Samstag, 29. Dezember 2012

Oscar 2013: Meine Nominee-Prognose in der Kategorie "Bester Film"


Ich weiß, es ist für meine Verhältnisse sehr spät, jetzt erst laut über die Oscar-Nominierungen zu spekulieren. Aber 2012 war ein tumultreiches Jahr, weshalb ich einfach nicht die Zeit fand, mit so großem Vorlauf über die Oscar-Nominierungen nachzudenken. Stattdessen werde ich Stück für Stück einige der wichtigen Kategorien durchgehen. So fehlt etwas der Spaß des "Blindinsblaueratens", dafür ist die Fallhöhe um einiges größer.

Die Oscars 2013 lassen einen überdeutlichen Vorreiter, wie es ihn in den vergangenen Jahren gab, vermissen, so dass es zwar leicht ist, einen kleinen Pool an nominierungstauglichen Filmen zu wählen, aber es ist knifflig, ihn einzugrenzen, da fast jeder Film plötzlich von Oscar-Insidern der Sparte "verliert an Zugkraft" zugeordnet wird. Erwarten uns etwa einige große Überraschungen?

Aufgrund der noch jungen Nominierungsregeln in der Hauptsparte nenne ich an dieser Stelle die fünf Filme, die mir bei einem kleinen Feld am wahrscheinlichsten vorkommen. Danach folgen meine "wenn es mehr Nominierungen werden"-Kandidaten.

  • Lincoln
  • Les Misérables
  • Argo
  • Zero Dark Thirty
  • Django Unchained

Die ersten vier dieser "ultimativen" Liste waren einfach. Lincoln hat das Thema, die Kritiken, die Nominierungen für Indikatorpreise (Screen Actors Guild, Globes) und eine spürbare Kampagne sowie einige Leute, die ihn lieben (und beim Oscar geht es auch darum, Herzen zu erobern). Les Misérables hat Grandeur und Indikatorpreise, da allerdings Stimmen laut werden, die mit der Regieführung und Änderungen gegenüber der Vorlage unzufrieden sind, verliere ich das Vertrauen in einen klaren Sieg. Argo erachte ich (erst recht nach den Globes) als sichere Sache, ebenso wie Zero Dark Thirty, selbst wenn dem Film die Felle für einen Sieg davonschwimmen. Aber dann? Django Unchained rockte die Globes, läuft super in den Kinos, erfreut die Kritiker, ist aber blutig und (Tarantino halt) "edgy", weshalb er in einem Fünferfeld deplatziert wird. Zudem fehlt die SAG-Ensemblenominierung. Die hat Silver Linings, dessen Buzz aber verschwunden scheint und mir auch einen zu krassen tonalen Wechsel für dieses kleine Feld hat. Und Life of Pi? Fox feuerte kürzlich die Nummero uno der PR-Abteilung und in den USA scheint das Feedback sehr gut, doch etwas kühler als hier zu sein. Dennoch ein Film, der vor allem für sein Handwerk gefeiert wird.

Naja, zum Glück gehe ich eh von neun Nominierungen aus. Für Silver Linings ist also locker Platz, ebenso für Life of Pi. Die folgenden fünf Filme sind in absteigender Reihenfolge: Auch wenn ich mit neun Nominierungen rechne, sind hier also meine Tipps für ein Feld mit sechs bis zehn Kandidaten abgedeckt.

  • Silver Linings
  • Life of Pi
  • Moonrise Kingdom
  • Beasts of the Southern Wild
  • Anna Karenina (aus dem Oscar-Buzz verschwunden, aber die, die ihn lieben, lieben ihn enorm, und mindestensein  unerwarteter Film ist jedes Jahr dabei, nicht wahr, Extrem laut und unglaublich nah und Blind Side?)
Und dann sind da noch die "Longshots". Wenn Filme meine Prognose versauen, dann folgende:
  • The Master (respektiert, aber trotz Kritikerhype wenig geliebt und nach dem Start schnell verpufft, andererseits hat Paul Thomas Anderson eine stattliche Fanbase, die ihn reinhieven könnte)
  • Best Exotic Mangold Hotel (Indie-Favorit)
  • Amour (heimlich, still und leise schlich sich Michael Hanekes neuster Film in die Herzen vieler US-Oscarblogger, doch missverstehen sie ihre Liebe zum Film als ernsthafte Oscarchance?)
  • The Dark Knight Rises (einfach nur, weil die Academy ein riesiges "WTF?!" in unseren Gesichtern sehen will)
Nach Life of Pi macht mich diese Liste extrem nervös, aber ich bleibe vorerst bei ihr. Und wenn ich nicht in letzter Sekunde Muffensausen bekomme, werde ich bis zur Bekanntgabe der Nominierungen meine Zeit eher mit Listen zu anderen Kategorien verbringen als damit, diese Auflistung durchzurütteln.

Was sind eure Vorhersagen?

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