Mittwoch, 16. März 2016

Let's Swing into Spring!


Seit meinem letzten Besuch im Disneyland Paris sind leider drei laaaange Jahre vergangen, aber dieses Frühjahr war es endlich wieder so weit: Ich bin ins französische Zauberreich gefahren, das von einer quietschfidelen Maus regiert wird. Obwohl wir alle wissen, dass eine gewisse cholerische Ente die beste Figur ist, die je das Licht der Disney-Welt erblickt hat. Aber lassen wir diese jahrzehntealte Debatte ruhen, um uns meinem nunmehr 23. Trip ins Disneyland Paris zu widmen. Dieser Besuch bot für mich tatsächlich einige Neuheiten - sowas kommt nun einmal vor, wenn man nicht oft genug vorbeischaut.

So kam ich erstmals in den Genuss der noch vergleichsweise frischen Frühlingssaison im Disneyland Paris. Obwohl das Swing into Spring-Fetival erst 2014 eingeführt wurde, stellt es mittlerweile für nicht wenige Mitglieder in der DLP-Fancommunity die Lieblingssaison dar. Und ich kann sehr gut nachvollziehen, weswegen: Der Disneyland-Frühling hat zwar weder die Coolness von Halloween, noch den Prunk von Weihnachten, jedoch ist diese Saison eine besonders muntere: Durch die warme, freundliche Gestaltung der Frühlingsdeko wird das Disneyland Paris von einer charmanten, süßlichen Atmosphäre erfüllt. Mehr als eh sch. Von den zahlreichen über den Park verteilten Osterei-Versionen ikonischer Disney-Figuren, über die zahlreichen Blumendekorationen in der Main Street, U.S.A., bis hin zu kunstvollen Gestecken: Der Frühling im Disneyland Paris hat geradezu eine Wohlfühlgarantie.

Und für alle Disney-Park-Geeks hat er den besonderen Bonus, dass er das im viktorianischen Stil gehaltene Fünftel des Parks zum Leben erweckt, wie sonst keine Saison: Die Disney-Figuren treffen ihre Fans in Outfits im galanten Dapper-Stil und sobald die Swing into Spring-Saison richtig in Gang geht, gibt es zudem Musik und Streetmosphere, die perfekt zum Look der Main Street passt. Herrlich! Und ideal, wann immer man im Laufe eines ereignisreichen Urlaubstages in der so atmosphärisch dichten, bildhübschen Main Street kurz durchschnaufen möchte.


Bis Mai besteht das frühlingsafte Entertainment-Programm im Disneyland Paris zudem aus der sehr schönen Show The Forest of Enchantment, die Teil jedes Besuchs in den kommenden Monaten sein sollte! Meine Gedanken zu dem liebenswerten, kleinen Bühnenmusical könnt ihr hier nachlesen.

Wie bei jedem Disneyland-Paris-Besuch habe ich mich auch dieses Mal auf die Bäckereien und Süßwaren-Snackstände gestürzt, um mir wiederholt die umwerfendste Köstlichkeit zu gönnen, die man in Marne-la-Vallée erwerben kann: Die superschokoladigen Brownies! Von diesen verboten guten Zuckerbomben gestärkt, ging es auf all meine Lieblingsattraktionen im Disneyland Park - und da es im Frühjahr vergleichsweise ruhig ist, wurden die meisten von ihnen sogleich drei Mal oder öfter besucht! Kaum etwas bringt mich so sehr auf Trab wie eine Kreuzfahrt mit den Pirates of the Caribbean, und ich würde lügen, müsste ich sagen, dass ich nicht süchtig danach bin, meine eigenen Highscores beim interaktiven Darkride Buzz Lightyear Laser Blast zu brechen. Das schaurig-düsterromantische Pariser Original Phantom Manor wollte natürlich ebenfalls bestaunt werden, und it's a small world ist und bleibt ein kitschig-fröhlicher Superspaß. Auf Big Thunder Mountain und Peter Pan's Flight musste wegen Renovierungsarbeiten verzichtet werden, dafür habe ich mich, nachdem ich die Bahn beim letzten Besuch ausgelassen habe, von Space Mountain bis zum Mond und darüber hinaus schießen lassen.

Viel gespannter als auf das Wiedersehen mit diesen und weiteren Bahnen im klassischen Park war ich aber auf das, was der Walt Disney Studios Park für mich zu bieten hatte. Okay, Forest of Enchantment als neue Show und meine ewige Lieblingsbahn Pirates of the Caribbean waren ganz oben auf meiner "To do"-Liste. Sowie das obligatorische Treffen mit Donald Duck, denn ein Disneyland-Besuch ohne Donald ist für mich nur ein halber Besuch. Trotzdem: Der zweite meiner drei Urlaubstage sollte der große, gespannt erwartete Studio-Tag werden!


Der Walt Disney Studios Park ist für manche Disney-Park-Nerds so etwas wie das schwarze Schaf in der Familie. Und mit seinem sehr geringen Themening in den ersten Jahren sowie der künftige Erweiterungen des Parks erschwerenden Platzierung einiger Rides sehe ich auch, wo diese Meinung herkommt. Trotzdem habe ich eine gewisse Schwäche für den Disney-Park, der wohl die höchste Thrill-pro-Quadratmeter-Dichte aufweist und zudem mit Cinemagique und bis vor kurzem auch mit der Schwarlicht-Bühnenshow Animagique zwei tolle Originale zur Eröffnung herbeizauberte. Donalds wunderliche Reise durch das Disney-Archiv ging nach rund 15 Jahren endgültig in Rente, aber seit Sommer 2014 gibt es in unmittelbarer Nähe des wirbelnden, wilden Crush's Coaster (einem weiteren Pariser Original) immerhin die weltweit exklusive Ratatouille-Bahn! Hinter dem zungenbrecherischen französischen Namen Ratatouille: L’Aventure Totalement Toquée de Rémy verbirgt sich eine technisch ausgefeilte Attraktion, in der man sich als Besucher auf Rattengröße geschrumpft fühlt und auf einer schienenlosen Strecke durch das noble Restaurant Gusteau's düst.

Selbst wenn mich die hochmoderne Technologie, die auf eine Kombination aus ultrahochauflösenden 3D-Projektionen und klassischen Requisiten setzt, nicht in die Story versetzt hat, sondern über die Umsetzung der Bahn grübeln ließ, kann ich jedem Disney-Urlauber diese Fahrt nur ans Herz legen. Es ist ein rasantes, spaßiges Abenteuer, das zwar familienfreundlich ist, mit Tempo und Illusionen aber auch Pepp hat. Ich bin zwei Mal hintereinander mit Remy durch Gusteau's gedüst, danach wurde es in der pittoresk gestalteten, französischen Ecke der Studios einfach zu voll! Diese Bahn hat echt viele Fans, und das völlig verdient!

Das Warten auf meine erste Ratatouille-Fahrt, die direkt nach der offiziellen Parkeröffnung erfolgte, war übrigens sehr kurzweilig! Als so gegen 9 Uhr die Pforten des Parks geöffnet wurden und alle Anwesenden eilig zu den Topattraktionen gedüst sind, um sich einen der ersten Plätze zu sichern, schlenderte ich zur Single-Rider-Line bei Remy. Und als sich diese Warteschlange und auch die anderen Schlangen vor der Bahn immer mehr füllten, kamen mehr und mehr Cast Member heraus, die allesamt sehr ulkig drauf waren. Einige "Besen gegen Lichtschwert"-Kämpfe und andere Albereien mit anstehenden Kindern später habe ich gar nicht gemerkt, wie lange ich eigentlich gestanden habe. So lässt sich auch die unvermeidliche Schattenseite eines Themenparkbesuchs verschönern.

Ein weiteres Muss im Studio Park war der Rock'n'Roller Coaster, eine für Disney-Verhältnisse sehr temporeiche, turbulente Achterbahn, die einen gewissermaßen mitten in einen Aerosmith-Song versetzt. Von allen Looping-Bahnen im Resort ganz klar mein Favorit, da Soundtrack und Strecke so gut verschmelzen und die Lightshow während der Fahrt großartig ist. Und da es Gerüchte gibt, dass die Achterbahn über kurz oder lang umgestaltet wird, führte für mich kein Weg an ihr vorbei!


Und auch abends war für Wohlfühlmomente gesorgt: Dank eines unschlagbaren Angebots konnte ich mir einen Abstecher ins Newport Bay Club gönnen, eines der höherklassigen Hotels im Resort. Das im Neuengland-Stil gehaltene, maritime Hotel befindet sich aktuell in den allerletzten Zügen seiner Renovierung und erstrahlt in einem nobleren Glanz denn je: Die Inneneinrichtung erlaubt es mit dunklem Holz und angenehmen, gedeckten Blautönen, abends langsam abzuschalten und sich wie auf dem Luxusdeck eines Edeldampfers zu fühlen. Im neuen Compass Club, einer höheren Zimmerkategorie innerhalb des Hotels, geht der Luxus noch weiter: Gratis Gepäckservice, eine eigene Rezeption für schnelleres Einchecken, eine eigene Etage nur für Compass Club-Gäste sowie eine eigene Lounge sind Teil dieses Angebots. Und vor allem für die sehr schmucke Lounge macht sich die Compass Club-Wahl bezahlt: Nachmittags warten dort gratis Kuchen und andere Snacks, abends kann man bei Trockenobst und Nüsschen entspannen. Alkoholfreie Getränke sind inklusive. Und morgens gibt es ein großes Frühstücksbuffet, das zum üblichen kontinentalen Frühstück noch allerlei Süßgebäck und warme Speisen hinzufügt. Und da der Compass Club nur relativ wenige Zimmer zur Verfügung hat, ist das Frühstück in der Lounge drängelfrei und superleise. Was für ein köstlich-gemütlicher Start in den Tag!

Ich könnte noch ewig weitermachen. Die drei Tage im Disneyland Paris waren einfach traumhaft. Und weil es da ja so schön zauberhaft ist, habe ich mich auch endlich wieder richtig entspannen können - obwohl ich den ganzen Urlaub über total viel getan habe! Das ist die Magie eines Disney-Urlaubs: Pickepackevolles Programm, und dennoch kann die Seele wieder durchatmen. Ich kann mein nächstes Mal kaum erwarten! Auf dass es nicht wieder drei Jahre dauert, bis ich ins Disneyland Paris zurückkehre!

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