheidenden Gut erhebt?

Rogue One – A Star Wars Flick
Für manche Filmliebhaber mag diese These einem Sakrileg gleichkommen. Dennoch: Charakterzeichnung war noch nie die große Stärke von Star Wars. Das Erschaffen pulsierender, faszinierender Welten? Klar. Mythenbildung? Ebenso. Eine ikonische Bild- und Klangsprache? Sowieso. Das Einführen (und Aufrechterhalten) denkwürdiger Wesen? Logo. Jeder, der jemals einen Star Wars-Film gesehen hat, wird irgendeinen Droiden, irgendein Aliengeschöpf oder eine Gerätschaft ins Auge fassen und als sein Lieblingselement entdecken. Cool aussehen – das schafft Star Wars seit 1977. Zu Herzen gehende, tiefgreifende Figurenzeichnung ist trotzdem ein anderes Paar Schuhe.

Fesche Archetypen finden in diesem Filmuniversum selbstredend ihren Platz – wie der kernige Schmuggler und Gelegenheitsheld Han Solo oder der imposante Fiesling Darth Vader. Wann immer es ums Persönliche und Zwischenmenschliche geht, zeigt sich das Franchise aber (mal deutlicher, mal beiläufiger) von seiner schwachen Seite. Daran ändert auch Rogue One nichts. Die Entdeckung der Unendlichkeit-Darstellerin Felicity Jones tut ihr Bestes, um der Rebellin Jyn Erso Aussagekraft zu verleihen: Als Tochter des Mannes, der mutmaßlich die mächtigste Waffe des Imperiums entworfen hat, hadert sie wiederholt glaubwürdig damit, was sie glauben und wie sie handeln soll. Jyns behutsamen Werdegang von der störrischen Einzelgängerin zur Rebellenanführerin stellt Jones angemessen, zuweilen sogar inspirierend dar. Dennoch funktioniert die Figur vornehmlich durch ihren Platz im Geschehens und Jones‘ Ausstrahlung – ihren inneren Konflikt entwerfen die Autoren letztlich nicht filigran genug.

Die restlichen Rebellen sind als Archetypen angelegt: Donnie Yen mimt einen blinden, an die Macht glaubenden Krieger mit blitzschnellem Reaktionsvermögen. Jiang Wen folgt ihm als schießwütiger Assassine auf Schritt und Tritt. Und Diego Luna legt seinen Part des Rebellen-Nachrichtenoffiziers bewusst bodenständig und alltäglich an: Als normaler junger Mann von nebenan, der in diese kriegerische Welt geraten ist und mit komplexen moralischen Entscheidungen zu tun hat. Jeder von ihnen wird aufgrund seines Typus Teile des Publikums kalt lassen und andere begeistern. Ausführungen? Gibt es kaum, braucht es kaum, wo es doch einen neuen, urkomischen Droiden gibt, der allen die Schau stiehlt. Nur Riz Ahmed versinkt als ehemaliger Pilot des Imperiums völlig im Tumult auf der Rebellenseite, auf die er gewechselt ist – dafür gibt Forest Whitaker als vom Krieg geschundener Veteran der Star Wars-Trickserien eine stark akzentuierte Performance ab.

Auf der Seite des Imperiums hinterlässt vornehmlich Ben Mendelsohn darstellerisch Eindruck: Als Militärdirektor Orson Krennic wird er sich ob seines überschaubaren Einflusses nicht unbedingt in der Star Wars-Schurkenriege nach ganz vorne schleudern. Jedoch ist Mendelsohn nicht abzusprechen, dass er blitzschnell zwischen manisch, unterkühlt, verhandelnd, enttäuscht und frustriert wechseln kann, ohne dass seine Rolle dabei fahrig wirkt. Schade, dass ihm durch Gastauftritte schon bekannter Figuren die Schau gestohlen wird – diese sind zwar narrativ flüssig genug in Rogue One eingebaut, dass sie nicht störend wirken. Trotzdem lenken sie den Fokus dieser kleinen, schmutzigen, aber entscheidenden Rebellengeschichte ab, ohne sie als „Ausblick auf die andere Seite des Konflikts“ bedeutsam zu kommentieren.

Ob nun inhaltlich solide begründeter Fanservice einem schärferen erzählerischem Fokus hätte weichen sollen, werden geneigte Kinobesucher sicher noch lange ausdiskutieren. Zumal die nächsten A Star Wars Story-Projekte erneut diesen Balanceakt versuchen werden. Rogue One gelingt es als Vorhut, trotz mancher Schlenker zwei Dinge gleichzeitig zu sein: Einerseits ist dieses mit starken Effekten bestückte Epos in sich geschlossen – zumindest mehr als in der heutigen Franchisewelt üblich. Edwards erzählt seine Anekdote von Anfang bis Ende, mit wenigen Handlungsfäden, die am Rand irgendwie rausfransen. Andererseits ist Rogue One ein stark auf Fans abzielendes Bonuskapitel, das die bisherige Star Wars-Saga ergänzt und vertieft.

Ja, der Einstieg in dieses Addendum ist sehr holprig, die ersten 15 Minuten über werden Figuren angerissen und vorläufig fallen gelassen, ohne dass sie greifbar werden. Das zieht sich und hat Auswirkungen auf das Pacing des gesamten ersten Akts. Und Star Wars-Novizen, die Probleme haben, alles hinzunehmen, was ihnen entgegengeschleudert wird, sollten lieber Episode IV oder VII als Einstieg wählen, um diesen speziellen Fall später nachzureichen. Sobald diese Story aber ins Rollen gekommen und die Rebellengruppe zusammengeführt ist, zündet sie – und sie hat viel Sprengstoff dabei. Dank ihrer Themen. Der Bildsprache. Dem Verhältnis zum restlichen Franchise. Und dank ihrer Archetypen.

Diese Kritik erschien zuerst bei Quotenmeter.de

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