Sonntag, 30. März 2008

Für alle, die es eilig haben...

...gibt es hier kurze Zusammenfassungen einiger Filme.

Achtung, Spoiler!

Kill Bill



Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2



Sin City



Ed Wood



Matrix



Reise der Pinguine



Spider-Man 1 bis 3



Die Chroniken von Narnia - Der König von Narnia
Achtung, Kontroversen-Alarm!



Mehr von diesen Filmchen gibt es hier.

Und wenn ihr alle schön brav seid, gibt es bald einen weiteren Youtube-Link. ;-)

Edit: Mittlerweile sind alle Videos hierhin umgezogen.

Samstag, 29. März 2008

Rat Pack Filmproduktion - Ein Studio entwickelt sich weiter


Das Filmstudio "Rat Pack Filmproduktion" ist bisher vor allem für mittelprächtige bis grauenhafte Fernsehkost wie "ProSieben Funny Movie", "Das Blut der Templer" und "Lotta in Love" bekannt. Doch auch gutes kommt aus dem Hause, dass sich seinen Namen bei Frank Sinatra unc seinen Kumpels lieh. So ist die "ProSieben Märchenstunde" viel unterhaltsamer als ihr Ruf, und "Kalkofes Mattscheibe" muss an dieser Stelle doch wohl nicht wirklich noch gesondert gelobt werden. Dieser bitterböse Faustschlag in die Magengrube des Fernsehens sollte eigentlich schon für ihre Qualität bekannt sein.

Ein Trend im Œuvre dieses Studios sollte sich dennoch für jeden klar abzeichnen: Entweder liefert die Gesellschaft Schrott ab, oder es handelt sich um eine Parodie, wie etwa auch die herrlichen Filme Der Wixxer und Neues vom Wixxer aus den Händen von Bastian Pastewka, Oliver Welke und Oliver Kalkofe.

Umso größer war meine Überraschung, als ich in Die Welle saß und nach dem Constantin-Logo auch den "Rat Pack"-Schriftzug lesen durfte. Ich wusste nicht dass dieses Studio ebenfalls an diesem Film beteiligt war und hätte auch nie damit gerechnet.

Aber Rat Pack scheint in letzter Zeit eh nach neuen Ufern aufzubrechen. Mit Die Welle haben sie ihren ersten wirklich guten, eigenen seriösen Film abgeliefert. Und in der Pipeline sind noch mehr non-parodistische Projekte: Mit Mord ist mein Geschäft, Liebling steht für Dezember dieses Jahres eine ambitionierte Srewballkomödie mit Sommerflair an, die mit Nora Tschirner, Rick Kavanian, Christian Tramitz und Bud Spencer einen eindrucksvollen Cast aufweisen kann.

Bullys nächster Film Wickie und die starken Männer wird ebenfalls bei Rat Pack produziert und soll laut Bully keine Parodie werden und generell mehr Abenteuer denn Komödie werden. Mit Jim Knopf soll dann eine weitere Kinderfigur auf die Leinwand gebannt werden, während Jerry Cotton und Dr. Mabuse als ernsthafte Neubelebungen dieser zwei Kriminalreihen geplant sind.

Wir dürfen gespannt sein, ob das Rat Pack aus seiner Nische kommt.

Freitag, 28. März 2008

Die Welle


Als Schüler hat man ja phasenweise überhaupt keine Lust auf Unterricht. Aber sofern man nicht zu den ganz schlimmen Fällen gehört, findet man immer wieder auch Gefallen an einer Unterrichtsreihe. Ich natürlich auch. Es ist ja nicht alles schlecht, was in diesem Gemäuer statt findet.
Manches war schließlich so gut, dass ich mich Jahre später auch freiwillig damit beschäftige. Darunter auch "Die Welle" - ein Unterrichtsthema, dass immer wieder Mal in den deutschen Schulen auftauchte.

In meinem Jahrgang stand "Die Welle" jedoch nicht verpflichtend auf dem Stundenplan - aber mein Lehrer hat uns dieses Thema trotzdem nahe gebracht. Sehr ambitioniert, eindrucksvoll. Und deshalb auch eines der Themen meiner 9. bis 10. Klasse, an das ich mich noch detailliert erinnere.

Derzeit läuft eine Neuverfilmung dieses Stoffes in den deutschen Kinos - und während ich über zahlreiche andere Filme und Bücher, die ich aus der Schule kenne weiterhin einen hohen Bogen mache, hat mich dieser Film sofort wieder gereizt.

Die Welle ist die erste Kinoadaption einer wahren Begebenheit, die bereits als TV-Film und Roman verarbeitet wurde und behandelt eine Unterrichtsreihe, in der ein Lehrer seinen Schülern Autokratie und die Manipulation der Massen nahe bringen möchte. Dadurch, dass er seine Schüler zu einer gleichgeschalteten, einheitlichen Masse formt, möchte er ihnen klar machen, dass eine Diktatur heutzutage noch lange nicht unmöglich ist, und dass sich weiterhin eine faschistoide Ideologie verbreiten kann, wenn man nicht darauf achtet. Jedoch verläuft dieses Projekt nicht so, wie es sich der Lehrer vorstellte, und aus einem Rollenspiel (bei dem die Schüler nicht wissen, dass sie eine Rolle spielen) wird für die Schüler bitterster Ernst. Sie übernehmen die Ideen, erweitern sie ins Extreme und setzen ihre Bewegung gegenüber "den Anderen" durch.

Das Experiment wurde 1967 vom Geschichtslehrer Ron Jones an einer amerikanischen High School durchgeführt, nachdem mehrere seiner Schüler behaupteten, dass so etwas wie es in Deutschland passierte niemals in den USA geschehen könne.

Die derzeit in den deutschen Kinos laufende Neuverfilmung von Regisseur Dennis Gansel (Mädchen, Mädchen; Napola) verlegt die Handlung ins heutige Deutschland.
Dies zeigt sich nicht nur inhaltlich und vom bloßen Setting her, sondern auch in der Optik des Films. Dynamische Kamerafahrten, schnelle Schnitte und stylische Farbfilter lassen den Film zusammen mit seinem Soundtrack anfangs schnell wie einen modernen Jugendfilm wirken. So zieht der Film seine Zielgruppe großartig an - ohne jedoch in eine Videoclipästhetik zu verfallen und so alle anderen Interessierten zu verprellen.

Dies ist zum Teil auch den Darstellern zu verdanken, die ihre Rollen sehr passioniert spielen und so eine bodenständige, realitätsnahe Ebene liefern, die gegenüber der wesentlich filmischeren Optik steht. Jürgen Vogel ist geradezu eine Idealbesetzung für die Rolle des Lehrers Rainer Wenger. Zu Beginn des Films blüht er in der Rolle des "Anarcholehrers" auf, der auf die Meinung seiner Kollegen pfeift, sich von der Oberstufe duzen lässt und alternative Unterrichtsmethoden ausprobiert. Zugleich kauft man ihm auch ab, wie er im Laufe des Experiments in seiner neuen Rolle als Leitfigur der neuen Bewegung "Die Welle" aufgeht und sein neues Image genießt - und deshalb darauf verzichtet das Projekt vorzeitig abzubrechen.

Hierin findet sich auch die einschneidendste Veränderung gegenüber dem Original: Während der Geschichtslehrer Ron Jones 1967 am vierten Tag davon erfuhr, dass die Schüler das Projekt außerhalb der Klassenräume zu Ernst nehmen und beendete es deshalb am fünften Tag abrupt, wird Vogels Figur schon früher auf die Nebenwirkungen aufmerksam. Doch da er selbst auf seinen eigenen Versuch reinfällt, unternimmt er dahingehend nichts.
[Minispoiler]So kommt es auch zu einer Veränderung in der Schlusssequenz, die lange Zeit nah an dem TV-Film von 1981 ist, nur mit intensiverer schauspielerischer Leistung und beeindruckender Optik, dann jedoch konsequenterweise den Abweichungen gegenüber dem Originalexperiment Tribut zollt. Es sind nicht mehr die 60er Jahre...[/Minispoiler]

Doch nicht nur Jürgen Vogel darf in diesem Film sein Talent beweisen. Auch die zahlreichen Jungdarsteller wissen zu überzeugen.
Vor allem Frederick Lau als Außenseiter Tim, der mit allen Mitteln versucht in die Gruppe integriert zu werden, aber dennoch keine Akzeptanz findet. Erst durch die Wellenbewegung und das Einführen von Disziplin findet er Achtung und engagiert sich dem entsprechend besonders stark. Lau lässt Tims Fanatsimus in seinen Augen aufblitzen, in seinem Sprachduktus bemerkt man die unterdrückten Gefühle, hört wie sich die Stimme vor Freude über die Welle überschlägt. Lau ist so stark, dass sein überzeugendes Spiel sogar eine der wenigen Schwächen im Drehbuch völlig problemlos überdeckt und so eine Szene, die einfach viel zu früh kommt vor der Lächerlichkeit bewahrt, sie zumindest glaubwürdig macht.
[Spoiler]Die erzielte Wirkung erreicht die an die heutige Jugend angepasste Reminiszenz an die Bücherverbrennung dennoch nicht.[/Spoiler]

Auch Max Riemelt als anfangs selbstzentrisches Sport-As und leicht orientierungsloser Freund von Wellengegnerin Caro weiß zu überzeugen, macht von den Jugendlichen die interessanteste Wandlung durch.
Besonders erwähnt sei noch Cristina Do Rego, die bisher vor allem als Bastian Pastewkas dauergenervte und laute Nichte in der Serie Pastewka bekannt ist, und nun mehr von ihrem schauspielerischen Können zeigen durfte.

Die Figuren und ihre Beziehungen zueinander sind, trotz einiger Vorwürfe von etablierten Zeitungen, realitätsnah gehalten. Oberstufenkurse sind so oder so ähnlich mit verschiedenen Gruppierungen und Charakteren ausgestattet und ihre Pendants auf der Leinwand sind keineswegs überzeichnet oder vereinfacht. So sehen Schulen heutzutage aus - das wird manche nun schockieren, andere Leute hingegen nicht. Sie kennen es nunmal nicht anders.
Man kann dem Film im Bezug auf die Figuren höchstens vorwerfen, dass die "normalen" Schüler etwas in den Hintergrund fallen. In der "Hauptgruppe" des Films sind mit Do Regos Lisa und dem in der Theater AG nicht zu seinem Ziel kommendem Dennis nur zwei Figuren, die keiner besonderen Gruppierung zugehören (Hip Hopper, Emos, Rocker, Kiffer, Sportler, Alternative,...) oder besondere Familienverhältnisse (reich, arm, Migrationshintergrund,...) haben.

Doch diese Kritik finde ich nicht wirklich angebracht - der Film stellt die Schule keineswegs so dar, als wenn es nur vorurteilsbelastete Gruppen gäbe. Es gibt durchaus stillere, "normalere" Schüler im Film. Nur sind es nicht sie, die die Welle vorrantreiben. Sie im Film verstärkt zu porträtieren, nehme dem Film an Kraft und dramatischer Spannung. Die normalen Schüler, die nicht aus bestimmten Gründen der Welle beitreten, sondern einfach so reinrutschen werden nicht ausgeblendet - sie werden aber auch nicht extra beleuchtet. Und mit Lisa und Dennis haben zumindest zwei "Normalos" es in die Hauptgruppe geschafft, auch wenn sie dort nicht die größte Rolle spielen. Das finde ich durchaus in Ordnung.

Die Figurenkonstellation spannt den Bogen zurück zur Modernisierung - die übrigens nicht nur optisch und hier zu bemerken ist. Auch in einigen Details wurde die Geschichte gekonnt ins heutige Deutschland übertragen. So fallen Sätze über Michael Moore, die Fußball-WM und weiteres. Diese "Anspielungen" an die Realität sind nie aufgesetzt und stützen die Neuverfilmung. Wichtigste Veränderung im Detail ist jedoch die Reaktion der Schüler auf das Thema "Das dritte Reich". Die Schüler sind übersättigt, haben zuviel in zuvielen Fächern über das Thema gehört. Zentraler Satz: "Ja, Nazis sind böse. Sogar ich hab das kapiert!"

Hier trifft der Film ins Schwarze. Ich hatte seit der 7. Klasse durchgehend irgendwo das dritte Reich als Thema - und bin damit nicht allein. Die NS-Zeit findet sich in den deutschen Lehrplänen überall: Deutsch, Politik, Sozialwissenschaften, Literatur, Religion (bzw. Ethik), Geschichte, Kunst, Englisch (!!!), ...

Und immer wieder sieht der Unterricht gleich aus - rudimentäre Informationen darüber was passiert ist, es folgt der erhobene Zeigefinger ("Das darf nie wieder passieren!"), kurze Zusammenfassung und dann alles nochmal von vorne.

Der Schulunterricht dreht sich zu sehr um seine Moral, ist zu sehr in die Länge gezogen ohne in die Tiefe zu gehen. Und weil das Thema immer und immer wieder kommt, hört keiner mehr zu. Was da passieren könnte, zeigt der Film auf. Man sollte mehr in die Tiefe gehen (anstatt "was" auch öfter das "wie" beantworten) und das Thema alles in allem weniger über die gesamte Schullaufbahn erstrecken. Wohl dosiert, aber dann auch intensiv das Thema behandeln. Die Erwähnung dieser Problematik ist dem Film hoch anzurechnen. So begründet er zugleich auch seine Existenz: In einer Zeit, in der die Jugendlichen der NS-Thematik so überdrüssig sind, braucht es einen Film, der das Thema anpackt ohne einen einzigen Nazi zu zeigen.

Der Film ist trotzdem nicht völlig frei von Fehlern: Viele kritisieren, dass das Experiment zu schnell funktioniere. Diese Kritik ist jedoch völlig falsch, schließlich streckt der Film die wahre Geschichte sogar in die Länge um glaubwürdiger zu werden. Trotzdem gibt es viele Stimmen, dass das alles so schnell doch nicht funktionieren könne. Um dieser Kritik vorzubeugen, hätte man stärker auf die Intentionen der "wichtigsten", ambitioniertesten, Welle-Mitglieder eingehen sollen. Der Teil, bevor das Experiment beginnt hätte länger sein müssen. Für einen guten Film reicht die Exposition, aber es wäre ohne größere Mehrarbeit möglich gewesen den Film zu stärken, indem man den Jugendalltag noch detaillierter beleuchtet. Außerdem fallen die Szenen über den Wellen-Widerstand zu kurz aus, hier hätte man noch mehr rausholen müssen.

So ist Die Welle aber immer noch ein sehr gutes und bedrückendes Filmdrama, das intelligent ist und zu Diskussionen anregt, ohne dabei den Zeigefinger zu erheben oder sein Publikum für dumm zu verkaufen.

Zur DVD-Rezension

Donnerstag, 27. März 2008

It's a small Disney world

Wie The Disney Blog meldet, bewahrheiten sich die im englischsprachigen Disneypark-Fandom seit längerem herumgeisternden Gerüchte über it's a small world:

Es sollen Disney-Figuren in die Fahrt mit eingearbeitet werden!

Anstatt einer symbolträchtigen Fahrt durch eine stilisierte Welt froher Kinder und Gemeinschaft, bekommen wir nun einen weiteren "Oh, guck mal, ich hab' Aladdin entdeckt!"-Kiddie-Ride...


Was soll der Quark? Lasst diese Attraktion wie sie ist!

Mittwoch, 26. März 2008

Most Wanted: 70 Filme, die Disney unbedingt ins Kino bringen sollte (Teil 19)

Nun ist es so weit. 69 Filme (und Filmreihen) wünschte ich mir, die Spitzenposition steht noch aus. Ihr habt es sicherlich bemerkt, die Wahrscheinlichkeit einer Umsetzung spielte hier keinerlei Rolle - eigene verrückte Ideen, eigene normale Ideen, Bücher die Disney eh nie anpacken wird und Filme, die Disney längst verwarf. Doch darum ging es hier ja auch gar nicht. Wunschfilme unterwerfen sich nicht den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit. Und manche Projekte sind ja auch weit vorran geschritten und könnten jeden Tag einen Trailer verpasst bekommen...

Kämpfen wir uns nun also vor, von Platz 70 bis zum Träger meiner Goldmedaille...

70: Aida
69: Knockin' Ducks on the Bill
68: Mickey in Space
67: Die Rückkehr der Ritter des Rechts
66: ANTONIUS
65: Eine gute, parodistische Underdog-Fortsetzung
64: Der Schrecken, der die Nacht durchflattert
63: Die Konferenz der Tiere
62: Ilias
61: Odyssee
60: Super Mario Bros.
59: Fahrenheit 451
58: Rotkäppchen und der böse Wolf
57: Bremer Stadtmusikanten
56: Das Bildnis des Dorian Gray
55: Schöne, neue Welt
54: König Artus
53: Expedition Everest
52: Willhelm Tell
51: Eine abendfüllende und gute Carl Barks-Umsetzung
50: Jason und die Argonauten
49: Space Mountain
48: Die Geschichte von einem, der auszog das Fürchten zu lernen
47: Ein Sommernachtstraum
46: Die Zauberflöte
45: Package Movie
44: Das Foucaultsche Pendel
43: Baron v. Münchhausen
42: Das ECHTE Atlantis-Sequel
41: Die göttliche Komödie
40: Die Zeitmaschine
39: 80 Tage um die Welt (Trickfilm)
38: Storming the Magic Kingdom / Disney Wars
37: Schreie der Verlorenen (Remake)
36: Gnomeo & Juliet
35: Joe Jump
34: Modern Music Fantasia
33: Ein Stitch-Film, wie ihn die Teaser beworben hatten
32: A few Good Ghosts (aka Angel and her no good Sister)
31: OZ-Filmereihe
30: Das blaue Licht
29: Cthullu
28: Emperor & Nightingale
27: Faust
26: Gullivers Reisen
25: Robinson Crusoe
24: Jungle Cruise
23: Snow Queen
22: Reise zum Mittelpunkt der Erde
21: Frankenstein (DTV)
20: Don Quijote
19: BnL - Der Film
18: The Search for Mickey Mouse
17: Walt Disney Biopic
16: Einen GUTEN Muppet Film mit eigenständiger Story
15: Big Thunder Mountain
14: Chronicles of Prydain - Spielfilm-Reihe
13: Animated American
12: Der Tim Burton/Pixar Film
11: Pulp Disney
10: Black Chapter
9: Die Unglaublichen 2
8: Morgan's Ghost
7: Tron 2.0
6: Fraidy Cat
5: Kingdom Hearts
4.: Noch ein falsches Spiel mit Roger Rabbit
3: Pirates of the Caribbean - Die Reise nach Atlantis
2: Die PkNA-Kinoreihe

Platz 1:
Die absolute Nummer Eins der Filme, die Disney unbedingt drehen sollte, wenn es nach mir ginge... Sollte dieser Film eines Tages in die Kinos kommen, würde ich wirklich alles stehen und liegen lassen, um ins Kino zu kommen. Erste Vorstellung ist Pflicht! Ich müsste einfach unbedingt da hin, egal was sich alles in meinen Weg stellt. (Achtung, von nun an sind Übertreibungen möglich!)
Ich würde selbst dann in die erste Kinovorstellung dieses Films gehen, wenn er nur in einem 2 Stunden von meinem Zuhause entfernten Kino laufen würde. Um 8 Uhr morgens. Samstags. An einem Samstag nach einer wichtigen Feier hier in der Nähe, bei der ich alle meine Freunde wieder traf und auch einen zuviel über den Durst getrunken habe und dementsprechend lieber im Bett bleiben würde, zumal ich an besagtem Freitag viel für die Uni geschrieben habe.
Ich würde selbst dann noch mich um 5 Uhr in der Früh auf den Weg machen (bei einem solch wichtigen Film möchte man ja auf Nummer sicher gehen und fährt deshalb lieber etwas früher los), wenn mein Handy währenddessen ununterbrochen mit SMS bombardiert wird, die die schnuckelige Dame vom Vorabend verschickt, in denen sie schreibt, wie dringend ich sie anrufen solle, weil sie meine Stimme wieder hören möchte. Sorry, Darling, aber ich muss jetzt los, ich ruf später zurück...
Ich würde mich selbst dann noch auf den Weg ins Kino begeben, wenn zudem noch mein Hund mit Selbstmord drohen würde. Sollen sich doch meine Eltern um den Hund kümmern, der wird eh nicht vom Dach springen. Ist viel zu feige dafür.
Selbst wenn dann mein geliebtes Auto in alle Einzelteile zerfallen würde, würde ich zum Kino fahren. Bus, Bahn und Taxi gibt’s ja auch noch...
Kein Berg ist zu hoch, kein Fluss ist zu weit (na, wer erkennt das Zitat?!), um mich davon abzuhalten in dieses verfluchte Kino zu kommen, in dem dieser Film läuft.
Welcher Film, fragt ihr euch?
Maui Mallard in Cold Shadow!




Donald in Maui Mallard bzw. Maui Mallard in Cold Shadow ist eines der ersten Videospiele von Disney Interactive und zudem eines der mit Abstand besten und ambitioniertesten. Donald Duck legte die Latte kurz nach Gründung des Programmierstudios extrem hoch und noch heute, über 10 Jahre später, warte ich auf eine Weiterverwertung dieses Spiels. Um Donald in ein aufregendes Abenteuer zu schicken gab man ihm nämlich ein weiteres kinoreifes Alter Ego, welches jedoch bis heute auf einen neuen Einsatz wartet. Weder im Fernsehen, noch im Comic, noch im Merchandisingbereich gab es neues von Donalds anderem Ich zu sehen.

Schade – denn Maui Mallard war nicht nur ein unheimlich unterhaltsames Videospiel, sondern bildet auch die perfekte Vorlage für noch mehr Material mit Donald Duck als zynischen und grummelnden Protagonisten.
Im Original-Spiel (dessen Story von der Gebrauchsanleitung unterstützt wurde) passiert folgendes: Donald strandete als gebrochene Ente aus für den Spieler ungeklärten Gründen auf einer tropischen Insel – sein Leben schien vorbei, denn er war, laut eigener Aussage, nur ein Schatten seiner selbst. Doch einige Zeit später trat eine betörende Dame in sein Leben. Und irgendwie scheint ihr Auftreten damit in Verbindung zu stehen, dass Donald eine neue Identität annahm und zu Maui Mallard wurde – einem Detektiv im Hawaiihemd, der tropische Mixgetränke über alles liebt und einen an die besten Zeiten des Film noir erinnernden Sinn für Zynismus entwickelte. Sein ständiger Begleiter ist eine 1935er Westchester Käferkanone, die Blitzkäfer, Feuerwanzen und normale Käfer abfeuern kann.
And last but not least: Maui kann sich, sobald er im Besitz einiger Yin-Yang-Münzen ist, in einen Ninja verwandeln.

Und so verdient sich Donald, Verzeihung, Maui Mallard auf dem Eiland als Privatdetektiv seinen Lebensunterhalt. Das Videospiel verfolgt die Ereignisse seines 35. Falls: Dem Fall der verschwundenen Mojo - und nein, es hat nichts mit Austin Powers zu tun!
Viel mehr geht es um die entwendete „Statue von Shabuhm Shabuhm“, die einem kannibalistischen Eingeborenenstamm enorm wertvoll ist. So wertvoll, dass er ihn Maui Mallard mit der Wiederbeschaffung beauftragt.



Von nun an gilt Spoilergefahr für ein über 10 Jahre altes 24 Mbit-Spiel, dessen Story eh nur durch kurze Zwischensequenzen mit massig Text und animierten Schattengestalten vorangetrieben wird!!!

Seine erste Spur führt Maui Mallard in ein altes, verlassenes Herrenhaus, in dem es angeblich spukt: Der Mojo Mansion. Hier treiben uralte Geister, unheimliche und untote Butler sowie ganze Heerscharen von Spinnen ihr Unwesen. Nachdem Maui sich seinen Weg durch die gesamte Villa gekämpft hatte, begegnet er einer gigantischen Metallspinne, der er nur dank seiner Käferkanone Einhalt gewähren kann. Nachdem Maui knapp mit seinem Leben davon kam, realisiert er, dass er sich in eine wesentlich gefährlichere Saches stürzte, als er es gedacht hatte. Und so begibt er sich vorsichtshalber nochmal in das sagenumwobene Ninja-Trainingslager, wo er sich einst seine Fähigkeiten in fernöstlichen Kampftechniken beibrachte. Wie wir erfahren, wohnten in Maui früher tausend Seelen. Doch eine seiner Seelen wurde gestohlen – bereits dies hatte keine sonderlich positiven Auswirkungen auf unseren mürrischen Erpel.
Seine Situation sollte sich jedoch noch weiter verschlechtern – kaum wieder am Traingslager angelangt, erscheint der mystische Medizinmann der Insel und entnimmt Maui Mallard weitere seiner Seelen, aus denen er bösartige Ninjakrieger schafft, die er gegen ihn aufhetzt. So beginnt ein epischer Kampf eines Ninjadetektives, der auf der Suche nach seinen verlorenen Seelen und einer mystischen Statue ist und dabei gegen Ausgeburten seiner selbst kämpfen muss.
Nachdem er sich endlich durch den Trainingsgrund durchschlagen konnte, erwartet Maui ein Kampf gegen seine härtesten und skrupellosesten verlorenen Seelen, die im Gegensatz zu ihm auch übernatürliche Fähigkeiten erlangten. Kaum sind diese bezwungen, erscheint eine fliegende und zielsuchende Kreissäge.

Kaum denkt man als Spieler dieses liebevoll gestalteten und für seine Zeit atemberaubend schön animierte Spiel, dass es nicht mehr verrückter werden kann, fährt das Spiel fort:

Maui verschlägt es nämlich ins innere der schlammigen Höhlen dieser seltsamen Tropeninsel. Dort leben die MudDrakes, seine Auftraggeber. Diese verkorksten Wesen sind wahrlich nicht die hellsten und haben auch keinerlei Skrupel mit ihren Kreissägen-Jojos, Giftpfeilen und Speeren den Detektiv zu erlegen, der ihre heilige Statue wiederfinden soll. Kein Wunder, dass unser Held auf dem schnellsten Weg wieder ans Tageslicht möchte. Doch dies ist einfacher gesagt als getan. Erst nachdem Maui Mallard in einer Kindervorstellung im Kolosseum der MudDrakes seine Würdigkeit beweist, lassen sie ihn wieder aus der schlammigen Einöde frei. Seine Würdigkeit kann Maui nur beweisen, indem er die minderjährigen MudDrake-Krieger tötet.
Naja... wenn sie es verlangen... Muss Maui Mallard halt die Zähne zusammenbeißen und seine Pflicht erfüllen.

Doch – wie so häufig im wahren Leben und noch häufiger in allem was Donald Duck anbelangt – bringt ihn dies nur vom Regen in die Traufe. Dadurch, dass er sich im Kolosseum als ultimativer Krieger bewies, sehen ihn die MudDrakes als würdig an. Würdig, die höchste Ehre zu erhalten, die die MudDrakes geben können. Maui ist würdig, im Vulkan der Insel geopfert zu werden.
Im Vulkan angelangt, bekämpft Maui zuerst die gigantische Feuer-Entenschlange, die im innersten des Lavaberges lebt. Dies weckt den Vulkan jedoch, so dass Maui auf einer Gesteinsscholle über die Lava surfen muss, um seinen Bürzel zu retten.

Als Maui es in letzter Sekunde aus dem Vulkan schafft, erscheint wieder die betörende Schönheit – sie möchte, dass Maui mit den MudDrakes Frieden schließt um so an ihr Geheimnis zu kommen. Dazu muss er jedoch einen weiteren Test bestehen: Den Enten-Reinheitstest.

Dieser findet in einer gigantischen Bambuskonstruktion vor schönster Tropenkulisse (inklusive obligatorischem Wasserfall statt). Zunächst muss Maui sich nach ganz oben kämpfen, bevor er drei Bungee-Jumping-Tests bestehen muss. So muss er sich unter anderem in einen Wirbelsturm begeben, um daraufhin herumstreunende Kinder zu töten und ein ander Mal muss er eine große Kindergartentruppe von A nach B bringen.

Der Test ist aber erst abgeschlossen, wenn sich Maui zum gigantischen, entenfressenden Monsterfrosch begibt – und ihm die vorhin noch hin- und hertransprotierten Kinder zum Fraß vorwirft – ohne selber gefressen zu werden.
Doch natürlich gelingt Maui Mallard dies mit links. Und nun, da er (zumindest vorerst) den Monsterfrosch gesättigt hat, so dass die MudDrakes „in Frieden“ leben können, sind sie gewillt Maui zu verraten, wie er an die Statue Shabuhm Shabuhm gelangen kann. Dazu muss er die sterblichen Überreste des Häuptlings Quackoo an die Grabesstätte „Realm of the Dead“ bringen.
Quackoos Überreste befinden sich jedoch auf der Flying Duckman, die vor vielen Jahren mistamt Mannschaft unterging.
Erst nachdem Maui bis zum Schiff antauchte, erfuhr er, dass die Mannschaft verflucht ist und als Zombies im Wrack jeden Eindringling angreift. Zu allem Überfluss droht auch noch ein gigantischer Strudel die Flying Duckman in sämtliche (noch übergebliebenen) Einzelteile zu zerlegen. Schließlich findet Maui die Gebeine Quackoos – der als riesiger Entenkopfgeist sein Unwesen treibt. Ein weiterer Endgegner, der sich Maui in den Weg stellt.

Hat Maui auch dies hinter sich und Quackoos Gebeine an ihren Platz gebracht, wird dieser ins Reich der Toten gezogen. Von flammenden Toren zu unbekannten Orten, Elektroplasma und unheimlichen Zombies umgeben, kämpft er sich wieder aus dem Reich der Toten heraus, wozu er jedoch eine Schatulle vor Gespenstern und sich selbst vor tödlichen Gasen retten muss. Doch dann hat er es endlich geschafft: Er erfährt, wo sich die Statue befindet. Auf einer gigantischen, durch ein Gewitter fliegenden Ruine, auf dessen Dach der bösartige Medizinmann einen Zauber durchführen möchte. Erst nachdem Maui den Medizinmann ins Reich der Toten befördert hat, kann er mitsamt der Statue auf die Insel zurückkehren.

Um zu erfahren, dass sie einfach nur ein stilistisch zur Einrichtung der MudDrakes passender Kühlschrank ist.

SPOILER ENDE!

Maui Mallard bietet jede Menge Abenteuer und Spannung, herrlichen Cartoon-Slapstick, skurrile Situationen, Ironie und oben drein noch Action, Mystik und Fantasy. Und das alles in einem herrlichen Paket, dass zahlreiche Fortsetzungen ermöglicht. Falls Disney also irgendwann ein neues Franchise braucht, hier wartet eins nur so darauf entdeckt zu werden! Natürlich braucht man dafür geniale, fantasiereiche Autoren, die Humor mit Fantasy und Abenteuer verquicken können – und vor allem müssen sie es verstehen, wie man eine solche ungewöhnliche Vorlage umsetzen kann. Sie müssen dem Charakter Donald Duck diesen neuen Twist geben und sich einen feuchten Kehricht um Disney-Konventionen scheren, ohne die Figur des Pechvogels und den Flair von Disney-Zeichentrick zu zerstören. Sicherlich eine schwere Aufgabe und nur umsetzbar unter einem mutigen Regisseur(-Duo), aber es würde sich lohnen. Es wäre so großartig. Und um es nochmal zu betonen: Das Spiel erzählt nur Maui Mallards 35. Fall. Wie er auf die Insel kam, welche Fälle vorher kamen, wie er zum Ninja wurde, welche Fälle danach kamen und wie er der Insel endlich entkam wissen wir nicht. Das ist genug Stoff für eine spaßige und fantasiereiche Kinoreihe, die so ihresgleichen sucht.

Doch das beste: Im Gegensatz zur Phantomias-Reihe, wird es bei Maui Mallard nahezu jedem egal sein, wenn man für den Film Figuren hinzu erfindet, raus kürzt oder die Dramaturgie ändert. Bei den Spider-Man-Filmen wurden ganze Story-Arcs runtergedampft und pro Film verarbeitet, jahrelang hochaktive Bösewichter werden pro Film verpulvert. Bei Phantomias wird dies auch nicht jeden glücklich machen – so manche sicherlich nötige Veränderung wird mich ganz sicher tief in mir leicht frustrieren.
Aber bei Maui Mallard... Es gibt kaum etwas, woran man sich halten muss. Maui Mallard ist eine flexible, aber außerordentlich faszinierende Vorlage. Und somit meine absolute Nummer Eins der Most-Wanted-Disney-Movies.

Ich bedanke mich für eure Geduld mit mir und dieser Artikelreihe. Ich hoffe ihr hattet Gefallen an meinem "kleinen" Countdown. Ich freu mich über jede Reaktion (wie kannst du dir Y nur mehr wünschen als X? Warum bitte überhaupt Z?! Und wie kommst du auf solche Ideen? Achja, IJK würde ich auch gern sehen!), und nun kehrt dieser Blog vorerst wieder zurück zum normalen Allltag. Sofern es hier sowas überhaupt je gab.

Dienstag, 25. März 2008

Most Wanted: 70 Filme, die Disney unbedingt ins Kino bringen sollte (Teil 18)

Platz 2: PkNA – Die Kinoreihe
Ich sehe sie so richtig vor meinem geistigen Auge, die seit dem letzten Block immer noch schockierten Gesichter:
„OMFG! WAS oder WER KANN IN EINER HITLISTE VON SIR DONNERBOLD NUR FLUCH DER KARIBIK BESIEGEN?!“
Dabei ist es doch ganz offensichtlich.

Was mag dieser seltsame Kerl, der hier ellenlange Abhandlungen über Disney-Filme schreibt mehr als Pirates of the Caribbean?

Genau, Donald Fauntleroy Duck! Dieser liebenswürdige Pechvogel bleibt mein absoluter Star, da kann kommen was wolle. Und ihn endlich in einem ihn aufs Federkleid zugeschneiderten Kinofilm bestaunen zu dürfen, wäre für mich das Kinoereignis schlechthin.
Ganz besonders großartig fände ich es, wenn man ihm dabei nicht nur einen perfekt passenden Film, sondern gleich auch noch einen schwarzen Spandex-Superheldenanzug verpassen würde.
Denn die wohl cineastischsten Comics mit der filmreifesten Ästhetik und dem am besten zum Kino passenden Spannungsbogen sind ganz klar die großartigen Comics der italienischen Vorzeigereihe Paperinik New Adventures.



Paperinik New Adventures ist, das sei für die große Mehrheit, die diese Comicreihe nicht kennt mal eben erklärt, eine international vollkommen unter Wert laufende Superhelden-Reihe mit Donald Ducks Alter Ego Phantomias in der Hauptrolle. Die italienischen Disney-Comicstudios erfanden diese sich an ältere Jugendliche und junge Erwachsene richtende Comicreihe, um dem in Italien so beliebten Doppelleben Donalds als Rächer der Nacht wieder neuen Schwung zu bringen.

Einen Schwung, den seit einiger Zeit bereits die Titelbilder seiner eigenen Heftreihe „Paperinik“ aufzuweisen hatten, aber nur wenige der sich darin befindlichen Comics.
Das Ergebnis dieses Schrittes in eine neue Ära der Disney-Comics ist schlichtweg anbetungswürdig. „PkNA“ kann sich mit den besten TV-Serien messen: Ineinandergreifende Storys, ein alles verbindender roter Faden, fantastische „Kameraperspektiven“ und das wichtigste: Großartige Charaktere, die dem Leser eine fantastische Superheldengeschichte bieten, mit Action, Abenteuer, Intellekt und einer feinen Prise Wortwitz.

Als fortlaufende Kinoreihe nach dem Vorbild von Spider-Man wären diese Comics eine Garantie für beste Sci-Fi-Fantasy-Action-Unterhaltung! Immer wieder werden bedeutende Fragen über Gut und Böse, Mut und Donalds/Phantomias Leben in die abenteuerlichen Geschichten über brutale Aliens, verschrobene Wissenschaftler und Zeitreisende eingebaut, die Optik der Comichefte schreit geradezu danach für’s Kino umgesetzt zu werden. Es wäre schlichtweg ein Ereignis!

Schon allein für die Reaktionen des restlichen Kinopublikums würde ich einen gepfefferten Eintrittspreis bezahlen. Diese für das übliche Superheldenfilm-Publikum sicherlich ungewöhnliche Kombination aus High-End-Disney-Animation, Donald Duck, intelligenten sowie komplexen Storys und großartigen hochspannenden Actionsequenzen wird den Film zu einem Topthema in den Tagesgesprächen machen.

Das einzige Problem an diesem Projekt? Die Frage nach der Stimme. Wir alle wissen, dass Donald eine einmalige Stimme hat. Doch niemand erkennt, dass Phantomias unser geliebter Pechvogel ist. Wie kann das sein? Nun... meine Theorie ist, dass Donald als Phantomias seine Stimme verstellt. Wir wissen aus manchen Cartoons, dass Donald eigentlich ganz gut seine Stimme verstellen kann.
Warum sollte Donald dann also nicht seine Stimme auch als Phantomias verändern? Ist doch ganz logisch. Außerdem ermöglicht dies sicherlich die eine oder andere interessante Szene, in der unsere Hauptfigur allein schon stimmlich heiter zwischen ihren „Persönlichkeiten“ schwankt.
Das Phantomias-Videospiel hat diese Sache sehr gut gelöst – die Stimmen wurden von „Disney Character Voices International“ besetzt und man hört dies. Die Stimmen sind großartig ausgewählt und Phantomias‘ deutsche Stimme ist hervorragend. Genau so stelle ich mir vor, wie Donald sich in seiner Superheldenrolle seine Stimme wünscht: Jugendlich, mit einer unterschwelligen Tendenz zur Reife, frech, vorranpreschend, leicht nölig ("Warum mache ich das alles hier eigentlich nochmal?!").

Im Spiel wird es damit erklärt, dass Donald mit seiner Ausrüstung von Supercomputer "Eins" (rechts im Bild) auch eine neue Stimme erhält, aber für die Filmreihe wünsche ich mir etwas mehr Texttreue.
Parallel zur Phantomias-Kinoreihe, die sich dem Phantomias aus PkNA annimmt, würde ich mir dann noch eine TV-Serie wünschen, die auf eigenen Ideen basiert und einen roten Faden verfolgt, den aber nicht in jeder Folge in den Fokus rückt und so für ein paar Geschichten im klassischen Stil (mit Phantomias als Rächer im „altmodischen“ Entenhausen) Platz schafft.

Aufgrund des Erfolges der Filmreihe kämen natürlich auch Prestige-Ausgaben der Comics in den deutschen Handel... Ahhhhhh.... ich wäre im Paradies...


Fortsetzung folgt... und dann erfahrt ihr, was sich auf Platz Eins befindet. Was kann Sir Donnerbold noch glücklicher machen als sich dank Platz Zwei wie im Paradies zu fühlen? Und welcher Film würde diese Glückseligkeit auslösen? Stammt diese Spinnerei aus seinem eigenen großen Haufen Mist, oder ist es eine Adaption einer bereits veröffentlichten Idee? Gibt es außer Sir Donnerbold noch jemanden, der diesen Kram sehen will? Oder wenigstens kennt?

Die Lösung auf zumindest einige dieser Fragen... Bald. Exklusiv bei Sir Donnerbolds Bagatellen.

Shipper-Dee-Doo-Dah-Shipper-Dee-Yeah

Was wirklich faszinierend an Filmen und Serien sein kein, ist dass man sich manchmal ewig über sie unterhalten kann. Nicht umsonst macht man immer wieder Mal einen DVD-Abend mit Freunden. Über die gesehenen Filme kann man dann noch viel länger lachen oder die simple Genialität ehren.
Vor über eineinhalb Jahren habe ich gemeinsam mit mehreren Freunden die respektlose Puppen-Parodie Team America geguckt, und noch heute kann es passieren, dass wir uns plötzlich minutenlang mit "America... FUCK YEAH!" anschreien oder plötzlich wild zappelnd "Everyone has AIDS! AIDS! AIDS! AIDS!" durch die Gegend brüllen.

Wenn man richtig viel Glück hat, ist man nicht nur von irgendwelchen Zufallstreffern abhängig, sondern kann sich bei einer ganzen Filmreihe darauf verlassen, dass man sie gemeinsam sehen kann. Meine Pirates-Crew vergrößert den Spaß, den ich an den PotC-Filmen habe nochmal ungemein. Und dank meines Scrubs-Zirkels gibt es nun immer jemanden, der erklären kann warum ich plötzlich hohl in die Luft starre.

Vor einiger Zeit hatte ich auch einen Alias-Zirkel: Ich besorgte mir die Staffelboxen und habe sie nach kompletter Sichtung rumgehen lassen. In den gemeinsamen Freistunden haben wir dann das gesehene ausdiskutiert. Lang hat diese Phase jedoch auch nicht gedauert: Zuerst wurde die DVD-Veröffentlichung gestoppt und dann nahm man uns noch die gemeinsame Freistunden weg.
Hinzu kam aber auch, dass wir einen unterschiedlichen Fokus beim Betrachten der Serie hatten.
Ich hatte meine Lieblingsfiguren bei Alias. Ganz klar, denn Alias lebt zu einem großen Teil nunmal von seinem großartigen Cast. Und meinen Favoriten durfte nunmal wirklich überhaupt nichts passieren. Wenn einer von denen in Lebensgefahr gebracht wurde, gab's lautstarken Protest vor dem Fernseher.

Doch so lange sie ihr fiktives Leben leben konnten, war mir alles andere egal, was ihr Serienschicksal anging. Freundin verlassen, am Herd verbrannt, Haustürschlüssel verlegt? Mir egal. Gesprächsstoff sah ich bei Alias viel mehr im Mystery- und Agentenplot. Wer verfolgt welchen bösartigen Plan? Und was hatte Rambaldi denn nun die ganze Zeit im Sinn?
DAS interessierte mich. Und nicht, ob A mit B oder doch mit X ausgeht. Das gehörte zweifelsfrei zur Serie dazu und band mich an die Charaktere, aber mehr auch nicht. Während ich mir also in den Gesprächsrunden mit meinem kleinen Zirkel z.B. wünschte, dass Bösewicht X doch mal endlich mit Bösewicht Z gemeinsames Ding macht, ging es den anderen darum, ob C endlich V die Liebe gesteht...

Härtestes Fallbeispiel: [SPOILER für die komplette 2. Staffel von Alias] Sydney wacht am Ende des Finales auf und stellt fest, dass sie zwei Jahre ihres Lebens verlor. Meine Reaktion: "Oh mein Gott, wie ist das passiert? Hat Sloanes seltsame Maschine etwas damit zu tun?! Sind die bei Alias jetzt völlig geisteskrank geworden?!! Ich will die Lösung!"
Reaktion der anderen: "Oh, menno, das ist doch doof, da waren sie und Vaughn endlich zusammen, und jetzt ist der mit wem anderes verheiratet!"[/SPOILER]

So etwas nennt man im Geek- und Nerd-Fachjargon "Shipper". Leute die fiktive Figur A einer (TV-, Comic-, Radio-, Hörspiel- oder Film-)Serie mit Person B zusammen sehen wollen sind "Shipper".

Ich bin im allgemeinen kein Shipper. Wenn ich eine Serie sehe, und sie mir sehr gefällt, mache ich mir im Normalfall Gedanken über das, was noch kommen kann, wie irgendwelche Mysterien zu erklären sind oder ob irgendwelche Figuren weiterleben. Wer mit wem zusammenkommen soll ist eher weniger mein Bier. Da lasse ich mich im Normalfall überraschen oder freue mich / beschwere mich, wenn die Serie eine Beziehung fast unter Dach und Fach gebracht hat, die ich jetzt nicht unbedingt auf dem Schirm sehen möchte. Aber über lange Strecken den und die zusammen sehen wollen... eher selten.

Zum Beispiel Desperate Housewives: Im Serienpiloten wurden die Figuren und so auch ihre Beziehungen vorgestellt. Ich wollte nun wissen wie es weitergeht und hinter das große "Seriengeheimnis" kommen. Hauptsächlich wollte ich mich aber weiterhin gut unterhalten fühlen.
Mit der Zeit gingen Beziehungen zu Bruch, andere blühten auf. Ich sagte aber nie: "Ich will jetzt aber, dass Susan mit Carlos zusammen kommt und Mike in den Wind schießt." - oder sowas.
Einzige Ausnahme, die aber gar nicht mal eine richtige Ausnahme ist folgende: [Season 2 / Season 3 SPOILER für Desperate Housewives]Als angedeutet wurde, dass Tom Lynette möglicherweise betrügen würde oder bald betrügen wird, war ich richtig sauer. Sollten die Autoren tatsächlich dem einzigen komplett harmlosen und "sauberen" Mann in der Serie eine Affäre reinschreiben, so schwor ich mir, würde ich an die Decke gehen. Ich mochte Tom damals und wollte nicht, dass er nun "geopfert" wird um Lynette neuen Stoff in der Handlung zu geben.[/SPOILER]

Auch bei Lost ist das nicht anders. Ich finde die Serie spannend, mag die Dramatik und finde die Figuren unheimlich interessant. Und das große Geheimnis ist eh faszinierend. Aber so sehr mich es auch interessiert, wer auf der Insel nun sein Zelt abbauen muss, wer in der Vergangenheit ein Stabhochspringer war und ob irgendwelche Freundschaften zu Bruch gehen, so egal ist es mir, wer denn nun an Kate rumfummeln darf und wer Steve nachts im Zelt Damenbesuch abstattet. Sobald so etwas vorkommt, interessiert mich die Situation und ich will gern die Konsequenzen sehen. Aber ich setze mich nicht hin und diskutiere mit meinem Lost-Zirkel, ob Hurley und Claire ein tolles Paar wären. Viel mehr diskutiere ich, was passiert, sobald Steve "das" über Kate herauskriegt. Und was denn nun das Geheimnis der Serie ist. Was dies und jenes zu bedeuten hat. Und vor allem welche Serienfiguren einen möglichst qualvollen und elendigen Serientod verdient haben. Am besten NOCH VOR DEM VERFLUCHTEN VORSPANN DER NÄCHSTEN EPISODE!!!

Was ich damit ausdrücken möchte: Natürlich sind mir die Beziehungsgeschichten in Serien nicht egal. Das würde ja bedeuten, dass mich rund 70% fast jeder Serie nicht die Bohne jucken. Aber nur weil ich gern wissen will, wie der Beziehungsstreit von A und B nun dauert, und wann C und D es denn nun treiben werden und wie Ds Eltern darauf reagieren werden, so egal ist es mir im Normalfall, ob X und Y, die in der Serie kaum gemeinsame Screentime haben ein tolles Paar wären und genauso wenig wünsche ich mir nicht, dass W und G wieder zusammen kommen, auch wenn es keine Anzeichen dafür gibt.

Ausnahmen gibt es natürlich:
[Spoiler für Disney-Zeichentrickserien]
Ich war ab Staffel 2 dafür, dass Kim und Ron zusammen kommen. Ich wollte also nicht, wie bei anderen Serien, nun wissen ob die Andeutungen auch das bedeuten, was ich denke. Nein. Ich wollte, dass es auch gefälligst zu dem kommt, was ich dachte. Umso glücklicher war ich, als es so weit war.
[/Spoiler]

[Spoiler für Scrubs]
Von Beginn an will ich unbedingt, dass JD und Elliot endlich zusammen kommen bzw. zusammen bleiben. Ich kann es kaum erklären, aber die Beziehung zwischen JD und Elliot interessiert mich unglaublich viel und entsprechend viel fühle ich streckenweise in der Serie mit. Als ich die dritte Staffel komplett auf DVD sah bin ich hin- und hergerutscht und hoffte so sehr auf ein gutes Ende dieser Geschichte.

Ja, ich bin ein Elliot/JD-Shipper

Oder wahlweise JD und Dr. Cox, als gigantischer Plottwist in Staffel Acht.
[/Spoiler]

Nun dann, lasst Mal von euch hören. Shipper ja oder nein? Und wenn ihr shippt, wo denn?

Zweite Chance für Jackie Brown


Jackie Brown habe ich nie sonderlich gemocht. Für mich persönlich war dieser Film stets das Tarantino-Stiefkind. Irgendwie packte mich der Streifen nicht und die Geschichte fand ich eher langweilig erzählt. So kam es nicht nur, dass ich diesen Film am Ende meiner Tarantino-Hitliste ansiedelte, sondern auch dazu, dass ich den Film ab und zu regelrecht vergesse. Wenn ich mich über Tarantino-Filme unterhalte, geht er mir öfters durch die Lappen und während mir auf Anhieb Dialoge aus Reservoir Dogs, Pulp Fiction, Kill Bill und Death Proof einfallen, komme ich beim besten Willen nicht ohne Hilfe auf irgendwelche Gespräche aus Jackie Brown.

Die allgemeine Meinung über diesen Film ist da recht gespalten. So ganz allein bin ich mit meiner Ansicht zumindest nicht: Während Buena Vista (nun Walt Disney Studios Home Entertainment) zum Beispiel Pulp Fiction nochmal auf DVD rausbrachte um so ein Stück vom Kuchen abzukriegen, den in Deutschland bisher nur ufa aß, scheint man nicht gerade zu denken, dass es sich auch bei Jackie Brown lohnen würde.
Auch beim Merchandising steht Jackie Brown etwas zurück, der Sammler kann sich mit wesentlich mehr Zeug zu Pulp Fiction, Kill Bill und Grindhouse eindecken.

Bei den Kritikern dagegen gibt es kein wirklich eindeutiges Bild. Die meisten verehren Pulp Fiction am meisten, aber auf den Rängen dahinter wird jeder Film mal favorisiert. Ein so krasser Abstand zwischen Jackie Brown und den anderen Tarantinos, wie es in meiner Rangliste der Fall ist, lässt sich jedoch nirgends vernehmen.

Jedenfalls hatte ich es nun langsam selber satt, dass ich Jackie Brown in meiner persönlichen Rangliste so fern ab vom Schuss rangieren lasse.
Und so gab' ich Jackie Brown eine neue Chance.

In Jackie Brown, einer Hommage an die Blaxploitationfilme der 70er Jahre, geht es um die gleichnamige Hauptfigur, gespielt von Pam Grier, einst Star zahlreicher Blaxploitation-Streifen. Sie verkörpert eine Stewardess bei einer Billig-Airlinem die sich in ihren mittleren Vierzigern befindet und Geldkurier für den Waffenhändler Ordell Robbie (Samuel L. Jackson) ist. Als sie auffliegt und die Wahl zwischen Gefängnis (und dem möglichen Mord durch ihren Auftraggeber) oder Verrat hat, wählt sie ihren völlig eigenen Weg und plant mit ihrem Kautionsagenten Max einen großen Coup, der ihr Freiheit, Sicherheit und eine Menge Geld einbringen soll.

Wie die meisten so genannten "Heist Movies" dreht sich auch Jackie Brown knapp zur Hälfte um den Plan und zur anderen Hälfte um die eigentliche Durchführung dieses großen Unternehmens. Typisch, wie es für Tarantino ist, wird diese Geschichte vor allem über ausgeklügelte Dialoge vorran getragen. Doch was man immer wieder vergisst ist, dass Tarantino nicht nur großartige Dialoge schreiben kann, sondern auch Momente der Stille einzusetzen weiß. So werden mehrere Schlüsselmomente dieses Films allein von Kameraposition, Beleuchtung und vor allem Darstellung gestützt.

Gerade diese Momente, in denen allein ein Blick oder eine kurze Bewegung alles entscheidende über eine Figur und ihr Vorhaben verrät, sind es, bei denen ich  bemerkt habe, dass Jackie Brown ein wesentlich besserer Film ist, als ich ihn in Erinnerung hatte.
Ein herausragender Film ist Jackie Brown meiner Meinung nach allerdings immer noch nicht - und im Vergleich mit Tarantinos restlichen Regiewerken bleibt Jackie Brown auch weiterhin das Schlusslicht.
Ich muss aber zugeben, dass Jackie Brown für mich von nun an nicht mehr Tarantinos Ausrutscher ist, sein einziger Fehlgriff, sondern einfach "nur" der Film von ihm, der mir am wenigsten zusagt. Zwar mit leichtem Abstand zu den anderen Tarantinos, aber dennoch eine deutliche Verbesserung gegenüber meinem vorherigen Urteil.

Das Problem an Jackie Brown ist für mich einfach, dass er am Sprung in die gehobene Filmkategorie knapp scheitert - und man es beim Ansehen bemerkt. So gut geschrieben die Dialoge auch sein mögen, bereits zwei oder drei Szenen später sind sie vergessen. Es fehlt den Gesprächen zwischen all den Charakteren schlicht und ergreifend ein gewisser Flair, der sie vom simplen Werkzeug des Geschichtenerzählens zur Filmkunst befördert.
Auch der Look des Films ist sehr passend, doch irgendwie fehlt etwas, vor allem im Vergleich zu Tarantinos restlichen Werken. Mir mangelt es an Feinschliff, ich finde keine Idee, die das alles treffend abrundet.
Und auch die Musikauswahl ist zwar stimmig, doch auch nicht mehr.
Größter Fehler des Films ist aber seine Zähflüssigkeit. Langsamkeit und eine ausschweifende Erzählweise sind keineswegs etwas schlechtes und gerade Tarantino weiß eh, wie man einen Film der im Grunde auch halb so lang sein könnte so sehr strecken kann, dass es einfach nur noch als genial zu bezeichnen ist. Aber bei Jackie Brown ist einfach irgendwann ein Punkt erreicht, an dem ich als Zuschauer nur noch wissen möchte, wie es ausgeht. Nicht, wie die Figuren dazu kommen, nicht, was sie als nächstes tun, einfach nur, wie es ausgeht.

Und der Abstand zwischen diesem Punkt und dem eigentlichen Schluss ist zu groß. Besonders tragisch ist, dass gerade das Herzstück des Films, die bessere zweite Hälfte, sehr gut getrimmt werden könnte.

Trotz allem weiß Jackie Brown zu Gefallen. Die Charaktere sind treffend umschrieben und werden von ihren Darstellern mit Freude zum Leben erweckt. Allen vorran weiß Pam Grier zu brillieren, aber auch Rober De Niro (als träger Komplize), Bridget Fonda (als dauerbekiffte Blondine) Robert Foster (als der Kautionsagent Max) und Sam Jackson sind sehr gut.
Es sind ebenfalls alle typischen Tarantino-Kultelemente sind vorhanden und vor allem die Regieführung ist beeindruckend. Wenn nur die Geschichte was straffer wäre - und auch die Atmosphäre ist nicht ganz dicht gehalten. Manchmal erwischt man sich vor dem Film zu sitzen und zu denken: "Ich gucke gerade einen recht guten Film." Das sollte aber nicht sein.

Ich bin aber richtig froh, Jackie Brown eine zweite Chance gegeben zu haben, denn ich habe den Streifen vorher unterschätzt. Nun weiß ich die gut durchdachte, spannende Unterhaltung die er liefert jedoch zu schätzen. Und, mal ganz unter uns, einer muss halt die rote Laterne schleppen. Mit einem Schlusslicht wie Jackie Brown kann man jedenfalls ganz zufrieden sein.

Sonntag, 23. März 2008

Dan - Mitten im Leben!


Dan - Mitten im Leben! ist ein weiterer Beweis Steve Carells, dass er nicht nur herumblödeln, sondern auch schauspielern kann. In dieser ruhigen und sensiblen Komödie spielt er den allein erziehenden Vater Dan Burns, der sich seit dem Tod seiner Frau kümmert um seine drei Töchter sorgt. Gerade steht, wie alle Jahre wieder, der traditionelle Familienurlaub bei den Eltern des Zeitungskolumnisten an. Die gesamte Familie trifft sich hoch oben in Rhose Island und bevölkert für einige Tage die kleine Hütte des alten Ehepaars.

Dort beginnt dann auch die eigentliche Geschichte dieser Romanze, denn Dan trifft in einem Buchladen eine intelligente, witzige und charmante Frau (gespielt von Juliette Binoche). Die Geschichte ist zwar von diesem Punkt an zwei, drei Mal vorhersagbar, doch stets charmant und die Dialoge sind realitätsnah (woran romantische Komödien ja gerne scheitern) - als Ausgleich zur übertrieben idyllischen Familie.
Der Film erdrückt einen nicht in zuckersüßen oder traurigen Szenen, sondern schwebt durchgehend auf einem im wahrsten Sinne lieblichen Niveau, das immer wieder durch witzige Szenen aufgelockert wird. Der Humor verzichtet auf den Holzhammer oder Skurrilität, wirkt nie aufgesetzt.
Star des Films ist ganz klar Steve Carell, der eine konstant hohe Leistung abgibt, und auch Binoche weiß zu bezaubern. Nervig bleibt einzig und allein Dans mittlere Tochter, die nicht nur eine übertriebene Drama-Queen mit ekliger Stimme, sondern auch noch aus dramaturgischer Sicht überflüssig ist.

Insgesamt ist diese Romanze (übrigens nach langer Zeit endlich Mal wieder eine, die aus der Perspektive des Mannes erzählt) ein wirklich guter Film der ideal für einen gemütlichen Sonntagnachmittag ist. Die Geschichte ist zwar etwas altbacken, aber so angenehm inszeniert, dass man darüber hinwegsieht.
Sicherlich kein großes Highlight und auch nicht sonderlich denkwürdig, aber gute, warmherzige Unterhaltung zum Wohlfühlen, an die man öfter wohlig zurückdenken wird.

Weitere Rezensionen:

Freitag, 21. März 2008

Frohes Osterfest


(Bild aus: Funny Little Bunnies)

Ich wünsche allen Lesern ein frohes Osterfest und erholsame Feiertage.

Über die Feiertage lässt es dieser Blog Mal etwas ruhiger angehen, aber seid darüber bitte nicht all zu traurig. ;-)

Most Wanted: 70 Filme, die Disney unbedingt ins Kino bringen sollte (Teil 17)

Platz 4: Noch ein falsches Spiel mit Roger Rabbit


Wesentlich wahrscheinlicher ist da eine Fortsetzung des Meilensteins aus dem Jahr 1988. Eine Fortsetzung von Falsches Spiel mit Roger Rabbit wäre letztlich sogar das beste, was an Disney-Crossovern herauskommen kann. Die coolen Versatzstücke aus dem Film noir und die schier unerschöpflichen Möglichkeiten an Insidergags in den Szenen hinter den Kulissen Hollywoods (und Toonstadts) sorgen dafür, dass sogar Kingdom Hearts gegen eine richtig gute Fortsetzung von Roger Rabbit ankommen könnte.
Das Original lief noch unter dem Tocuhstone Pictures-Namen, doch da Roger Rabbit mittlerweile fest mit Disney assoziiert wird, kann man in diesem Falle einfach dem Vorbild von Nightmare before Christmas folgen und das Franchise retroaktiv zu Walt Disney Pictures rüberzerren.
Aufgrund kreativer und vor allem rechtlicher Differenzen zwischen Amblin und Disney kam es bisher zu keiner Fortsetzung, doch völlig aufgeben muss man die Hoffnung wahrlich nicht. Der Regisseur des Geniestreiches (Robert Zemeckis) hat nun einen Exklusiv-Deal mit Disney und Steven Spielberg kann man mit Hilfe seines alten Kumpels Zemeckis sicherlich auch überreden.
Bliebe nur die Frage nach dem Drehbuch. Die Storyideen für dieses Sequel sind mittlerweile unübersehbar geworden, von einem „Roger geht zum Broadway“ bis hin zu „Roger kämpft gegen die Nazis“ wurde einfach alles vorgeschlagen.
Ich sage: Haut weg den Schwachsinn und beruht euch auf das, was das Original so toll machte. Eine Film noir-Detektivgeschichte im durchgeknallten, von Toons bevölkerten Hollywood! Die Filmindustrie ist ein solch großes Gebiet, schmutzige Geschichten warten an geradezu jeder Ecke. Es sollte doch ein leichtes sein, eine unverbrauchte Kriminalgeschichte zu finden, die man in dieser Welt ansiedeln könnte. Ein Toon könnte einen Studioboss entführen. Paparazzi haben einen Toon in den Tod getrieben und seine Nichten schwören Rache. Eine Gerichtsverhandlung mit Daisy Duck und Jessica Rabbit als Kronzeugen gerät außer Ruder, als der Zuhälter Puuhf der Bär eine Bombe im Lieblingsetablissement des Staatsanwalts legt. Donald und Daffy machen ein eigenes Filmstudio auf, deren Produktionen sabotiert werden. Die Möglichkeiten sind so mannigfaltig, und sie alle würden viel besser zum Original passen, als sämtliche Setting-Verschiebungen, von denen man in der Vergangenheit gelesen hat.

Disney, mach was draus!

Platz 3: Pirates of the Caribbean – Das Geheimnis der verlorenen Stadt / Pirates of the Caribbean – Das Wettrennen zum Jungbrunnen / Pirates of the Caribbean – Angriff der Killer-Dampfmaschinen aus der alten Welt / Pirates of the Caribbean – Jetzt erst recht!


Oder wie auch immer der nächste Teil letztlich heißen mag... Ein vierter (fünfter, sechster und vorerst maximal siebter) Teil der Pirates of the Caribbean-Reihe wäre für mich das höchste der Gefühle. Zumindest im Spielfilmsektor.

Meine Liebe zur PotC-Trilogie sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben und ich habe großes Vertrauen in das Team hinter diesen genialen Filmen. Sofern sie also keine gute Idee für eine Fortsetzung haben, wird es auch keine geben. Da bin ich mir ganz sicher. Und noch sicher ist, dass im Falle einer guten Idee so lange an ihr gearbeitet wird, bis am Ende ein Film entsteht, der sich keineswegs hinter den bisherigen Teilen der Reihe verstecken muss.

Worum es in de Fortsetzungen gehen wird, steht allerdings in den Sternen. Wir wissen nur, dass die Autoren Ted Elliott und Terry Rossio Interesse haben, Jerry Bruckheimer, Walt Disney Pictures ebenfalls, Johnny Depp liebt seine Rolle und will gerne weitere Filme drehen und auch Geoffrey Rush ist nicht abgeneigt. Eine gemeinsame Vorstellung haben diese Beteiligten aber nicht. Klar ist, dass unter diesen Umständen Will Turner und Elizabeth Swann keine Rolle mehr spielen werden, dafür wird wohl die Beziehung zwischen Jack und Barbossa mehr in den Mittelpunkt gerückt. Ob dies nun auf der Suche nach dem Jungbrunnen oder Atlantis geschieht, ob weitere übernatürliche Wesen aus dem dicksten Seemannsgarn auf die Piraten stoßen oder doch der Steampunk in die Reihe Einzug hält... das werden wir wohl erst erfahren, wenn Disney den Film ankündigt und Plotdetails bekannt gibt. Denn die bisherigen Aussagen über den eventuell 2011 startenden vierten Teil sind recht wage. Entweder wird er noch größer und aufwändiger, oder Disney schlägt den entgegengesetzten Kurs ein. Recht wäre mir beides, jedoch tendiere ich ehrlich gesagt zur Extravaganzza. Es sei denn, dass nach einem ruhigeren und kleineren vierten Teil ein um so größerer fünfter Teil folgt...

Fortsetzung folgt... mit Platz Zwei. Was kann jetzt noch kommen?!

Donnerstag, 20. März 2008

Most Wanted: 70 Filme, die Disney unbedingt ins Kino bringen sollte (Teil 16)

Platz 6: Fraidy Cat


Fraidy Cat ist wohl dazu bestimmt für alle Zeiten die einzementierte Manifestierung der kleinen Identitätskrise der Walt Disney Animation Studios in der Zeit von 2004 bis 2006 zu bleiben. Fraidy Cat – das ist das Projekt von Ron Clements und John Musker, den Disney-Veteranen, die mit Arielle, die Meerjungfrau und Aladdin wichtige Grundpfeiler der Zeichentrick-Renaissance abgeliefert haben und 2002 nach dem wahr gewordenen Traum der schlaflosen Animatorennächte, ihrem Projekt Der Schatzplanet, ins Kreuzfeuer des damaligen Animationschefs David Stainton gerieten.
Erst im Oktober 2004 hörte man wieder von ihnen: Sie schufen den Comedy-Thriller Fraidy Cat, ihr gemeinsames CGI-Debüt mit zahllosen Anspielungen an Kult-Regisseur Alfred Hitchcock. Die ersten Testvorführungen der Story Reel liefen großartig – doch Stainton entschied, dass der Film unmöglich zu vermarkten sei. Mit ihm könne man keine Happy Meals verkaufen. Also stampfte er das Projekt ein und das Duo verlies daraufhin die Disney Studios.

2006 kehrten Clements und Musker zum Glück zurück. Robert Igner und John Lasseter waren nun am Steuerrad des Unterhaltungsgiganten Disney, und unter diesen beiden Köpfen konnten sich Clements und Musker auch wieder vorstellen zu arbeiten. Ihr ambitioniertes Projekt ließen sie jedoch weiterhin liegen – nun gelüstete es ihnen nach einem Märchenfilm. Den Rest der Geschichte kennt der informierte Disney-Fan ja...

Es bleibt zu hoffen, dass nach der Produktion von The Princess and the Frog „das verlorene Kind“ vom Regie-Duo wieder aus den Archiven geholt wird. Denn Fraidy Cat versprach ein intelligenter und sehr eigenwilliger Film für die ganze Familie zu werden, der aber ganz besonders den Filmfans und den Erwachsenen im Kino gefallen würde... So wie Ratatouille, der für mich bislang beste Pixar-Streifen.

Es ist schwer zu sagen, warum ich mich so sehr in dieses Projekt verliebt habe. Es gibt kaum Informationen über die Story oder die anvisierte Crew. Es gibt nur einige Konzeptzeichnungen. Doch die sprechen Bände. Und lassen mich wohl für immer hoffen, dass der Film eines schönen Tages wieder in Produktion geht.

Platz 5: Kingdom Hearts


Wir erreichen die nächste Liga meiner Wunschprojekte. Diese Filme spielen nicht mehr in der Bundesliga der Filme, die noch nicht gedreht wurden. Sie spielen auch nicht in der Champions League. Nein. Das hier, das ist die verdammte Weltmeisterschaft der verflucht noch eins geilsten Filme, die die Welt bisher noch nicht sehen durfte. So langsam erreichen wir wirklich ein kriminelles Niveau – zumindest im Hinblick auf die Handlungen, die ich unternehmen würde um diese Produktionen voranzutreiben.
Ein solches, absolutes Kinohighlight wäre eine adäquate Umsetzung des Crossover-Meilensteins Kingdom Hearts, der nicht nur mehrere Disney-Universen, sondern auch noch Disney mit Final Fantasy überkeuzt. Um König Micky zu finden und die Welt vor den schrecklichen Herzlosen zu beschützen, vereinen der Träger des Schlüsselschwertes (Sora), Ritter Goofy und Zauberer Donald ihre Kräfte und reisen in die unterschiedlichsten Welten, wie etwa das antike Griechenland, das geweihte Land oder Halloween Town.
Eine tolle düster-magisch-märchenhafte Atmosphäre, zahlreiche Disney-Charaktere und eine gelungene Story, die alle disney’schen Universen plausibel vereint. Kingdom Hearts ist sozusagen alles, was das ewige Traumprojekt The Search for Mickey Mouse gern wäre.
Dieses Fantasy-Abenteuer wäre ein riesiges Kinohighlight, das die Disney-Fans, Fantasy-Geeks und Familien gleichermaßen befriedigen würde. Zudem könnten sich die Disney-Zeicher endlich wieder richtig austoben, wechseln hier doch stets die unterschiedlichsten Zeichenstile und Stimmungen. Heiter-buntes Wunderland, realistisch-dichter Dschungel und vieles mehr, der Film könnte zur Visitenkarte für Disneys Zeichenabteilung werden. Die Spielfilm- und Stop-Motion-Welten letztlich liefern guten Anlass für weitere Mischfilm-Segmente, was die Zuschauer ja stets ohne Murren akzeptieren. Der Schritt zum Mischfilm wäre also konsequent und logisch – den Film aus Angst vor Mischsegmenten komplett am Computer zu animieren oder komplett zu zeichnen würde nur die Fans des so in ein anderes Medium konvertierten Disney-Universums unnötig verärgern.
Sofern Disney dies berücksichtigt (und Donald genug Screentime gibt), kann eigentlich nichts mehr schief gehen, und wir hätten ein beinahe unübertreffliches Epos auf den Kinoleinwänden.
Aber leider wird Disney wohl nie den Mut beweisen, diesen Film ins Kino zu bringen...

Fortsezung folgt... und dann begeben wir uns bereits auf das Treppchen! Platz Vier und Drei erwarten euch! Seid gespannt...!

What happened to Rock 'n' Roll


Vor knapp sieben Jahren, also vor gar nicht Mal so langer Zeit, kurz nach dem Jahrtausendwechsel, war der Grand Prix d' Eurovision (oder, wie er mittlerweile richtig heißt: Eurovision Song Contest) auf dem absteigenden Ast: Im deutschen Vorentscheid sollten unter anderem Rudolph Mooshammer und Zlatko aus dem Big-Brother-Container antreten.

Doch nicht überall gingen europäische Unterhaltungsgiganten zu Boden: Wetten Dass strotze nur so vor Energie. Und die Saalwette, ja damals gab es noch so etwas, sah vor, dass Thomas Gottschalk im Falle des Versagens ebenfalls beim Vorentscheid antreten muss, um Deutschland vor der Blamage zu retten.

Diese Logik mutet schnell seltsam an. Um Deutschlands Ehre zu retten, will man jemanden der nicht singen kann zur Teilnahme zwingen?
Ja, klar... Und als nächstes ernennt man Amy Winehouse zur Drogenberaterin der Bravo. Und der Esel aus Winnie Puuh wird Telefonseelsorger bei der Depri-Hotline.

Schöne, neue Welt...

Naja, weiter im Text:
Gottschalk musste seine Wettschulden begleichen und einen Song texten, singen und aufführen. Der Rest der Wette fiel jedoch flach, beim Grand Prix Vorentscheid trat er nicht auf. Angeblich wollte entweder der NDR Gottschalk nicht oder aber es war Gottschalk, der die kalten Füße bekam. So ganz einig waren sich die Medien damals nicht.

Jedenfalls sang Gottschalk am Ende der nächsten Wetten Dass-Sendung seinen Song "What happened to Rock'n'Roll", gemeinsam mit den so genannten besorgten Vätern - übergewichtigen, langhaarigen und vollbärtigen Männern in Ledermontur, die wild auf ihre Instrumente eindreschen.
Eigentlich gar keine so grauenhafte Vorstellung: behaarte, Musik spielende Männer im Motorradgang-Outfit sind mir alle Mal lieber als gertenschlanke, kurzhaarige und gepiercte Jugendliche in Klamotten aus dem "Große Größen"-Regal vom "Große Größen"-Geschäft, die nachts nach dem Kinobesuch aus irgendwelchen Ecken verlassener Kleinstädte hüpfen und unschuldige ältere Jugendliche dumm anquatschen und jemanden nach seinen Problemen fragen.

Rocker sind toll. Nur sehen meistens die Blondinen in ihrer Nähe etwas überfordert aus, und schöne Stimmen haben diese Blondinen auch selten.

Wie auch immer, zurück zu Thomas Gottschalk und seiner Background-Truppe im Rockeroutfit.


Gottschalk besingt, auf deutsch natürlich, in dem Song die Lage des Rock 'n' Rolls, die seiner Meinung nach gar nicht so rosig ist, wie sie sein sollte. Das lyrische Ich des Songs ist, so vermutet man einfach, Thomas Gottschalk selber: Mehrfacher Vater von Pop, Techno und Hip Hop gewohnten Kindern, die sich über banalen Klatsch und Tratsch ihrer Idole unterhalten und ihrem verzweifelten Vater versuchen die "aktuelle" Musik nahe zu bringen. Der jedoch leidet unter dieser Musik und wünscht sich die Rockgrößen seiner Jugend zurück.

Die drei Strophen sind kurz gehalten und recht simpel, noch simpler ist der Refrain der nur aus dem zwei Mal gesungenen Songtitel "What happened to Rock'n'Roll?", der dazwischen gesungenen Klage "Ich hab' die Schnauze voll!" und der Forderung "Bring back'em Rock and Roll!" besteht.
Ja... so ganz ohne englisch können auch die öffentlich-rechtlichen nicht!

Das gesamte Lied wurde mit dem Holzhammer auf die Einhaltung der Regel "Reim dich, oder ich fress' dich!" geprüft, so dass die allesamt wirklich einfachen und nicht überraschenden Paarreime dem Lied eine gewisse Debilität geben. Immer schön ein Griff zum nahesten liegenden Reim!

Die, ich sag mal so, "Pointen" im Text liegen auf "Thomas Gottschalk macht sich langsam warm"-Niveau, so wie man es von den ersten Minuten bei Wetten Dass kennt. Ihr wisst schon, die Strecke vor Vorstellung der Saal- bzw. Stadtwette und noch lange bevor der erste Gast kommt.

Gottschalks Singstimme ist erwartungsgemäß kein Knaller - bemüht er sich zu Beginn des Songs noch sich etwas zu verstellen und eine rauchig, knarzende Stimme aus seiner Kehle zu pressen, die wohl an versoffene, rauchende Old-School-Rocksänger erinnern soll, gibt er es im Laufe der 3 Minuten 15 Sekunden auf und wechselt zu seiner normalen Moderationsstimme.

Die übrigend je nach Textzeile ein bisschen mehr Druck und Betonung abbekommt oder eben auch nicht. Manchmal ist es freiwillig, wenn er zum Beispiel altlehrerhaft proklamiert "Und AC/DC ha'ms gewusst!" (sogar musikalisch von einem Schulglocken-, äh, Verzeihung, Glockensample unterstützt!) oder gerade noch seinen nach Rock dürstenden Aufschrei unterdrückt und einfach nur einen stärker betonten Satz rauspresst.
Streckenweise merkt man aber auch, dass Gottschalk einfach nur die Puste ausging und deshalb das Ende einer Zeile etwas kurzatmig angehaucht wird.

Hinzu kommt, dass man Gottschalks Stimme durchgehend durch einen Verzerrer jagte um so die nicht getroffenen Noten zu verwischen. Es ist allerdings nicht bis zur Unerkentlichkeit seiner Stimme getrieben (wie etwa bei beinahe allem was Cher in den letzten 12 Jahren rausgebracht hat), aber deutlich verändert ist es trotz allem.

Doch so sehr man sich damals über das Lied lustig machte und es bald darauf auch wieder komplett vergaß, darf man nicht vergessen, dass hier ein deutscher Moderator einfach nur seine Wette einlöste.
Gottschalk selbst hat, völlig zu Recht, keine Gesangsambitionen und so weit ich weiß trieb es ihn auch nie dazu Autor zu werden. Und wenn man das Lied unter diesen Umständen betrachtet ist es doch auch nur halb so grausig.

Der Text ist eine (sehr einfach gestrickte) Liebeserklärung an den alten Rock 'n' Roll unter AC/DC, Led Zeppelin und Deep Purple, verpferdeäpfelt dabei Eminem und Britney Spears, aber auf so unschuldig-simple Art und Weise, dass man keineswegs behaupten könne, dass hier jemand der musikalisch nichts drauf hat sich selbst zu einem Kenner aufspielt.
Es sind einfache Häm-Reime die augenzwinkernder und harmloser sind als alles was man auf deutschen Schulhöfen hören kann. Halt nur ein kleiner Spaß.
Manche der Reime sind zwar schon ein bisschen schmerzhaft, aber auch nicht mehr wie ein kleiner elektrischer Schock, so wie man ihn manchmal in Kaufhäusern erlebt, sobald man das Treppengeländer anfasst. Es ist bei weitem nicht so schmerzhaft dämlich wie geschätzte 98% aller Mallorca- und Apres Ski-Lieder, die ja mehr einer Dampfwalzenfamilie gleichen, die das Gehirn plattwalzt und dabei den Lapaloma tanzt.

Das wirklich schlimme an dem Lied sind einzig und allein die billigen E-Gitarren, die man wohl mal eben aus dem Modern Talking-Studio nebenan geklaut hat. Für eine Hommage an den Rock hätten es ja wohl weniger poppige Waschlappen-Gitarren sein dürfen, oder?!

Die Melodie, die da so weichgespült abgespielt wird, ist dagegen einfach nur da. Es reicht bei weitem nicht zu einer tollen Melodie und auch nicht zum Ohrwurm.
Ein Volkslied von der Rückseite der Venus ist da näher dran als diese Melodie. Aber sie ist vor allem auch nicht gänzlich stupide und auf einem "Kopf ------> Tisch ------> Aua!"-Niveau wie all die nervige Quälerei, die man auf die Ohren bekommt, wenn man zur falschen Zeit auf einer Fete wieder vom Klo kommt und plötzlich alle wild die Arme in die Luft heben, rumhüpfen und das ganze Bier durch die Luft fliegt.


What happened to Rock 'n' Roll ist schlicht und ergreifend kein gutes Lied. Aber es ist auch kein nerviges, bescheuertes, menschenunmögliches oder schlechtes Lied. What happened to Rock 'n' Roll ist der drittletzte Schüler, der beim Schulsport in eine Mannschaft gewählt wird - und keine Freunde in diesem Kurs hat.
Der letzte Schüler ist höchst wahrscheinlich der Versager, steht nicht nur im Weg rum und fördert die Mannschaft nicht, sondern behindert sie sogar.
Der vorletzte Schüler ist einfach nur nicht gut, aber er stört die Mannschaft auch nicht.
Und der drittletzte? Ja, er hat es halt nicht drauf. Und entweder hat er Freunde und hat immerhin die Garantie noch schnell gewählt zu werden, bevor es peinlich ist... oder nicht. Denn dann, wenn er keine Freunde hat, dann gucken die zwei Mannschaften erstmal dumm, realisieren, wer die anderen zwei sind und wählen dann ihn. Kurzes peinliches Schweigen, aber sonst ist alles in Ordnung.

So ist What happened to Rock 'n' Roll - keiner mag ihn, aber es hat auch niemanden was gegen ihn. Er hat keine wirklichen Stärken, aber seine Schwächen sind auch nicht wirklich störend. Man empfindet ihn aber trotzdem als mies. Bis man sich an die wirklich miesen, Nerven zerfetzenden anderen Schrottlieder erinnert, die es so gibt.

Fazit: 8 % auf der Schmerzskala (weil es beim Hören kaum weh tut und das Lied danach komplett vergessen ist)
8% auf der Peinlichkeitsskala (weil der Rock 'n' Roll bessere Reime zur Verteidgung seiner selbst verdient hat)

Mittwoch, 19. März 2008

Princess

Princess ist eine deutsch-dänische Koproduktion, in der die Pornodarstellerin "Princess" im Drogensumpf versinkt und daraufhin grausam stirbt. Ihr Bruder bekommt das Sorgerecht für ihre minderjährige Tochter zugesprochen und beginnt einen blutigen Rachefeldzug an den Strippenziehern hinter der Pornobranche.

Der besondere Clou an diesem Film: Während die Haupthandlung (die Geschichte der kleinen Tochter Mia) als Zeichentrickfilm erzählt wird, sind sämtliche Bilder aus der Welt ihrer Mutter, seien es ihre Filme oder Rückblenden auf ihr Leben, Realfilmsequenzen.

Der Film wurde 2006 auf dem Filmfestival in Cannes uraufgeführt, nun kommt er endlich im Verleih von Universum Film auch in die deutschen Kinos.

Den deutschen Trailer findet ihr hier.

Most Wanted: 70 Filme, die Disney unbedingt ins Kino bringen sollte (Teil 15)

Platz 8: Morgan’s Ghost


Vor langer Zeit waren die Walt Disney Studios noch hauptsächlich für ihre kurzen Zeichentrickfilme berühmt. Diese Cartoons waren erstaunlich lange die stärkste Einnahmequelle des Studios und waren noch länger auch der unerlässliche Stützpfeiler für das Disney-Image. Umso erstaunlicher ist es, dass man bis heute nur wenige Informationen über die Produktionsgeschichten der Cartoons rüberretten konnte.
Auch von den fallen gelassenen Projekten weiß man oftmals nicht viel mehr als den Titel und die vorgesehene Hauptfigur.
Doch manche nie vollendete Cartoons konnten sich im kollektiven Gedächtnis der Disneyfans festsetzen. Der wohl berühmteste dieser Kurzfilme ist Morgan’s Ghost, ein ziemlich langer Cartoon mit Micky, Donald und Goofy in den Hauptrollen. Als man das Projekt aufgab, wurde es von Carl Barks und Jack Hannah 1942 als Comic umgesetzt (nun mit Tick, Trick und Track in den Rollen von Micky und Goofy). Damit sollte nicht nur die nicht enden wollende Comickarriere der großartigsten Ente der Weltgeschichte beginnen, sondern auch die des legendären Carl Barks.
2006 grub der Disney-Insider Jim Hill in einem Artikel den Cartoon wieder aus und schilderte für Unwissende nicht nur nochmal die Geschichte, sondern zeigte auch viele Storyboard-Zeichnungen, die einen Eindruck davon geben sollten, wie der Film ausgesehen hätte. Hills Wunsch: Disney sollte den Cartoon doch bitte endlich produzieren und als Vorfilm mit Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt zeigen. Leider wurde dieser Wunsch nicht erfüllt. Dabei hätte diese witzige Piratenposse sicherlich gut zum Film gepasst.

Doch es besteht ja noch weitere Hoffnung.
Irgendwann wird Johnny Depp wieder in seine Lieblingsrolle schlüpfen, und wer weiß, vielleicht dürfen wir dann endlich erleben, wie die drei bedeutendsten Disneyfiguren kurz vor Disneys nächstem Piratenspektakel Captain Jack Sparrow noch das Publikum einheizen.
Das eingebettet in eine Sonderkinovorstellung mit allen Teilen der Pirates-Reihe, und das perfekte Kinoerlebnis ist garantiert!


Platz 7: Tron 2.0
Die späten 70er und die 80er Jahre waren für Walt Disney Pictures eine ganz eigene, ganz besondere, ganz seltsame Ära. In dieser Zeit produzierte das Studio eigentlich nur Filme, die man sofort vergaß und Filme, die wie ein guter Wein sind. Mit dem Alter werden sie immer besser und begehrter. Das trifft vor allem auf den Spielfilmsektor zu. Während manche Produktionen für immer und ewig vergessen wurden und nur den größten Hardcore-Disney-Fans bekannt sind (zum Beispiel Heiße Schüsse, kalteFüße), wird um andere Disney-Filme ein wesentlich größerer Kult gemacht als jemals zuvor. Vor allem Tron ist mittlerweile ein waschechter Geheimtipp unter Disney-, Kino- und Sci-Fi-Fans. Kein Wunder, dass Disney seit Jahren eine Fortsetzung oder ein Remake dieser Produktion plant. Auch Steven Lisberger, der Regisseur und Co-Autor des Klassikers von 1982, bezeugte immer wieder großes Interesse an einem neuen Tron-Film. Auf der Deluxe Edition zeigte er im Bonusmaterial sogar einige Konzeptzeichnungen für eine mögliche Fortsetzung der Geschichte über den Programmierer Flynn, der vom machtbesessenen Master Control Program in die Welt der Computer gesogen wird und dort zusammen mit dem Programm Tron versucht für Freiheit zu kämpfen.
Doch trotz aller Ambitionen, kam ein neuer Film nie zustande. Lediglich ein Videospiel namens Tron 2.0 sah das Licht der Öffentlichkeit. September 2007 konnten Tron-Fans wieder Hoffnungen aufbauen: Hollywood Reporter berichtete, dass Disney Vertragsverhandlungen mit Joseph Kosinski führt, der bei einer neuen Tron-Geschichte Regie führen soll. Lisberger wird den Film produzieren, während zwei Lost-Autoren das Skript verfassen werden.
Erst vor kurzem wurde mit 2011 ein grobes Startdatum angegeben. Der Film soll in 3D gedreht werden. Mehr ist leider noch nicht bekannt – wir werden auf den Trailer warten müssen.

Fortsetzung folgt... mit katzenhaften Reflexen und einem echtem Schwergewicht unter den Regisseuren.

Dienstag, 18. März 2008

Most Wanted: 70 Filme, die Disney unbedingt ins Kino bringen sollte (Teil 14)

Platz 10: Black Chapter
Bevor Kate Beckinsales Ehemann Len Wiseman das Angebot erhielt den vierten Teil der Action-Reihe Stirb langsam zu drehen, kündigte er als das Underworld-Nachfolgeprojekt einen anderen Film an. Er wollte eine seiner eigenen Ideen für Walt Disney Pictures umsetzen: Black Chapter, einen Sci-Fi/Mystery-Grusel/Actionfilm über eine spezielle Sondereinheit der CIA, in der Geister arbeiten. Die Idee sei ihm gekommen, weil ihm auffiel, dass Geisterfilme stets Thriller, Horror- oder Gruselfilme oder Komödien sind, aber niemals aufwändige Actioner. Das Konzept wurde tatsächlich von Walt Disney Pictures begrüßt, doch nach ersten Meldungen im Jahr 2003 verschwand der Film aus den Branchenblättern. Offiziell gecancelt wurde er jedoch auch nicht.
Wiseman schwebte ein optisch beeindruckender, düster-eleganter Film vor mit explosiver Action. Disneys Akzeptanz, dies für Walt Disney Pictures zu entwickeln bewies seinerzeit eine große Experimentierfreudigkeit mit dem Image des Disney-Banners und hätte gut in eine Reihe neben den Pirates- und Vermächtnis-Filmen gepasst. Vielleicht hört man ja bald wieder von dieser herrlich seltsamen Idee, welche das Risiko eingeht zwischen originell und absurd zu balancieren. Schön wäre es. Denn gerade unter dem Disney-Logo kommen auf dem Spielfilmsektor in solchen Fällen kleine Juwelen heraus.

Platz 9: Die Unglaublichen – Teil 2



Wenn es einen Pixar-Flm gibt, der geradezu nach einer Fortsetzung schreit, dann ist das Brad Birds Geniestreich aus dem Jahr 2004. Die Unglaublichen ist ein Meisterwerk in der Animationsgeschichte und im Gegensatz zu vielen anderen Pixar-Filmen auch problemlos fortsetzbar. Die charmante Familiengeschichte über Superhelden endet mit einer Schlusspointe, die genauso gut auch als Cliffhanger gelten könnte. Eine Fortsetzung könnte also daran anschließen und uns somit mit weiteren Geschichten mit der sympathischen Parr-Familie beehren. Da die Kinder auch nicht jünger werden, erwarten Bob Parr mit Sicherheit weitere familiäre Probleme und einem Genie wie Brad Bird, der nun bereits zum zweiten Mal das Kunststück vollbrachte für einen Trickfilm eine Drehbuch-Oscar-Nominierung zu erlangen, wird sicherlich noch vertrackte Wege finden diese Probleme mit der Hauptgeschichte des Films einzubauen, in der Mr. Incredible einen neuen, noch gefährlicheren Gegner zu bekämpfen hat.

Fortsetzung folgt... mit einem piratenstarken Film auf Platz Acht!

Montag, 17. März 2008

Most Wanted: 70 Filme, die Disney unbedingt ins Kino bringen sollte (Teil 13)

Platz 12: Die Tim Burton/Pixar-Koproduktion


Eine weitere Ankündigung aus dem Jahr 2006: Am 8. Oktober 2006 postete Oogie Boogie, ein Mitglied des News Teams der Disney-Fanseite Mice Chat, einen ausführlichen Bericht über seinen Besuch in den Pixar Animation Studios.

Der gesamte Bericht ist sehr interessant, aber besonders spannend ist folgendes Zitat:
„they mentioned that something might be in the works soon with Pixar and Tim Burton“. Sicherlich, bei weitem nicht alles, was im Internet gepostet wird entspricht der Wahrheit, doch dies ist Teil eines Berichtes, der von einem Mitarbeiter einer wichtigen Disney-Fansite veröffentlicht wurde. Somit gewinnt diese Nachricht durchaus einiges an Glaubwürdigkeit. Mehr bekam man seither leider nicht über dieses Projekt zu hören, doch Vorfreude ist bereits gegeben. Diese Koproduktion kann einfach nicht schief gehen!


Angefangen hat das ganze im Jahr 2005. Als kaum jemand auf eine Aufgabe im Quiz-Thread des Duckfilm-Forums antwortete, entwickelte der Aufgabensteller selber seine „Wunschantwort“. Zunächst sollte es nur eine kurze Pointe werden, doch plötzlich füllte dieser Gipfel der verschrobenen Disney-Nerd-Albernheit mehrere Seiten. Ein Jahr später wurde diese Idee weiter ausgebaut und als groß angelegter Aprilscherz in die Disney-Internet-Enzyklopädie Duckipedia integriert.
Oder ist das alles gelogen, und dieses Projekt existiert tatsächlich?

Über Pulp Disney zu schreiben fällt mir nicht besonders leicht – schließlich musste ich der Walt Disney Company schriftlich versichern, nicht weiter das mir in den Schoß gefallene Wissen über ihr bislang ambitionierteste Projekt zu verbreiten.
Oder liegt es einfach daran, dass es mir peinlich ist, dass ich meinen eigenen Schwachsinn so gerne im Kino sehen würde, obwohl mir völlig klar ist, dass der ganze Kram doch nur eine übertrieben stark gehypte Schnapsidee ist – deren hohe Platzierung in diesem Countdown mich nur völlig arrogant aussehen lässt, obwohl das ganze doch nur ein harmloser Spaß ist? Den ich gerne professionell umgesetzt sehen möchte...

Nun, Fakt ist, dass Pulp Disney das (vermeintliche) Abschiedsprojekt der Weinstein-Brüder und Michael Eisner ist. Sie verließen die Disney Company, wollten aber zuvor noch ein geheimes Wunschprojekt erfüllen, welches sich jedoch immer wieder in der Produktionsphase verfranzt und verschoben werden muss. Sollte sich hinter dieser Produktion das verstecken, was die Duckipedia als Fakt ausgibt, so ist dies ein zweiteiliger Episodenfilm, in dem klassische Disney-Zeichentrickfiguren mehrere popouläre Weinstein-Produktionen parodieren und nachspielen. So geht Schneewittchen in der an Kill Bill angelehnten Episode namens „Kill Seppl“ auf einen blutigen Rachefeldzug gegen die Zwerge, während Micky Maus und Donald Duck in die Rolle der kultigen, von Kevin Smith erschaffenen, Drogendealer Jay und Silent Bob schlüpfen und Dumbo als Scream-Killer seinen Blutdurst stillt.

Der renommierte Filmkritiker und Disney-Insider Leonard Hill* sagte über die aufkeimenden Gerüchte über diesen Film:
„Der bislang nur im Internet bekannte, sich angeblich seit Jahren in Produktion befindliche Film Pulp Disney [...] ist nichts weiteres als die Verwirklichung sämtlicher feuchten Träume verrückter Disney-Fans und experimentierfreudiger Cineasten. Obwohl noch kein Trailer veröffentlicht wurde, kann ich bereits jetzt versichern, dass ich im Kino ununterbrochen vor Freude schreien werde, sobald dieser Film läuft. Diese zwei so gegensätzlichen Welten von Miramax und Disney betteln doch geradezu darum zu einem köstlichen Cocktail gemischt zu werden.“

Recht hat er.

*Name, Beruf und Zitat von Leonard Hill sind völlig frei erfunden. Vermute ich jedenfalls...


Fortsetzung folgt... Mit dem recht geisthaften zehnten Platz.