Montag, 14. Januar 2013

Dieses Jahr schon wieder ...

"Du bleibst! Wir servieren dir ein fürstliches, filmisches Mahl, also denk ja nicht, vor 2015 zu verschwinden!"

2015 ist das letzte Jahr, das Disneys CEO Bob Iger in seinem Amt verbringen wird. Danach dankt er ab. Und offenbar will sich Iger mit seinem letzten Jahr bei Disney selbst ein Denkmal setzen: 2015 soll Disney angeblich sein bislang streng geheimes Videospiel-Projekt auf den Markt bringen, für Ende 2015 wird die Eröffnung des allen Planungen nach malerischsten Disney-Themenparkkomplex (Shanghai Disneyland) erwartet und dann wären da noch die dezenten, kleinen Indie-Produktionen Marvel's The Avengers 2 und Star Wars: Episode VII sowie die Möglichkeit eines dritten Tron-Films. Ein Jahr, dass Igers Nachfolger so leicht nicht toppen können wird!

Sonst noch was, das das Fanherzen begehrt? Ja, natürlich! Ihr alle wisst, wohin mein Kompass stets deutet, wieso also weiter künstlich Spannung erzeugen: Am 10. Juli 2015 startet Pirates of the Caribbean 5!

Selbst mit der noch immer nicht sonderlich einzuordnenden Nachricht im Rücken, dass Piraten-Novize Jeff Nathanson am Drehbuch rumspielt, ist diese Meldung für mich wie ein kräftiger Schluck Rum. Vitalisierend, wohltuend und ein Grund, weshalb ich plötzlich nicht mehr klar denken und gerade gehen kann. Wuhu!

Leichte Fanängste bleiben dennoch. Ich mag nun auch erfahren, ob Terry Rossio weiterhin als Autor an Bord ist (bittebittebitte!) und wer bei Jack Sparrows fünften Kinoabenteuer Regie führt (bittebittebitte ein Name, den ich gerne höre!). Und dann kann ich endlich wieder mit glückeligem Grinsen im Gesicht durch die Welt torkeln.

Zack Snyder + Star Wars = Ein Sucker Punch direkt in die Magengrube der Fans?


Was ihr gerade spürt, ist keine Erschütterung der Macht, sondern das Gefühl kollektiv aufkommender Panik unter Star Wars-Fans. Denn niemand geringeres als Zack Sucker Punch Snyder ist der erste öffentlich gewordene Regisseur der Disney-Ära des beliebten Megafranchises. Aaaaaaaaaaaah? Oder sollten wir doch lieber aufschreien: Jaaaaaaa?

Zur Beruhigung: Zack Snyder dreht nicht Star Wars: Episode VII, sondern einen alleinstehenden, Post-Rückkehr der Jedi-Ritter-Film, der eine Nebenstory abseits der großen Star Wars-Saga aufmacht. Disney•Lucasfilm meint die Ankündigung, regelmäßig neue Star Wars-Filme abseits der neuen Trilogie zu produzieren, also wirklich ernst. Und so lange Snyder nicht in der echten Saga rumpfuscht, halte ich meine Wut zurück. Denn während ich einen von Michael Arndt geschriebenen, von Zack Snyder inszenierten Film schlichtweg für unmachbar halte und es dämlich fände, jemanden mit einer so dicken Handschrift wie Snyder zu nehmen, dessen größte Stärke eben diese ist, nur um sie ihm zwecks Einheitlichkeit klein streicht (oder noch schlimmer: einer der Saga-Filme sieht plötzlich wie ein Ultra-Snyder-Film aus), so darf Snyder abseits der Saga gerne was aufdrehen.

Wie Vulture berichtet, soll Snyders Film eine von den Jedis handelnden, grobe Nacherzählung von Akira Kurosawa Die sieben Samurai werden, der schon Lucas' ursprüngliche Trilogie beeinflusste.

Ob Snyder selbst und alleine das Drehbuch schreibt, ist bislang nicht öffentlich geworden. Angesichts Sucker Punch wäre es mir viel lieber, wenn Snyder viel Geleit im Schreibprozess erhält oder sich ganz aufs Regieführen konzentriert. Watchman und 300 waren ja nicht übel. Was viel über die Rezeption von Sucker Punch aussagt, dass das halbe Internet gerade dennoch vor Wut und Verzweiflung in Flammen steht.

Aber sehen wir es so: Disney greift in Sachen Star Wars nach ungewöhnlichen Hollywoodstimmen, die sich einen Namen gemacht haben. Der Konzern hätte ja auch all die Andy Fickmans, Andy Shankmans und Walt Beckers aus dem konzerninternen Adressbuch raussuchen können.

Update: Oder war alles eine laute Ente? *dam-dam-daaaam*