Sonntag, 4. Dezember 2011

Televisionärer Dauerspaß – Meine 24 liebsten Disney-Serien (Teil IV)

Platz 21: 101 Dalmatiner - Die TV-Serie

Nach dem Erfolg der Spielfilm-Neuauflage des Zeichentrickklassikers 101 Dalmatiner folgte 1997 eine Zeichentrickserie, die unter der Federführung von Jim Jinkins und David Campbell entstand. Diese machten sich bereits mit Nickelodeons Doug einen Namen und führten die Serie bei Disney weiter.

Bei der Fernsehinkarnation der Hundebande stand man vor dem Problem, gleich zwei erfolgreiche "Universen" zur Auswahl zu haben, in denen sie spielten könnte: Die Trickfilmkontinuität (die mit ihren sprechenden Hunden eine naheliegende Wahl wäre) und die Realfilmkontinuität (aktueller und somit eventuell hipper). Jim Jinkins wählte aber Tor Nummer Drei: Die TV-Serie folgt ihren eigenen Regeln und bedient sich munter aus der Buchvorlage von Dodie Smith, den beiden Disney-Serien und einem gänzlich neuen Pool an Ideen. Die Figur der Cruella scheint mehr an die Realfilmversion angelehnt: Sie besitzt ein Modehaus, für das auch Anita arbeitet und hat weniger die fast dämonischen Züge der Zeichentrick-Cruella, dafür einiges des divenhaften Glenn-Close-Getues. Jedoch ist die Serien-Cruella generell ein wenig gedrosselter - auch was ihre Blutgier anbelangt. Da die Serie trotzdem nach den Ereignissen der Filmversionen spielt, ist es sehr erstaunlich, wie besonnen alle gegenüber Cruella auftreten: Bis auf Videospielentwickler und Dalmatiner-Herrchen Roger behandeln sie alle eher als eine nervige Nachbarin, und nicht als die Verbrecherin und Beinahe-Hundemörderin, die sie ja nunmal ist.

In der Serie ziehen Roger, Anita und die Dalmatiner aus Platzmangel von London auf einen Bauernhof, zunächst sehr zum Widerwillen der Welpen Lucky, Rolly und Goliath. Den nunmehr abenteuerlustigen Lucky und seinen verfressenen Bruder kennen wir bereits aus anderen Disney-Versionen, die gebildete und winzige Goliath hingegen kannten vor der TV-Serie nur jene, die auch die Buchvorlage kannten.
So peu a peu können sich Lucky, Rolly und Goliath aber ans Landleben gewöhnen und gewinnen auch neue Freunde. Ganz vorne dabei ist das ängstliche Huhn Spot, das sich wünscht, ein Hund zu sein. Aber auch einige der aus dem Film bekannten Farmtiere sind wieder mit dabei, was für einige der charmantesten Momente der Serien sorgt.

Zu den Konflikten der Serie gehören Luckys ständiges Wetteifern mit seinem Bruder Dreibein, Probleme bei der militärischen Hundeausbildung geleitet von der Bulldogge Colonel sowie, natürlich, das allwöchentliche Ärgernis Cruella. Viele ihrer schurkischen Pläne drehen sich darum, Roger und Anita in den Ruin zu treiben, um so den lästigen Bauernhof los zu werden. Manchmal verfolgt sie aber auch andere schurkische Pläne, die die Bande rund um Lucky vereitelt.

Die Serie hat einen "Thick Outline Look", der mit den wirklich enorm dicken, schwarzen Außenlinien aus dem Disney-Alltag heraussticht und der Serie somit ein ähnliches Herausstellungsmerkmal verleiht, wie die Xerox-Technik dem Meisterwerk. Ob das Austauschen eines die Bleistift-Skizzierungen der Zeichner aus die Leinwand übertragenden Stils durch "Thick Outline" schlüssig ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Da 101 Dalmatiner - Die TV-Serie zu einer Zeit herauskam, als Disney-Serien vermehrt den kritzeligen, simplen Nickelodeon-Stil übernahmen oder alternativ solch völlig exzentrische Looks wie Disneys Klassenhund annahmen, war ich jedenfalls immer sehr zufrieden mit dem Design der Serie.

Das Hauptaugenmerk lag bei 101 Dalmatiner - Die TV-Serie nie auf spannenden Geschichten, sondern durchgehend auf einem liebenswürdigen, leicht schrägen Humor. Durch die klar umrissenen Figuren und die spritzigen Dialoge sind die Episoden voll mit erfrischender Situationskomik. Ich hatte auch immer Spaß an etwas abgedrehteren Folgen, etwa wenn die Heldenbande in ein Videospiel von Roger transportiert wird.
Genauso gab es allerdings auch immer wieder recht belehrende Episoden mit vorhersehbarer Handlung und lästig ausformulierter Moral. Diese halten die Serie in meiner Gunst letzten Endes vor einem Einzug in die Top 20 zurück.

4 Kommentare:

Green Ninja hat gesagt…

Ich erinnere mich an diese Serie. Ich fand sie furchtbar. Ich bin mir aber nicht mehr sicher warum.

Aber jetzt weiß ich zumindest, dass Goliath weiblich ist.

fenx hat gesagt…

Die erste Serie in deinem Countdown, die ich auch kenne. Hab sie sogar ne zeitlang ganz gern gesehen. Bin mal gespannt, wo meine Lieblinge landen. Das sind diejenigen, die früher immer auf SuperRTL liefen, ich denke da an Darkwing Duck oder Chip und Chap etc.

Green Ninja hat gesagt…

Und ob endlich erklärt wird, was Quack nach St. Erpelsburg getrieben hat... ^^

Sir Donnerbold hat gesagt…

Na was wohl, er ließ sich zum besten Videospiel-Sidekick aller Zeiten wählen!

http://www.gamespot.com/greatest-video-game-sidekick/standings/index.html?tag=content_nav%3Bsubnav%3Bresults

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