Mittwoch, 30. September 2009

Mandy Moore über "Rapunzel"

Jahrelang war Pushing Daisies-Star und Broadway-Liebling Kristin Chenoweth als die Sprecherin der Hauptrolle im Disney-Prestigeprojekt Rapunzel vorgesehen.

Aber das ist mittlerweile Vergangenheit. Seit dem 10. September ist Mandy Moore offiziell als die Stimme von Rapunzel bestätigt. Rein vom Bauchgefühl war mir Chenoweth zwar lieber, aber Moore ist auch ganz in Ordnung.
Jetzt hat sie auch erstmals über dieses Engagement gesprochen und sie freut sich wirklich ungemein darüber, dass sie gecastet wurde: "Ich fühle mich einfach unheimlich geehrt, in so guter Gesellschaft sein zu dürfen. Eine Disney-Prinzessin zu sein ist der ultimative Traum jedes Mädchens." (Quelle: Empire) Als sie zum Vorsprechen ging, hatte sie wirklich nicht damit gerechnet den Job bekommen zu können, und umso überraschter war sie, als sie letztlich genommen wurde.

Moore habe auch schon ein paar Aufnahmen gemacht und werde demnächst den Löwenanteil des Dialogs in Angriff nehmen. "Es ist ein großer Spaß. Und es ist Musik darin involviert, wirklich großartige Musik." (Quelle: Rottentomatoes)

Über die Figur der Rapunzel sagt Moore, sie sei "definitiv die vollkommenee, kecke junge Disney-Heldin [und] sie ist ein auch kleiner Hitzkopf und eine sehr neugierige junge Frau."
So lange Disney sich auch weiter an diesem Design orientiert (was leider nicht mehr der Fall sein soll) und Glen Keane als Produzent seinen Traum der Verquickung von CGI-Technik und Zeichentrickdynamik und -mentalität verwirklichen kann erwartet uns wohl ein richtiger Höhepunkt des Disneykanons.

Weiterführende Artikel:

Die besten Suchbegriffe II

Dieser Blog ist zuweilen verrückt. Das Internet ist verrückter. Die Suchbegriffe, über die mancher Internetnutzer zu diesem Blog findet sind... teilweise nicht zu fassen.

Vor einiger Zeit stellte ich bereits so manchen ziemlich seltsamen Suchbegriff vor, der Leute tatsächlich zu diesem Blog führte. Heute möchte ich die Liste fortsetzen. Also haltet eurem inneren Kind die Augen zu und schnallt euch an, denn jetzt geht's los:
(mal ehrlich... was tippt man bitte bei google wichsvorlage ein und erwartet gescheite treffer? so gesehen ist's nur richtig, dass man am ende hier im blog landet und sich plötzlich beim lesen langer artikel erwischt...)
  • Wichsvorlage Keira Knightley
    Letztes Mal wurde noch nach Jessica Alba gesucht, jetzt nach der guten Keira. Allerdings frage ich mich, wer erwartet auf diesen Suchbegriff auch gescheite Bilder zu finden. Eigentlich hat er es verdient, stattdessen hier zu landen...

  • bilder von nackten promis
    Mit der Suche müsste man eigentlich schon mehr finden. Trotzdem führt er auch zu mir. Naja... wenigstens erhöht sich so meine Leserzahl.

  • Sir Donnerbold Wichsvorlage
    Okay, liebe Leser, wer von euch Scherzkeksen war das?

  • mit wem reden sie sir mit dir kiff
    was suchst du, punk? nichts, drogenopf

  • sex film monopoly
    Gehe direkt ins Gefängnis. Gehe nicht über Los, ziehe keine 2.000 Nutten ein

  • sex im turnanzug movies
    Muss ein großer Turnanzug sein, wenn da zwei Leute und eine Filmrolle reinpassen

  • Sir Donerbult
    Kenn ich nicht.

  • Sair Donnerbold
    Donnerbold kenn ich, aber was für ein seltsamer Vorname ist "Sair". Oder ist das ein Adelstitel? Muss französisch sein...

  • Das älteste Essbesteck der Welt
    Kleiner Tipp: Es ist Teil deines Körpers. Nein, nicht dein "Fleischlolli", du Drecksschwein... Erinnere mich daran, dass ich dich nie darum bitte für mich zu kochen...
  • Briefvorlage für Sex
    Sonst wird hier immer nach ganz anderen Vorlagen gesucht...

  • fuked
    "Ich kaufe ein C... Wie, das geht nicht?"

  • erwachsene schweinchen fick im wilden westen porno
    starring "Stuffy Fuck" and introducing "Wile D. Cockyote"... (Jetzt brauch ich 'ne Therapie...)

  • disni schande
    disni schande, disney super. Richtig erkannt!

  • Carl Fredriksen wahre Begebenheit
    Wer sucht danach? Wirklich, wer sucht danach?! Sowas sollte man wissen! Das gehört zur Allgemeinbildung! Wie konnte man nur die ganzen Zeitungsberichte und Fernsehreportagen über den Rentner verpassen, der nach Südamerika reiste, indem er ganz viele Heliumballons an sein Haus gebunden hat...
Siehe auch:

Dienstag, 29. September 2009

Gerüchteküche geentert und ausrangiert. Piraten-Freunde atmen auf

Mensch, waren das ein paar angespannte Tage für alle Fans von Pirates of the Caribbean. Und wofür das ganze? Für nichts! Sämtliche Gerüchte der jüngsten Vergangenheit wurden jetzt dementiert und nun ist alles wieder dort, wo es anfangs war.

Nachdem der von allen Seiten geliebte Dick Cook gebeten wurde seinen Posten als Vorsitzender der Walt Disney Studios aufzugeben, kochte die Gerüchteküche über. Als Johnny Depp sagte, dass er wegen Cooks Rücktritt nicht mehr so enthusiastisch wie zuvor auf Pirates of the Caribbean - On Stranger Tides blickt hieß es bereits, dass Teil 4 der Piratensaga eventuell ohne Depp auskommen muss. Schlimmer noch: Es kamen Gerüchte auf, dass Disney überlegt Johnny Depp durch einen anderen Schauspieler auszutauschen, der dann Jack Sparrow verkörpert. Alternativ kämen die zukünftigen Teile der Reihe ohne Sparrow aus.

Aber diese Meldungen sind jetzt Geschichte. Wie Cinema Blend jetzt meldet, versprechen Disney-Insider, dass Johnny Depp auf jeden Fall den vierten Teil der Pirates of the Caribbean-Reihe drehen wird, da er ein Mann ist der zu seinen Versprechungen steht. Außerdem habe Disney entgegen aller Gerüchte einen Austausch Depps überhaupt nicht in Erwägung gezogen. Nur weil Disney manchmal seltsame Filme produziert (wenn ich noch einmal auf einer neuen DVD den Space Buddies-Trailer sehen muss, dann schrei' ich!) heißt das noch lange nicht, dass die Leute da vollkommen verrückt sind.

Was weitere Teile angeht - darüber möchte man noch gar nicht spekulieren. Klar. Wer weiß schon, wie erfolgreich Teil 4 sein wird, wieviel Spaß die Darsteller an den Dreharbeiten haben und wie sich Rob Marshall als Regisseur so schlägt. Und woher sollen wir jetzt schon wissen, dass Elliott und Rossio noch weitere Ideen für einen Piratenfilm parat haben?

Also richten wir unsere Aufmerksamkeit einzig und allein auf Teil 4. Der Rest klärt sich, wenn es an der Zeit ist.

Weiterführende Artikel:

Neuer Filmausschnitt und Featurette zu "Küss den Frosch"

Der Kinostart des ersten Disney-Zeichentrickmärchenmusicals seit Michael Eisner durchdrehte rückt immer näher. Wie wird sich Disneys Rückkehr zur traditionellen Animation an den Kinokassen schlagen? Wie wird er den kritischen Disneyfans gefallen?

Küss den Frosch ist für unsereins nicht zwangsweise der vielversprechendste Kinostart des Jahres, aber definitiv der spannendste. Es lastet eine große Verantwortung auf den Regisseuren Ron Clements und John Musker. Und jedes Stück neues Filmmaterial wird auf die Goldwaage gelegt.

Wie schneiden dieser Cip und diese Featurette in euren Augen ab?





Weiterführende Artikel:

Montag, 28. September 2009

Projekt Hörsturz - Die 5. Runde

Wieder einmal sind mehr als zwei Wochen ins Land gezogen. Wieder wurde eine neue Runde von Projekt Hörsturz eingeläutet. Wieder präsentieren sich fünf Songs, die es auf einer Punkteskala von 0 bis 5 zu bewerten gilt. Wieder einmal muss ich mir irgendeinen Clou aus den Haaren kämmen, der als Aufhänger für meine Rezensionen fungiert. Wieder einmal hat mein Vorschlag den Kampf gegen den Zufallsgenerator verloren. Wieder einmal beginne ich einen Satz mit "Wieder einmal"... Ähhhh... ich glaube, ich sollte mir langsam einen neuen Satzanfang ausdenken, sonst wird das hier noch langweilig...

Tja... Hmm...

Leider bin ich gerade furchtbar unkreativ und traue es mir nicht zu hier gewohnt originelle Texte zu schreiben.
Also habe ich ein wenig Detektiv gespielt und die Ex-Freunde und -Freundinnen der fünf Songs dieser Runde ausfindig gemacht und sie um ein kleines Statement gebeten. Denn wie wir alle wissen gibt es kein großeres Lob, als dass einen sogar der/die Ex noch mag. Und wenn das nicht der Fall ist, dann bekommen wir alle hier wenigstens herrlich fiese Verrisse zu lesen.

Na, wenn das mal keinen Spaß macht!

Ego von Bonaparte

"Ich habe Ego damals in einer Disco kennengelernt, am Alternative- und Trashpunk-Abend. Ego fiel mir durch seine selbstsichere Art sofort auf: Wenn er aus seiner Ecke rausging um sich an der Bar drei Gläser Bier für sich zu holen, ging er natürlich mit verbitterter Miene quer durch den Raum und hat dabei jeden weggedrückt, der ihm im Weg stand. Und wenn er auf dem Rückweg Bier verschüttete, waren natürlich die anderen Schuld. Deswegen habe ich ihn sofort angesprochen - ich liebe Songs die wissen was sie von sich halten sollen. Später fand ich dann raus, dass Ego nicht selbstbewusst, sondern selbstverliebt ist. Es ging immer nur nach ihm, und er hat kein Stück versucht sich für andere zu öffnen. Man versteht ihn und ist auf seiner Seite, oder man ist ein Arschloch. Andere Ansichten kennt er nicht. Und monoton ist er... Der kennt echt nur eine Gemütslage, einen eintönigen Underliner... Und im Bett natürlich nur eine Stellung. Dass er Höhepunkte nur antäuschen kann gab unserer Beziehung dann den Rest. Aber wenn man nicht viel mit Ego zu tun hat ist er für 'ne Aktion zwischendurch dank seinem Style gar nicht Mal so schlecht. Und er ist bei weitem nicht so aggressiv, wie es die meisten Egoisten sind. Ich denke, wenn er nicht dauernd unterschwellig wütend und so selbstverliebt wäre, dann wäre er Emo geworden..."

2 von 5 unauffällig gekleideten, egozentrischen Kerlen am Rand der Disco (die wenn sie ein Bier wollen jeden anrempeln, der im Weg steht)

Shameful Metaphors von Chevelle

"Shameful Metaphors ist so einer von der Sorte, die einem im Alltag nie besonders auffallen. Es gibt so viele seiner Sorte, und sie alle leben für sich selbst auf der Welt. Man läuft an ihnen vorbei und registriert sie nicht. Aber wenn sie sich einem erstmal aufzwängen, so wie er es damals bei mir tat, dann merkt man, dass sie etwas einmaliges, unbeschreibliches an sich haben, dass sie von anderen unterscheidet. Es hat wirklich lange gedauert, bis ich ihm eine Chance gab, aber ich konnte ihn nie von mir wegstoßen. Er hatte so einen... ich weiß nicht... Schimmer von lyrischer Sehnsucht in seinen Augen, dem ich mich nicht verwehren konnte. Und so kamen wir zusammen...
Allerdings hat es nicht wirklich lange gehalten. Ich suche bei meinen Freunden entweder jemanden, der mich so richtig umhaut, jemanden der WUMMS in der Hose hat, oder jemanden, der einfühlsam, einfallsreich, einvernehmend ist. Shameful Metaphors ist nichts von beidem - und obwohl ich am Anfang gedacht habe, dass es aus uns etwas werden kann (immerhin ist er ein nettes Kerlchen), fehlte mir in unserer Beziehung etwas. Er war ein toller Begleiter. Aber ich suche wem, mit dem ich mitgehen kann. Sei es in wilde, hemmungslose Orgien oder in triefende Gefühlswelten. Er... ist einfach da und fühlt sich okay an. Aber das ist mir nicht genug. Sorry."

3 von 5 unaufregenden, aber mit angenehmer Persönlichkeit ausgestatteten, schwarz gekleideten Lebensabschnittsbegleitern mit geduckter Haltung beim gehen (denen eine Strähne in die Stirn fällt)

Dark Side of The Sun von Modeselektor feat. Puppetmastaz

"Wow, boah... Ja... die Sache mit Dark Side of The Sun... Was soll ich sagen? Ich war auf irgend so 'ner Party von der Cousine meiner besten Freundin, und ich kannte kaum jemanden. Plötzlich waren alle weg die ich kannte, also dachte ich, dass ich mich dann halt voll ins Partygetümmel schmeiß. Ey, war halt die voll stylische Einweihungsfete im geil-prolligen Modetrend-Society-Dingens. Und naja, das Bier floss in Strömen, und ich hatte dieses enge Top an und alle Kerle fuhren voll auf mich ab... Und von allen avantgardistischen, Pornobrillen tragenden, Koks schniefenden Lackaffen mit praller Hose und weißem Sakko hat er mich am beschwingtesten angetanzt... Und dann dieses Ecastasy im letzten "V + CAP-Dimix"... Kann mich auch nicht an viel erinnern... Aber während unserer 5-Minuten-"Beziehung" knallte mir eine Blaulicht-Neonröhre ins Gesicht und er hat dabei Schampus aus 'ner Flasche getrunken...
Was soll ich halt sagen... Leute die denken Stil zu haben, indem sie völlig mit Prunk und stylischem Zeug übertreiben... Und meine Szene war's auch nicht... Aber... pffff... äh... darf ich jetzt gehen?"

0,5 von 5 Söhnen von Neureichen.

Beautiful Lies von B-Complex

"Beautiful Lies ist ein Klasseweib. Schön, modern, aufgeschlossen, sicheres Auftreten, ausdauernd, hippes aber dezentes Make-Up, das knappe weiße Shirt prall gefüllt, sie tanzt stilvoll, aber wild... Sie ist die Art von Frau, die jeder gern hätte.
So lange man sie vom fernen betrachtet. Ja, jeder träumt davon eine moderne, erfolgreiche Frau aus dem 21. Jahrhundert mit Stil und Pepp zu haben. Doch sie... sie... Mensch, kann die einem in den Ohren liegen. Dauernd nur tanzen, tanzen, tanzen... Gehste dir nur an der Theke 'nen Flieger holen, biste schon ein Langweiler. Dabei ist sie gar keines von diesen bitchigen Partygirls... Sie hat Klasse. Nur nutzt sie die nicht aus. Jedenfalls nicht voll. Manchmal zeigt sich, was für ein breites Spektrum sie abdeckt. Man merkt ihr an, wenn sie mit einem tanzt oder spricht, dass sie ziemlich abwechslungsreich sein kann. Nur ist diese Seite von ihr eingekerkert. Die Beziehung mit ihr war deshalb sehr unerfüllend. Man hat da dieses Klasseweib an seiner Seite und man sieht, welches Potential man hat um seinen Tag mit ihr zu füllen. Doch immer wenn man denkt, man könnte mir ihr jetzt zum Beispiel fein essen gehen oder ins Kino, dann schlägt sie doch wieder die alten Töne an. Wenn sie nur etwas spontaner und abwechslungsreicher, flexibler sein könnte..."

1,5 von 5 perfekten Seifenblasen, die am Alltag zerplatzen

Garab von Rachid Tara

"Garab ist außergewöhnlich. Einmalig. Ein spaßiger Kerl, der in jedem Raum den er betritt Lebensfreude verbreitet. Aber nicht auf diese penetrante Grinsebacken-Art, sondern mit einem ganz eigenen, weltmännischen Schliff. Sein einzigartiges Auftreten stößt bei Fremden zwar immer auf Unverständnis, doch wenn wir mit Freunden oder Verwandten unterwegs waren, war die Welt immer in Ordnung. Das Problem mit Garab ist nur, dass er sich zu sehr auf seine mystische Aura verlässt. Er will alle unterhalten, aber zugleich auf jeden Fall geheimnisvoll sein. Daran ist dann auch unsere Beziehung zerbrochen. An Geheimniskrämerei gehe ich einfach zu Grunde, und das wusste er auch. Trotzdem teilte er nie etwas mit mir.
Ich sehe es allerdings positiv: Mit meinem neuen Freund kann ich mich überall sehen lassen. Mit Garab wurde ich hie und da doch etwas schräg angeglotzt..."

3,5 von 5 mit Gewöhnungszeit immer spaßiger werdenden Gesellschaftsaußenseitern, die einem leider nicht dabei helfen mit ihnen etwas beständiges, vertrautes aufzubauen.

Das war's also für dieses Mal von Projekt Hörsturz. In rund zwei Wochen geht es mit Sicherheit weiter, und dann ganz ohne irgendwelche Ex-Freunde oder -Freundinnen, die unsere fünf ausgewählten Songs kritisieren.

Und der nächste Weihnachts-Trailer (präsentiert von Zemeckis' Motion-Creepture-Animation)

Gestern habe ich euch noch den deutschen Trailer für Eine Weihnachtsgeschichte aufgehalst, da kommt bereits der neuste englische Trailer für Robert Zemeckis drittes Motion-Capturing-Werk.



Wer außer mir denkt noch, dass Zemeckis bei diesem Film besonders viel über die 3D-Effekte nachdachte? Über die Geschichte ihrer Filme können ja die Loser bei Pixar nachdenken...

Sonntag, 27. September 2009

Jetzt auch auf Deutsch: Der Trailer zu "Eine Weihnachtsgeschichte"

Diesen Winter. Wird ein Literaturklassiker. Neu geschrieben.

Robert "seit ich mit Technik rumspiele, muss ich mich nicht mehr um die Seele meiner Filme kümmern" Zemeckis. Jim "meine intensive Mimik wirkt in einer Spielfilmversion sicherlich besser" Carrey. Und zigtausend Spezialeffektspezialisten, die sich die erste Generation von Playstation 2-Spielen als Referenzmaterial ansahen. Präsentieren:

Eine zigtausend Mal verfilmte Weihnachtsgeschichte.



Deutscher Kinostart ist am 5. November.

Und ja, liebe Leserinnen und Leser, ich bin gerade was harsch. Ich weiß... Aber es ist doch eh alles Humbug. ;-)

Ein Wahldebakel: Die TV Total Bundestagswahl 2009

Als Stefan Raab 2005 zusammen mit Peter Limbourg Spitzenpolitiker der großen Parteien um sich versammelte um seine Zielgruppe zum Wählen zu motivieren und anhand einer Telefonumfrage das Wahlergebnis der Bundestagswahl vorherzusagen (was ihm letztlich besser gelang als den meisten "seriösen" Umfrageinstituten), brachte ihm dies im Folgejahr den Goldenen Prometheus für den Coup des Jahres ein.

Umso ambitionierter (oder wie manche sagen großspuriger) ging Raab auf den Flügeln des damaligen Erfolges getragen die diesjährige Bundestagswahl an: Die Talkrunde wurde hochkarätig besetzt, schon Wochen vorher prahlte Raab mit dem Ruhm, das Wahlergebnis besonders gut vorhergesagt zu haben und als schließlich das TV-Kanzlerduell zum kuschligen Regierungsselbstgespräch verkam war das Paket vollkommen: Besser als das TV-Duell soll die Wahl-Sondersendung von TV Total werden, und einen besseren Vorausblick auf das Wahlergebnis soll man auch sonst nirgends bekommen.

Aber Raab hatte die Rechung nicht ohne Murphys Gesetz gemacht. Ja, die Poltiker ließen sich zu einem angeregten, mitunter hitzköpfigen, aber gehaltvoll-unterhaltsamen Gespräch hinreißen. Jedoch ließen sich Christian Wulff (CDU), Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), Guido Westerwelle (FDP), Franz Müntefering (SPD), Jürgen Trittin (Bündnis 90/Grüne) und Gregory Gysi (Die Linke) nicht in die vorgegebenen Themen zwängen und verplemperten mit Koalitionsstreitgesprächen und Steuerpolitik die Zeit, die eigentlich den Themen gewidmet werden sollte, die jüngere Wähler wichtiger sind (etwa Datenschutz, Umweltschutz und Bildungspolitik), weshalb schonmal ein schaler Nachgeschmack blieb.
Das völlig übermotivierte Studiopublikum gab der Diskussion schließlich ihren Rest - man hat kaum etwas verstanden.

Aber gut, der Wille war da, und die Idee eines lockeren, besonders an Erstwähler gerichteten Polittalks mit Spitzenpolitikern und Entertainer Raab ist so überzeugend, dass sie selbst die gestrige, schwache Ausführung in einen zumindest im Groben und Ganzen zu lobenden Bereich hievte.

Anders verlief das Telefonvoting, dass in seinen massiven Stimmeneinstürzen für die SPD und absurd hohen Zuwächsen für die Linken sämtlichen Respekt für das Voting von vor vier Jahren wieder vergessen macht. Als sich nach drei Bundesländern abzeichnete, dass Raab seinen großen Coup nicht wiederholen wird, blieben für "König Lustig" nur noch Schönred-Versuche übrig, während der Zahlen-Präsentator Matthias Opdenhövel wieder Mal das machte, was er in Schlag den Raab so gut gelernt hat und in Das große Kipp-Roll-Fall-Spektakel perfektionierte: Er kommentierte die entgleiste Situation mit trockenem Witz und spitzbübischer Freude, die hinter seinem halbwegs seriösem Auftreten hervorschimmerte.
Limbourg dagegen verteilte im Laufe des Abends zusehends mehr harte Seitenhiebe und betonte immer stärker, wie unrepräsentativ diese Abstimmung des Unterhaltungsshowspublikums doch sei.

Aber egal, was man von der gestrigen Sendung halten mag:
Sämtliche Wahlberechtigten sollten sich, wenn sie es noch nicht getan haben, endlich aufmachen und zum Wahllokal gehen. Macht euer Kreuz (hoffentlich an der richtigen Stelle), und tut euren Beitrag für die Demokratie.

Wer nicht wählt, darf sich nachher nicht über dämliche Gesetzesbeschlüsse beschweren. Vielleicht hätte uns diese eine Stimme den schlimmsten Schlamassel erspart...

Samstag, 26. September 2009

Demnächst bei Sir Donnerbolds Bagatellen

Lasst die Spekulationen beginnen!

KeinOhrKreativität

Kennt ihr eigentlich schon das Poster zu Til Schweigers Fortsetzung von Keinohrhasen?

Nein? Dann lasst mich euch aufklären:

Wie? Das kommt euch unheimlich bekannt vor? Könnte sein. Schweiger erlaubte sich nämlich eine stilistische Parallele zum Poster von Keinohrhasen:

Gratulation, Herr Schweiger. Sie haben die Dreistigkeit im Bereich des Filmmarketings in eine neue Ära geführt. Warum Poster gestalten, die etwas falsches versprechen oder an Hollywood-Blockbuster erinnern, wenn man einfach bei sich selbst klauen kann?

Ich frage mich, ob Zweiohrküken ähnlich bahnbrechend wie das Poster wird...

Siehe auch:

Freitag, 25. September 2009

Was wäre, wenn Bruckheimer nach Teil 4 die Piraten alleine in See stechen lässt...

"Ich weiß nicht, wieso du so grinsen kannst, Johnny. Mir ist das, was Disney mit unserem Schätzchen treibt richtig unangenehm..."

Piraten in aller Welt seufzten, als es hieß, dass Johnny Depp mit Pirates of the Caribbean - On Stranger Tides seinen letzten Film in der Rolle des Jack Sparrow drehen möchte (angeblich gerüchteweise, wenn man an solche Geschichten glaubt...). (Leichtgläubige) Piraten in aller Welt gerieten in Panik, als es hieß, Disney wolle für Teil 5 und 6 der Saga einen neuen Darsteller für die Rolle gewinnen.

Statt von nun an Zähne klappernd und Nägel kauend in einer Ecke zu Hocken und darauf zu warten, dass eine offizielle Verlautbarung die Gerüchte mit lautem Krawumms in ihre Einzelteile zerlegt, sollte man als gestandener Liebhaber der Pirates of the Caribbean-Reihe der Sache auf völlig andere Weise begegnen. Wir müssen dem lächerlichen Schrecken ins Gesicht blicken und ihn auf's Lächerliche reduzieren. Humor ist die beste Medizin (direkt nach einem Teelöffel voll Zucker und einer Buddel voll Rum), und selbst auf dem Weg zum Galgen sollten wir unser dreckigstes Piratengrinsen aufzeigen.

Deshalb präsentiere ich nun eine Auslese der grausigsten Schreckensszenarien. Was, wenn Disney wirklich Johnny Depp ersetzt und daraufhin Produzent Jerry Bruckheimer und das Autorenduo Ted Elliott & Terry Rossio das sinkende Schiff verlassen?

Wie sähe die Zukunft des Pirates of the Caribbean-Mythos aus, wenn das Maushaus Disney allein am Steuer steht?
  • Nachdem Jerry Bruckheimer, Johnny Depp und Ted Elliott & Terry Rossio schreiend den Disney-Konzern verlassen haben, beginnt Disney Hände ringend die Suche nach einem selbstmörderischen Schauspieler, der es tatsächlich wagen würde, sich als Captain Jack Sparrow zu versuchen.
  • Obwohl Disney weder ein neues Autorenteam hat, noch einen Hauptdarsteller (oder Regisseur oder sonstwas), beginnt man drei Monate nach Kinostart von Pirates of the Caribbean - On Stranger Tides mit dem Casting der Rolle "Jack Sparrow, jr."
  • Zwei Tage nach Castingbeginn gibt Disney bekannt, dass Zac Efron die Rolle von Jack Sparrows Sohn übernimmt (siehe dazu auch diesen Artikel).
  • Nach wochenlangen Verhandlungen wird beschlossen, dass Andy Fickman (Regisseur von Daddy ohne Plan und Die Jagd zum magischen Berg) das Drehbuch für Pirates of the Caribbean V verfasst und den Film coproduziert. Ursprünglich sollte er auch Regie führen, doch er hatte zu hohe Budgetvorstellungen.
  • Zwei weitere Wochen später unterzeichnet Dwayne "The Rock" Johnson einen Vertrag für PotC V der eine Option auf sieben Fortsetzungen (darunter vier Direct-to-Video-Produktionen) enthält. Johnson ist als Barbossas eineiiger Zwillingsbruder eingeplant.
  • Jerry Bruckheimer denkt drei Tage später endlich daran, Geoffrey Rush anzurufen und informiert ihn, dass Teil 5 ohne seine, Depps und Rossios/Elliotts Unterstützung stattfinden wird. Rush engagiert einen gerissenen Anwalt und kämpft sich aus seinem Knebelvertrag frei.
  • 5. Januar 2012: Kenny Ortega (High School Musical 1 - 3) wird als Regisseur engagiert, weil er ein Konzeptblatt entwickelte, nach dem er PotC V für nur 20 Mio. Dollar drehen könnte. Mit Musicalregisseuren hatte man eh gute Erfahrungen (PotC IV nahm weltweit 2 Milliarden Dollar ein). Ortega schreibt Fickmanns Drehbuch um und ersetzt Barbossas Rolle durch seine zickige, hochnäsige uneheliche Tochter.
  • 10. Januar: Miley Cyrus (Hannah Montana, Hannah Montana and Miley Cyrus: Best of Both Worlds Concert Tour, Hanna Montana - Der Film) wird als Barbossas Tochter "Miley Sharkjump" gecastet. Die Konzernleitung gerät in eine Zwickmühle: Kann man ihren Vater Billy Ray Cyrus, der beim Vorsprechen den neuen Vorsitzenden der Disney-Filmgruppe (Rich Ross, ehemaliger Disney Channel-Präsident) umhaute, tatsächlich als Jack Sparrow besetzen, wenn seine Tochter seine neue Widersacherin spielt?
  • 11. Januar: Wegen einer Schwangerschaft muss Miley Cyrus ihre Rolle aufgeben. Billy Ray Cyrus wird als Jack Sparrow gecastet. Demi Lovato unterzeichnet den Vertrag für die Rolle von Barbossas Tochter.
  • 15. Januar: Zac Efron nimmt sich eine kurze Auszeit von seinem Lieblingshobby (Nacktbilder seiner Freundin an dubiose Promiblogger schicken) und erfährt, dass Ortega bei PotC V Regie führt. Efron möchte nicht an seine Jugendsünden (High School Musical) erinnert werden und benimmt sich wie eine Diva. Disney muss sich zwischen Efron und Ortega entscheiden.
  • 15. Januar: Ortega wird gefeuert.
  • 15. Januar: Vanessa Hudgens erfährt, wer dauernd ihre Nacktfotos ins Internet schleust.
  • 15. Januar: Zac Efron wird schwer verletzt am Hollywood Boulevard aufgefunden.
  • 15. Januar: Ortega wird wieder als Regisseur engagiert.
  • 16. Januar: Lucas Grabeel (Ryan in High School Musical 1 - 3) springt für Efron ein und verkörpert Jack Sparrows Sohn. Er hat den tuckigen Gang eh viel besser drauf.
  • 20. Februar: Die Jonas Brothers werden für den Soundtrack verpflichtet.
  • 5. März: Disney gibt die Story des Films bekannt: "Als Jack Sparrow (Billy Ray Cyrus) erfährt, dass sein Lieblingslokal in Tortuga (das einzige, das alkoholfreien Rum verkauft) geschlossen werden soll, nimmt er sich vor, alle Hebel in Bewegung zu setzen und dies zu verhindern. Doch das ist schwieriger als gedacht: Am Tag, an dem Jack Sparrow eine Demo abhalten will, muss er seinen Sohn (Lucas Grabeel) nach Frankreich schiffen, wo er Sprachunterricht erhält. Als dann auch noch Hector Barbossas Tochter (Demi Lovato) mit der Pink Pearl auftaucht und Sparrows Sohn wegen  einer blonden Haare auslacht, ist das Chaos perfekt. Und auf wessen Seite steht eigentlich Bruno Barbossa (Dwayne Johnson), der Zwillingsbruder von Hector?"
  • 5. März: Menschenmassen stürmen die Disney Studios und brandschatzen sie.

Ähnliche Beiträge:

Reingehört 16 - Werbung macht die Firma froh, und die Promis ebenso

Olli Geißen grinst ab sofort für Schogetten in die Kamera. Harald Schmidt schleckt Brausepulver aus den Bauchnabel von Oliver Pochers Ex-Freundin Monika Ivancan. Und das ZDF gründet einen an Erwachsene ab 25 Jahre gerichteten Digitalsender namens ZDF_neo.

In der neusten Ausgabe des Quotenmeter-Podcasts, den ihr euch hier anhören könnt, geht es aus diesen Anlässen um die Highlights der Fernsehwoche, Promiwerbung und das Programm des neuen Digitalsenders. Am Mikrofon? Die aus zahlreichen Ausgaben bekannte Besetzung bestehend aus Jan Schlüter, Alexander Krei und mir.

Viel Vergnügen beim Anhören!

John Lasseter stellt vor: Buzz Lightyear

Die letzten Videos, in denen John Lasseter die neue Toy Story-Spielzeugkolletkion vorstellte waren leider etwas inhaltsarm. Doch mit dem neuen Video über Buzz Lightyear gibt es wieder einiges zu lernen: Wieso ist Buzz ausgerechnet so groß, wie er nunmal ist und wieso ist er grün-lila?



Mehr Toy Story:

David Mamets Anne Frank zu düster für Disney

Als angekündigt wurde, dass Disney eine Adaption von Das Tagebuch der Anne Frank in die Kinos bringen möchte, waren bereits einige Leute stutzig. Der etwas erfahrenere Disney-Kenner dagegen hielt eine respektable Umsetzung für durchaus möglich. Trotzdem lässt sich heute in den Nachrichten (u.a bei The Wrap) lesen, dass Disney das Projekt weggegeben hat, da es sich als zu düster herausstellte.

Was ist passiert?
Nun, Provokateur und Stückeschreiber David Mamet, der Das Tagebuch der Anne Frank für Disney umsetzen wollte, entwickelte aus dem Stoff der wahren Begebenheit eines sich in Amsterdam vor den Nazis versteckenden jüdischen Mädchens eine in der heutigen Zeit spielende proisraelitische Antisemistismusabhandlung mit einem Mädchen in der Hauptrolle, das nach Israel reist und dort vieles über die Traumata der Selbstmordbomber lernt.

Wieso der Film Das Tagebuch der Ane Frank heißt, und weshalb Mamet tatsächlich dachte, diesen Film unter Disneys Aufsicht produzieren zu können wird wohl ein Rätsel bleiben. Aber zumindest zu Miramax hätte man die Mogelpackung ja abschieben können...

Über die Planke mit ihm?! Schlechte Gerüchte für alle Fans von Captain Jack Sparrow

Irgendetwas sagt mir, dass ich die nächsten Monate über seeeehr viele Beiträge über Pirates of the Caribbean schreiben werde. Und nach einer so großartigen Nachricht wie der gestrigen musste wohl oder übel auch eine schlechte folgen:

Ein Hollywoodinsider behauptete gegenüber Cinema Blend, dass Johnny Depp den Piratenhut nach Pirates of the Caribbean - On Stranger Tides definitv an den Nagel hängen möchte. Die ursprünglich erhofften Fortsetzungen, die Teil 4 zu einer zweiten Piratentrilogie erweitern würden, könne sich Disney demnach abschminken.

Bevor wir eingeschwören Fluch der Karibik-Fans unsere Musketenreplika rausholen und so tun, als begingen wir rituellen Selbstmord, möchte ich allerdings auf die Bremse treten den Anker werfen und der Gerüchteküche etwas von ihrem Feuer nehmen: Cinema Blend ist zwar eigentlich ein Top-Filmportal mit aktuellen Meldungen und hoher Vertrauenswürdigkeit, im Bereich Pirates of the Caribbean jedoch gehören die Kollegen der Seite zur schlecht informierten Riege. Immerhin war sie es damals, die eine geheime Quelle aus Hollywood zitierten und das langlebige Steampunk-Gerücht in die Welt gesetzt, welches nach jahrelangem Warten vor kurzem von Terry Rossio dementiert wurde. Wer mag, darf sich also (genauso wie ich) jetzt an der Hoffnung klammern, dass Cinema Blend erneut fehlinformiert ist.

Allein schon die Behauptung, Disney überlege bereits Jack Sparrow ab Teil 5 mit einem anderen Darsteller zu besetzen zeugt davon, wie absurd die Meldung ist. Wir erinnern uns zurück, als Teil 2 im Gespräch war: Depp wollte nur mitmachen, wenn Elliott und Rossio dabei sind, Elliott und Rossio nur, wenn Depp bestätigt ist (und angeblich auch Knightley und Bloom, weil ihre Hoffnungen auf eine Fortführung der Geschichte von Anfang an auf Elizabeths Lippen ruhte...), Bruckheimer hätte ohne Depp und die Autoren nicht weitergemacht... Depp, Rossio & Elliott und Bruckheimer sind eine kleine eingeschworene Gemeinde geworden, und wenn Sparrow neu besetzt wird, kann sich Disney ein Rossio/Elliott-Drehbuch abschminken, woraufhin Bruckheimer keine Lust mehr hat. Und ohne Bruckheimer als Produzenten wird Disney es sich zweimal überlegen, ob man nochmal ein Piratenepos stemmen möchte.

Wahrscheinlicher wären da Fortsetzungen ohne Sparrow - aber selbst das ist bereits nahezu undenkbar. Disney wird eher nach Teil 4 ganz aufgeben, wenn Depp nicht mehr möchte.
Falls Depp nicht mehr möchte.
Solche Extremmeldungen glaube ich nämlich erst, wenn ich sie aus dem Mund der Piraten-Dreifaltigkeit (Bruckheimer, Depp, Elliott/Rossio) höre.

Bis dahin freue ich mich einfach unbeirrt weiter auf Teil 4. Ob es einen fünften geben wird, können wir jetzt nicht wissen, aber wir wissen, was der nöchste hat: Bruckheimer. Rossio & Elliott. Depp. Rush. Fehlt nur noch Hans Zimmer, und ich gerate in Ekstase.

Weiterführende Beiträge:

Donnerstag, 24. September 2009

Konkurrieren demnächst die Disney-Filmlabels und Disneys Non-Disney-Marken?

Ein Königreich - mehrere Monarchen?

Seit Dick Cook letzte Woche den Disney-Konzern verließ, stellt sich in Hollywood die Frage wer seinen Posten einnehmen könnte. Sollten die Insiderinformationen von Variety stimmen, so wird nicht eine einzige Person in Cooks Fußstapfen treten, sondern gleich mehrere.

Überwachte Cook noch die gesamte Kinoproduktion des Konzerns, so möchte Iger Insiderinformationen zu Folge die Führung der Non-Disney-Marken (Hollywood Pictures, Touchstone Pictures, Miramax, Jerry Bruckheimer Films, Marvel und den Vertrieb der DreamWorks-Produktionen) von den Disney-Marken (Walt Disney Pictures und Walt Disney Animation Studios) trennen.
Die Disney-Trickfilmstudios würden dabei jedoch weiterhin ihre Semiunabhängigkeit beibehalten und müssten vornehmlich gegenüber Ed Catmull und John Lasseter Rechenschaft ablegen, während sie gegenüber dem neuen Teilvorsitzenden der Filmabteilung Disneys bloß Starttermine und ähnliches bestätigen müsste. Selbiges gilt auch für die Narrenfreiheit genießenden Pixar-Studios, wobei von offizieller Seite nicht konkretisiert wurde, ob Pixar dem Vorsitzenden der Non-Disney-Marken unterstellt wäre (sie tragen nicht den Disney-Namen und genießen solche Freiheiten wie Marvel oder Jerry Bruckheimer) oder ob sie zu den Disney-Marken zählen (wegen der Zielgruppe). Der Blog Blue Sky Disney zumindest geht davon aus, dass man in diesem Fall Pixar als Disney-Marke behandeln würde.

Dieses bislang neue Modell der Machtverteilung rühre daher, dass Disney nicht weiter einen klassischen Studio-Vorsitzenden braucht der aus den potentiellen Projekten die auswählt, die verwirklicht werden. Viel mehr bräuchte Disney jemanden, der verschiedene ihm zugeteilte kreative Bereiche dirigieren kann. Auf dem Papier klingt dies durchaus positiv, da man den einzelnen Abteilungen der Walt Disney Motion Pictures Group auf diesem Weg mehr Entscheidungsfreiheit einräumen könnte. Pixar, Walt Disney Pictures, Touchstone und Co. könnten unter diesem neuen Modell freier walten, die Vorsitzenden hätten eher den Job eines Verkehrspolizisten oder Fluglotsen. Jedoch könnte man nach dem Umbau der Filmgruppe alles beim alten belassen, nur mit dem Unterschied, dass Walt Disney Pictures und Touchstone nicht weiter auf den selben Chef hören müssten.

Problematisch könnten sich auch solche Fälle erweisen, in denen eine Produktion auf die Grenze zwischen dem Walt Disney Pictures und Touchstone Pictures hinzusteuert. Das Vermächtnis der Tempelritter und The Nightmare before Christmas beispielsweise wechselten vor dem Kinostart zwischen beiden Labels hin und her (wobei beide letztlich bei Disney landeten, auch wenn es bei Nightmare einige Jahre dauerte), was damals auch kein Problem darstellte. Wenn beide Marken jedoch bald voneinander getrennte Einheiten darstellen, wie leicht lassen sich Produktionen dann noch hin- und herschieben? Und wie geht man mit Bruckheimer-Produktionen für das Walt Disney Pictures-Label um? Möchen sich solche Filme dann dem Vorsitzenden der Non-Disney-Marken und dem der Disney-Marken verantworten?
Oder ist diese Frage vollkommen hinfällig, weil Jerry Bruckheimer eh stets seinen Willen bekommt?

Welche Personen genau die Posten als Vorsitzende erhalten, möchte Iger laut Nikki Finke erst in ein paar Wochen bekanntgeben. Jedoch deutet vieles darauf hin, dass Disney Channel Worldwide-Präsident Rich Ross demnächst über das Schalten und Walten der Disneymarken bestimmen wird. Ross ist im Gegensatz zu Dick Cook eine umstrittene Figur innerhalb des Disney-Konzerns, er hat viele Anhänger, die ihm ein goldenes Näschen zusprechen und seine gekonnte Koordination zwischen den verschiedenen Zahnrädern der Disney-Maschinerie loben, jedoch hat er mindestens so viele Gegner, die ihn als hinterlistig beschreiben.

Wer übrigens beim Ausdruck Disney Channel Krächze bekam, der sei beruhigt: Dass Ross aus den Filmstudios ein ebensolches Teenie-Girlie-Wolkenschlösschen macht wie aus dem Disney Channel ist eher unwahrscheinlich. Unter Ross wurde auch der jungszentrierte Sender Disney XD eingeführt, und Ross ist eher wegen seines Talents bezüglich des "Synergieeffekts" ein Kandidat für den Job als Vorsitzender der Filmstudios, und weniger wegen des Inhaltes zahlreicher Disney Channel-Sendungen. Dass Cook gegangen wurde (daran besteht mittlerweile leider kein Zweifel mehr) lag unter anderem daran, dass in Igers Augen die Studios zu sehr zu einer Insel innerhalb des Konzerns wurden, während der Disney Channel zum Beispiel durch gekonnte Kooperation mit anderen Bereichen den Profit optimierte.

Für den Vorsitz der Non-Disney-Studios soll Iger Oren Aviv im Visier haben.

Doch vorerst heißt es abwarten (und Daumen drücken, dass das neue Führungsmodell tatsächlich mehr kreative Freiheit bedeutet).

Weiterführende Artikel:

Wie das Leben so spielt

Judd Apatow deprimiert mich...!
Jetzt ist es raus. Komödienautor, -produzent und -regisseur Judd Apatow schafft es mit seinen Regiearbeiten immer wieder mich stellenweise zu deprimieren.
Das soll allerdings keineswegs bedeuten, dass Apatow seinen Job schlecht macht - bei seinen Komödien kann ich auch immer ausgelassen lachen. Doch es gibt in ihnen stets etwas, dass mir einen Dämpfer verpasst. Und von Film zu Film wird es stärker:
Weshalb genau Jungfrau (40), männlich, sucht kurz ein wenig deprimierend wirkt, kann ich mir selber nicht erklären. Vielleicht weil Steve Carrells Figur ein zu sympatischer Verlierer ist, als dass ich ohne jedes Problem über sein Versagen lachen könnte, vielleicht ist es auch nur der Umstand, dass zum Schluss Aquarius aus Hair gesungen wird, ein Lied dessen notenfolge mir immer eine ernste Stimmungslage suggeriert.

Dass Beim ersten Mal mir trotz all seiner Situationskomik und seinem Dialogwitz in manchen Szenen einen Stimmungsdämpfer versetzt, ist schon leichter zu erklären: Apatow fing die Spannung zwischen den zwei unfreiwillig in eine Beziehung gezwungenen Hauptcharakteren vorbildlich ein und lässt zwischen den zahlreichen komischen Momenten auch die unangenehme Realität durchscheinen.
Wie das Leben so spielt führt Apatows Tendenz weiter. War Jungfrau (40), männlich, sucht eine reine Komödie und Beim ersten Mal bereits eine Komödie mit ernsten und romantischen Untertönen, ist Apatows dritte Regiearbeit eine in ihrer Länge fast schon unverschähmt ausufernde Tragikomödie.

Das Zentrum der Geschichte, in der Apatow seine Anfangsjahre in der Stand-Up-Comedy-Szene verarbeitet, bildet der berühmte und außerordentlich erfolgreiche Komiker George Simmons (Adam Sandler), der sich durch zahlreiche alberne Komödien (klare Parodien von Sandlers Erfolgsfilmen) eine imposante Villa mit Blick auf Los Angeles leisten konnte und von Jung und Alt gleichermaßen geliebt wird. Als er erfährt, dass er an einer seltenen Form von Leukämie erkrankt ist, besinnt sich der allein lebende Simmons auf seine Anfänge zurück und beschließt durch Clubs zu touren und dort wieder Stand-Up zu machen.
Dort trifft er auf Ira Wright (Seth Rogen), einen sich durch den Leben schlagenden, jungen Komiker, der seine ganz passablen Witze aufgrund Nervosität nur sehr schlecht rüberbringen kann und beim steten Erfolgswettstreit mit seinen Mitbewohnern (Jonah Hill als selbstsicherer Stand-Up-Komiker Leo und Jason Schwartzman als Sitcom-Hauptdarsteller Mark Taylor) stets den kürzeren zieht. Simmons sieht das Talent in Ira und Leo, und bittet Ira darum, dass er und Leo ein paar Witze für ihn schreiben und sich mit ihm treffen. Ira beschließt Leo nichts davon zu erzählen und fährt mit ein paar Witzen zu Simmons, der ihn als Assistent und Witzeschreiber engagiert. Weil Simmons niemand nahesteht, weiht er eines Morgens Ira in sein Geheimnis ein und bittet ihn darum ihm während seiner letzten Tage zur Seite zu stehen, indem er beispielsweise Simmons' zahlreiche Wagen für einen wohltätigen Zweck verkauft. Außerdem knüpft Simmons wieder Kontakt mit seiner früheren großen Liebe (Leslie Mann), die mittlerweile mit einem fluchenden und angeberischem Australier (Eric Bana) verheiratet ist.

Von dieser Grundkonstellation ausgehend erzählt Wie das Leben so spielt keine strigente, geradlinige Geschichte, sondern reiht unterschiedliche Sequenzen und Handlunsgentwicklungen aneinander. Apatow erzählt nicht die Geschichte eines Komikers, der zu seinen Wurzeln zurückkehrt oder die eines aufstrebenden Stand-Up-Comedians mit harschem Mentor. Er nimmt seine Charaktere und lässt sie die verschiedensten Dinge verleben. Zwar ist alles lose miteinander verbunden, jedoch könnten die einzelnen Plots gut und gerne Stoff für je einen eigenen Film liefern. Deshalb fühlt sich Wie das Leben so spielt zwischendurch verloren an - plötzlich verschwindet ein Handlungsfaden und macht Platz für eine halbe Stunde, die wie ein völlig anderer Film wirkt, in dem zufällig die gleichen Charaktere herumlaufen. So mancher Zuschauer würde Apatow deshalb sicherlich am liebsten an die Kehle springen, wer mit der Flickendecken-Dramaturgie von Wie das Leben so spielt nicht klar kommt wird sich zu Tode langweilen. Und selbst als ich einsah, dass der deutsche Filmtitel so viel besser passt als der englische Originaltitel Funny People, und der Film im Grunde wirklich nicht mehr tut als genau das zu schildern was im deutschen titel beschrieben wird, kam es mir besonders im letzten Drittel so vor, als würde Apatow den Film nie beenden wollen. Wie das Leben so spielt ist eine im doppelzünigegen Komikergewerve angesiedelte Vignettensammlung über die kleinen Ärgernisse und großen Schicksalsschläge im Leben, angereichert mit gelegentlichem Wort- und Situationswitz.
Dass die Dramaturgie zwischen dem Stil des gekonnt ausgefransten Beim ersten Mal und völliger Seperation der einzelnen Themen und Subplots des Films schwankt, tut Wie das Leben so spielt jedoch nicht wirklich gut. Da wäre es konsequenter gewesen aus dem Stoff eine TV-Serie oder einen Episodenfilm zu gestalten, denn das halbherzige Aneinanderreihen und Ineinandermischen der vielen Geschichten zehrt zu sehr am Atem der Kinobesucher.

Wenn man aber ein Auge zudrückt und sich irgendwie mit dem Aufbau von Wie das Leben so spielt arrangiert hat, wird man wenigstens mit den schauspielerischen Karrierehighlights seiner zwei Hauptdarsteller belohnt. Seth Rogen bricht aus seiner Stammrolle des lustig-herzlichen Losers aus und präsentiert sich (um einige Kilos leichter) mit der besten Leistung seiner bisherigen Karriere (und weckt so neue Hoffnungen auf seine Verfilmung von The Green Hornet), während Sandler als großer, innerlich zerrütteter Unsympath seine bislang anspruchsvollste Rolle meistert. Und Apatows Ehefrau Leslie Mann nervt kein bisschen (ganz anders als noch in Beim ersten Mal).

Das Gesamtpaket ist bei Wie das Leben so spielt dennoch weniger überzeugend als seine Einzelteile. Sämtliche Plots des Films sind gut geschrieben, die Stimmung balanciert gekonnt zwischen ernst, humorig und Galgenhumor, die Darstellungen sind gut bis sehr gut und die Einblicke in die tiefen Abgründe des Komikergewerbes sind Gold wert. Doch die behäbige Regie Apatows und die klobige Dramaturgie seines Drehbuchs verhindern, dass sich Wie das Leben so spielt wie eine abgerundete Einheit anfühlt. Er kommt eher wie ein Rohschnitt rüber, oder der wahllose Zusammenschnitt mehrerer Episoden einer Dramedy-Serie.

Für seine vielen einzelnen Szenen-Highlights, wie etwa ein Aufeinanderrasseln zwischen Leslie Mann und Eric Bana, und das Auftrumpfen von Rogen und Sandler ist der Film durchaus einen vorsichtigen Blick wert, jedoch muss man sich auf gehörige Tempoprobleme einstellen. Sandler-Fans, die einen typischen Film ihres Lieblings erwarten dürfen sich das Geld gleich komplett sparen, ebenso wie jeder, dem bereits Beim ersten Mal oder Jungfrau (40), männlich, sucht zu behäbig waren.

Weitere Filmkritiken:

Darauf einen Apfel: Barbossa kehrt zurück!

Was für eine wunderschöne Nacht! Zum Sterben schön!
Seit der vierte Teil der Pirates of the Caribbean-Saga einen Titel hat, fühlen sich die Planungen so real an, und seit heute Nacht gibt es nicht nur Anlass, langsam wieder dieses vorfreudige Kribbeln in den Fingern zu spüren. Von nun an darf man als stolzer Fan von Fluch der Karibik, Des Toten Truh und Am Ende der Welt richtig euphorisch werden.
Denn niemand geringeres als der mit dem Oscar prämierte Geoffrey Rush wird auch den vierten Teil der Saga mit seiner atemberaubenden Leinwandpräsenz beehren!

*nahezu Ohren betäubender Jubelschrei*

Davon ging man als Fan der Reihe bislang zwar aus, aber handfeste Aussagen hört man dennoch gerne...

Geoffrey Rush ist nicht nur göttlich als Captain Jack Sparrows wortverdreherische Nemesis und somit ein unerlässliches Erfolgs- und Qualitätskriteritum für die PotC-Reihe, er selbst ist ein großer Fan dieser Reihe. Für ihn sind die Pirates of the Caribbean-Filme mehr als nur ein mit wildem Spiel schnell verdienter Gehaltsscheck. Nach Kinostart von Am Ende der Welt war Rush ein erbitterter Verteidiger des finalen Teils der (ursprünglichen) Piratentrilogie und wurde ziemlich bissig, dass die harschen Kritiken wohl daher rühren, dass sich die Kritiker nicht wirklich mit dem komplexen Film auseinandergesetzt haben. Und als die Dreharbeiten zu Am Ende der Welt beendet wurden, schenkte Rush den Autoren Ted Elliott und Terry Rossio zum Dank eine elegante, glänzende Black Pearl-Nachbildung in einem schwarzen Koffer, anbei mit folgender Widmung:

Dear Terry [bzw. Ted im anderen Koffer]... this is the sort of speech I think Gibbs should get! Most likely it would be cut but with a good West Country Accent, who knows? I turned down a Beckett play to do Curse of the Black Pearl and was pilloried by my peers -- little did I know I was venturing into the world of popcorn, Wagner, mythological expressionism, finely wrought textual intensity and the true Shakespearean pleasure of laying bare the state of the world! Here's a small emblemic memento of our crazy ride together on the Black Pearl. -- Yours, Geoffrey Rush

Rush liebt die Pirates-Saga, und ich glaube, dass man seine Hingabe zu diesem Material auf der Leinwand auch spüren kann - kein Wunder, dass mich seine Zusage für Pirates of the Caribbean - On Stranger Tides in solch einen Freudentaumel versetzt. Er ist, vollkommen gleich worum es in dem Film nun auch gehen mag, eine Bereicherung für die Fortsetzung. Komme, was da wolle.

Wie Rush gegenüber MTV sagte, hält er bereits seinen Terminkalender für einen Drehstart im nächsten Frühjahr frei und wartet zusammen mit dem Rest der Crew auf das Drehbuch, welches die Reihe über die Trilogie hinausführt, "in eine neue Richtung", so dass es frisch und interessant weitergeht, ohne dass das Publikum denkt, man würde nur weitere Filme dahinschleudern.

Mehr weiß Rush über den vierten Teil allerdings auch nicht - genauer genommen wurde er nicht einmal über die Titelbekanntgabe informiert. "Mir sagt niemand etwas", beklagte Rush lachend und bat Bruckheimer ihn endlich wieder anzurufen.

Hoffentlich kann ein wenig des neu entflammten Enthusiasmus auf den wegen Cooks Abtritt enttäuschten Johnny Depp abfärben...

Weitere Meldungen zum Film:

Mittwoch, 23. September 2009

"Schuster, bleib bei deinen Leisten" - Rückantwort an Ursula von der Leyen(s Praktikanten)

Drückt sich um klare Antworten: CDU-Familienministerin von der Leyen

Wie ihr euch möglicherweise erinnert, forderte ich auf dem Portal DirektZu Familienministerin von der Leyen dazu auf, ihre Medienpolitik von ihren vorurteilsbehafteten, hetzerischen Einstellungen zu befreien und sich Mal Rat bei Leuten zu Suchen, die im Gegensatz zu ihr wirklich Ahnung von der Materie haben.

Vor ein paar Wochen bekam ich darauf eine Antwort. Erneut täuscht die Antwort vor, von Ursula persönlich geschrieben worden zu sein, obwohl sie in Wahrheit von irgendwelchen Angestellten in ihrem Namen verfasst wurde. Soviel zu den Themen Volksverdummung und Ehrlichkeit gegenüber dem Bürger.

Es wird sicherlich auch niemanden wundern, dass die Antwort genauso sehr an meinem Anliegen vorbeiredet, wie damals die Antwort des Familienministeriums auf meinen Offenen Brief.
Dennoch kann ich mir eine Rückantwort nicht verkneifen.

Bitte schön:

"Ich kann Sie zumindest in einem Punkt beruhigen: Internet und Computer sind ohne Zweifel großartige Erfindungen, die nicht nur die Erwachsenenwelt bereichern. Es gibt hervorragende Web-Angebote und PC-Spiele, wie es auch gute TV-Programme gibt. Was Chancen und Risiken angeht, ist es unsinnig, eine künstliche Grenze zwischen den „alten’“ und den „neuen Medien“ zu ziehen. Es bringt auch nichts die „virtuelle Welt“ zu verteufeln oder zu verherrlichen. Internet und Computer gehören heute ganz selbstverständlich zum Alltag und Lebensgefühl von Kindern und Jugendlichen."

Bla, bla, blabla... Einschleim, einschleim... Und wenn Sie, Sir Donnerbold, ein Baby haben sollten, werd ich es noch küssen... krieg ich Ihre Stimme?

"Dass sie die Technik virtuos bedienen können bedeutet aber nicht, dass Kinder und Jugendliche auch automatisch in der Lage sind, alle Gefahren richtig einzuschätzen."

Habe ich je irgendwas anderes behauptet? Nein, ganz im Gegenteil!

"Für den Jugendschutz in den neuen Medien gibt es kein Patentrezept, sondern viele wichtige Bausteine. Einer ist, Eltern zu unterstützen, sich sicher in dieser komplizierten Welt zu bewegen. Denn die Eltern sind und bleiben die wichtigsten Vorbilder ihrer Kinder sowohl was die Dauer als auch was die Art der Computernutzung angeht. Wenn die Eltern tagein tagaus über Stunden vor dem Bildschirm sitzen, werden sie auch ihre Kinder schwer überzeugen können, dass auch der Bolzplatz oder das Schwimmbad attraktive Optionen für den Nachmittag sind. Ich würde mir deswegen wünschen, dass auch in den Schulen noch mehr über die Bedeutung von PC, Internet und Fernsehen gesprochen wird. Hier gibt es zwar bereits viele gute Ansätze, aber wir können noch besser werden."

Genau das forderte ich in meinem Anliegen (und im Anliegen davor) doch ausdrücklich! Ich forderte, dass Medienkompetenz in irgendeiner Form in der Schule unterrichtet wird. Medien- oder wenigstens Lesekompetenz würde auch den Parktikanten von Frau von der Leyen nicht schaden, denn dann wäre ihnen das auch bewusst! Hier werden mehrere Absätze dafür verschwendet, mir meinen Brief zu wiederholen, es aber so zu formulieren, als wäre ich auf der Gegenposition!

"Jugendmedienschutz gehört zum ureigensten Fachgebiet meines Ministeriums. Deswegen nehme ich auch gerne für meine Initiativen in Anspruch „pro domo“ zu arbeiten. Seit es eine deutliche Kennzeichnung der Altersangaben auf Computerspielen gibt, kann sich niemand mehr herausreden, er habe nicht gewusst, ob ein gekennzeichnetes Spiel z.B. an einen 12-Jährigen verkauft werden kann. Für alle Eltern, die ihre Kinder schützen wollen ist das ein wichtiger Fortschritt."
Wie oft muss das denn noch wiederholt werden: Das war bereits vorher der Fall! Die FSK, die einzige Institution der ich in Deutschland wenigstens einen Funken Ahnung bezüglich dieses Thema zutraue, hat in einer Studie herausgefunden, dass die alten Logos ihren Dienst ohne Probleme verrichteten. Ignorante Eltern, denen es egal ist, was ihre Kinder so treiben werden selbst bei 100% größeren Alterskennzeichnungen ignorant bleiben. Alle anderen Eltern hatten bereits genügend Informationen! Diese Antwort beweist mir nur eins: Dem Ministerium ist es vollkommen egal, was der Bürger sagt. Man hört, dass jemand was sagt, aber der Inhalt wird ausgeblendet. Ein schönes Vorbild für die Kinder sind Sie, Frau von der Leyen!

"Und um den Ball mal zurückzuspielen: Wenn Sie über seriöse Erkenntnisse der Medienwissenschaft verfügen, dass kleine Alterskennzeichen auf der Rückseite von Spieleverpackungen Kinder und Jugendliche besser schützen als große auf der Vorderseite, dann werden die Fachleute des Bundesfamilienministeriums diese Hinweise gerne prüfen."
Erstens: Die hatte ich dem Ministerium bereits in einer E-Mail geschildert, und ich bekam eine abweisende Antwort. Muss ich erst meinen Abschluss in einem Fach außerhalb der Medienwissenschaft gemacht haben, damit man mich bezüglich Jugendmedienschutz ernst nimmt, genau wie Frau von der Leyen? Zweitens: Wem möchte man bezüglich des Jugendschutzes mehr trauen als der FSK? Sie handelt doch bereits eher zu streng als zu nachsichtig, was fordern die Knallchargen im Ministerium denn noch? Und drittens: Wurde vor der Einführung der neuen FSK-Kennzeichen eine ausführliche Studie abgehalten, die ihre Maße als optimal beweist? Nein, die Vorgaben wurden frei aus der Luft gegriffen und sind in ihrem Umfang vollkommen weltfremd. Wieso sind die Kennzeichen nicht 10& größer oder kleiner? Niemand weiß das, weil die jetzigen Maße frei erfunden wurden! Weshalb muss sich jemand, der eine andere Position als Frau von der Leyen vertritt, übermäßig rechtfertigen, während Frau von der Leyen keinerlei Rechtfertigung benötigt?

"Mit freundlichen Grüßen,
Ursula von der Leyen"

Halt, moment Mal, bitte schön! Das war's? Drei Absätze lang um den heißen Brei herumreden, mir mit meiner eigenen Position kontern und somit suggerieren, dass ich absurde Vorstellungen von der Medienkompetenz der heutigen Jugend habe und dann einen Unterpunkt meines Anliegens mit leeren Versprechungen beantworten, und das war's? Wo bleiben bitte schön die Reaktionen auf die anderen Punkte meines Schreibens? Wurde es überhaupt von jemandem komplett durchgelesen? Ich möchte schon gern wissen, was von der Leyen vom Stimulus-Response-Modell halten, dessen veraltete Lehre sie weiterhin in den Medien verbreitet. Und meine Bitte um mehr professionellen Rat in der Politik wird komplett fallen gelassen? Nicht einmal ein "Wir haben uns im Vorfeld unserer Entscheidungen beraten lassen"? Wie darf ich das verstehen? Keine Antwort ist auch eine Antwort, nämlich "wir drehen unser Ding und hoffen niemand bemerkt es, und Kritiken werden geflissentlich überhört"!

Das dreisteste daran ist, dass man dieser Antwort von Frau von der Leyen(s Ghostwriter-Team) wirklich anmerkt, dass man davon ausgeht, dass wir "dummes Volk" diese hohlen Phrasen schlucken. Wir werden nicht nur für dumm verkauft, sondern auch für vollkommen verblödet gehalten.

Und kaum jemand wird diesen Leuten die verdiente Quittung ausstellen... Traurig.

Mehr zum Thema:

Neues "The Princess and the Frog"-Poster

Disney Deutschland versprach mir als zweites Poster für Küss den Frosch etwas total witziges. Das folgende werden sie wohl nicht wirklich gemeint haben, denn auch wenn es wesentlich heiterer gestimmt ist als das eher romantisch-atmosphärische erste Poster, so ist es noch immer viel zu stilvoll, als dass es als dummes Gagposter etwas taugen könnte:

(Quelle: Latino Review)

Mehr zum Film:

Dienstag, 22. September 2009

Oben: Passabler Start in Deutschland

Manche Filme sind weltweit ein Erfolg (etwa Findet Nemo). Andere kommen in den USA besser an als im Rest der Welt (etwa Cars). Wieder andere sind außerhalb der USA besonders beliebt (wie etwa Ratatouille). Und dann wäre da Oben, ein Film der in den USA sämtliche Pixarfilme (bis auf Findet Nemo) hinter sich ließ und auch im Rest der Welt sehr erfolgreich läuft, im Durchschnitt 50% besser als Wall•E.

Bloß in Deutschland hat es nicht so ganz sollen sein: In seiner Startwoche landete Oben bloß auf Platz 2 der deutschen Kinocharts. Mit 521.915 Besuchern legte Oben einen ganz guten Start hin, jedoch beinhaltet diese Zahl auch die starken Zahlen der zahlreichen Vorpremieren.
Zumindest auf den 3D-Leinwänden schlug sich Oben aber ganz robust und konnte sich den Besucherzahlen-Ehrenpreis, den frisch ins Leben gerufenen 3D-Bogey für rund 150.000 Besucher (1.000 pro Kopie) zum Start ein.

Dennoch besteht für Oben viel Luft nach oben, bedenkt man die hervorragenden Zahlen außerhalb Deutschlands. Schuld daran wird also auch keine kulturelle Differenz sein (wie etwa bei Cars), sondern schlicht und ergreifend die massive Konkurrenz von Bullys Wickie und die starken Männer, der nach nur zwei Wochen bereits über 2 Mio. Besucher hatte.
Dass viele 3D-Säle mittags weiterhin von Ice Age 3 in Beschlag genommen sind, während Abends Final Destination 4 wütet ist sicher auch nicht hilfreich für Oben.

Aber wer weiß - die Mundpropaganda für Oben ist ja sehr positiv. Vielleicht beweist er noch Standkraft in den deutschen Kinos.

Weiterführende Artikel:

Sony holt die Machete raus

Manche Geschichten brauchen zwar eine gefühlte Ewigkeit, bis sie sich ihrem Ende nähern, doch manchmal soll sich das Warten ja lohnen. Hoffentlich zählt die Produktionsgeschichte von Robert Rodriguez Mexploitation-Schundfilm Machete demnächst dazu. Sein Traumprojekt eines Mexikaner-Rachefilms mit Danny Trejo in der Titelrolle verwirklichte die texanische Ein-Mann-Filmcrew Robert Rodriguez zunächst bloß in Form eines Faketrailers im Rahmen des Grindhouse-Double-Features mit Quentin Tarantino, doch der Trailer machte Rodriguez und dem Publikum Lust auf mehr.
Nach zig Verschiebungen begann Rodriguez vor wenigen Wochen endlich mit den Dreharbeiten zu Machete, und nun fand sich auch ein internationale Kinoverleih für den Film. Wie Variety bekannt gibt wird die Sony Pictures Worldwide Acquisitions Group Rodriguez' Schundproduktion auf Leinwände in fast allen Ecken und Enden dieses Globus bringen.

Der Variety-Meldung lässt sich außerdem entnehmen, dass neben Jessica Alba, Robert De Niro, Cheech Marin, Michelle Rodriguez und Steven Seagal auch Rodriguez' Verlobte Rose McGowan in Machete zu sehen sein wird.

Deutscher Kinostart, wo bleibst du?

Mehr Robert Rodriguez:

Darren Aronofsky leitet den größten Raubzug der Welt

Im März wurde bekannt, dass JJ Abrams' Produktionsstudio einen auf einer wahren Begebenheit basierenden Gangsterfilm namens The Untold Story of the World's Biggest Diamond Heist plant. Damit ist er allerdings nicht alleine: Auch Darren Aronofsky möchte einen Heistmovie der Superlative drehen. Nach Angaben von Variety soll Aronofskys "gritty heist thriller" auf dem 85 Mio. Dollar schweren Einbruch in das Securitas Depot in England aufbauen.

Aronofsky (der Regisseur von The Wrestler und Requiem for a Dream) liegt laut Cinematical ein Drehbuch von Kerry Williamsson zu Grunde, welches wiederum auf dem Sachbuch Heist: The Inside Story of the World's Biggest Robbery und einem Sports Illustrated-Artikel zu diesem Raubzug basiert.

Zwei gigantische Diebstähle kommen bald ins Kino - das erinnert doch frappierend an einige weitere Szenarien, als zwei ähnliche Filme zugleich ins Kino kamen. Was denkt ihr, wird einer der zwei Diebstahl-Thriller ein Armageddon und der andere ein Deep Impact?

Surrogates-Interviews

Surrogates, Disneys große Hoffnung seinem Label Touchstone Pictures mit einem Knall wieder Blockbusterleben einzuhauchen, startet diese Woche in den USA. Die Erwartungshaltung? Sie scheint noch immer ziemlich niedrig zu liegen. Wartet also statt eines Blockbusters ein Flopp? Wird der Sci-Fi-Thriller mit Bruce Willis wenigstens seine Kosten einspielen?

Wer kann das jetzt schon sagen?

Jedenfalls kann man dem Studio nicht vorwerfen, es würde den Film überhaupt nicht bewerben. Es gab bereits eine große Postersammlung und mehrere Trailer. Und wen das alles nicht überzeugte, der kann ja Mal schauen, ob diese zwei Interviews helfen:





Mehr zum Film:

Montag, 21. September 2009

Netter Disneyland Halloween-Werbespot mit den Bösewichtern

Einfach nur charmant anzusehen: Der neue Werbespot für Halloween Time im Disneyland Resort in Kalifornien:



Ich weiß nicht wie es euch geht, aber bei mir macht das Lust auf einen Disneylandausflug und Halloween-Deko...

Wall•E und Scrubs mit dem Humanitas Prize ausgezeichnet

Der Humanitas Preis geht an Drehbuchautoren, die mit ihren Werken menschliche Werte vermitteln und zu entsprechendem Handeln engagieren. Diese Auszeichnung wird seit 1974 verliehen und mag zwar dem Publikum eher unbekannt sein, doch das soll den Wert des Humanitas-Preises nicht mindern.

Dieses Jahr durften sich Andrew Stanton, Pete Docter und Jim Reardon über diese Ehre freuen: Als Drehbuchautoren von Wall•E wurden sie in der Kategorie "Langfilm" ausgezeichnet. In der Dankesrede bezeichneten sie den knuffigen Roboter Wall•E in Anlehnung an Johnny Appleseed als "Johnny Humanity-Seed", als denjenigen, der Menschlichkeit sät.

In der Kategorie für 30-minütige Fernsehserien erhielt Aseem Batra die Auszeichnung für das Drehbuch der Scrubs-Episode My Last Words. Das ist das mittlerweile dritte Mal, dass Scrubs für seine menschlichen Geschichten ausgezeichnet wurde, drei weitere Male wurde die außergewöhnliche Comedyserie mit gelegentlichen Dramaelementen nominiert.

Die weiteren Gewinner dieses Jahres könnt ihr bei Reuters nachlesen.

Produziert Disney bald weniger Spielfilme?

Als Dick Cook Freitag seinen Rücktritt als Vorsitzender der Walt Disney Studios bekanntgab, war die Branche geschockt. Unter den von der Nachricht betroffenen waren große Namen wie Johnny Depp oder Steven Spielberg und der Nachfolger für Cook ist bislang nicht bekanntgegeben.

Nun stellt sich sogar eine weitreichendere Frage: CNBC spekuliert auf der Basis von Insidergetuschel, dass die Disney Company die Zahl der eigenmächtig produzierten Spielfilme radikal kürzen möchte. Unter dem neuen Vorsitzenden (manche spekulieren auf Mark Zoradi, den das internationale Marketing und den Kinovertrieb übersehenden Präsidenten der Walt Disney Studios Motion Pictures Group) soll sich das Studio hauptsächlich darauf konzentrieren die Produktionen von Jerry Bruckheimer, Pixar, den Marvel Studios, DreamWorks und den Walt Disney Animation Studios angemessen in die Kinos zu bringen. Disney würde also hauptsächlich zum Vertrieb dieser markanten Marken und würde nur noch unregelmäßig selbst einige große und ausgewählte Produktionen stemmen.

Einen solchen Schritt sähe ich jedoch etwas voreilig. Auch wenn Disney tatsächlich am meisten Geld mit Bruckheimers und Pixars Produktionen verdiente, so wäre eine Reduzierung auf die genannten Marken eine Abkehr der Anfang dieses Jahrzehnts in die Wege geleitete Entwicklung zu einem abwechslungsreichen Filmstudio. Bruckheimer produziert nunmal vornehmlich Actionblockbuster, und die Marvelstudios werden kaum etwas anderes als Comicadaptionen veröffentlichen. Und vom Verleihanteil der Dreamworks-Filme wird man sicherlich auch nicht reich (siehe auch diesen Artikel). Tja, und mehr würde im Realfilmsektor nicht weiter passieren.

Was ist mit Produktionen wie den außerordentlich vielversprechenden Tron Legacy und Alice im Wunderland? Man kann nicht bloß alle paar Jahre solche Filme produzieren. Filme wie Das Geheimnis von Green Lake, die immerhin in den USA recht profitabel liefen, sollte man nicht völlig aufgeben. Mit etwas mehr Marketingbemühungen wäre der Film zum Beispiel hierzulande sicher auch angekommen.

Den Kopf in den Sand zu stecken ist angesichts einer Durststrecke nicht die richtige Taktik. Vor allem frage ich mich, wie man so künftige Erfolgsgaranten finden möchte? Disney fuhr ja hervorragend mit M. Night Shyamalan. Wenn man jedoch nur ein paar auserwählte Filme produziert, wie hoch ist dann schon die Wahrscheinlichkeit, dass man ein kleines Licht in Hollywood zum Regiewunderkind erhebt? Man wird sich doch nur noch auf erpropte Erfolgsleute verlassen...

Hoffentlich wird diese Spekulation bald als falsch bestätigt. Sonst fürchte ich um meine Non-Bruckheimer-Disneyspielfilme...